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Kommentare zu:
CSD Stuttgart will "unaufgeregten Dialog" mit Homo-Gegnern


#2 ExemplarischAnonym
  • 23.01.2014, 15:03h
  • "Zu all diesen Positionen kommen wir als Vorstandsteam der IG CSD Stuttgart e.V. nicht im stillen Kämmerlein. Sie sind das Ergebnis vieler intensiver Gespräche innerhalb unterschiedlicher Kreise der LSBTTIQ-Community"

    Wieviel % der LSBTTIQ-Community in und um Stuttgart haben konkret und verbindlich über die politischen Forderungen, das Programm und die Aktionsformen des CSD Stuttgart im Jahr 2014 abgestimmt?
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#3 LucaAnonym
  • 23.01.2014, 15:15h

  • Ein "unaufgeregter Dialog" setzt voraus, dass es überhaupt einen Dialog gibt. Die Gegner wollen aber keinen Dialog, sondern diktieren was darf und was nicht.
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#4 sperlingAnonym
#5 lets organizeAnonym
  • 23.01.2014, 15:24h
  • reaktionärer geht's wohl nicht mehr!

    offensichtlich wollen diese leute faschistoide auslöschungsforderungen und -praxen und deren akteure nicht als solche bloßstellen und politisch unmissverständlich bekämpfen, sondern ihnen auch noch selbst eine plattform für ihre demokratie- und menschenfeindlichen diskurse über vermeintlich unterschiedliche wertigkeit von menschen, "lebensformen" etc. bieten und ihnen damit den anstrich demokratischer legitimität verpassen!

    ist das allen ernstes sinn und zweck der politischen organisation von schwulen und lesben?

    bald dann auch wieder "unaufgeregter dialog" mit rassisten und antisemiten und deren mittigen steigbügelhaltern?

    mit faschisten führt man keine dialoge - man nennt sie beim namen, entlarvt und bekämpft sie!

    dafür bedarf es einer politischen bewegung und organisation, die von der breiten masse der schwulen und lesben und ihren interessen getragen wird - ausgehend von einer echten debatte um ein politisches programm und eine politische praxis, mit demokratischer abstimmung durch die basis!

    der csd kann und muss endlich zentraler bezugs- und kristallisationspunkt dieser debatte und neuorganisation sein. vor ort in den städten mit einer entsprechenden zusammenführung auf nationaler und letztlich internationaler ebene.

    das nunmehr als purer zynismus wirkende motto "wir machen aufruhr" sollten schwule und lesben wörtlich nehmen - GEGEN solche reaktionären, verräterischen, opportunistischen führungen!
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#7 FelixAnonym
  • 23.01.2014, 15:44h

  • Dieses devote Arschkriechen und bloß als schön angepasst rüberkommen widert mich echt an...

    Die Homohasser haben überhaupt nur diesen Erfolg, weil wir uns immer als die kleinen Bittsteller positionieren, die für jedes Almosen dankbar sind und die das brav so machen, wie andere das wünschen.

    Hier wird schon wieder der Boden für irgendwelche faulen Kompromisse bereitet.

    Aber bei Bildung darf es keine Kompromisse geben...
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#8 SpätzchenAnonym
  • 23.01.2014, 15:46h
  • Antwort auf #4 von sperling
  • Mmh.

    Hältst du Schwule und Lesben für unfähig, in Basisgruppen z. B. in den Stadtteilen, Betrieben, Schulen, Bildungseinrichtungen usw. über unterschiedliche politische Forderungen, Programme und Handlungsansätze zu diskutieren und in diesem Prozess auch eine verbindliche demokratische Entscheidung darüber zu treffen? Und dementsprechend die Delegierten, die u. a. den CSD organisieren, zu wählen?

    Wäre das zuviel Politisierung, zuviel Partizipation, zuviel Demokratie und "Aufruhr"? Für so manchen "karriereorientierten", sozial privilegierten Verbandsfunktionär, der "Aufruhr" ruft und dessen Verhinderung meint - gewiss!

