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  • 04.02.2014           42      Teilen:   |

Streit um Bildungsplan

Chef des Lehrerverbands: Schule ist kein "homophober Ort"

Artikelbild
Josef Kraus ist seit 1987 Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und als solcher ein gern gesehener Gast in Talkshows (Bild: Youtube/Screenshot)

Josef Kraus, der als Präsident des Lehrerverbandes 160.000 Lehrer vertritt, kritisiert den homofreundlichen Bildungsplan in Baden-Württemberg und redet die Homophobie an deutschen Schulen klein.

Zum wiederholten Mal warnt Josef Kraus, der seit mehr als einem Vierteljahrhundert den Deutschen Lehrerverband anführt, vor Akzeptanz und Aufklärung über Homosexuelle im Unterricht. In einem am Samstag veröffentlichten Artikel für die CSU-Zeitung "Bayerkurier" kritisierte der 64-Jährige den geplanten "Gesinnungslehrplan" der grün-roten Landesregierung und prophezeite einen "kleinen Kulturkampf".

Der Entwurf zum baden-württembergischen Bildungsplan 2015 sieht vor, dass in Schulen künftig für die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" geworben wird. Dabei sollen Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität im Unterricht intensiver und fächerübergreifend behandelt werden. Am Sonntag hatten rund 700 Homo-Gegner, darunter auch Rechtsextreme, in Stuttgart gegen den Bildungsplan demonstriert (queer.de berichtete).

Für Kraus widerspricht das grün-rote Akzeptanz-Projekt dem Geist des Grundgesetzes und dem Recht der Homo-Gegner auf freie Meinungsäußerung. In seinem Artikel schreibt er: "Dass das Grundgesetz Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staates und Erziehung ausdrücklich als Recht der Eltern benennt, scheint nicht mehr überall zu gelten. Nur mit Einschränkungen zu gelten scheint auch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Jedenfalls kann derjenige nicht auf Toleranz rechnen, der sich gegen das repressive Toleranzverständnis und die Deutungshoheit der Protagonisten der Gender-Theorie stellt". Für ihn ist die gleichberechtigte Förderung von Nicht-Heterosexuellen lediglich eine "Ideologie".

Außerdem streitet Kraus ab, dass es eine beträchtliche Homosexuellenfeindlichkeit an Schulen gibt. "Noch müssen sich die Lehrer implizit den Vorwurf gefallen lassen, Schule sei ihnen entglitten und zu einem 'homophoben Ort' geworden", erklärte der Leiter eines bayerischen Gymnasiums. Allerdings kam eine Studie aus dem Jahr 2012 zu dem Ergebnis, dass rund zwei Drittel der Grundschüler(!) Worte wie "Schwuchtel" als Beleidigung nutzen (queer.de berichtete).

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Kraus kritisierte bereits 2011 Berliner Projekt zur Schul-Aufklärung

Kraus hatte bereits zuvor die Sensibilisierung von Schülern beim Thema Homosexualität als Beschneidung der Eltern-Rechte gewertet. So kritisierte er 2011 die Schul-Aufklärung in Berlin in einem Gespräch mit der rechtsgerichteten Zeitung "Junge Freiheit". Auch damals wurde mit einer Angstkampagne unter anderem vor dem "Schulfach Schwul" in der Bundeshauptstadt gewarnt (queer.de berichtete).

Der Deutsche Lehrerverband ist eine Dachorganisation, dem unter anderem der Deutsche Philologenverband und der Verband Deutscher Realschullehrer angehören. Es handelt sich dabei um die nach der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) größte Lehrerorganisation in Deutschland mit rund 160.000 Mitgliedern. Die GEW hingegen unterstützte eine Online-Petition für den Bildungsplan. (dk)

Links zum Thema:
» Deutscher Lehrerverband
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Tags: bildungsplan, deutscher lehrerverband, josef kraus, schule
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Reaktionen zu "Chef des Lehrerverbands: Schule ist kein "homophober Ort""


 42 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
04.02.2014
14:53:52
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(+11, 13 Votes)

Von Luca


Hier sieht man sehr deutlich, wer mit "Kulturkampf" droht: nicht wir, sondern solche Homohasser wie der, die ganz offen mit französischen Zuständen (inklusive Gewalt) drohen.

Natürlich verpackt im Gewand des braven Bürgers. Aber jeder versteht, wie es gemeint ist.


