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  • 04.02.2014           14      Teilen:   |

Entscheidung in Holyrood

Schottland: Ehe-Öffnung besiegelt

Artikelbild
Wandgemälde der episkopalen St John's Church in Edinburgh (mehr dazu). Auch in Kirchen können gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen werden - wenn die Kirchenführung mitspielt.

Das Parlament in Edinburgh stimmte am Dienstag mit großer Mehrheit dafür, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen.

Das schottische Parlament hat sich am Dienstagabend in letzter Lesung mit 105 zu 19 Stimmen für die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare entschieden. Nach einer Unterzeichnung durch die britische Königin tritt das Gesetz in Kraft, die ersten Paare könnten sich im Oktober das Ja-Wort geben.

Bereits bei vorherigen Abstimmungen hatte es immer eine Mehrheit für das Gesetz gegeben. Schottland folgt damit der durch das britische Parlament beschlossenen Ehe-Öffnung, mit ersten Homo-Hochzeiten am 29. März; in Schottland gäbe es die ersten Zeremonien nach dem Unabhängigkeitsreferendum. Als einziger Landesteil des Vereinigten Königreichs lehnt Nordirland bislang die Ehe-Öffnung ab. Eine Abstimmung im Parlament der Krisenregion verloren die Gleichstellungsbefürworter im letzten April knapp mit 42 zu 50 Stimmen (queer.de berichtete).

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Die schottische Version sieht die Möglichkeit für Kirchen und Glaubensgemeinschaften vor, die Ehezeremonie inklusive des staatlichen Teils durchzuführen; das bezieht sich allerdings nicht auf einzelne Priester, die keine offizielle Zeremonie durchführen können, wenn die Kirchenführung diese ablehnt.

Wie Standesämter können zudem auch humanistische Organisationen die Paare ehelichen. Personen, die ihr Geschlecht gewechselt haben, können die bisherige Ehe behalten. Das Gesetz sorgt zudem dafür, dass in Schulen über Ehen unter gleichgeschlechtlichen Paaren aufgeklärt wird.

Vor allem die schottischen Anglikaner als auch die katholische Kirche hatten gegen die Ehe-Öffnung gekämpft, sich aber bei den meisten Politikern nicht durchgesetzt, obwohl sie Gegnern der Initiative einen umfangreichen Konsultationsprozess geboten hatten. Insgesamt hatten sich daran rund 77.500 Menschen beteiligt.

Das verabschiedete Gesetz stellt klar, dass es Gegnern der Ehe-Öffnung nicht das Recht auf freie Meinungsäußerung verbietet. In Abstimmung mit der britischen Regierung wurde zudem eine Ergänzungsregelung zum Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet, die dafür sorgt, dass es keine rechtliche Diskriminierung ist, wenn ein Priester die Durchführung einer gleichgeschlechtlichen Ehe verweigert. (nb)

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Tags: schottland, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Schottland: Ehe-Öffnung besiegelt"


 14 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.02.2014
20:54:31


(-2, 8 Votes)

Von m123


Ich denke, dass es richtig ist, dass Glaubensgemeinschaften frei entscheiden können ob sie gleichgeschlechtliche religiöse Ehen zulassen oder nicht, solange diese Glaubensgemeinschaften das weltliche Recht von Schwulen und Lesben auf Gleichbehandlung nicht angreifen. Außerdem wird die Kirche dann hoffentlich mehr und mehr Mitglieder verlieren, wenn sie sich weiterhin weigert gleichgeschlechtliche religiöse Ehen zuzulassen.

Ich finde es scheiße, dass die Eheöffnung in England, Wales und Schottland jeweils erst ein Dreivierteljahr nach dem endgültigen Beschluss in Kraft tritt. In dem Zeitraum werden sich einige Menschen sterben, die gerne zuvor von dem Recht hätten Gebrauch machen wollen. Es ist für mich absolut unverständlich wieso Schwule und Lesben nun beispielsweise in Schottland acht Monate darauf warten müssen bis das Gesetz in Kraft tritt.