    Der CSD (und eine politische Organisation darüber hinaus) als Ausdruck tatsächlicher Bewegung der breiten Masse der Arbeiter*innen, Schüler*innen, Auszubildenden, Studierenden, Rentner*innen usw. der LSBTTIQ-Community?

    Hier geht es nicht um die Vorstellung, dass das alles von heute auf morgen so laufen wird, aber um eine längerfristige Perspektive, die der aktuellen Perspektivlosigkeit etwas durchaus sehr Konkretes entgegensetzt!
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#9 uffgereschdAnonym
  • 23.01.2014, 15:51h
  • Herr Lanz bezeichnete letztens sein Studio-Publikum(!) -von den Zuschauern an den TVs sogar abgesehen- mittelbar und unaufgeregt als aufgeregte populistische Deppen.
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#10 AlexAnonym
  • 23.01.2014, 15:52h

  • Mit Fundamentalisten kann und darf es keinen Dialog geben (der eh kein echter Dialog auf Augenhöhe wäre).

    Das würde denen nur weitere Aufmerksamkeit bringen und ihre Positionen als begründet hinstellen.

    Damit würde man signalisieren, dass es tatsächlich Korrekturbedarf gibt und ihre Kritik berechtigt wäre.

    Bei Bildung darf es keine Kompromisse geben, nur weil manchen die Fakten nicht ins Weltbild passen.

    Dann würden die demnächst auch fordern, dass statt Evolution Schöpfungslehre unterrichtet wird.
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#11 PetterAnonym
  • 23.01.2014, 15:57h

  • Da wird eine faschistische Petition relativiert und so getan, als würden die Pläne übers Ziel hinaus schießen und die Kritik berechtigt wäre.

    Wer da mitmacht ist stramm rechts. Ginge es uns Kindeswohl würden die nicht Bildung verhindern.

    Diese Anbiederung an reaktionäre Kräfte ist zum kotzen.
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#12 FelixAnonym
  • 23.01.2014, 16:08h

  • Kinder wollen die Welt verstehen und darauf haben sie auch das Anrecht.

    Leute, die Kinder stattdessen mit Hass und Vorurteilen großziehen wollen, haben sich als Gesprächspartner disqualifiziert.
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#13 TimonAnonym
  • 23.01.2014, 16:12h

  • Was soll daran falsch sein, wenn Kinder die Vielfalt unserer Welt erfahren?!

    Besser als wenn man sie dumm hält und zu ignoranten, intoleranten Menschen voller Vorurteile erzieht.

    Je toleranter und weltoffener eine Gesellschaft ist, desto erfolgreicher ist sie und desto besser geht es allen.
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#14 AlexAnonym
  • 23.01.2014, 16:26h

  • Ich kenne Heteros, die mehr auf unserer Seite stehen, als die Organisatoren des CSD Stuttgart.

    Wie können die sich nur dermaßen anbiedern und die Homohasser noch erhöhen?!

    Die Taktik, uns Schuldgefühle einzutrichtern funktionier wohl sehr gut. Und jetzt wird dafür gesorgt, dass das bei kommenden Generationen weiter geht.

    Immer schön klein und folgsam halten. Ja Massa, wie Sie wünschen Massa.
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#15 leander
#16 mengenlehreAnonym
#17 GerritAnonym
  • 23.01.2014, 16:46h

  • Wer sich freiwillig unterwirft macht es den Homohassern besonders einfach.

    Das ist die selbe Mentalität, die man auch braucht, um als Schwuler oder Lesbe in der CDU-CSU zu sein. Der Wunsch zur Selbsterniedrigung und Kasteiung.
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#18 ZeitfensterAnonym
  • 23.01.2014, 17:11h
  • Die Leute führen ihr eigenes CSD-Motto ("Wir machen Aufruhr!") ad absurdum.

    Besser wäre gewesen:
    Wir machen Sturm im Wasserglas!

