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Mehr als zwei Drittel der Europaabgeordneten, die an der Abstimmung über den "Lunacek-Bericht" teilnahmen, unterstützten ihn auch

Das Europaparlament hat sich mit Zweidrittelmehrheit gegen Homophobie und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität ausgesprochen.

Das Europaparlament in Straßburg hat am Dienstagmittag den "Lunacek-Bericht" mit 394 zu 176 Stimmen angenommen. Unterstützung kam von den fünf größten Fraktionen im Parlament, also Konservativen, Sozialdemokraten, Liberalen, Grünen und Linken. Der Entschließungsantrag "über den EU-Fahrplan zur Bekämpfung von Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität" empfiehlt der EU-Kommission eine Strategie zum Kampf gegen LGBT-Diskriminierung und macht Handlungsvorschläge.

In dem Text wird etwa darauf hingewiesen, dass Homo-, Trans- und Intersexuelle die selben Rechte wie alle anderen Menschen haben sollten, etwa wenn sie Opfer von Hassverbrechen werden. Das Parlament hatte zuvor bereits ähnliche Strategien gegen die Diskriminierung von Roma sowie auf Basis der Merkmale Behinderung und Geschlecht beschlossen.

"Homophobie wird in Europa nicht mehr länger geduldet – das ist die Essenz meines heute vom Europaparlament angenommenen Berichts für eine EU-Roadmap gegen Homophobie und Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität", erklärte nach der Abstimmung die österreichische Europaabgeordnte Ulrike Lunacek (Grüne), die als Berichterstatterin den Entwurf erstellt hat. Lunacek ist auch Co-Chefin der Intergroup für LGBT-Rechte innerhalb des Europaparlaments. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender seien nach Angaben von Lunacek innerhalb der EU "nach wie vor massiver Benachteiligung, Mobbing und Gewalt ausgesetzt". Es sei ein "ermutigendes Zeichen", dass der Bericht trotz "Panikmache von fundamentalistischen Kreisen" angenommen worden sei.

Katholische Kirche macht Stimmung gegen Gleichbehandlung


Ulrike Lunacek verteidigte im Europaparlament ihren Bericht

In den letzten Wochen hatten insbesondere christlich-fundamentalistisch oder rechtspopulistisch orientierte Aktivisten gegen den Bericht Stimmung gemacht und davor gewarnt, dass Homosexuelle nun privilegiert werden würden (queer.de berichtete). Auch die katholische Kirche schloss sich den Kritikern an. So erklärte der St. Pöltener Bischof Klaus Küng im Vorfeld der Abstimmung, der Antrag versuche, für "Homosexuelle eine privilegierte Sonderstellung zu schaffen".

Bei einer kurzen Debatte im Parlament hatten mehrere Abgeordnete am Montag berichtet, dass sie von E-Mails gegen den Bericht regelrecht bombardiert worden seien. Lunacek meinte, sie habe nicht mit derart viel Widerstand gerechnet. Es gehe nur um das "Recht auf Liebe" und ein "Leben ohne Angst", nicht um Sonderrechte oder Privilegien. Kritische Abgeordnete fragte Sie, ob diese möchten, dass ihre Kinder Angst haben, mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin über die Straße zu gehen oder sich zu outen.

Nun liegt es an der Europäischen Kommission, die Vorschläge umzusetzen. Ulrike Lunacek forderte das Exekutivorgan der EU auf, gegen die "alltägliche Verachtung europäischer Werte" ein Zeichen zu setzen.

Die Abstimmung ist auch mit Spannung erwartet worden, weil erst im Dezember 2013 der homofreundliche "Estrela-Bericht" auf Initiative der Konservativen mit knapper Mehrheit abgelehnt worden war (queer.de berichtete). Dieser Bericht sah ein umfassendes Paket zur Verbesserung sexueller Gesundheit vor, darunter auch die Einführung von Sexualkundeunterricht in allen Mitgliedsländern. (dk)



#1 carolo
  • 04.02.2014, 14:02h
  • na immerhin...