Aber gut ist, dass es überhaupt endlich endgültig beschlossen ist.

Deutschland ist schon seit einiger Zeit totales Schlusslich in Sachen rechtlicher Gleichstellung gleichgeschlechtlciher Paare in Nordwesteuropa. Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, England, Wales, Schottland, Dänemark, Island, Norwegen und Schweden haben alle die Ehe geöffnet und sowohl Luxemburg als auch Irland werden bald dazukommen. Nur in Deutschland regiert eisern Angela Merkel, die sich einen Dreck um das im Grundgesetz stehende Recht auf Gleichbehandlung schert. Merkel und ihre Union haben sogar noch Spaß daran Homosexuelle so zu demütigen und können es leider, weil die Menschen in diesem Land sich ebenfalls zu mehr als 40% einen Dreck um unser Recht auf Gleichbehandlung scheren.


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#2
04.02.2014
21:04:13


(+8, 10 Votes)

Von Felix


Bravo!

Herzlichen Glückwunsch den Schotten, dass sie nun auch im 21. Jahrhundert angekommen sind.

Und ein weiteres Armutszeugnis für Deutschland, das von immer mehr Staaten abgehängt wird und den Anschluss an die Moderne verliert.

Das wird sich übrigens auch früher oder später wirtschaftlich rächen.


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#3
04.02.2014
21:18:44


(+2, 10 Votes)

Von m123
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Ich möchte noch ergänzen, dass die SPD die gleiche Schuld wie die Union trägt, wenn die SPD nicht für die Eheöffnung stimmt. Und da die SPD im Wahlkampf die Eheöffnung versprochen hat ("100% Gleichstellung nur mit uns"), wäre das unglaublich, wenn die SPD nun nicht für unsere Gleichstellung stimmen würde, sondern gemeinsame Sache mit der Union macht und sich immer wieder zur minischrittweisen Gleichstellung vom Bundesverfassungsgericht verurteilen lässt.


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#4
04.02.2014
21:28:04


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #2 von Felix


Na, sagen wir mal, mit der Abschaffung des Ehe-Verbots für Homopaare kommt man im 20. Jahrhundert an.
Im 21. Jahrhundert sollten längst nicht nur die patriarchalisch strukturierte Pärchen-Modelle rechtlich abgesichert, während weitere Formen von Gemeinschaften rechtlich diskriminiert werden.


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#5
04.02.2014
21:54:23


(0, 6 Votes)

Von m123


In Virginia gab es heute die Gerichtsanhörung des "same-sex marriage case", der vermutlich letztlich vor dem US Supreme Court landen wird. Momentan ist der Fall noch auf Ebene des Virginia Supreme Courts, wird aber auf dieser Ebene in den nächsten Stunden oder Tagen entschieden und wird dann aufsteigen zu einem der Federal Courts of Appeals. Dort hoffen Schwule und Lesben ebenfalls auf eine Entscheidung, und dann könnte vielleicht noch in diesem Jahr der Fall wieder vor dem US Supreme Court landen. Und dann wird der US Supreme Court von da an ein paar Monate später, nach mündlichen Anhörungen und Bedenkzeit sein Urteil sprechen und aller Voraussicht nach die gleichgeschlechtliche Ehe in allen Bundesstaaten der USA ermöglichen. Letzteres wird aber wohl erst 2015 passieren. D. h. in der zweiten Jahreshälfte diesen Jahres wird der Fall wohl vor dem US Supreme Court landen und irgendwann im nächsten Jahr entschieden werden. Und dann wird Deutschland nochmals älter aussehen, vor allem weil die USA ja eigentlich noch konservativer sind als Deutschland. Deutschland ist eigentlich liberaler als die USA, aber wegen dem Scheißverhalten von FDP und SPD kommt die Eheöffnung in Deutschland leider nicht durch den Bundestag. Da wohl erst im Herbst 2017 gewählt wird und es dann wieder dauert bis eine Regierung steht und der Bundestag siene Arbeit aufnimmt, wird es wohl nicht vor 2018 zur Eheöffnung in Deutschland kommen. Und wenn die Union 2017 nochmals die Kanzlerin stellt, auch bis 2022 nicht. Schreckliche Vorstellung. Aber selbst wenn es "schon" 2018 dazu kommen sollte, wird Deutschland bis dahin von den meisten Staaten dieser Welt abgehängt worden sein in Sachen Gleichstellung. Es ist einfach traurig.