    Das passiert, wenn Assimilationsschwuppen einen CSD organisieren und sich selbst zum Sprachrohr der Community erheben.
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#19 sperlingAnonym
  • 23.01.2014, 17:25h
  • Antwort auf #8 von Spätzchen
  • ich finde, dass du da eine sehr schöne und erstrebenswerte vision beschreibst.

    ich fände es aber unfair, den menschen, die heute versuchen, wenigstens ein paar veranstaltungen zu organisieren, die schuld daran zuzuweisen, dass deine vision keine wirklichkeit ist.

    ich habe selber an queeren projekten mitgeplant, einige auch selber ins leben gerufen. der ablauf war immer ähnlich.

    wir haben uns meistens von anfang an darum bemüht, möglichst viele gruppen und einzelne personen anzusprechen und einzubeziehen. ergebnis: in phase 1 treffen wirklich viele menschen zusammen und sind begeistert. in phase 2 bleiben 2/3 ohne erklärung weg und reagieren nicht mehr auf nachfragen. in phase 3 ergeben sich erste inhaltliche differenzen zwischen verschiedenen strömungen. in phase 4 tritt mit viel staubaufwirbeln mindestens eine gruppe aus und wirft den anderen bis hin zum faschismus so ziemlich alles vor, was die liste des politischen fehlverhaltens nur hergibt. in phase 5 wurschtelt man mit denen weiter, die noch da sind. alle versuche, noch irgendwen miteinzubeziehen scheitern an deren passivität, und man fragt sich irgendwann, für wen man sich eigentlich so abstrampelt.

    dann findet das event statt, und es hagelt kritik von denen, die nicht (mehr) mitgemacht haben.

    was soll man also machen? wenn unter diesen bedingungen wenigstens noch ein paar leute dabei bleiben und einfach das machen, was sie richtig finden, dann können wir, finde ich, schon froh sein.

    natürlich wäre es schön, wenn jedes team immer wieder versucht, viele andere einzubinden. und ja, es gibt leider auch immer mal wieder eine tendenz, dass gruppen sich abschotten und menschen demotivieren, obwohl die gern mitmachen würden. und ja, es ist auch problematisch, wenn kleine gruppen sich als vertreter_innen "der" community darstellen, obwohl sie nur eine minderheit vertreten.

    aber woher kommt denn der anspruch, jeder einzelne csd müsse ALLE untergruppen und ihre forderungen repräsentieren? das finde ich als ziel, wie gesagt, ganz schön. ich befürchte aber, dass man nahezu übermenschliches fordert, wenn man das tatsächlich erwartet.

    was spricht denn dagegen, dass wenigsten ein paar menschen events nach ihrem geschmack organisieren und dabei ihre jeweiligen forderungen stellen? die realistischste alternative ist nämlich leider nicht das, was du beschreibst, sondern, dass niemand mehr überhaupt irgendwas macht.
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#20 LorenProfil
  • 23.01.2014, 17:37hGreifswald
  • Das Vorstandsteam des CSD Stuttgart setzt also auf einen "unaufgeregten Dialog" mit Leuten, die die Grund-und Menschenrechte nicht akzeptieren bis hin zur Leugnung der Daseinsberechtigung von nicht heterosexuellen Menschen (Stichwort: "Umpolungstherapien"). Warum sie dann einen CSD unter dem Motto "Wir machen Aufruhr!" abhalten, ist unverständlich.

    www.duden.de/rechtschreibung/Aufruhr

    In der politischen Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Gesinnungstätern kann man sich auf der Suche nach Konsens bestenfalls die Finger verbrennen. Besser ist organisierter und klarer Widerstand, kompromisslos im Wissen um das eigene Menschen-Recht. Mit der Landesregierung an der Seite und der Mehrheit der Bevölkerung (sofern man Umfragen trauen darf) kann man jetzt im Jahre 2014 endlich das durchsetzen, was schon lange geboten ist, nämlich die Akzeptanz sexueller Vielfalt und Antidiskriminierung in schulischen Bildungseinrichtungen zu verankern und damit einen wichtigen Beitrag zu einer zukünftig humaneren Gesellschaft zu leisten. Geredet wurde schon seit Jahren, jetzt gilt es zu handeln. Das ist man übrigens nicht zuletzt den jungen Menschen schuldig, die als nicht heterosexuelle Schüler ein Recht auf diskriminierungs-und angstfreies Leben und Lernen haben. CSD-Aktivisten, die an dieser Front "schwächeln", taugen weder als Mitstreiter noch als Vorbilder für Kinder und Jugendliche.

