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  • 03.02.2014           68      Teilen:   |

Unverständnis für Homo-Diskriminierung

Deutsche Katholiken kritisieren "Verbotsmoral" der Kirche


Die Katholiken in Deutschland weigern sich, den Tiraden ihrer Bischöfe gegen Homosexuelle zu folgen.

Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Teil-Ergebnisse des päpstlichen Online-Fragebogens, in dem die Schäfchen ihre Meinung zu Familienthemen – darunter auch Homo-Rechten – kundtun sollten.

Den deutschen Katholiken sind die Lehren der Kirche zu Themen wie Kondomen oder Scheidung oft egal – und sie finden zum Ärger der Würdenträger, dass man Homosexuelle nicht diskriminieren sollte. Das ist das Ergebnis einer vom Papst angeordneten Befragung, die weltweit an 3.000 Diözesen verschickt wurde (queer.de berichtete). Am Montag hat die Deutsche Bischofskonferenz die nationalen Ergebnisse in einem 19-seitigen Fließtext veröffentlicht (PDF). Wir dokumentieren die wichtigsten Passagen über Homo-Rechte.

Die Lehre der Kirche wird dort, wo sie bekannt ist, meist nur selektiv angenommen. […] Die meisten Gläubigen schließen ihre Ehe [zwar] in der Perspektive und Hoffnung einer lebenslangen Verbindung. Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zuwiederverheirateten Geschiedenen und zur Geburtenregelung finden hingegen kaum Akzeptanz oder werden überwiegend explizit abgelehnt.



Wenn Bischöfe wieder über Schwule und Lesben herziehen, empfinden das die meisten als falsch:

Außerhalb der Kirche wird die kirchliche Sexualmoral als reine "Verbotsmoral" wahrgenommen und in Argumentationsduktus und Sprache als unverständlich und lebensfern bewertet. Die kirchliche Weigerung, homosexuelle Lebenspartnerschaften gesellschaftlich und rechtlich anzuerkennen, wird darüber hinaus als Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verstanden.



Die katholische Kirche erwartet daher auch, dass in Kürze eine Debatte über die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht in Deutschland Fahrt aufnimmt – und das trotz der starken Lobbyarbeit der Bischöfe:

Die Bischöfe in Deutschland haben sich immer wieder gegen eine rechtliche Gleichstellung von Ehe und eingetragener Partnerschaft ausgesprochen und dabei darauf verwiesen, dass Ehen nicht zuletzt wegen ihrer Ausrichtung auf Nachkommenschaft und Familiengründung eine andere Bedeutung sowohl für die beteiligten Personen als auch für die Gesellschaft haben als gleichgeschlechtliche Partnerschaften und dass dies auch in der rechtlichen Stellung der jeweiligen Institute zum Ausdruck kommen soll. Die katholische Kirche konnte sich mit dieser Position kaum gesellschaftliches Gehör verschaffen, da der Aspekt des Diskriminierungsverbotes so stark im Vordergrund steht, dass kein anderes Argument zur Geltung kommt. Für die Zukunft ist eine Diskussion darüber zu erwarten, ob die beiden Rechtsinstitute in ein einziges Institut "Ehe" überführt werden sollen, das dann sowohl heterosexuellen wie homosexuellen Paaren offen steht. Auch hier nimmt die katholische Kirche eine deutlich ablehnende und warnende Haltung ein, weil sie darin eine Gleichmachung von an sich Ungleichem sieht.



Zumindest stellt die Kirche mit Genugtuung fest: "Die Öffnung der Ehe als solcher für gleichgeschlechtliche Paare wird hingegen überwiegend abgelehnt". Allerdings werden dafür keine Zahlen genannt. Ansonsten gebe es eine "deutliche Tendenz", die Gleichbehandlung von Homosexuellen als "Gebot der Gerechtigkeit" zu betrachten. Zudem würden "nicht wenige" die Segnung von homosexuellen Paaren begrüßen.