Zudem versucht Putin nun auch seine homophoben Fühler nach Westeuropa auszustrecken. Putin hat die homophobe Konferenz in Leipzig finanziert, seine homophobe Ministerin dorthin geschickt und man munkelt, dass Putin auch seine Finger bei der Bewegung gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg im Spiel haben könnte. Nach Olympia könnte Putin also versuchen in Ländern wie Frankreich und Deutschland die homophoben Bevölkerungsschichten gegen Homosexuelle aufzuhetzen.


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#6
05.02.2014
09:46:55


(0, 2 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Das sind tolle Neuigkeiten!


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#7
05.02.2014
12:42:41


(-5, 7 Votes)

Von Timm Johannes


Eine sehr schöne Meldung und freut mich für Schottland.

Übrigens innerhalb der EU schaut es dann so aus:

* 9 Länder mit Eheöffnung:

Schweden, Dänemark, Vereinigtes Königreich (ohne Nordirland), Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal und eventuell noch dieses Jahr Luxemburg

* 8 Länder mit Lebenspartnerschaft:

Finnland, Irland, Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Kroatien

* 11 Länder ohne staatliche Anerkennung:

Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Zypern, Malta und Italien

Außerhalb der EU haben zudem in Europa die zwei Länder Island und Norwegen die Ehe geöffnet und die Schweiz. Liechtenstein und Andorra ein Lebenspartnerschaftsinstitut eingeführt

== Ausblick ==
Es wäre also sehr erfreulich, wenn nunmehr Luxemburg auch die Ehe öffne, Kroatien die Lebenspartnerschaft weiter ausweitet und in Malta zumindest endlich dort das parlamentarisch geplante Lebenspartnerschaftsinstitut durchkommt.


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#8
05.02.2014
13:34:26


(+3, 7 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von Timm Johannes


Was TJ in der Aufstellung mit all seiner evangelischen Dummdreistigkeit selbstverständlich absichtlich verschweigt, ist, dass die Öffnung der Ehe in Nordirland von seinen evangelischen Betschwestern verhindert wird!

"Ablehnung kam von den meisten Abgeordneten der beiden konservativen protestantischen Parteien DUP und UUP, die die Fortführung der Union mit Großbritannien anstreben. Dagegen votierten die katholischen Sozialdemokraten für die Gleichstellung, ebenso wie die überkonfessionellen Liberalen und Grünen."
Link zu www.queer.de


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#9
05.02.2014
16:31:45


(+4, 6 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #8 von userer


>"dass die Öffnung der Ehe in Nordirland von seinen evangelischen Betschwestern verhindert wird!"

und so ist es auch in finnland, wo funktionäre der evangelisch-lutherischen kirche sich immer wieder öffentlich gegen die gleichstellung aussprechen und das über die christlich-konservative partei auch ins parlament tragen.

in finnland kann man übrigens per online-formular aus der kirche austreten. das ist ganz lustig, weil man so teils schon während der fernsehauftritte christlicher funktionär_innen den rapiden anstieg der austrittskurve verfolgen kann.


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#10
05.02.2014
16:36:32


(+3, 5 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #1 von m123


>"Ich denke, dass es richtig ist, dass Glaubensgemeinschaften frei entscheiden können ob sie gleichgeschlechtliche religiöse Ehen zulassen oder nicht"

was den magischen zinnober betrifft, sehe ich das auch so.

aber hier geht es außerdem darum, dass diese kirchen auch ZIVILEHEN schließen dürfen. und in diesem zusammenhang finde ich es vollkommen inakzeptabel, dass der staat sagt: ihr dürft staatliche funktionen ausüben, dabei aber nach lust und laune diskriminieren, wen ihr wollt.

das geht nicht!


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