Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?20969

Laut Amnesty International ist in Europa noch viel zu tun, damit Trans-Diskriminierung der Vergangenheit angehört

Die Rechte von Menschen, die sich nicht dem ihnen bei Geburt zugeordneten Geschlecht zugehörig fühlen, werden in Europa vielfach verletzt. Das ist das Ergebnis des am Dienstag von Amnesty International veröffentlichten Berichts "The State Decides Who I Am" (Der Staat entscheidet, wer ich bin; PDF, englisch).

Dem 100-seitigen Dokument zufolge sind "Diskriminierung und Hass-Vergehen gegen Transgender" auch in Deutschland "weiterhin weit verbreitet". So wird eine Studie der Europäischen Grundrechteagentur zitiert, in der mehr als die Hälfte der Befragten in der Bundesrepublik angaben, im vergangenen Jahr diskriminiert worden zu sein.

Der Bericht wirft zudem Belgien, Dänemark, Norwegen und 20 anderen europäischen Ländern vor, Transgender zu teils schwerwiegenden medizinischen Eingriffen und entwürdigenden Behandlungen zu zwingen, bevor sie ihr amtliches Geschlecht und ihren Vornamen ändern dürfen. Die Entfernung ihrer Fortpflanzungsorgane führe dabei zwangsläufig zur Sterilisation. In Deutschland wurde die Zwangs-OP zwar im Jahr 2011 für verfassungwidrig erklärt (queer.de berichtete). Allerdings müssten Transgender hierzulande wie auch in Frankreich und Finnland vor der Namensänderung intime Details ihres Sexuallebens gegenüber Sachverständigen offenlegen.

Amnesty International schätzt, dass bis zu 1,5 Millionen Transgender in der Europäischen Union leben. (pm/dk)



#1 LucaAnonym
  • 04.02.2014, 16:44h

  • Stimme ich zu, aber es gibt nicht nur Transphobie sondern auch Homophobie und Hass auf so ziemlich alles, was vom Hetero-Weltbild abweicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FelixAnonym
  • 04.02.2014, 16:48h

  • Dank unserer Politik steckt Deutschland halt weiterhin im Mittelalter. Was übrigens der gesamten Bevölkerung wirtschaftlich schadet, auch den Heteros. Das zeigt, wie tief der Hass sitzt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 Sehr gutAnonym
  • 04.02.2014, 18:01h
  • Es ist unfassbar, dass allen Menschen weiterhin von kleinauf die klassengesellschaftlich-patriarchale Geschlechterideologie aufgezwungen wird, staatlich organisiert.

    Diese Menschenrechtsverletzung muss endlich viel breiter thematisiert werden, um die zynische Hasspropaganda und Menschenverachtung eben jener Ideologen, oftmals unter dem Deckmantel "Kinder-/Jugendschutz", maximal bloßzustellen.

    Niemand hat es nötig - sondern muss im Gegenteil davor geschützt werden - dass ihm von der herrschenden Klasse und ihrem auf Ausbeutung und Unterdrückung basierenden Geschlechter-/Familienkonstrukt eine geschlechtliche und sexuelle Identität zugewiesen und verordnet wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Kim-SophieAnonym
  • 04.02.2014, 18:35h
  • Wer wohl anscheinen ne Nase ist?!
    Stellvertretend werde ich mal ne Anteort geben: Weil die Mehrheit der Leute dumm ist und dazu noch extrem schlecht gebildet. Darum! Es gibt diverse Forschungsergenisse von Universitäten, wofür der Bildzeitungsleseer sich auch nicht besonder iteressiert. Ist ein alter Hit, die Dummheit der Menschen auszunutzen, nur so funktionert Politik
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Kim SchicklangAnonym
  • 04.02.2014, 19:44h
  • "In all societies, gender norms determine what is deemed appropriate behavior for men and women, which may include dress, speech and mannerisms. These gender norms are not homogenous across societies; they differ from place to place and across time. But individuals who transgress these boundaries whose behavior lies outside of the accepted gender norms often face stigma and discrimination, harassment, and sometimes even violence and murder."

    Amnesty macht hier transsexueller Menschen unsichtbar und meint Transgender. Es ist so ärgerlich, wie hier einer nach dem anderen sich zwar für eine gute Sache einsetzt, aber dann andererseits transsexuelle Menschen unsichtbar macht. Es ist sehr frustierend.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Kim SchicklangAnonym
  • 04.02.2014, 20:38h
  • Statement von ATME e.V:
    (Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.)

    Wir sind immer wieder darüber verwundert, wie Menschen, die unter "Transgender" offenbar etwas völlig anderes verstehen, als transsexuelle Menschen unter "Transsexualität" trotzdem meinen, es ginge um dasselbe. In einem aktuellen Bericht von Amnesty International heisst es, dass in allen Gesellschaften Gendernormen bestimmten, was als angemessenes Verhalten für Männer und Frauen gelte und wie man sich zu kleiden oder benehmen habe. Amnesty International richtet den Fokus der Kritik also auf Verhaltensweisen. Transsexualität hat mit Gender-Verhaltensweisen aber herzlich wenig zu tun.

    Seit dem die Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. 2008 in einem Report an die Vereinten Nationen darauf hingewiesen hat, dass transsexuelle Frauen Frauen sind (es ging um das internationale Frauenrechtsbakommen CEDAW), meinten wir, was wir geschrieben hatten. Was wir nicht geschrieben haben ist, dass transsexuelle Frauen Männer seien, die sich wie Frauen verhalten wollen oder weibliche Kleidung tragen wollen. Hier das Zitat von AI:

    In all societies, gender norms determine what is deemed 'appropriate' behavior for men and women, which may include dress, speech and mannerisms." und weiter "But individuals who transgress these boundaries whose behavior lies outside of the accepted gender norms often face stigma and discrimination, harassment, and sometimes even violence and murder."

    Wir möchten hier in aller Deutlichkeit klarstellen, dass transsexuelle Menschen existieren. Sie sind nicht Männer, die sich wie Frauen verhalten wollen und auch keine Frauen, die sich wie Männer verhalten wollen. Wir sagen deutlich, dass wir nicht für Zwecke vereinnahmt werden wollen, die nichts mit Transsexualität zu tun haben. Wir finden es gut, wenn Amnesty International sich für Transgender-Personen einsetzt, wehren uns aber entschieden gegen Vereinnahmung und Unsichtbarmachung.

    Wir wehren uns ausserdem auf eine Reduzierung des biologischen Geschlechtes auf wenige Merkmale, ein Vorhaben, dass dazu geeignet ist, transsexuellen Menschen eine Anerkennung in ihrem eigentlichen Geschlecht zu verwehren, oder eine Ungleichbehandlung zwischen angeblich "biologischen" und "unbiologischen" Geschlechtern legitimiert. Transsexuelle Menschen sind genauso biologisch vorhanden wie alle anderen Menschen. Sie sind nicht falsch oder künstlich.

    Herzlichen Dank für das Beachten.
  • Antworten » | Direktlink »