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  • 24.01.2014           94      Teilen:   |

Kompassnadel

Schwules Netzwerk NRW ehrt Kirchenpräsidenten

Artikelbild
Dr. Volker Jung freute sich über die Auszeichnung und wird sie beim Emfang des Netzwerks im Sommer zum Kölner CSD entgegennehmen (Bild: Nils E.)

Nach dem "Spiegel" im Vorjahr geht die Kompassnadel in diesem Sommer an Dr. Volker Jung von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Das Schwule Netzwerk NRW ehrt den Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, mit der Kompassnadel 2014, die zum Kölner CSD in diesem Sommer vergeben wird.

Das teilte der nordrhein-westfälische Fachverband am Freitagabend in Köln bei seinem traditionellen Neujahrsempfang mit. Der Preis, der in den Vorjahren unter anderem an die Redaktion des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft oder den früheren Präsidenten des Deutschen Fußballverbandes Theo Zwanziger verliehen wurde, will Persönlichkeiten auszeichnen, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Homosexuellen besonders verdient gemacht haben. Erstmals erhält mit Jung ein Kirchenvertreter die seit 2001 vergebene Ehrung.

Als Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau habe Dr. Volker Jung aus einer herausragenden Position als leitender Geistlicher an dem Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgewirkt, heißt es in der Begründung. Diese Schrift definiere den Stellenwert von Lesben, Schwulen, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Regenbogenfamilien auf nachhaltige Weise theologisch neu, so das Netzwerk. "Volker Jung setzt sich dafür ein, dass ein vielfältiges Familienbild, trotz aller Kritik aus den eigenen Reihen, Einzug in das Selbstverständnis der Evangelischen Kirche in Deutschland hält", erklärte Steffen Schwab, der Vorstandsvorsitzende des Netzwerks. Dies sei ein Zeichen, das überkonfessionell eine hohe positive Symbolkraft ausstrahle.

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Für Emanzipation von Homosexuellen in Kirche engagiert

"Vielen Lesben und Schwule erscheinen 'die Kirchen' und die überwältigende Mehrheit kirchlicher Repräsentantinnen und Repräsentanten bis heute als homophober Block", so Schwab weiter. Mit der Verleihung der Kompassnadel an Jung "würdigen wir, dass er diesem Bild mit seinem herausragenden Engagement entgegentritt", erklärte Schwab. Jung gebe den vielen Menschen in der evangelischen Kirche, die sich für die Emanzipation von Lesben und Schwulen einsetzen, ein Gesicht.

Kirchenpräsident Jung nehme die Verleihung der Kompassnadel gerne an, teilte die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) an Freitag mit. Jung betrachte sie als Auszeichnung, die er stellvertretend für alle erhalte, "die sich in der evangelischen Kirche für neue Formen des verantwortungsvollen Zusammenlebens stark machen und gegen jegliche Diskriminierung verteidigen". Zugleich sehe er damit das Engagement der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gewürdigt, in der seit mehr als zehn Jahren Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare möglich seien. "Angesichts einer erschreckend weit verbreiteten Homophobie ist es wichtig, in Kirche und Gesellschaft zu einer veränderten Beurteilung der Homosexualität zu kommen. Dazu wollen meine Kirche und ich weiter beitragen", so Jung.

Die Auszeichnung wird bei einem Empfang anlässlich des Christopher Street Days am 5. Juli im Kölner Veranstaltungszentrum Gürzenich übergeben. Die Verleihung an das Magazin "Der Spiegel" hatte im letzten Jahr vor allem unter Aids-Aktivisten für Empörung gesorgt.

Ehrenamtspreis an Wulf Thomas

Die Kompassndel für das Ehrenamt geht in diesem Jahr an Wulf Thomas. "Neben seinem jahrzehntelangen Engagement im Rahmen der Aidshilfearbeit in Duisburg prägt Thomas auf einzigartige Weise das Bild von Schwulen und Lesben in seiner Stadt und darüber hinaus mit", so das Netzwerk. "Sein vielfältiges Wirken wird vor allem mit dem Festival Queer Live Duisburg und den von ihm organisierten Fahrradtouren jedes Jahr aufs Neue sichtbar und erlebbar", begründet Schwab die Nominierung.

Bei dem Neujahrstreffen wurde zudem Reinhard Klenke, der fast 20 Jahre lang dem Netzwerk als Vorstand diente, zum ersten Ehrenmitglied überhaupt ernannt. (pm)

Wochen-Umfrage: Hat Kirchenpräsident Volker Jung von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW verdient? (Ergebnis)

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Tags: kompassnadel, schwules netzwerk, volker jung, evangelische kirche, hessen
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Reaktionen zu "Schwules Netzwerk NRW ehrt Kirchenpräsidenten"


 94 User-Kommentare
« zurück  12345...910  vor »

Die ersten:   
#1
24.01.2014
19:16:37


(+6, 12 Votes)

Von FOX-News


Da hätte man es auch dem Papst für seine Verlautbarungen ehren können .... lächerlich.