    Wenn das "Ergebnis vieler intensiver
    Gespräche innerhalb unterschiedlicher Kreise der LSBTTIQ-Community" in Stuttgart eine Appeasement-Strategie gegenüber Gegnern von Bürger-und Menschenrechten, des Grundgesetzes und einer offenen Gesellschaft ist, dann "Gute Nacht, Stuttgart".

    "Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren." - Karl Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
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#21 Torsten_Ilg
  • 23.01.2014, 18:09h
  • Ich finde es richtig und wichtig, dass im Rahmen des Stuttgarter CSD ein Dialog mit Gegnern des Bildungsplans geführt wird. Im Sinne der Kinder und Jugendlichen muss es zu einem kondensfähigen Kompromiss kommen. Ein Bildungsplan den man - schlimmsten Falls - gegen eine breite Mehrheit der Elternschaft so einfach "durchdrücken" würde, wäre ein mehr als fatales Signal. Es entspricht auch nicht meinem Politikverständnis. Allein die Tatsache, dass sich ein so dramatischer Widerstand gegen DIESEN Bildungsplan regt, muss ein Umdenken einläuten. Ich bin selber offen schwul, habe keine Kinder, bin aber trotzdem daran interessiert, dass die Gesellschaft sich nicht weiter spaltet, sondern versucht wird Gemeinsamkeiten zu erarbeiten.
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#22 sperlingAnonym
  • 23.01.2014, 18:11h
  • Antwort auf #19 von sperling
  • 1. PS: ich habe auch selber schon zu denen gehört, die sich angepißt und enttäuscht aus planungsteams ausgeklinkt und dann nur noch rumgemäkelt haben. aber ich habe trotzdem grundsätzlich respekt davor, wenn andere menschen in ihrer freizeit etwas auf die beine stellen, auch wenn ich mir selber ein anderes ergebnis wünschen würde.

    2. PS: meine anmerkungen hier sollen nicht das unangebrachte schwächeln der stuttgarter csd-leute gegenüber hetzer_innen verteidigen. mir geht es nur um die aufgeworfene frage, inwiefern ein csd "basisdemokratisch" sein kann oder sogar muss. und zusammengefasst denke ich, wenn die "basis" schlicht und einfach fehlt bzw. passiv bleibt, dann sollte man das nicht den wenigen aktiven vorwerfen.
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#23 InteressenAnonym
  • 23.01.2014, 18:14h
  • Geht es eigentlich noch absurder als die Infragestellung sogar einer kleinen symbolischen Aktion wie das Hissen der Regenbogenflagge auf einem in öffentlichem Besitz befindlichen Gebäude??

    Als minimales Zeichen der Akzeptanz und der zumindest symbolischen "Wiedergutmachung" gegenüber einer gesellschaftlichen Gruppe, die gerade in diesem Land historisch und aktuell massive Unterdrückung und Diskriminierung (bis hin zur massenhaften Verfolgung und Ermordung und Zerstörung von Existenzen ohne jegliche Rehabilitation und Entschädigung) erfahren hat und weiterhin erfährt?!

    Wessen Interessen vertreten diese Leute, denen sogar das noch "zuviel" ist, eigentlich?

    Warum kann ich mich angesichts dieser geradezu grotesken Anbiederung nicht des Eindrucks erwehren, dass hier sozial privilegierte Akteure mehr an die Wirkungen ihres politischen Handelns auf bestimmte karriererelevante Milieus und eben ihre Karriere- und Statuspflege denken als an die tatsächlichen Interessen der überwältigenden Mehrheit von Schwulen und Lesben?
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#24 SpätzchenAnonym
  • 23.01.2014, 18:24h
  • Antwort auf #19 von sperling
  • "der anspruch, jeder einzelne csd müsse ALLE untergruppen und ihre forderungen repräsentieren?"

