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  • 03.02.2014           32      Teilen:   |

Protestaktionen in Paris und Lyon

Frankreich: Wieder Demos gegen Homo-Rechte

Artikelbild
In Paris können Homo-Gegner weiterhin große Menschenmassen mobilisieren

Zehntausende Gegner von Homo-Rechten sind wieder auf die Straße gegangen, um gegen die Familienpolitik der sozialistischen Regierung zu protestieren.

In Paris und Lyon ist es am Sonntag wieder zu Protesten gegen die Rechte schwuler und lesbischer Paare gekommen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich in der Hauptstadt 80.000 Homo-Gegner, darunter viele Eltern mit Kindern. Die Veranstalter des Bündnisses "Manif pour tous" (Demo für alle) sprachen von einer halben Million Teilnehmern. In Lyon versammelten sich nach offiziellen Angaben 20.000 Menschen.

Die Teilnehmer demonstrierten unter anderem gegen die "Familenphobie" der linksgerichteten Regierung. Präsident François Hollande ist derzeit in Frankreich wegen der schlechten Wirtschaftslage und einer Affäre mit einer Schauspielerin äußerst unbeliebt. Die Homo-Gegner versuchten daher nach Ansicht französischer Kommentatoren, im Schatten der schlechten Popularitätswerte für eine restriktivere Politik gegenüber Schwulen und Lesben zu werben.

Bereits im letzten Jahr gab es mehrere Massendemos der Gegner der von der sozialistischen Regierung beschlossenen Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Dabei kam es wiederholt zu Ausschreitungen (queer.de berichtete).

Hauptthemen der Homo-Gegner war die Legalisierung der Leihmutterschaft und die künstliche Befruchtung für Lesben. Beide Themen wurden zwar vereinzelt von sozialistischen Politikern gefordert, sind aber nicht in einem geplanten Familiengesetz vorgesehen. Außerdem protestierten die Teilnehmer gegen Sexualkundeunterricht an französischen Schulen.

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Katholischer Kardinal führt Proteste an

Kardinal Philippe Barbarin heizt die Stimmung der Homo-Gegner an
Kardinal Philippe Barbarin heizt die Stimmung der Homo-Gegner an

Zur Demonstration aufgerufen hatten eine Reihe von christlichen und muslimischen Gruppen. Insbesondere die katholische Kirche warb für die Einschränkung der Rechte von Homosexuellen. So wurde die Demonstration in Lyon von Kardinal Philippe Barbarin angeführt. Er warnte davor, dass zukünftig weniger Kinder in "stabilen" heterosexuellen Familien aufwachsen würden.

Anders als bei den Protestaktionen im vergangenen Jahr nahmen nur wenige hochrangige Mitglieder der konservativen Oppositionspartei UMP an den Demonstrationen teil. Ein UMP-Sprecher warf der Regierung aber vor, wegen ihrer radikalen Politik selbst schuld an den Gegendemonstrationen zu sein.

Der französische Innenminister Manuel Valls warnte in der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" davor, dass "dunkle Kräfte" das Land spalteten, und verurteilte die Demonstranten, weil sie gemeinsame Sache mit Rechtsextremisten machten. Er befürchte die Gründung einer "französischen Tea Party". Die "Tea Party" ist eine rechtspopulistische Strömung der US-Republikaner, die insbesondere den Einfluss des Staates zurückdrängen will, aber auch die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben als Angriff auf die amerikanische Familie kritisiert. (dk)

 Update  04.02.: Regierung stoppt geplantes Familiengesetz
Einen Tag nach den Demonstrationen hat die französische Regierung das geplante Familiengesetz auf Eis gelegt. Geplant war unter anderem, die rechtliche Stellung von Stiefeltern zu stärken, nicht aber künstliche Befruchtung oder Leihmutterschaften.

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Tags: frankreich, manif pour tous, paris, lyon, katholische kirche
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 Frankreich
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Reaktionen zu "Frankreich: Wieder Demos gegen Homo-Rechte"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
03.02.2014
14:56:58
Via Handy


(+9, 13 Votes)

Von Luca


Die faschistische Koalition aus religiösen Fundamentalisten und rechten Nationalisten kann sich einfach nicht mit Demokratie, Rechtsstaat und Grundrechten abfinden.

Die wollen ihr totalitäres Weltbild um jeden Preis durchsetzen und sind sogar bereit, das Land dafür mit Gewalt zu überziehen.


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#2
03.02.2014
14:58:55
Via Handy


(+11, 15 Votes)

Von Alex


"Katholischer Kardinal führt Proteste an"

So viel zur These, unter dem neuen Papst würde es besser werden...


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#3
03.02.2014
15:05:24
Via Handy


(+9, 13 Votes)

Von Timon


"Ein UMP-Sprecher warf der Regierung aber vor, wegen ihrer radikalen Politik selbst schuld an den Gegende­mon­s­t­ra­tionen zu sein."

