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  • 29.01.2014           27      Teilen:   |

Kampf gegen Gleichbehandlung

Homo-Hasser blasen zum Kampf gegen "Lunacek-Bericht"

Artikelbild
Mit einer Internet-Kampagne wollen Homo-Gegner erreichen, dass das Europarlament den Antrag von Ulrike Lunacek ablehnt

Hysterisch reagieren radikale Homo-Gegner auf einen Entwurf der Europaabgeordneten Ulrike Lunacek, der zum Ziel hat, Homophobie und Diskriminierung in Europa zu bekämpfen.

Von Dennis Klein

Geht es nach dem Portal "Freie Welt", setzen Schwule und Lesben in diesen Tagen mit Hilfe der EU die Unterdrückung von Heterosexuellen durch. Schuld ist der "Lunacek-Bericht", ein von der österreichischen Europaabgeordneten Ulrike Lunacek (Grüne) verfasster Entschließungsantrag "über den EU-Fahrplan zur Bekämpfung von Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität". Darüber soll das Europaparlament am kommenden Dienstag abstimmen.

"Freie Welt", das von der AfD-Europaparlamentskandidatin Beatrix von Storch und ihrem Mann betrieben wird, warnt eindringlich davor, dass nach einem "Ja" aus Straßburg eine "privilegierte rechtliche Stellung" von Homosexuellen drohe. Auch andere einschlägige Portale verbreiten Angst vor dem Antrag: Das katholische Portal kath.net vermutet etwa eine "politisch-korrekte Grün-Agenda" am Werk, während die homophobe "Initiative Familienschutz" eine "steigende Anzahl gut dokumentierter Hass-Verbrechen, die von homosexuellen Aktivisten gegen Andersdenkende verübt werden", beklagt – der Bürgerkrieg steht in den Augen der Homo-Gegner also offenbar kurz bevor.

Darum bombardieren sie das Europaparlament mit Protesten: Die "Initiative Familienschutz" mit einem Portal, das E-Mails an Europaabgeordnete verschickt, was angeblich schon tausende Bürger gemacht haben sollen, andere Organisationen mit einer europaweiten Petition auf dem Portal CitizenGo, die bereits über 110.000 Unterzeichner gefunden hat.

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Soll-Bestimmungen

Was steht aber wirklich im "Lunacek-Bericht"? Nichts richtig Revolutionäres. Er soll – übrigens auf mehrmalige Anfrage des Europaparlamentes – die Strategie zum Kampf gegen Homophobie dargelegt und Handlungsvorschläge gemacht werden. In dem Text wird etwa darauf hingewiesen, dass Homo-, Trans- und Intersexuelle die selben Rechte wie alle anderen Menschen haben sollten, etwa wenn sie Opfer von Hassverbrechen werden. Von Sonderrechten für Schwule und Lesben ist im gesamten Dokument nichts zu lesen, auch wenn Homo-Gegner den Vorwurf gebetsmühlenartig wiederholen. Es gibt noch eine weitere gewichtige Einschränkung: Das Papier enthält lediglich Soll-Bestimmungen, die umgesetzt werden können, aber nicht müssen.

Viele der Empfehlungen treffen zudem nicht auf Deutschland zu: So wird angeregt, die Gleichbehandlungsrichtlinie beim Arbeitsrecht auf das Merkmal "sexuelle Orientierung" auszuweiten. Für Deutschland und die meisten Nachbarländer hätte das aber keine Auswirkungen, da hier der Schutz im nationalen Gesetz schon umgesetzt ist.

Wahrheit bleibt auf der Strecke

Am Dienstag werden die Parlamentarier über den Bericht abstimmen
Am Dienstag werden die Parlamentarier über den Bericht abstimmen (Bild: Wiki Commons / Edelseider / CC-BY-2.0)

Homo-Gegner behaupten auch, dass der Bericht die Ehe-Öffnung in der ganzen EU erzwingen würde. Auch das ist (leider) eine Lüge. Denn in den EU-Verträgen ist klar geregelt, dass die Nationalstaaten für das Familienrecht verantwortlich sind. Darauf weist auch der "Lunacek-Bericht" hin: So sollten nur "die Mitgliedstaaten, die Rechtsvorschriften über die eheähnliche Gemeinschaft, eingetragene Partnerschaften oder die Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare angenommen haben, […] gleichlautende Bestimmungen anderer Mitgliedstaaten anerkennen".

