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"Dallas Buyers Club"

So bekämpft man Aids, ihr Homos!


Hetero Ron Woodroof, gespielt vom abgemagerten Matthew McConaughey, erfährt 1985, dass er nur noch 30 Tage zu leben hat (Bild: Ascot Elite Filmverleih)

Im Aids-Drama "Dallas Buyers Club" zeigt ein homohassender Cowboy den armen Schwulen, wie man sich gegen die Plage und den Staat zur Wehr setzt. Eine heroische Geschichte oder eine Verdrehung von Tatsachen?

Von Kevin Clarke

Es ist ja nun wahrlich nicht so, als gäbe es nicht bereits genügend Aids-Filme – gute, schlechte, fiktive, bewegende, trashige, dokumentarische, preisgekrönte und einige heute vielleicht zu Recht wieder vergessene. Die Liste ist lang und enthält Klassiker wie "Philadelphia" (1993) und "Longtime Companion" (1989) ebenso wie "Zero Patience" (1993).

Für viele junge Menschen stammen diese Titel natürlich aus einer Zeit, an die sie sich nicht erinnern können, weil sie damals kaum geboren waren. Für viele von ihnen ist das Thema an sich, also Aids, so weit weg, wie Geschichten aus dem antiken Rom oder dem kreuzfahrenden Mittelalter. Die meisten können sich nicht mal vorstellen, was es bedeutete, in den 1980er Jahren schwul und plötzlich mit Aids konfrontiert gewesen zu sein. Die Folge: Es ist eine Generation nachgewachsen, die die Storys aus Zeiten der Aids-Krise hört, als wäre es eine besonders gruselige Folge von "Game of Thrones". Aus grauer Vorzeit. Homo-Folklore, sozusagen.

Für diese nachrückende Generation entstehen gerade mehrere große Hollywoodfilme, die das Phänomen ausnutzen, dass Werke wie Larry Kramers "The Normal Heart" kürzlich als Broadway-Revival zum Kult-Ereignis werden konnten, das von jungen Zuschauern überrannt wurde und gleich noch einen Tony Award bekam. Viele von diesen jungen Zuschauern konnten nicht glauben, wie ehemals von Seiten der Regierenden und Medien mit Aids (und Homosexualität) umgegangen wurde. Daneben verblasst jede "House of Cards"-Episode zu Kindergartenkram. Mit Staunen und Schock schauten sich die "post-schwulen" New Yorker das Spektakel der jüngeren – und doch so fernen – Vergangenheit an. Verblüfft darüber, dass HIV mal so ein Problem war und Menschen daran tatsächlich starben, statt eine Pille zu schlucken.

Ein Hetero erfährt, dass er die "Schwulenkrankheit" Aids hat


Das Plakat zum Film: Bundesweiter Kinostart von "Dallas Buyers Club" ist am 6. Februar 2014

Der Film "Dallas Buyers Club" von Regisseur Jean-Marc Vallée hat das große Glück, den aktuellen Reigen von neuen Aids-Großprojekte zu eröffnen. Demnächst werden folgen: Chris Mason Johnsons "Test", der in San Francisco im Jahr 1985 spielt. Und dann kommt Ryan Murphys mit Superstars besetzte Adaption von Larry Kramers erwähntem Theaterstück "The Normal Heart". Alle drei Filme spielen in den Anfangsjahren der Aids-Krise, also zu der Zeit, als das Massensterben am intensivsten war und die Panik am größten, weil niemand genau wusste, wie man sich gegen den Virus wehren konnte. Es ist auch die Zeit, in der Homophobie weltweit einen Höhepunkt erreichte und der Kampf für gerechte Behandlung, medizinisch und menschlich, eine zutiefst politische Angelegenheit wurde.

In "Dallas Buyers Club" geht es um die vorgeblich wahre Geschichte des Heteros Ron Woodroof, gespielt vom abgemagerten Matthew McConaughey, der sich für die Rolle 20 Kilo abhungerte und nur mehr ein Gerippe auf der Leinwand ist. 1985 erfährt er, der Homohasser, dass er die "Schwulenkrankheit" Aids hat und noch 30 Tage leben wird. Als er ebenfalls feststellen muss, dass das Standard-Medikament AZT seinen Gesundheitszustand verschlimmert, statt verbessert, er aber ein neues Medikament namens ddC nicht bekommen kann, weil es in den USA von den Gesundheitsbehörden noch nicht zugelassen wurde, fährt Woodroof mit dem Auto nach Mexiko, um es sich dort selbst zu besorgen.

