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  • 26.01.2014           103      Teilen:   |

Parteitag in Aschaffenburg

"Alternative für Deutschland": Mit Homophobie nach Europa?

Artikelbild
Die konservative Aktivistin Beatrix von Storch hat auf Listenplatz 4 gute Aussichten auf einen Platz im Europaparlament.

Auf ihrem Parteitag nominiert die AfD homophobe Spitzenkandidaten, selbst die Anti-Homo-Lobbyistin Beatrix von Storch könnte es ins Europaparlament schaffen.

Von Norbert Blech

Auf ihrem Parteitag in Aschaffenburg hat die "Alternative für Deutschland" am Samstag überwiegend Politiker auf die aussichtsreichen Listenplätze gewählt, die mit Homophobie um Wählerstimmen kämpfen. Zum Spitzenkandidat wurde Parteichef Bernd Lucke ernannt, der erst kürzlich zum Coming-out des Ex-Fußballers Thomas Hitzlsperger gesagt hatte, dass dieser Schritt nicht mutig gewesen sei. "Ich hätte es gut gefunden, wenn Herr Hitzlsperger sein Bekenntnis zu seiner Homosexualität verbunden hätte mit einem Bekenntnis dazu, dass Ehe und Familie für unsere Gesellschaft konstitutiv sind", so Lucke weiter (queer.de berichtete).

In einer eMail einen Tag später an Mitglieder hatte Lucke geschrieben, er habe sich "in keiner Form homophob geäußert", aber sein Fußballer-Zitat in ähnlichen Worten wiederholt und Homosexuelle gegenüber Familien ausgespielt: Medien legten ein "überproportionales Gewicht" auf "Gesichter" wie Hitzlsperger, während über "Verfallserscheinungen" von Ehe und Familie kaum berichtet werde. So entstehe eine "gesichtslose Masse", deren Partei man sein wolle. Auch in einem Phoenix-Interview gestern sagte Lucke zu Hitzlsperger, Medien sollten besser über "wichtige Probleme" berichten.

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Gegen Aufklärung in Baden-Württemberg

Die Partei will für angeblich vergessene Familien sprechen - Quelle: blu-news.org / flickr / cc by-sa 2.0
Die Partei will für angeblich vergessene Familien sprechen (Bild: blu-news.org / flickr / cc by-sa 2.0)

Als Teil des Bundesvorstands hatte sich Lucke im letzten Sommer gegen eine Gleichstellung von Homo-Ehen gewandt. "Die steuerliche Gleichbehandlung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ist ein politischer Nebenkriegsschauplatz und darf nicht en passant zu einer faktischen Entwertung der durch das Grundgesetz geschützten Ehe führen. Die Ehe ist aber eine Marke unseres Wertekanons, den wir schützen müssen!", so der Vorstand in einer Reaktion auf den Berliner Landesverband, der beim schwul-lesbischen Motzstraßenfest Unterschriften gesammelt haben wollte und ein Urteil des Bundesverfassungsgericht lobte (queer.de berichtete).

Am letzten Wochenende hatte die Bundespartei zudem auf Facebook die Online-Petition gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg verlinkt, der Schüler besser über sexuelle Vielfalt aufklären soll. Zwar wende man sich "gegen jede Diskriminierung von LSBTTI-Menschen", aber ein "Festschreiben von ideologischen Tendenzen in Lehrplänen" verstoße gegen das Grundgesetz. Bereits gegen den Estrela-Bericht im EU-Parlament, der Mitgliedsstaaten auffordern sollte, sichere und legale Abtreibungsmöglichkeiten zu bieten sowie ausführliche Aufklärung über Sexualität und sexuelle Vielfalt zu betreiben, hatte Lucke Front gemacht: "Jedes EU-Land hat seine eigene kulturelle und religiöse Prägung und muss deshalb ethische Fragestellungen selbst entscheiden dürfen", sagte er. Einer Aufweichung von klaren ethischen Standards auf EU-Ebene sei entschieden zu widersprechen.

Stuttgarter Landeschef auf Platz 3

Bernd Kölmel machte Stimmung gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg
Bernd Kölmel machte Stimmung gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg

Während auf dem zweiten Listenplatz Hans-Olaf Henkel nach Brüssel will, konnte sich auf dem dritten Platz Bernd Kölmel durchsetzen, der Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg, der schon vor dem Bundesverband zur Unterzeichnung der Petition gegen den Bildungsplan aufgefordert hatte (queer.de berichtete). Die Partei protestiere damit gegen die "eklatante Missachtung der Elternrechte bei der Erziehung und die Relativierung und Diskreditierung traditioneller Geschlechterrollen unter der Flagge des Gender-Mainstreamings".