Trotzdem wäre der Bericht ein Fortschritt für LGBT-Rechte, der vor allem die Situation von Homo- und Transsexuellen in Osteuropa verbessern könnte, etwa wenn sie wie andere Minderheiten nicht mehr wegen ihrer sexuellen Orientierung ihren Job verlieren können. Für die "Initiative Familienschutz" ist der Antrag trotzdem nur ein Versuch von Homo-Aktivisten, sich "Privilegien" zu sichern.

Mit ihren Argumenten haben die professionellen Homo-Hasser jedoch auch im Europaparlament viel Unterstützung: So erklärte der Vorsitzende der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, der Initiative, er werde sich mit ganzer "Kraft dafür einsetzen", seine "Kollegen davon zu überzeugen, diesen Bericht abzulehnen", da er "eine massive Verletzung des Subsidiaritätsprinzips" darstelle, die EU also ihre Kompetenzen überschreite.

Das wird von Lunacek "mit Nachruck" zurückgewiesen. Die interfraktionelle Arbeitsgruppe des Europaparlaments zu LGBT-Rechten hat inzwischen einen FAQ mit den wichtigsten Antworten zu den "Mythen" der Gegner erstellt. Freilich wird er mit Aussagen, dass es weder so etwas wie Homo-Propaganda noch eine Homo-Lobby gebe, eingefleischte Homo-Gegner kaum überzeugen.

Ob der "Lunacek-Bericht" am kommenden Dienstag eine Mehrheit finden wird, ist noch ungewiss. Im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres konnte er ohne Probleme verabschiedet werden, allerdings kam dieser vor den Attacken der Fundamentalisten. Einen ähnlichen Shitstorm gab es bereits vor wenigen Wochen vor der Abstimmung über den "Estrela-Bericht" im Europaparlament (queer.de berichtete). Dieser sollte unter anderem Schulaufklärung über Homosexualität, aber auch sichere und legale Abtreibungsangebote empfehlen (und nicht erzwingen). Hier zeigte sich, wie sehr sich die Abgeordneten vor den hysterischen Fundamentalisten fürchten: Der Antrag wurde mit 327 zu 334 Stimmen knapp abgelehnt.

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Tags: europäische union, europaparlament, ulrike lunacek
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Reaktionen zu "Homo-Hasser blasen zum Kampf gegen "Lunacek-Bericht""


 27 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
29.01.2014
19:09:12


(+12, 12 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Sehr informativer Bericht. - Ich glaube nicht, dass das unserer 'Nebelmaschine' von der AfD Köln gefällt, dass hier so klar dargelegt wird, wie sehr diese homophoben Idioten gegen uns hetzen. Und es dadurch immer ersichtlicher wird, dass diese Homo-Hasser keine normalen, sachlichen Argumente ins Feld führen können. Alles, was sie können, und leider auch nur zu großzügigst machen, ist Hass säen, Lügen über uns verbreiten und Unentschlossene gegen uns aufwiegeln.
So wie's aussieht dürfen wir nicht darauf hoffen, dass sich auf EU-Ebene etwas für uns positiv verändern würde. - Und selbst WENN EU-mäßig irgendwas in Gang kommen würde, müssen wir leider davon ausgehen, dass sich unsere erzkonservative GroKo diese Verbesserungen auf keinen Fall umsetzen würde; dafür sorgen schon Merkel, Seehofer und Gabriel höchstpersönlich.


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#2
29.01.2014
19:28:22
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Strassbourg


Schwulen und Lesben hilft OGH in Strassbourg: welche private, berufliche, intime, eheliche rights haben Homosexuelle und Lesben in der EU. In Bulgarien etwa eben gar keine. Tabu Thema mit event. Beschimpfungen, Erniedrigungen, Diffamieren. Richtlinien wurden keinerart erfüllt. Homo Schulungen in Betrieben etc. nicht durchgezogen.


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#3
29.01.2014
19:32:57
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(+14, 14 Votes)

Von Logik78


Für die Europawahl ist die Stimmabgabe für linke Parteien anzuraten, auch wenn man eher den Konservativen zugeneigt sein sollte. Wählen gehen ist wichtig. Es gilt ein Gegengewicht gegen die vielen homofeindlichen Abgeordneten zu erzielen, die wohl Dank der vielen Neumitglieder aus Osteuropa immer zahlreicher zu werden drohen.