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#2
24.01.2014
19:34:32


(+3, 9 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Endlich richtet sich auch die "Kompassnadel" nach Gottes Wort: "Widersteht nicht dem Bösen, sondern wer irgend dich auf deine rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin" (Mt 5,39)
Halleluja...


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#3
24.01.2014
19:38:42


(0, 8 Votes)
 
#4
24.01.2014
19:47:03
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Alex


So erfolgreich scheint sein Papier ja nicht gewesen zu sein, wenn man bedenkt, dass auch die evangelische Kirche die homophobe Petition in Baden-Württemberg unterstützt...


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#5
24.01.2014
19:58:24


(-4, 16 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von FOX-News


Unsereiner wurde auch von Regimen massiv verfolgt, die sich offiziell atheistisch nannten. Mir ist es egal, ob der Fortschritt mit oder ohne Gott erfolgt.

Hauptsache es ist einer. Und in diesem Fall scheint es wohl einer zu sein.

Man muss aber genau hinschauen. Arbeiten sich da Vaterkomplexe am Papa (in Roma oder anderswo) ab oder wird ein Amtmann (Luther) oder eine Amtfrau für seine/ihre verdienstvolle Arbeit geehrt?

Eine Schwachstelle ist bei den Evangelen aber immer die selbsternannte Ev. Allianz, die man dann doch irgendwie bei der Stange halten will.

Es kann keinen faulen Frieden zwischen Auslöschern und ihren potenziellen Opfer geben. Daran müssen auch humane Christenmenschen immer wieder erinnert werden. Mit Nachdruck.

Da Herr Steeb von der reaktionären Ev. Allianz auch gerne in der rechten 'Jungen Freiheit' publiziert, gilt das nicht nur für die Glaubwürdigkeit der Evangelen im Kampf gegen Homophobie, sondern genauso für ihren angeblichen Kampf gegen den Rassismus.


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#6
24.01.2014
20:12:25


(+4, 8 Votes)

Von Zeitfenster


Wie??? Nicht Hitzlsperger???
Kompassnadel subito!!!

;-)


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#7
24.01.2014
20:13:23
Via Handy


(+5, 9 Votes)

Von kribbln
Aus Berlin
Mitglied seit 20.12.2013


1. Die "Christen" sollen aufhören in irgendeiner Weise die Menschen in "richtig" und "falsch" zu klassifizieren.

2. Daraus folgt: Der zukünftige Preisträger hat keinerlei Definitionshoheit über das Leben von Schwulen, Lesben, Geschiedenen oder sonst wem.

Punkt.


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#8
24.01.2014
20:32:19


(+8, 12 Votes)

Von m123


Die Kompassnadel ist offenbar ein Preis, den man nicht ernst nehmen kann.

Erst bekommt ihn Frau Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), die schriftlich mitteilte, dass die FDP "nicht für die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften gestimmt hat um noch in anderen Bereichen der Politik, z. B. Wirtschaftspolitik, FDP-Politik durchsetzen zu können". So die damalige Justizministerin auf die Frage warum die FDP hilft, die rechtliche Gleichstellung zu blockieren. Diese Frau hat die Kompassnadel ebenfalls mal bekommen.

Hannelore Kraft (SPD) hat die Kompassnadel ebenfalls mal bekommen. Nach der Wahl sagte Frau Kraft auf die Frage, warum die SPD in den Koalitionsverhandlungen nicht das Grund- und Menschenrecht auf Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben durchgesetzt hat folgndes: "Wir haben leider nur 25% bei der Wahl geholt und können daher nicht 100% Gleichstellung durchsetzen". Was ist das eigentlich für eine erbärmliche Argumentation für eine Partei, die den Anspruch erhebt "demokratisch" zu sein und das Grundgesetz zu achten??? Frau Kraft hat die Kompassnadel überhaupt nicht verdient. Im Gegenteil. Die Homo-Gurke wäre passender gewesen. Denn wer das Verletzen von Grundrechten mit einem schlechten Wahlergebnis begründet, der hat von Demokratie keinen blassen Schimmer.

Theo Zwanziger des DFB hat sich nur mit angezogener Handbremse für LGBT-Themen im Fußball eingesetzt und hatte lediglich eine Broschüre herausgebracht, auf der er sich ausgeruht hat. So jemandem einen LGBT-Preis zu verleihen ist so, als würde jemand eine Broschüre über dunkelhäutige Fußballer herausgeben, wo drinsteht, dass man im Stadion nicht "Nigger" rufen sollte, und aber dann rassistische Fans nicht aus dem Stadion schmeißen lässt. Denn homophobe Fans wurden ja dank Zwanziger nicht aus den Stadions geschmissen.