Die AfD stehe "für den Schutz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft", so Kölmel weiter. In einem Interview mit der "Jungen Freiheit" sagte er dazu: "Die Bürger Baden-Württembergs lassen sich dies nicht mehr gefallen – und das ist gut so!"

Erhält Beatrix von Storch mehr Lobby-Macht?

Auf dem ebenfalls noch aussichtsreichen vierten Platz steht die umtriebige konservative Aktivistin Beatrix von Storch, die mit ihrem Mann das Portal "Freie Welt" und diverse andere Seiten und Think Tanks betreibt, bei denen es auch immer wieder um den Widerstand gegen die Gleichstellung von Homosexuellen oder um die Berücksichtigung des Themas Homosexualität in Lehrplänen geht.

Mit ihrem Mann bildet von Storch den Vorstand des Vereins "Zivile Koalition", dem die Initiative Familienschutz angeschlossen ist, die mit der Sprecherin Hedwig von Beverfoerde speziell gegen Homo-Rechte in Deutschland und auf EU-Ebene kämpft (viel mehr Details dazu hier). Im Wahlkampf um ein Bundestagsmandat in Berlin hatte von Storch die katholische Kirche kritisiert, die nicht vor der AfD, sondern vor den Grünen wegen der Unterstützung der Homo-Ehe warnen sollte (queer.de berichtete).

Ihr Berliner Landesvorstandskollege Joachim Staarbatty landete auf Platz 5. Zur Aufstellung weiterer Kandidaten reichte die Zeit nicht, das soll am nächsten Wochenende nachgeholt werden. Auch gab es keine Vor-Diskussion zum Europa-Wahlprogramm, das im März beschlossen werden soll. Bereits im kurzen Programm zur Bundestagswahl stand: "Wir stehen für den Schutz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft". Nach Informationen der "taz" könnte im Europawahlprogramm die Klarstellung enthalten sein, dass die Ehe für die Partei aus Mann, Frau und Kind besteht.

Bei der Europa-Wahl am 25. Mai gilt in Deutschland eine 3-Prozent-Hürde, die hiesigen Wähler verteilen 96 Mandate. Bei der letzten Wahl 2009 waren es noch 99 Sitze, die Linke erreichte somit bei 7,5 Prozent beispielsweise acht Sitze. Eine Umfrage von Emnid für die heutige "Bild am Sonntag" sieht die AfD bei 7 Prozent, bei der Bundestagswahl hatte sie den Einzug ins Parlament mit 4,7 Prozent knapp verpasst. (nb)

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Tags: afd, alternative für deutschland, beatrix von storch, bernd lucke, bernd kölmel
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Reaktionen zu ""Alternative für Deutschland": Mit Homophobie nach Europa?"


 103 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.01.2014
14:41:00


(+14, 16 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Da sollen sie nochmal behaupten, sie wären nicht homophob oder rechts! Haben sogar die Storch in ihrer Riege! - Da nützt auch kein 'die sind doch garnicht so! Die sind alle ganz lieb und harmlos' von Leuten wie 'TanjaBauer' und Konsorten mehr was! Jetzt ist es auch für den letzten offensichtlich, wofür die AfD steht: Für RECHTS und für HOMOPHOBIE!


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#2
26.01.2014
14:52:45


(+6, 8 Votes)

Von spon


Die FDP müsste dagegen mit drei Prozent um den Einzug in das Europaparlament zittern. Für diese Wahl gilt eine Dreiprozenthürde. Die Regierungsparteien schneiden mit 42 Prozent für die Union und 26 Prozent für die SPD in der Umfrage ähnlich ab wie bei der Bundestagswahl. Die Grünen kommen auf zehn Prozent, die Linke auf acht Prozent.
Am Samstag hatte die AfD auf ihrem Parteitag im bayerischen Aschaffenburg entschieden, mit Parteichef Bernd Lucke und Ex-Industriepräsident Hans-Olaf Henkel an der Spitze in den Europawahlkampf zu ziehen. Dabei ersetzen inhaltlich nun klassische konservative Themen die Euro-Kritik: die Haltung zu Familie, Fragen zur Zuwanderung und Patriotismus. "Mut zu Deutschland" heißt der Slogan, mit dem die Partei in den Europawahlkampf zieht.