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#4
29.01.2014
19:42:16


(+14, 14 Votes)

Von myystery
Antwort zu Kommentar #3 von Logik78


Ein Schwuler, der "den Konservativen zu geneigt" ist, sollte ohnehin zum Arzt gehen. Die "konservativen Freunde" haben da bestimmt gute "Empfehlungen" auf Lager und können sagen, wo man in freundlich-konservativer Atmosphäre "Heilung" findet.

Sorry, für solche Leute kann ich keine Achtung aufbringen.


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#5
29.01.2014
19:49:30


(+8, 8 Votes)

Von Kokolemle
Aus Herschweiler
Mitglied seit 02.12.2009


Diese Homohasser machen auf mich langsam den Eindruck von Geisteskranken die dringends und wenn nötig auf Lebenszeit in eine geschlossene pysciatriche Anstalt gehören, damit sie in der Gesellschaft keinen Schaden mehr anrichten können. Dort können sie in einer Gummizelle ihre Triebe ausleben. Zum kotzen ist das langsam.


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#6
29.01.2014
19:55:49


(-11, 13 Votes)

Von Miro


"Hysterisch" ist das erste Wort des Artikels.
"Hysterisch", da muss ich gleich an den oder die User hier denken, die in ihren Kommentaren immer von irgendwelchen angeblich bestehenden "Auslöschungswünschen" schreiben.

Das ist hysterisch und zum Glück sind nicht alle Schwulen so.


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#7
29.01.2014
20:03:55


(+9, 11 Votes)

Von sperling


"So wird angeregt, die Gleichbehandlungsrichtlinie beim Arbeitsrecht auf das Merkmal "sexuelle Orientierung" auszuweiten. Für Deutschland und die meisten Nachbarländer hätte das aber keine Auswirkungen, da hier der Schutz im nationalen Gesetz schon umgesetzt ist."

was ist mit dem kirchlichen arbeitsrecht?


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#8
29.01.2014
20:19:27


(+9, 11 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Link:
commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_
101I-808-1236-08,_Berlin,_Reichstagssitzung,_Goebb
els,_Ribbentrop.jpg


In zweiter Reihe Graf Schwerin von Krosigk, neben seiner Enkeltochter Beatrix von Storch. Der andere Opa war Nikolaus von Oldenburg, Führer der SA-Reiterstandarte 14. Richtig alter verkalkter degenerierter deutscher Adel. Cousinenficker. Inklusive Schwimmhäuten zwischen den Fingern.

Der Apfel fällt nicht weit vom .. oh, ach nein, der Apfel ist ja wieder ein ganz anderes Thema.
..

Erfüllt dies nun die basalen Anforderungen an ein Haßverbrechen eines Schwulen an Anders"denkenden"?


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#9
29.01.2014
20:19:47
Via Handy


(+15, 15 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von myystery


"Ein Schwuler, der "den Konservativen zu geneigt" ist, sollte ohnehin zum Arzt gehen."

Es gibt nur wenige offen Schwule die konservativ sind. Die meisten dürften durchgeknallte Schrankschwestern mit einer Neigung zum Selbsthass sein. (In UK sieht das heute wieder anders aus.)

Um es zu verdeutlichen einige Beispiele von merkwürdiger Prioritätensetzung schwuler Unionswähler:

- Mir ist wichtiger dass die Türkei nicht in die EU gelassen wird, dafür verzichte ich gerne auf meine Gleichstellung.

- Mir ist wichtiger dass ausländische Autobahnbenützer Maut zahlen, als dass mein Mann und ich Kinder adoptieren können.

- Ich werde lieber in meiner ELP diskriminiert, als dass mein Nachbar einen anständigen Mindestlohn erhält.

Fazit: Selbstbewusst schwul und Unionswähler geht nie und nimmer zusammen!


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#10
29.01.2014
20:41:04


(+5, 7 Votes)

Von NeueMitte CDUSPD
Antwort zu Kommentar #3 von Logik78


" auch wenn man eher den Konservativen zugeneigt sein sollte. "

Du meinst: Denen, die mit ihrer Zerstörung von Sozialstaat und Demokratie in ganz Europa aktiv den Nährboden für Homophobie und Faschismus bereiten und diese auch ganz direkt fördern?


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