    Wo habe ich das geschrieben?

    Es geht um eine tatsächliche und möglichst breit in die Community wirkende bzw. diese einbeziehende Auseinandersetzung um die notwendige politische Positionierung und Programmatik - und zwar im Interesse der großen Mehrheit direkt und indirekt von Lohn abhängiger Schwuler und Lesben, die zumeist weniger sozial privilegiert sind als verbürgerlichte Verbandsfunktionäre. Um die Frage, wie und mit wem sich Schwule und Lesben zur Durchsetzung ihrer Forderungen organisieren - indem sie sich mit anderen, wesentlichen sozialen Kämpfen in dieser Gesellschaft verbinden, die unmittelbar und mittelbar mit der Frage der sexuellen Gleichberechtigung verknüpft sind. Als Teil einer sehr viel umfassenderen Bewegung der Arbeiter*innenklasse.

    Das ist das genaue Gegenteil einer bloßen Addition von Einzelinteressen auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner und schließt, da hast du völlig Recht, Brüche mit bestimmten "Gruppen", Akteuren, Schichten und bisherigen Führungen ausdrücklich ein.
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#25 fachärztlichAnonym
#26 rätzelAnonym
#27 SpätzchenAnonym
  • 23.01.2014, 18:46h
  • Antwort auf #22 von sperling
  • "wenn die "basis" schlicht und einfach fehlt bzw. passiv bleibt, dann sollte man das nicht den wenigen aktiven vorwerfen."

    So einfach ist das?

    Vielleicht hat das "Fehlen" der Basis ja auch etwas damit zu tun, dass zentrale Themen und gesellschaftliche Fragen, die einen Großteil der "Basis" betreffen, einfach zu wenig oder gar nicht behandelt werden?

    Dass seit mindestens Anfang der 90er Jahre eine Reduzierung von "Homo-Gleichstellung" auf die altbekannten, beschränkten Forderungen einer relativ kleinen, privilegierten Schicht stattfindet? Und viel zu wenig solidarische Verbindung mit anderen sozialen und politischen Kämpfen, die von zentraler Bedeutung gerade auch für die Frage der sexuellen Freiheit und Gleichheit sind?!

    PS: Um Missverständnissen vorzubeugen - ich verbreite nicht die Illusion und hänge ihr auch nicht an, dass diese Fragen an dieser Stelle tatsächlich hinreichend zu beantworten sind. Es geht um Denkanstöße (für die, die schon so weit denken) für kommende Herausforderungen und Gelegenheiten zur Konkretisierung.
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#28 fassungslosAnonym
  • 23.01.2014, 19:06h
  • Antwort auf #21 von Torsten_Ilg
  • gemeinsamkeiten?

    mit leuten, die "ihren" und allen kindern direkt und indirekt weiterhin eintrichtern wollen, dass homosexualität "nicht normal" und vor allem nicht gleichwertig, zumindest nichts ist, worüber als selbstverständlicher teil menschlicher vielfalt aufgeklärt werden soll und darf?

    die sich weiterhin mit aller gewalt dagegen wehren, dass schwule und lesbische jugendliche ausdrücklich das gleiche recht auf identifikationsfiguren, auf sichtbarkeit, auf respekt und anerkennung, eben auf eine gleichberechtigte existenz (!) haben?

    diese leute haben den boden einer demokratischen gesellschaft auf basis des schutzes der menschenwürde und des gleichheitsgrundsatzes schon lange verlassen.

    und wenn es irgend jemand am dringendsten nötig hat, dass grundlegende menschenrechte wie das recht auf nichtdiskriminierung einschließlich einer wissenschaftlich fundierten aufklärung über die vielfalt sexueller identitäten endlich gegen reaktionäre widerstände "durchgedrückt" werden, dann die kinder solcher "erziehungsberechtigten"!
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#29 Jens van NimwegeAnonym
#30 sperlingAnonym
  • 23.01.2014, 19:20h
  • Antwort auf #27 von Spätzchen
  • >"Vielleicht hat das "Fehlen" der Basis ja auch etwas damit zu tun, dass zentrale Themen und gesellschaftliche Fragen, die einen Großteil der "Basis" betreffen, einfach zu wenig oder gar nicht behandelt werden?"