Die altbekannte Verdrehung von Täter und Opfer.

Die demokratisch gewählte Regierung hat in einem demokratischen Prozess ein Gesetz verabschiedet, wo auch die Mehrheit der Bürger hinter steht. Punkt.

Die Gegner sind es, die Lügen verbreiten und das Land mit Hass und Gewalt überziehen.

Diese Argumentation ist so, als würde man das Opfer einer Straftat fragen, warum es denn abends noch aus dem Haus geht, womit es das herausgefordert hätte.


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#4
03.02.2014
15:15:06


(+9, 13 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #1 von Luca


Und wer finanziert die Faschisten im Vatikan mit jährlichen Milliardenzahlungen? Wir! Mit unseren Steuern.
Es wird höchste Zeit, den Wegbereitern von Judenvernichtung und Weltkriegen in das Tabernakel zu scheißen!


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#5
03.02.2014
15:17:19


(+8, 10 Votes)

Von Yannick
Antwort zu Kommentar #3 von Timon


Volle Zustimmung!

Die Argumentation der Konservativen, die Umsetzung von Bürgerrechten wäre Schuld an der Protestwelle und hätte diese provoziert, ist echt an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Das ist eine Pervertierung der Wahrheit, wie man sie selten so dreist erlebt.


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#6
03.02.2014
15:29:14


(+2, 10 Votes)

Von goddamn liberal


Tea Party?

Widerliche Reaktionäre.

ABER:

Da wirft Herr Valls trotzdem was durcheinander. Das französische Elend ist hausgemacht und baut auf der Tradition des französischen antidemokratischen Faschismus auf.

Youtube-Video:


PS Auf dem Video sieht man auch ein paar arabische Kollaborateure. Von denen gab es bei 'unserer' Waffen-SS auch einige.

Auch das Übel hat eben seine Tradition.


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#7
03.02.2014
15:46:36


(+8, 12 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Gegner sind in "hoechsten" religioesen Kreisen zu finden und die Rechten (UMP, FN) in der Politik heizen auf...Mitlaeufer gibt es genuegend.

Ich habe dem neuen Papst nie ueber den Weg getraut. ES GIBT KEINEN "GUTEN" PAPST. Das war nie so und das wird niemals so sein. !!
Sehr froh bin ich, dass ueber diesen Tatbestand die meisten Schulen absolut sicher sind - ausser den Gehirngewaschenen.

Diejenigen, die pro Regierung sind, treten kaum in Erscheinung. Hier wie dort in Deutschland agieren sie viel zu sehr durch Unterdrueckung und Diskrimination mundtot gemacht bescheiden und friedlich vertrauend, dass es andere richten moegen.

Was noch hinzu kommt ist - dass jene Religionsangehoerige bei der Presse immer eine Seite frei haben, um Aktionen unterzubringen und darueber zu berichten.

Moegen Frankreich und Deutschland sehr verschieden sein. In diesem Punkt sind sie sich sehr aehnlich, denn auch hier bekommt ein Kirchlicher und dem, was er auskotzt stets ein freies Plaetzchen in den (ueberregionalen) Zeitungen ...weshalb wohl???

Genau: Es steckt der Klerus in Rom dahinter !!! Und der beherrscht auch die Medienlandschaft.
Und auch die oeffentlich rechtlichen TVs.


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#8
03.02.2014
15:57:05


(+8, 12 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von sanscapote


"Ich habe dem neuen Papst nie ueber den Weg getraut. ES GIBT KEINEN "GUTEN" PAPST. "

Das ist erwachsenen Menschen klar. Nur Menschen mit Vaterkomplexen ist das nicht klar. Und von denen gibt es leider sehr viele.


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#9
03.02.2014
16:11:05


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von Defragmentierung


Vichy fand übrigens starke Unterstützung beim franz. kath. Klerus. Auch das ist eben Tradition.

Bis heute.


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#10
03.02.2014
16:51:54


(+5, 9 Votes)

Von Oliver42


Link zu www.welt.de

Übrigens auch ein interessantes Ergebnis:

Die Katholische Basis denkt in grossen Teilen anders als der katholische Katechismus.

Dies hat die nunmehr abgeschlossene Umfrage vom Papst Franziskus ergeben.

In der neuen Ausgabe vom Spiegel diese Woche gibt es dazu auch einen interessanten Bericht.

Ob Empfängnisverhütung, Kondome und Pille, ob vorehelicher Verkehr, ob wiederverheiratete Geschiedene oder homosexuelle Paare...in all diesen Themen fordert die katholische Basis in der Umfrage eine Reform in Rom.

Da darf man jetzt gespannt sein, ob Franziskus das Ergebnis ignoriert oder ob er in der Tat einige Themenfelder in der Katholischen Sexualmorallehre reformiert.


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