Die katholische Kirche weigert sich derzeit noch, die detaillierten Ergebnisse zu veröffentlichen. Allerdings sind vereinzelt Ergebnisse durchgesickert: So haben in München vier von fünf Befragten kein Problem mit Pille oder Kondom. Und in Köln wurde bereits im Dezember das Urteil der Gläubigen über ihre Kirche veröffentlicht: Sie sei "welt- und beziehungsfremd" (queer.de berichtete). (dk)

Wochen-Umfrage: Zwei Wochen lang diskutieren seit Sonntag 191 Bischöfe aus aller Welt im Vatikan über Familie und Sexualmoral. Wird sich die katholische Kirche gegenüber Lesben und Schwulen öffnen? (Ergebnis)

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Tags: katholische kirche, deutsche bischofskonferenz
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Reaktionen zu "Deutsche Katholiken kritisieren "Verbotsmoral" der Kirche"


 68 User-Kommentare
« zurück  1234567  vor »

Die ersten:   
#1
03.02.2014
17:47:15


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Da hat es die Katholische Kirche wieder Schwarz auf Weiß: die "Schäfchen" sind viel progressiver und weltoffener als der Klerus!


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#2
03.02.2014
18:05:17


(-9, 13 Votes)

Von Freundlich


Es ist nicht die Aufgabe der katholischen Kirche, zu jeder beliebigen Form der Sexualität, "freundlich" zu sein oder aktiv unterstützen, sie darf das natürlich (so wie die Lutheranischen Kirchen z.B. im Moment tun), sollte aber in keinster Weise verpflichtet zu sein, in so einer Weise sich an der Sexualisierung der Gesellschaft - so der aktuelle Ansichtspunkt des Heiligen Vaters, wenn ich das richtig verstehe - indirekt zu beteiligen. Hauptsache, sie bleibt in all den Fragen, die sie für wichtig hält und wo sie wirken will, menschenfreundlich. Das reicht volkommen.


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#3
03.02.2014
18:19:24
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Luca


Wer wirklich etwas ändern will, tritt aus dieser totalitären, menschenfeindlichen, unchristlichen Organisation aus.

Ich bin da ausgetreten, gerade weil ich Christ bin und das nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte!


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#4
03.02.2014
18:21:56


(+7, 9 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #2 von Freundlich


was meint ihr? sollen wir eigentlich noch auf den täglichen bullshit aus bad humbug reagieren? oder wird es zeit, das trollhäkchen drunter zu setzen und fertig?


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#5
03.02.2014
18:31:54


(+1, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von Freundlich


"Hauptsache, sie bleibt in all den Fragen, die sie für wichtig hält und wo sie wirken will, menschenfreundlich."

Bitte recht freundlich bleiben:

"Als treibende Kraft stand hinter der jüdischen gesetzlichen Macht die abstoßende Heuchelei und böswillige Heimtücke der Pharisäer. Sie entpuppten sich immer mehr als Christi Erz- und Todfeinde, [] ihre Augen waren durch ihre Voreingenommenheit verbunden und verblendet von ihrer jüdischen Weltherrschaftsgier. [...] Der pharisäische Geheimdienst hatte durch Lügen und Verleumdung das Tier in ihm geweckt, und sie lechzten nach schauerlichem Nervenkitzel und Blut. Zu Judas: Dieser unsägliche Wicht [] sitzt heuchlerisch beim Abendmahl [], worauf der Satan in ihn fuhr [] und ihn an die Spitze der bereitstehenden Judasknechte stellte. [] Echt jüdisch feilschte Judas mit den Hohepriestern. [] Er (Christus) wird verraten mit dem Zeichen der überschäumenden Liebe, mit einem schmatzenden Kuß der schmutzigen Judaslippen. Schließlich zur Ecce-Homo-Szene: Alles Mitgefühl der Juden ist in barbarischer Rohheit erstickt. Die Bestie hat Menschenblut gerochen und will ihren wildbrennenden Durst daran löschen. [] Über Jerusalem gellt indessen der wahnsinnige, aber wahrsagende Selbstfluch der Juden. Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Der Fluch hat sich furchtbar erfüllt. Bis auf den heute laufenden Tag []" Erzbischof Gröber (Freiburg) 1941 in der Karfreitagspredigt

"...den Staat auf die Notwendigkeit hinweisen, das Phänomen in Grenzen zu halten, damit das Gewebe der öffentlichen Moral nicht in Gefahr gerät und vor allem die jungen Generationen nicht einer irrigen Auffassung über Sexualität und Ehe ausgesetzt werden, die sie des notwendigen Schutzes berauben und darüber hinaus zur Ausbreitung des Phänomens beitragen würde. Jene, die diese Toleranz gebrauchen, um bestimmte Rechte für zusammenlebende homosexuelle Personen einzufordern, müssen daran erinnert werden, dass die Toleranz des Bösen etwas ganz anderes ist als die Billigung oder Legalisierung des Bösen." Kardinal Ratzinger (2003)


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#6
03.02.2014
18:42:17


(-2, 4 Votes)
 
#7
03.02.2014
19:39:53


(+7, 9 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Die deutschen Katholiken sind weltfremd.