    da rennst du bei mir offene türen ein. die reduzierung auf wenige themen ist unübersehbar. das ist vielen aktiven vorzuwerfen. aber eben nicht allen.

    wir können den effekt dieser entwicklung nicht so leicht rückgängig machen. ich habe mich, wie du vielleicht aus meinen beiträgen hier und da schließen konntest, oft dafür eingesetzt, die diskussion nicht auf die bürgerrechtsebene einzuengen und sie stattdessen auf weitere ebenen zu erweitern.

    das haben wir auch z.t. in unseren veranstaltungen versucht. es ist mittlerweile schwierig, dafür noch verständnis zu wecken. das spricht natürlich gerade dafür, es weiter zu versuchen. allerdings: noch schwieriger ist es, dafür genügend heute mitstreiter_innen zu finden.

    da beißt sich die katze in den schwanz.

    heute haben sich die meisten mit den bestehenden diskriminierungen eingerichtet. viele reden sich z.b. ein, es sei ja gar nicht notwendig, bei der arbeit über "privates" zu sprechen oder freund_innen jeglichen geschlechts überall an der hand halten und küssen zu können. wer aber die eigene unfreiheit leugnet, der wird auch nicht aktiv werden, um etwas zu verändern.

    meine (vielleicht zu pessimistische?) aussicht: es wird erst dann wieder einmal größere mobilisierungen geben, wenn der leidensdruck aus irgendeinem grund wieder genügend ansteigt, um die leute aufzurütteln. gleichzeitig hoffe ich natürlich, dass wir nicht noch mehr leiden müssen.

    ich bin ehrlich gesagt ziemlich ratlos, wie es weitergehen soll.
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#31 ZeitfensterAnonym
#32 Torsten_Ilg
  • 23.01.2014, 21:38h
  • Antwort auf #31 von Zeitfenster
  • Genau diese "hyperventilierenden" Reaktionen sind es, die mir im politischen Diskurs zunehmend missfallen. Es geht nicht mehr um die Sache, sondern nur noch um ideologische Parolen. Sorry dass ich mich schon ein wenig über die Reaktion einiger grünen Funktionäre in Baden-Württemberg mokiere. Da gibt man sich völlig überzogen "fassungslos", dass sich eine relativ breite bürgerliche Gegnerschaft erdreistet, DIESEN Bildungsplan abzulehnen. Keine Spur von Selbstkritik und Konsenswillen. Pure Ideologie. Ein wirklich positives Signal an die Bürgerinnen und Bürger ist das jedenfalls nicht. Und jeder der die Handreichung der Initiatoren des CSD Stuttgart befürwortet, wird sofort als "Verräter" an der Sache gebrandmarkt.
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#33 ZeitfensterAnonym
#34 SmileyEhemaliges Profil
  • 23.01.2014, 22:45h
  • Antwort auf #32 von Torsten_Ilg
  • »relativ breite bürgerliche Gegnerschaft«

    Nehme ich die "Petition gegen den Bildungsplan" zum Maßstab, einundsiebzigtausend Zeichner aus Baden-Württemberg bei einer Gesamteinwohnerzahl von zehn Millionen sechshunderttausend, ist die Gegnerschaft eher unbreit.

    »die Handreichung der Initiatoren des CSD Stuttgart befürwortet, wird sofort als "Verräter" an der Sache«

    Ich möchte nur daran erinnern was die Kommentarfunktion bei openpetition für menschenverachtenede Aussagen enthält, was für schäbige Verleumdung und ekelige Unterstellungen und was für klaren blanken Haß. Kann man daraus irgendwelche Indizien destillieren für die Bereitschaft zum Dialog und zur Akzeptanz unserer Anliegen?

    In einer offenen und zivilisierten Diskussion mag es sein daß man eigene Positionen relativert oder sogar räumt, wenn die Gegenseite die besseren Argumente hat oder deren Vorschläge sich als halbwegs vereinbar mit den eigenen Interessen herausstellen. Oder wenn man an anderer Stelle etwas für die eigene Gruppe gewinnen kann wenn man an anderer Stelle nachgibt.

