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Ausschnitt aus der Broschüre für Schüler (Bild: LSVD)

In Berlin versendet der LSVD in Zusammenarbeit mit der Schulbehörde Info-Broschüren an Berliner Grundschulen, um die Diskriminierung von Homosexuellen einzudämmen.

Im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" haben die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg Anti-Mobbing-Informationen für Grundschulen erstellt. Wie der LSVD am Donnerstag bekannt gab, werden die zwei vierseitigen Broschüren mit Kurzinformationen und Handlungsanregungen in den kommenden Wochen an alle Berliner Grundschulen versendet. Eine der Handreichungen richtet sich an Lehrer, die andere an Schüler. Als PDF-Dateien sind die Broschüren im LSVD-Downloadbereich erhältlich.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) begrüßte die Initiative: "Es ist wichtig, Vielfalt und Toleranz bereits in der Grundschule zu vermitteln. Ein Klima der Offenheit und Vielfalt entzieht dem Mobbing die Grundlage und eröffnet allen Kindern in der Klasse die Möglichkeit einer freien Entwicklung."

"Denk daran, alle dürfen so sein, wie sie sind"


Diese Handreichung wird an alle Berliner Grundschulen geschickt (Bild: LSVD)

Die Broschüre für Lehrer trägt den Titel "Mobbing an Grundschulen. Geschlechtsrollenverhalten und Regenbogenfamilien". Für Schüler wurde die Überschrift "Was heißt hier schwul? Niemand darf gemobbt werden" gewählt. Beide rufen zu einem umsichtigen Umgang mit Kindern auf, die sich von ihren Mitschülern unterscheiden.

In der Schüler-Handreichung wird unter anderem ein Comic-Bild mit zwei küssenden Jungs gezeigt. Darunter wird zur Toleranz aufgerufen: "Denk daran, alle dürfen so sein, wie sie sind und niemand darf dafür beschimpft werden!" Die Vielfalt der Menschen sei positiv, wird den Schülern vermittelt: "Klar mögen wir nicht alle das Gleiche, das wäre ja auch langweilig". Außerdem weist die Handreichung darauf hin, dass Worte wie "schwul" im richtigen Zusammenhang genutzt werden sollten: "Diese Wörter sind keine Schimpfworte! Du kannst sagen: 'Mein bester Freund ist schwul'. Oder: 'Jans Mütter sind lesbisch'."

Lehrern wird empfohlen, Mobbing im Keim zu ersticken. So heißt es: "Lassen Sie keine Ausreden gelten. ('Er läuft doch immer 'rum wie ein Mädchen.') Machen Sie klar, dass Mobbing Gewalt ist". Außerdem müsse gegen alte Geschlechterklischees vorgegangen werden: "Dulden Sie nicht, dass Dinge als 'nur für Jungs' oder 'nur für Mädchen' bezeichnet werden. Überprüfen Sie, ob Sie selbst diese Kategorie anwenden oder aussprechen".

In Baden-Württemberg gibt es derzeit eine hitzige Debatte über einen Bildungsplan der grün-roten Regierungskoalition, der auch den Kampf gegen Homophobie und Mobbing an Schulen verstärken soll. CDU und FDP kritisieren die Initiative als ideologisch (queer.de berichtete). (dk)



#1 Martin28a
#3 LucaAnonym
  • 23.01.2014, 15:28h

  • Sehr richtig...

    Aufklärung und Bildung können gar nicht früh genug starten.

    Wenn man schon Kindern beibringt, dass sie anderen nicht ihren Willen aufzwingen dürfen, werden sie später zu toleranten, weltoffenen Menschen. Damit werden sie es auch im Leben leichter haben.
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#4 Simon HAnonym
  • 23.01.2014, 15:36h

  • Aufklärung über verschiedene Hautfarben, verschiedene sexuelle Orientierungen, etc. ist von elementarer Bedeutung für eine Gesellschaft. Denn nur wenn schon Kinder Toleranz lernen und dass sie jeden so zu akzeptieren haben wie er ist, wird eine Gesellschaft funktionieren.

    Tolerante Gesellschaften sind viel erfolgreicher.

    Das muss natürlich immer altersgerecht geschehen, aber es muss geschehen.
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#5 FelixAnonym
  • 23.01.2014, 16:04h

  • Der hier gezeigte Ausschnitt aus der Broschüre zeigt sehr schön, wie altersgerecht und verständlich man das Thema aufbereiten kann.

    Kinder wollen ja die Welt um sie herum verstehen und darauf haben sie auch das Recht.

    Diese Kinder werden sicher mal phantastische Menschen werden, die nicht andere Menschen mobben, verprügeln oder in den Tod treiben.
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#6 TimonAnonym
  • 23.01.2014, 16:14h

  • Was soll daran falsch sein, wenn Kinder die Vielfalt unserer Welt erfahren?!

    Besser als wenn man sie dumm hält und zu ignoranten, intoleranten Menschen voller Vorurteile erzieht.

    Je toleranter und weltoffener eine Gesellschaft ist, desto erfolgreicher ist sie und desto besser geht es allen.
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#7 PetterAnonym
  • 23.01.2014, 16:18h

  • Ich wünschte, ich hätte als Kind so eine Broschüre gehabt. Das hätte mir viele Ängste, Unsicherheiten und Zweifel genommen.

    Und hätten auch meine Mitschüler so etwas rechtzeitig bekommen, hätten sie mir vielleicht die Schule weniger zur Hölle gemacht.
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#8 daVinci6667
  • 23.01.2014, 16:23h

  • Das ist Gold wert!

    Was wäre ich doch froh gewesen hätte man die Kinder/Jugendlichen meiner Klasse so aufgeklärt.

    Ein einzelner Prospekt oder ein Faltblatt alleine hilft noch wenig, ist aber schon einmal ein guter Anfang.

    Es geht um die Verhinderung von Mobbing und damit verbundene Selbstmorde und Selbstmordversuche. Da müssen noch etliche Anstrengungen folgen, vor allem auch in der Ausbildung und Sensibilisierung des Lehrpersonals.

    Wichtig ist bei Homophobie genauso einzuschreiten wie bei Rassismus. Denn Kinder mobben zuerst die Schwächsten. Leider sind genau wir LGBTI die einzigen die noch keinen griffigen gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung haben. Da besteht ein Zusammenhang den Konservative gerne negieren.

    Und wir brauchen neue Schulbücher. In allen Fächern sollen verschiedene Lebensformen vorkommen.

    Z.B. Thomi hat Rosen gekauft und wartet am Bahnsteig auf seinen Freund. Die Bahn hat Verspätung, fährt mit durchschnittlichen 70 km/h und befindet sich noch 15 km entfernt. Wie viele Minuten dauert es bis er ihn in die Armen schliessen kann?

    So könnte es endlich klappen dass es besser wird. Homophobie muss es nicht geben.
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#9 GerritAnonym
  • 23.01.2014, 16:40h

  • So eine sinnvolle Aufklärung sollte in ganz Deutschland verpflichtend sein.

    Und in höheren Schuljahren dann genauso verpflichtend fortgesetzt werden.

    Nur wenn man alle Möglichkeiten kennt, kann man für sich selbst die richtige Wahl treffen. Und dann wird man auch ganz sicher nicht mehr den Wert anderer Menschen daran festmachen, wen sie lieben...
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#10 MikeschAnonym
  • 23.01.2014, 16:48h
  • Die im Ländle sind anscheinend noch nicht so weit, ist ein anderer Menschenschlag.
    Aber dies darf dennoch bzw. erst recht kein Grund sein, die Initiative als ideologisch zu kritisieren und abzulehnen.
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