Nach ihrem eigenen Verständnis ist die katholische Amtskirche Hüterin und Bewahrerin des geoffenbarten Wortes und Willens des allmächtigen Gottes. Sie vertritt eine unfehlbare und unwandelbare Lehre. Ihre Lehre ist nicht als Angebot eines netten Gesprächs gedacht sondern als Unterweisung oder Übermittlung göttlichen Befehls.

Diese Lehren lassen sich nicht an die moderne Welt, den Alltag, die Menschen anpassen. Ein absoluter Anspruch letzte Wahrheiten zu besitzen läßt keine Diskussion zu. Die Realität ist für die Vertreter der frohen Botschaft etwas das man nur dann zur Kenntnis nimmt wenn sie sich mit aller Gewalt nicht mehr leugnen läßt - und selbst dann fummelt man besser mit dem dialektischen Taschenmesser daran herum, in der Hoffnung daß es wieder weggeht. Oder daß man's unter den Teppich kehren kann.

In Jahrhunderten der Aufklärung und des naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinns hat die Kirche sich stets bemüht diese nach Kräften zu bekämpfen. Sie hält daran fest noch die absurdesten Dummheiten mit Zähnen und Klauen zu verteidigen, weil sie zum System der nicht anzuzweifelnden Grundbedingungen des Glaubens gehören.

Letzten Endes - würde man an scheinbar weniger wichtiger Stelle anfangen die hieb- und stichfest nachweisbaren Fehler zB der Bibel zu korrigieren, wo sollte man damit wieder aufhören? Wo kann man eine Grenze zwischen dem Herstellen von Übereinstimmung mit der realen Welt ziehen und dem den Glauben definierenden Übernatürlichen?

Die Jungfrau die unbegattet ein Kind gebiert läßt zwei Optionen zu: entweder sie war keine Jungfrau - oder Jesus war eine Blattlaus. Beide Optionen zerstören den Inhalt dieser Religion.

Es gibt dank des Anspruchs universeller Wahrheit keine Möglichkeit an Details Änderungen vorzunehmen ohne daß das ganze Dogmengebäude zerbricht.

Die Verwalter des Gaubens wissen das und entsprechend hartnäckig und mitunter albern kindisch ist ihr Widerstand. Sie wollen nicht ihre Lehre der Realität anpassen, weil ihre Lehre die Realität nicht aushalten kann. Sie wollen die Realität zumindest des menschlichen Lebens ihrer Lehre anpassen, per Zwangsjacke, oder wenn sie etwas weniger borniert sind, die Wahrnehmung und Akzeptanz der Realität verweigern.

Weil sonst ganz schnell nichts mehr übrigbleibt von ihrer frohen Botschaft.


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#8
03.02.2014
20:02:03


(-6, 8 Votes)

Von Timm Johannes


Link zu www.faz.net

An der katholischen Basis in Deutschland aber auch in Österreich oder in der Schweiz hadern die Katholiken mit der im Katechismus verordneten Sexualmorallehrer. Für sie sind Kondom und Pille schon lange okay und homosexuelle Handlungen sind nicht für die katholische Basis sündhaft. Homosexuelle Paare werden in der grossen Mehrheit von deutschen Katholiken akzeptiert.

Auch die Wiederheirat Geschiedener wird akzeptiert.

Nicht nur die katholischen Theologen an den deutschen, schweizerischen und österreichischen Universitäten forderten 2011 in einem Kirchenmemorandum "Kirche 2011- Notwendige Reformen" eine Änderung der Sexualmorallehre in Rom: auch die Katholische Basis fordert dies ganz klar, wie die vorliegende aktuelle Umfrage zeigt.

Nun darf man in der weiteren Amtszeit von Franziskus gespannt sein, ob er all diese Reformrufe ignoriert und aussitzt oder ob er tatsächlich den Katechismus ändert und neue Lehrschreiben mit einer geänderten Sexualmorallehre verfasst. Wir werden sehen, was Franziskus macht oder halt nicht macht...


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#9
03.02.2014
20:10:44


(-5, 7 Votes)
 
#10
03.02.2014
20:17:42


(+6, 8 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


die Kirche(n) verbreiten einen Gedankenvirus, da nuetzt es wenig, freundlich zu sein.....

Youtube-Video:


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