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#2
04.02.2014
15:02:51
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Felix


Soso, für diesen "Herrn", der offenbar nicht die Interessen der Schüler, sondern nur seine eigene hasserfüllte Ideologie vertritt, gibt es also keine Homophobie an Schulen.

Das ist eine zusätzliche Verhöhnung aller Schüler, die Opfer von Mobbing und Gewalt wurden und werden. Der ignoriert auch die dramatisch höhere Selbstmordrate im Vergleich zu Hetero-Schülern.

Das ist dieselbe Qualität, wie wenn er einer vergewaltigten Frau sagen würde, sie hätte es wohl "herausgefordert".

Einfach nur widerlich, solche zynischen Aussagen.


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#3
04.02.2014
15:12:39


(-4, 6 Votes)
 
#4
04.02.2014
15:14:47
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Simon H


Wieso darf jemand, der so hartnäckig die Realität ignoriert und so unbelehrbar Fakten verdreht, weiterhin Präsident eines Lehrerverbands bleiben?!

Jemand der mit seiner fanatischen Ideologie so massiv Schüler-Interessen schadet und sich verhindert, dass Schulen endlich offener und toleranter werden, sollte im Bildungsbereich nichts zu sagen haben.

Wenn er nicht zwischen neutralen Sachentscheidungen und seiner privaten Vorurteile unterscheiden kann, ist er dort offenbar falsch.


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#5
04.02.2014
15:21:45
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(+9, 11 Votes)

Von Alex


Dieser Typ ist echt an Arroganz und Ignoranz nicht mehr zu überbieten.

Wie kann man nur Fakten und den Alltag an Schulen dermaßen ignorieren?


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#6
04.02.2014
15:26:50


(+13, 13 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #4 von Simon H


Der homophobe Reaktionär, der auch auf lesbische und schwule Schüler losgelassen wird: "Dass das Grundgesetz Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staates und Erziehung ausdrücklich als Recht der Eltern benennt, scheint nicht mehr überall zu gelten."

Das Bundesverfassungsgericht am 19.2. 2013: "Leben eingetragene Lebenspartner mit dem leiblichen oder angenommenen Kind eines Lebenspartners in sozial-familiärer Gemeinschaft, bilden sie mit diesem eine durch Art. 6 Abs. 1 GG geschützte Familie im Sinne des Grundgesetzes."

Gilt für verbeamtete Verbandsfunktionäre das Grundgegesetz nicht?

Kontakt zu ihm:

Link zu www.lehrerverband.de


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#7
04.02.2014
15:27:48
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(+10, 10 Votes)

Von Timon


"Schwule Sau", "Schwuchtel", etc. sind die häufigsten Schimpfwörter an deutschen Schulen.

Aber für ihn gibt es das alles nicht. Ich frage mich nur, ob der das wirklich glaubt oder ob er weiß, dass das nicht stimmt und ganz bewusst lügt.


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#8
04.02.2014
15:32:04


(+7, 9 Votes)

Von -hw-


Er kommt aus dem CDU-Landesverband mit den "jüdischen Erbschaften".

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Josef_Kraus_(Lehrer)


Bonus
CDU-Schatzmeister Linssen hat offenbar jahrelang mehr als 800.000 Mark in einer Briefkastenfirma in Mittelamerika versteckt. Laut "Stern" lag das Geld zunächst auf den Bahamas, dann in Panama. Woher es stammt, ist unklar.

Link zu www.spiegel.de


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#9
04.02.2014
15:36:34
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(+10, 10 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #7 von Timon


Der will, dass Mobbing und Gewalt an den Schulen weitergehen, weil er das insgeheim gut findet. Aber er ist zu raffiniert, um das zuzugeben, also tut er so, als gäbe es das nicht und versucht, das ins lächerliche zu ziehen.

Wie so jemand noch auf diesem Posten bleiben kann, ist allerdings auch mir ein Rätsel.


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#10
04.02.2014
15:39:42
Via Handy


(+11, 13 Votes)

Von Luca


Der Chef des Lehrerverbands behauptet, es gäbe an Schulen keine Homophobie und äußert sich gleichzeitig selbst homophob.

Das ist ja schon ein Widerspruch in sich und der beste Beweis, dass es eben sehr wohl Homophobie im Schulwesen gibt.


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