    Der Gegenseite Argumente liefern und eigentlich unverhandelbare Standpunkte ohne Not aufgeben ist zumindest aus meiner Sicht keine Handreichung, es sei denn eine für die schwulenfeindlichen Haßprediger.
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#36 sperlingAnonym
  • 24.01.2014, 00:04h
  • Antwort auf #21 von Torsten_Ilg
  • phrasen: "dialog", "konsens", "kompromiss"...

    für wie dialogbereit halten Sie evangelikale fundamentalist_innen?

    für wie dialogFÄHIG halten Sie evangelikale fundamentalist_innen?

    wie könnte Ihrer meinung nach ein "kompromiss" aussehen? ein bisschen toleranz, aber nicht zuviel?

    fänden Sie, dass auch eine rassistische petition, die keine fakten nennt, sondern bloße ressentiments schürt, allein aufgrund einer großen anzahl von unterschriften in der offiziellen bildungspolitik "zu einem umdenken führen müsste"?

    >"Ein Bildungsplan den man - schlimmsten Falls - gegen eine breite Mehrheit der Elternschaft so einfach "durchdrücken" würde"

    wenn ich richtig informiert bin, waren elternverbände in den entwurf einbezogen und verteidigen ihn noch immer ausdrücklich, ebenso schülervertretungen (ja, die dürfen wohl auch mitreden). die gegenpetition spiegelt keine mehrheitsverhältnisse ab, schon gar nicht von tatsächlich betroffenen eltern.

    wieso unterstellen Sie also eine elternmehrheit gegen den bildungsplan?

    bitte fakten nennen statt gerüchte schüren.

    "mut zur wahrheit", herr ilg!
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#37 leck michAnonym
#38 umpf dadaAnonym
#39 TheDadProfil
  • 24.01.2014, 01:21hHannover
  • Antwort auf #21 von Torsten_Ilg
  • Bist du eigentlich vorsätzlich Erkenntnisresistent ?

    Noch einmal :
    Die Landeselternschaft wurde an der Erstellung des Bildungsplanes beteiligt und hat diesen zwischenzeitlich in einer eigenen Erklärung verteidigt..

    NIEMAND setzt hier einen Bildungsplan gegen den Willen ""eine[r] breite[n] Mehrheit der Elternschaft"" durch..

    Die Unterzeichner der Petition sind wenigstens zur Hälfte NICHT aus BW, und viele wahrscheinlich auch keine betroffenen Eltern..

    Sie sind aber der "Bodensatz der per se Sexualfeindlichen Bevölkerung"..

    ""Allein die Tatsache, dass sich ein so dramatischer Widerstand gegen DIESEN Bildungsplan regt, muss ein Umdenken einläuten""..

    Äh ?
    Umdenken WOHIN ?

    Was einen "Dialog" betrifft, so führt Mann einen Dialog mit Menschen die eine MEINUNG vertreten, die Mann für falsch hält, und diese durch Austausch von Argumenten zu überzeugen versucht..

    Sexualfeindlichkeit und hier insbesondere Homophobie sind aber KEINE Meinungen..

    Sie sind eine Form von Rassismus, und darüber gibt es nichts zu dialogisieren, denn es gibt von deren Seite keinerlei Argumente die in richtung einer Abkehr vom Bildungsplan überzeugen könnten..

    Alle bislang geäußerten "Argumente" von Seiten der Bildungsplan-Gegner sind hinlänglich widerlegte Vorurteile und vorsätzlich falsche Aussagen bezüglich der Inhalte und der damit angeblich verbundenen Auswirkungen auf die Schüler..

    Und Bitte..

    Wer "im Sinne der Kinder und Jugendlichen" handeln will, sollte ihnen die beste Bildung, und die umfassenste Bildung, die richtigen Informationen und vor allem keine wie auch immer "gefärbten" Lern-Inhalte zukommen lassen..

