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Letzter Nachzügler

Nordzypern schafft Homo-Verbot ab


Die Türkische Republik Nordzypern wurde 1974 von türkischen Besatzungstruppen eingerichtet

Als letztes Land in Europa hat das Parlament der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern am Montag die Abschaffung des Verbots von männlicher Homosexualität beschlossen.

Wie die britische Tageszeitung "Guardian" berichtet, muss nur noch der Präsident der abtrünnigen Republik dem Beschluss zustimmen, was als sehr wahrscheinlich gilt: Staatschef Dervis Eroglu hatte bereits vor zwei Jahren einer Europaabgeordneten versprochen, sich für Abschaffung des aus der britischen Kolonialzeit stammende Strafrechtsparagrafen 171 einzusetzen (queer.de berichtete). Zuletzt wurden 2011 Männer wegen angeblicher homosexueller Praxis verhaftet.

Ein Sprecher der kontinentalen Homo-Gruppe ILGA Europe begrüßte die Entscheidung enthusiastisch: "Endlich ist Europa ein Kontinent, in dem es keine Gesetze zur Kriminalisierung von Homosexualität mehr gibt", erklärte Paulo Côrte-Real. Er erinnerte an das Verfahren des schwulen Nordiren Jeff Dudgeon, der Mitte der 1970er Jahre sein Heimatland beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof verklagte, weil er von der Polizei wegen seiner Homosexualität verfolgt wurde. 1981 entschied das Gericht mit 14 zu fünf Stimmen, dass das britische Homo-Verbot gegen die Menschenrechtskonvention verstößt. "Es hat 33 Jahre gebraucht, damit der Kontinent endlich frei ist von diesen ungerechten und diskriminierenden Gesetzen".

Nach Angaben der türkischen LGBT-Organisation Kaos GL ging das Gesetz mit dem Aufhebungsschritt noch einige Schritte weiter: So werden Diskriminierungen aufgrund Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung verboten sowie Merkmale für Hassrede- und -verbrechen geschaffen.

Nordzypern spaltete sich nach dem Einmarsch türkischer Truppen 1974 vom griechischen Süden ab, ist aber bislang einzig von der Türkei als Staat anerkannt worden. Die Republik Zypern ist dagegen seit 2004 Mitglied der EU. In Südzypern wurde Homosexualität bereits im Jahr 1998 legalisiert. (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 Martin28a
#3 FinnAnonym
#4 Timm JohannesAnonym
  • 28.01.2014, 06:01h
  • Antwort auf #3 von Finn
  • "Als letztes Land in Europa"...

    -->Der Artikel ist wieder ein typisch linkslastiger Artikel und verkennt die Realitäten zum nördlichen Teil Zyperns. Der Artikel ist daher sachlich in bezug auf den Status des nördlichen Teils von Zypern falsch

    Ein "LAND"Nordzypern gibt es im Völkerrecht NICHT !!!!

    Dieses Gebiet wird international seit 1983 nur von der Türkei völkerrechtlich als souveräner Staat anerkannt.

    Die gesamten Staaten der EU und die EU selbst erkennen Nordzypern nicht als Staat an.

    Die Rückgabe der völkerrechtswidrig besetzten nördlichen Teile an Zypern ist eine der Bedingungen bevor die Türkei überhaupt nur im Ansatz in die EU hinein darf.

    Die Enteignung der Grundstückseigentümer muss im nördlichen Teil der Insel erstmal wieder rückgängig gemacht werden und ebenso hat die Türkei die Schäden dort zu ersetzten, die das türkische Militär dort angerichtet hat.

    Auch ein Wiederaufbau der dortigen griechisch-orthodoxen Kirchen ist von der Türkei zu leisten.

    Da ich selbst schon einmal auf Zypern war, habe ich mir auch den Zaun in Nikosia angeschaut und bin mit meinem Mann durch den nördlichen Teil der Insel gefahren, der total runtergewirtschaftet wurde. Auch bei Famagusta kann man sehen, was dort die türkische Besatzung angerichtet hat. Der einstige Touristenort ist dort zugrunde gerichtet worden und die dortigen Hotelanlagen sind verfallen.

    Also wenn es auch erfreulich ist, dass faktisch nunmehr auch im nördlichen Teil der Insel homosexuelle Handlungen legalisiert sind, so ist doch mit aller Schärfe hier festzuhalten.