Link zu www.spiegel.de


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#3
26.01.2014
14:54:00


(-21, 25 Votes)

Von anome
Aus Kassel (Hessen)
Mitglied seit 01.10.2013


Mich macht es traurig zu sehen, dass manche Menschen Homo-Politik bei JEDER(!) Wahl zum Them Nr. 1 machen wollen. Bei der Bundestagswahl kann ich ja noch verstehen, dass man Homo-Themen in seine Wahlentscheidung ein bisschen miteinbezieht, aber das hier ist eine Europawahl und hier geht es um wichtigeres. Wir müssen den Brüsseler Eurokraten endlich eine starke Opposition entgegensetzen, damit sie Europa nicht weiter widerstandslos zu einem zantralistischen Superstaat umbauen können. Die EU-kritischen Parteien werden in allen Ländern bei dieser Wahl richtig abräumen. Deutschland, Frankreich, Österreich, Holland, Finnland, Großbritannien, Belgien, Schweden usw. Überall formiert sich Widerstand gegen diese Anti-Demokraten!


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#4
26.01.2014
14:57:06


(+12, 14 Votes)

Von alexander
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die storch wirkt auf dem foto, wie eine "übriggebliebene HERRENREITERIN", die jetzt ihre ostpreussischen liegenschaften verteidigen muss!

aber offenbar bedient die AFTERNAIVE FÜR DEUTSCHLAND, ein grüppchen von menschelnden, gutsituierten "mitbürgern", die den VERLUSTEN GROSSDEUTSCHLANDS nachtrauern???
und der bedarf ist unübersehbar!
erstaunlich wieviel "erfolgsmenschen" dieser verein zu verbuchen hat??? dahinter steht viel geld, insofern sollte man schon sehr genau hinschauen, was sich da tut!!!
es ist fast schon tragisch, dass man bei der EU-WAHL nur LINKS wählen kann, weil man sonst immer die falschen unterstützt!!!


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#5
26.01.2014
15:06:38


(+6, 8 Votes)

Von klima


apropos rechtspopulisten. ein krimi über lynchmobs

Link zu www.daserste.de


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#6
26.01.2014
15:09:20


(+5, 7 Votes)
 
#7
26.01.2014
15:12:11


(+11, 13 Votes)

Von Kristian
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Die Preisfrage bleibt, wie man auf diese Rechtspopulisten angemessen reagieren sollte. Schon peinlich, dass der wie eine Satireversion eines dümmlich lächelnden Strohpuppenpolitiker wirkende Bernd Lucke (bei Stuckrad-Barre hat er sich vor der Bundestagswahl noch schlimm blamiert
Youtube-Video:

) mit diesem unsympathischen Hetzpersonal Henkel, Kölmel und von Storch so viel Protestwähler und rechte Säcke hinter sich sammeln kann und alle Medien über diese Leute berichten. Gott bewahre, dass wir diese Hassertruppe bald auch noch fürstlich für ihre Ressentiments entlohnen müssen im europäischen Parlament.


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#8
26.01.2014
15:14:56


(+10, 12 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #3 von anome


"" Die EU-kritischen Parteien werden in allen Ländern bei dieser Wahl richtig abräumen. Deutschland, Frankreich, Österreich, Holland, Finnland, Großbritannien, Belgien, Schweden usw. Überall formiert sich Widerstand gegen diese Anti-Demokraten!""..

Wer den Kampf von "EU-kritischen Parteien" als "Widerstand gegen Anti-Demokraten" bezeichnet, hat weder den Begriff Widerstand noch den Begriff Anti-Demokraten verstanden..

Link zu www.forum-berufsbildung.de


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#9
26.01.2014
15:19:46


(+14, 16 Votes)

Von Folkets Hus


"Große Teile der bürgerlichen Mittelschicht sind dabei, sozial zu verrohen"

Link zu www.heise.de


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#10
26.01.2014
15:28:05


(+10, 12 Votes)

Von Finn


Ja, hatte ich auch schon bei Spiegel online gelesen.

Die AfD will jetzt noch mehr auf der rechtspopulistichen Schiene machen. Die merken halt, dass man damit viele Stimmen bekommen kann.


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