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  • 06. Dezember 2004, noch kein Kommentar

Eine dreitägige Tagung in Saarbrücken stellte heraus, dass der Kampf um Rechte für Homos auch heute noch sehr wichtig ist.

Von Tanja Reinsfelder

Vor allem aktuelle Ereignisse wie die Diskussionen um die baden-württembergische CDU-Politiker Annette Schavan zeigen, dass eine Schwulenbewegung beziehungsweise eine "Queere Bewegung" immer noch wichtig in Deutschland ist. Das erklärte Burkhard Jellonnek von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gegenüber queer.de. Vom 1. bis zum 3. Dezember fand deshalb in Saarbrücken der Kongress "Sexuelle Demokratie" der bpb statt, der als Thema die Diskussion um Staatsbürgerrechte für Schwule, Lesben, Transidenten und Andere hatte.

"Auch die Homosexualitätsvorwürfe gegenüber Adolf Hitler zeigen, dass noch immer Negatives Schwulen angelastet wird, um die Ereignisse zu erklären", so Jellonnek weiter. Aufgrund der vielfältigen Themen des Kongresses konnte abschließend keine pauschale Aussage gemacht werden, was genau in der Zukunft gemacht werden muss, um die Situation von sexuellen Minderheiten in Deutschland zu verbessern. Deutlich wurde aber laut Jellonnek, dass die gesellschaftliche Integration und die Antidiskriminierung weiterhin kritisch betrachtet werden müsse.

Deutlich wurde in den Diskussionen auch, dass vor allem Transidente eine größere gesellschaftliche Aufmerksam bekommen müssten. "Die Tagung schärfte das Bewusstsein für die Probleme von Transgendern und Intersexuellen in der Gesellschaft", so Jellonnek. Zwar könne die Medizin physische Probleme durch Operationen lösen, aber psychische Probleme durch Nichtanerkennung in der Gesellschaft könnten schwerwiegende Folgen haben.

Die dreitägige Fachtagung, die insgesamt rund 100 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet besuchten, lieferte einen Überblick über die wichtigsten Ideen und Strömungen der Szene, wobei gesellschaftliche und politische Aspekte lesbisch-schwuler und anderer Lebensformen im Mittelpunkt standen. "Das Geschlechterverhältnis in den westlichen Gesellschaften ist im Umbruch: Wir erleben heute eine Vielfalt möglicher Lebensformen", so Raul Gersson von der bpb. Um gleiche Rechte als Staatsbürger müssten diese aber nach wie vor kämpfen. Gleich zu Beginn ging es um das neu gegründete Bündnis "LSBTI", in dem Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle gemeinsam für ihre Interessen arbeiten.

Zu den Referenten aus dem In- und Ausland während des Kongresses zählten Paul Skidmore, University Bristol, Prof. Andrea Bührmann, Universität Dortmund, Prof. Dr. Martin Dannecker, Universität Frankfurt am Main und Prof. Lothar Machten. Mit dabei waren außerdem die Publizisten Elmar Kraushaar und Jan Feddersen.

6. Dezember 2004