    Dieses Gebiet ist völkerrechtswidrig besetzt, wird von Deutschland und den anderen Staaten der EU zu recht nicht anerkannt und bevor mit der Türkei überhaupt noch bezüglich eines EU-Beitritts weiterverhandelt werden sollte, hat die Türkei dort den nördlichen Teil an Zyperns Regierung zurückzugeben.
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#5 Queen MumAnonym
  • 28.01.2014, 07:47h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • Ist Ihnen die türkische Plantation eine Gräuel?

    de.wikipedia.org/wiki/Plantation_(Irland)

    1878 verpachtete das Osmanische Reich die Insel [Zypern] an Großbritannien, das diesem im Gegenzug Unterstützung gegen einen Vorstoß der Russen zusagte. Mit dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg (1914) auf Seiten der Mittelmächte wurde die Insel von den Briten annektiert. Sie gehörte bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lausanne im Jahre 1923 formal noch zur Türkei, die sie in besagtem Vertrag rückwirkend als seit 1914 durch Großbritannien annektiert anerkannte. 1925 wurde Zypern Kronkolonie....

    de.wikipedia.org/wiki/Zypern#Geschichte
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#6 vulkanstiurmAnonym
  • 28.01.2014, 09:36h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • Mein Gott, wie einseitig!
    Erst einmal zum Wort "Land", über den Sie sich so aufregen: auch Bayern und Hessen sind jeweils Länder. Man redet auch vom Sauerland oder vom Siegerland. Also "Land" bedeutet nicht viel mehr als "Gebiet". Dazu ist Nordzypern ein unbestritten demokratisch selbstverwaltetes Gebiet, demokratischer als Erdogans Türkei.
    Auch sollten sie die Vorgeschichte der türkischen Militärintervention nicht vergessen. Die Türkei war nach internationalen Verträgen eine der Schutzmächte für die Unabhängigkeit der Insel. Zu der Zeit der griechischen Militärdiktatur gab es Bestrebungen, die Insel an Griechenland anzuschliessen und es kam zu Progromen gegen die türkische Bevölkerung.
    Die Wiederveinigung der Insel im Zuge des Annan-Plans scheiterte an der Volksabsimmung in Südzypern, während die Bevölkerung in Nordzypern mehrheitlich für den langwierig ausgehandelten Kompromiss stimmte.
    Ursache dafür war, dass durch die Erpressung Griechenlands die EU den südzypriotischen Halbstaat ohne Lösung des Zypernkonflikts aufgenommen hatte, da Griechenland ansonsten die EU-Osterweiterung blockiert hätte. Der Türkei ist zu empfehlen, lieber die EU-Beitrittsverhandlungen platzen zu lassen, wenn Südzypern weiterhin nicht zu Kompromissen bereit ist. Derzeit läuft eine neue Verhandlungsrunde an. Wollen wir hoffen, dass diesmal Südzypern sich konstruktiv an einer Lösung des Konflikts beteiligt
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#7 TheDad
#8 FragenAnonym
#9 Timm JohannesAnonym
  • 28.01.2014, 14:52h
  • Antwort auf #5 von Queen Mum
  • @Griechenhassende Queer Mum

    Also nur soviel: die türkische Besetzung des Nordens von Zypern ist VÖLKERRRECHTSWIDRIG !!!

    NUR die Türkei hat Nordzypern als Land anerkannt und sonst kein einziges Land auf der Welt.

    Und wie dort mit brachialer Gewalt dort das türkische Militär gewütet hat, dazu muss man sich nur mit einigen Menschen aus Zypern unterhalten und ihnen zuhören. Das bestätigen selbst jüngere Menschen auf Englisch und erzählen einem, wie dort der Nordteil der Insel besetzt wurde und wie dort die griechisch-orthodoxen Kirchen zerstört wurden.

    Aus der Hauptkirche in Famagusta wurde einfach die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee gemacht, die zuvor die Sankt Nikolaus-Kathedrale war.

    Bevor die Türkei jemals in die EU hineingelangt, müssen die Enteignungen der Grundstücksfamilien rückgämgig gemacht werden und die orthocoxen Kirchengebäude müssen an die Orthodoxe Kirche zurückgegeben werden.
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