Wer jetzt auch noch Kirchenleute ehrt, die die Öffnung der Ehe ablehnen, der zeigt, dass er seinen Preis auch gleich Putin verleihen kann, für seine "besonderen Verdienste" bei der rechtlichen Gleichstellung von Schwulen und Lesben.

Die "Kompassnadel" ist offenbar ein Preis, bei dem man sich sicher seien kann, dass die Preisträger sich eben gerade nicht in besonderer Weise für die Rechte von homosexuellen Menschen eingesetzt haben. Demnächst wird wahrscheinlich die Kompassnadel auch noch einem CDU-Politiker verliehen, der jahrelang die Gleichstellung mitgeholfen hat zu blockieren. Das wäre dann eine konsequente Fortführung der Verleihung der Kompassnadel.


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#9
24.01.2014
20:35:40


(-15, 17 Votes)

Von Timm Johannes


"Vielen Lesben und Schwule erscheinen 'die Kirchen' und die überwältigende Mehrheit kirchlicher Repräsentantinnen und Repräsentanten bis heute als homophober Block", so Schwab weiter. Mit der Verleihung der Kompassnadel an Jung "würdigen wir, dass er diesem Bild mit seinem herausragenden Engagement entgegentritt", erklärte Schwab.

---> Richtige und gute Entscheidung des Schwulen Netzwerkes NRW, das hat meine volle Unterstützung.

Es ist sehr erfreulich, dass die Landeskirche Hessen-Nassau mittlerweile sogar dazu übergeht, reguläre Trauungen zu ermöglichen, nachdem sie seit über einem Jahrzehnt schon Segnungsgottesdienste ermöglicht hat. Mittlerweile haben 12 von 20 Landeskirchen der EKD durch ihre Synoden öffentliche Segnungsgottesdienste befürwortet.

Und ebenso kommt seit vielen Jahren die Unterstützung aus der EKD-Leitungsspitze.

Übrigens auch in Ländern ausserhalb Deutschlands, die eng mit den Landeskirchen der EKD kooperieren, sind gleiche Fortschritte erzielt worden.

Die lutherische Schwedische Kirche, die lutherische Dänische Kirche, die lutherische Norwegische Kirche und die lutherische Isländische Kirche haben Trauaungen ermöglicht.

Gleiches gilt für die United Church of Christ in den Vereinigten Staaten und die United Church of Canada.

In weiteren protestantischen mainline Kirchen wie der lutherischen ELCA in den Vereinigten Staaten, in der anglikanischen Episkopalchurch in America, in der Presbyterian Church (USA), in der Reformed Church in USA sind ebenso Segnungsgottesdienste offiziell erlaubt worden.

Gleiches gilt auch für die altkatholischen Kirchen oder der Protestantischen Kirche der Niederlande und einigen reformierten Kantonskirchen in der Schweiz.

Sehr umkämpft aber ist das Thema Segnung gleichgeschlechtlicher Paare derzeit in der methodistischen Rvangelischen Kirche (United Methodist Church): dort hat im Oktober letzten Jahres noch der im Ruhestand befindende methodistische Bischof Melvin George Talbert einen Segnungsgottesdienst für ein gleichgeschlechtliches Paar geleitet, obgleich es diesbezüglich in der UMC (United Methodist Church) noch keinen befürwortenden Kirchenbeschluß hierzu gibt.

Fazit: Die Auszeichung an Herrn Jung ist eine gute und richtige Entscheidung.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Jung !!!

Andere Kirchen, insbesondere die Katholische Kirche, die orthodoxen Kirchen in Osteuropa und einige evangelikale Freikirchen, insbesondere die Baptisten und Zeugen Jehova sind da ganz anders drauf und ständig attackieren diese Kirchen durch ihre kirchlichen Repräsentanten die Rechte homosexueller Paare.


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#10
24.01.2014
20:36:29


(-18, 20 Votes)

Von Toleranz


"Erstmals erhält mit Jung ein Kirchenverteter die seit 2001 vergebene Ehrung". Eigentlich sind authentisch gläubige Menschen immer sehr tolerant,- insofern ist die Verleihung dieses sonst absolut unwichtigen Preises an einen Mann des Glaubens nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch eine in der schwulen Community schon längst notwendig gewordene Anerkennung der Realität: nicht dem heiligen Mann der Kirche wird hier eine Regenbogen-Ehre gemacht - sondern er macht eine große Ehre, indem diesen Preis akzeptiert. Nötig hätte er das nicht.


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