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Auf ihrem neuen Album "Miracle" säuselt die Dion zarte Liebesweisen für Kinder und Mütter – vielleicht auch für ihre schwulen Fans?

Von Jan Gebauer

An Frau Dion scheiden sich die Geister noch mehr als an Madonna, Kylie Minogue und Mireille Mathieu zusammen. Die einen sehen in ihr die Maria Callas des Pops und loben ihre perfekte Stimmgewalt, während andere eben diese dazu veranlasst, schreiend aus dem Raum zu rennen. Da spielt es auch keine Rolle, dass große Stars seit den frühen 90ern Schlange stehen, um mit ihr zu singen: Barbra Streisand, die Bee Gees, Luciano Pavarotti, Peabo Bryson, R. Kelly, etc. Nur Frank Sinatra konnte sich nicht mehr gegen das im Computer zusammengesetzte Duett "All The Way" wehren. Für das neue Album "Miracle" arbeitete die Dion wieder mit einer Berühmtheit zusammen, allerdings auf einem ganz anderen Parkett. Anne Geddes wurde bekannt durch ihre süßen Bilder von schlafenden oder spielenden Babys, die sie besonders gerne in Gemüse, Obst oder Pflanzen ablichtet. Mit Büchern, Kalendern und sonstigem Merchandising verkaufte die Lady ungefähr so viele Einheiten, wie die fotografierten Babys an Windeln vollschissen. Als amtierende Mutter hat La Dion natürlich ein besonders sensibles Herz für derlei Kunst bekommen – für die Fotos, nicht für die Windeln. "A Celebration of New Life" ergänzte man dann auch vollmundig den eigentlichen Titel "Miracle" auf dem Album-Cover: Balladen-Inbrunst für werdende Mütter oder die lieben Kleinen, wenn sie denn mal selig im Bettchen schlummern.

Neues Leben hin oder her, so neu klingen die Songs auf der CD nicht. Die süßlichen, mit viel Streichern unterlegten Arrangements scheinen vertraut und bergen kaum Überraschungen. Stimmlich hält sich die Siegerin des Eurovision Song Contests 1988 deutlich zurück – man will anscheinend nicht die schlafenden Schreihälse wecken. Das tut gut, auch wenn sich die große kanadische Stimme nicht immer so zurückhalten kann. Warum sie ausgerechnet "The First Time Ever I Saw Your Face" nochmal aufnehmen musste, bleibt allerdings ein Rätsel. Der vielleicht langsamste Welthit der Pop-Geschichte (von Robera Flack, die den Song aber auch coverte – Original von Peggy Seeger) misslang ihr bereits 1999 auf dem halbherzigen Best-of-Album "All The Way". Und dass sie sich beim ersten Blick ihres Neugeborenen freute, glauben wir Céline auch so. Viel schöner als "The First Time..." gelang dagegen das ohnehin als Kinderlied bekannte "Brahms Lullaby" im Arrangement von Diven-Kenner David Foster (verarztete schon die Streisand und Whitney Houston). Auch der Titel-Song lullt schön ein, des weiteren unterhalten der John-Lennon-Song "Beautiful Boy" oder das ebenfalls bekannte "A Mother's Prayer" (als Duett mit Andrea Bocelli bereits 1998 veröffentlicht) gut. Irgendwie erinnert "Miracle" bei mehrmaligem Hören an das Weihnachtsalbum "These Are Special Times" von 1998. Wahrscheinlich entfaltet das Album auch gerade deshalb in der Weihnachtszeit seine Qualitäten. Vergesst aber nicht die Kerzen auszumachen, wenn ihr das Werk spielt, denn andächtiges Lauschen könnte schnell in sanftes Schnarchen umschlagen.

6. Dezember 2004



#1 HaasiAnonym
  • 07.12.2004, 18:55h
  • Ob Frau Dion nun tatsächlich "the greatest Singer in the World" ist oder nicht, mag ja durchaus Stoff für einen langweiligen Abend in betrunkener Runde sein. Was dieses "Kinderbuch" angeht, ist die Grenze zum schlechten Geschmack nicht einfach nur überschritten, das ist schlicht Menschenverachtend. Kein Baby sollte wie ein willenloses Stück Fleisch mißhandelt werden und in eine Sonnenblume gequetscht werden. Für diesen fotografischen Dreck sollte man ihr die Kotze in die Fotze drücken. Ungefähr so wie sie das mit dem Baby macht.
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