    Dafür ist die Regierung Hollande nach den Protesten der Rechten vom letzten Wochenende jämmerlich eingeknickt und hat das neue Familiengesetz auf unbestimmte Zeit verschoben.
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#2 AnfangAnonym
  • 04.02.2014, 14:03h
  • Gott sei Dank, ich habe schon gewisse Zweifel gehabt. Hoffentlich werden künftig auch andere Formen der Diskriminierung hier in Europa in ähnlicher Weise thematisiert werden bzw. ihre "eigenen" Berichte im EU-Parlament bekommen. Darunter auch die aufgrund der religiösen Überzeugungen.
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#3 ChristineAnonym
#4 WolfgangProfil
  • 04.02.2014, 14:19hBielefeld
  • Lunacek-Bericht hin oder her...
    ...es ist wohl kein Zufall, daß ausgerechnet heute die Speerspitze des katholischen Schwulenhasses in Deutschland, die Schreibtischtäterin und Schwulenhasserin
    Gabriele Kuby
    auf kath.net einen widerlichen Artikel geschrieben hat, der nicht bloß erneut die Schandpetition aus Ba-Wü bejubelt, sondern vor allem zum xten Male das Gespenst einer internationalen Homolobby beschwört, die Politik und Medien angeblich erpresst.
    Nebenbei macht sie eine tour d´horizon durch die Sumpfgebiete ihres Hasses, droht erneut mit Umpolungstherapien und faselt wie in ihrem Buch "Die globale sexuelle Revolution", das dem Lügenpamphlet der "Weisen von Zion" in Niedertracht nichts nachsteht, noch einmal von der dringenden "Normierung" der Sexualität.
    Gibt es hier unter den Lesern einen Juristen, der sich mit der Materie auskennt und helfen kann, eine Anzeige wegen Volksverhetzung wasserdicht zu machen? Ich wäre sofort bereit dazu, Kuby endlich anzuzeigen, damit sie ihre goebbelsartige Hetze nicht mehr unbeschadet verbreiten kann.
    Sie exportiert ihren Wahn der schwulen Weltverschwörung jetzt ja auch ins Ausland, vor allem nach Polen.
    Sie selbst hat lange genug davon phantasiert von der Christenverfolgung; will heißen, sie fühlt sich verfolgt, wenn sie ihren tödlichen Haß nicht mehr verbreiten dürfte.
    Der Frau muß jetzt das schmutzig-blutige Schreibtischhandwerk gelegt werden!
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#5 AdamAnonym
#6 sanscapote
#7 puschelchenProfil
  • 04.02.2014, 14:43h irgendwo in nrw
  • Antwort auf #4 von Wolfgang

  • Die olle Kuby weiß schon, wie sie knapp an der Volksverhetzung vorbeischreibt. Das hat doch bei ihr Methode. (Drollig allerdings, wenn eine geschiedene Konvertitin anfängt, was von Bindungsproblemen zu salbadern :D)

    On topic: Die deutliche Mehrheit überrascht mich. Klang ja schon im Artikel an, dass es einen Shitstorm via Mail gab. Toll, dass das anscheinend derbst kontraproduktiv war - bestimmt, weil die Hetzer mit der selben Wortwahl unterwegs waren, wie auf den klerikalen Drechschleuderseiten.

    Auf jeden Fall kommt das jetzt zur richtigen Zeit, und setzt ein deutliches Zeichen.

    p.s. und off topic: Der Stängle hat sich von der Demo in Stutti distanziert. Wer die Parallelen zu Frigide Bajot findet, darf sie behalten. Erst den kompletten Sumpf anlocken, und dann die Hände in Unschuld waschen? Billiger geht es echt nicht.
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#8 TimonAnonym
  • 04.02.2014, 14:43h

  • Bravo!

    Endlich mal gute Nachrichten in diesen Tagen...

    Aber bisher ist das nur eine Absichtserklärung; wollen wir hoffen, dass dem auch Taten folgen...
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#9 AlexAnonym
  • 04.02.2014, 14:47h

  • "Katholische Kirche macht Stimmung gegen Gleichbehandlung"

    Klar, die Hassprediger müssen natürlich wieder mal hetzen... Wollen wahrscheinlich wieder mal von ihren Verbrechen ablenken.
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#10 NerdAnonym
  • 04.02.2014, 14:48h
  • Antwort auf #8 von Timon
  • puhh es ist wenigstens eine kleine Erleichterung auch mal wieder postivie News zu lesen...

    ich schätze queer.de sehr aber das lesen hier deprimiert mich leider zunehmen...

    was natürlich nicht an queer.de liegt sondern was sich so auf der ganzen welt tut...
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