    Und schon gar nicht, nur weil ein Teil der Eltern immer noch denkt wie vor Hundert Jahren !
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#40 Torsten_Ilg
  • 24.01.2014, 01:22h
  • Antwort auf #36 von sperling
  • Mein Eintreten GEGEN religiösen Fundamentalismus jeglicher Art ist bekannt. Das Angebot zum Dialog gilt vor allen jenen bürgerlichen Kräften die zwar Vorbehalte haben, diese jedoch nicht aus religiös-fundamentalistischen Motiven heraus. Und eben auf die Überzeugung von diesen Menschen kommt es mir an. Es muss in diesem Land möglich sein Kritik zu äußern, ohne gleich in die rechte, bzw. fundamentalistische Ecke gestellt zu werden. Die Einbeziehung von Elternverbänden hat offenbar nicht verhindert, dass es in Baden-Württemberg solch einen Gegenprotest gibt. Ich unterstelle auch keine Elternmehrheit gegen den Bildungsplan, sondern stelle lediglich fest, dass der Bildungsplan höchst umstritten ist und offenbar noch Klärungsbedarf besteht. Toleranz in den Köpfen kann man nicht "von oben" verordnen. Toleranz ist die Folge von Überzeugungsarbeit und mehr oder weniger vorbildlichem Lebenswandel.
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#41 sperlingAnonym
  • 24.01.2014, 12:17h
  • Antwort auf #40 von Torsten_Ilg
  • >"Das Angebot zum Dialog gilt vor allen jenen bürgerlichen Kräften..."

    wie sollte das denn konkret aussehen? zehntausende unterzeichner_innen in eine große halle einladen, und dann diejenigen rausschmeißen, die sich als evangelikal bezeichnen? glauben Sie wirklich, dass sich der widerstand durch irgendeinen "dialog" auf der direkten ebene auflösen ließe? wir haben es hier doch nicht mit irgendwelchen konkreten gruppen zu tun, sondern mit einigen - eben religiös verblendeten - aufwiegler_innen und mit einer aufgewiegelten minderheit.

    wie sollte man denn mit einer masse von menschen jetzt einen konkreten "dialog" führen?

    dieser "dialog" um toleranz, gleichberechtigung und aufklärung findet nämlich schon seit jahrzehnten statt. die argumente der religiösen fundamentalist_innen waren nie welche oder wurden längst widerlegt. sie arbeiten ja nicht mit argumenten, sondern mit bauchgefühl, religiösen mythen und lügen. auch von den bedenken, die Sie selbst in dieser diskussion vorgebracht haben, ist nicht wirklich viel übrig geblieben als gerüchte und geschwafel.

    alle argumente FÜR gleichberechtigung und aufklärung liegen seit jahrzehnten auf dem tisch. jede_r konnte und kann sie zur kenntnis nehmen.

    einige menschen weigern sich, sie wahrzunehmen und trotzen sich in eine irrationale abwehrhaltung hinein. natürlich müssen wir diese tatsache anerkennen und weiterhin im großen und im kleinen aufklärung betreiben.

    aber nein, wenn es darum geht, aufkärung endlich auf der politischen ebene zu verankern, dann müssen wir NICHT abwarten, bis auch die letzte provinzbäurin und der letzte großstadtnerd dem zustimmen. wenn das der fall wäre, wäre beispielsweise dieser bildungsplan nämlich gar nicht mehr nötig.

    Sie erwarten wieder einmal, ein gesellschaftliches problem nicht auf der politischen ebene zu lösen, sondern die lösung den betroffenen allein zuzuschieben. das geht nicht.
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#42 sperlingAnonym
  • 24.01.2014, 12:24h
  • Antwort auf #40 von Torsten_Ilg
  • und noch einmal: wie könnte Ihrer meinung nach ein "kompromiss" aussehen?

    welchen "kompromiss" kann es bei der frage geben, ob das leben von lgb_tiq in der schule sichtbar werden soll oder nicht? ob entsprechende toleranz gelehrt werden soll oder nicht?

    bitte die phrasen mit konkretem inhalt füllen oder weglassen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #40 springen »

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