Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20896
  • 25. Januar 2014, Noch kein Kommentar

Ost+Front beschönigt nichts, schafft Musik und Texte, die abstoßen und wehtun sollen und betrachtet unsere kranke Welt mit bestechender Effektivität durch die schwarze Brille der bitterbösen Satire

Die Berliner Skandal-Rockband hat mit "Olympia" ein neues Album vorgelegt.

Neue Deutsche Härte bekommt einen neuen, provokanten Anstrich. Die Skandal-NDHler von Ost+Front haben ein neues Album mit dem Titel "Olympia" veröffentlicht und liefern damit gleich zum Jahresanfang Provokation und Aufregung pur. Die Band, die bereits mit ihrem Debütalbum im letzten Jahr für so manch schockiertes Gemüt sorgte, legt mit dem neuen Album musikalisch und textlich noch eins oben drauf. Die Ost+Front rückt unbequem näher. 

Die Senkrechtstarter der Neuen Deutschen Härte melden sich mit einer neuen Sammlung von schlitzohrig-bösartigen Frontalattacken auf das, was hinter der heilen Kulisse der zivilisierten Gesellschaft passiert, zurück. Auf "Bitte schlag' mich" nehmen die Berliner, wie gewohnt, kein Blatt vor den Mund und bohren genau dort immer tiefer, wo es richtig weh tut. Sie tun dies auf einer alles niederwalzenden Gewitterfront aus Gitarren, einer Stimme, die dem Donnergott selbst das Fürchten lehrt und einem brachialen Mix aus saftigen Metal-Riffs und massiver Elektronik, angereichert durch ohrwurmhaft groovende NDW-Einflüsse.

Zynismus und eine gehörige Portion schwarzer Humor

Dabei betreiben Ost-Front die Provokation nie nur des Schaueffekts willen, sondern gehen immer mit viel Zynismus und einer gehörigen Portion schwarzem Humor zu Werke. So wird z.B. dem Thema häusliche Gewalt im Titelsong auf äußerst kreative Weise der Spiegel vor die hässliche Fratze gehalten.

Mit einem Liebeslied der besonderen Art lieferten die Berliner Enfants Terribles bereits kurz vor Weihnachten in Form einer Singleauskoppelung ihren ureigenen Beitrag zum "Fest der Liebe". Natürlich ist auch "Liebeslied" nicht das, was es im ersten Moment zu sein scheint und entpuppt sich schnell als bitterböse Ode an die Liebe. Der Song ist ganz nebenbei aber auch ein echt bombastischer und extrem hartnäckiger Ohrwurm, der mit angemessen brachialen Gitarrenwänden aus den Boxen hämmert, dass es eine wahre Freude ist.

Als Gegenpol dazu erzählt die B-Seite, "Winter Ade", ihre tragische Geschichte in getragenem, elegischen Bombast und bietet auf ziemlich nihilistische Weise dann doch noch etwas fürs Herz. (cw/pm)

Youtube | Teaser zum Album