Als Priester verkleidet pendelt er fortan wiederholt über die Grenze und beginnt, das neue Medikament zu importieren. Wobei er mit dem Verkauf an andere verzweifelte, überwiegend schwule HIV-Patienten ein gutes Geschäft macht. Und so nebenbei Gutes tut – eine Art "Oskar Schindler für Homos" (wie einige Medien ihn im Kontext des Films bezeichnet haben).

Jared Leto feiert Hollywood-Comeback als Transfrau

Woodroofs Partner in dieser Rettungsaktion ist die transsexuelle Rayon, die Jared Leto nach sechsjähriger Abwesenheit von Hollywood so hinreißend spielt, dass er dafür gleich einen Golden Globe als bester Nebendarsteller bekam. Und eine bewegende Dankesrede hielt, in der er auch auf das aktuelle Problem von vielen Trans-Menschen hinwies (siehe Video unten).

Die beiden, also Ron und Rayon, starten den sogenannten Dallas Buyers Club, der an seine Mitglieder für eine Gebühr von 400 Dollar im Monat die "Droge" aus Mexiko weitergibt, die nicht wirklich illegal ist, weswegen es an der mexikanischen Grenze auch keine Probleme mit dem priesterlichen Kurier gibt, die aber dennoch nicht für die Aids-Behandlung zugelassen ist. Daraus ergibt sich der David-gegen-Goliath-Kampf eines gewitzten kleinen Mannes gegen das übermächtige System. Man könnte auch sagen: eine Do-it-yourself-Geschichte, wie Hollywood sie liebt. Und wie sie die Welt im Allgemeinen nach wie vor gerne konsumiert.

Interessanterweise wird im Film Woodroof anfangs als homophobes Arschloch porträtiert, das erst nach und nach – dank seiner zunehmend innigen Verbindung mit Rayon – zu einem "Straight Ally" mutiert und den armen hilflosen Schwulen dieser Welt zeigt, wie sie sich als echter Cowboy selbst helfen und organisieren können. Ein Held, wie er im goldenen Drehbuch Hollywoods seit jeher steht – weshalb das Skript von "Dallas Buyers Club" auch als "Bestes Originaldrehbuch" für den Oscar nominiert ist.

Youtube | Einsatz für Transrechte: Die Dankesrede von Jared Leto bei der Golden-Globe-Verleihung

Woodroof war in Wirklichkeit bisexuell und überhaupt nicht homophob


Dank der transsexuellen Rayon (Jared Leto) mutiert Homohasser Woodroof im Film zu einem "straight ally" (Bild: Ascot Elite Filmverleih)

Wie etliche amerikanische Medien inzwischen berichtet haben, war Woodroof übrigens in Wirklichkeit gar nicht homophob und auch kein Rassist wie im Film, sondern im Gegenteil: offen bisexuell. Sein behandelnder Arzt, Dr. Steven Pounders, erzählt: "Ich haben von ihm nie homophobe Bemerkungen gehört, als er von 1988 bis zu seinem Tod 1992 mein Patient war. Er fühlte sich innerhalb der Schwulenszene zu Hause." Auch Woodroofs Ex-Ehefrau Brenda bestätigt, dass er bisexuell war.

Ist es ein Problem, dass Hollywood lieber die Geschichte eines bigotten Homohassers erzählt, der nach und nach diesen Hass überwindet und zum Gutmenschen wird? Natürlich ist eine solche Transformation dramatischer – und bietet dem heterosexuellen Hauptdarsteller zudem mehr Möglichkeiten für Charakterdarstellung und -entfaltung.

Prompt wurde Matthew McConaughey ebenfalls für den Oscar nominiert, als "Bester Hauptdarsteller". Ob er diese Nominierung auch bekommen hätte für die Darstellung eines offen bisexuellen Mannes, der sich beim Schwulensex mit HIV infiziert hat? Und: Würde sich ein Mainstream-Heteropublikum die Geschichte wegen der großartigen Darstellung McConaugheys anschauen, wenn sie keinen Hetero-Ausgangspunkt hätte? In etlichen großen Artikeln zum Film ist zu lesen, dass schwule Aids-Aktivisten, die für bessere medizinische Behandlung kämpften, damals keine Heteros als Stichwortgeber und Vorbilder brauchten, um aktiv zu werden.

Die "romantisierte" Geschichte der frühen Aids-Aktivisten

Für alle, die eine authentische und absolut wahre Geschichte lesen wollen, ist vermutlich Sean Strubs neues Buch "Body Counts: A Memoir of Politics, Sex, Aids, and Survival" lohnender. Auch Strubs bekam 1985 seine HIV-Diagnose und wartete darauf, in Kürze zu sterben. Er nutzte die verbleibenden Monate, um Geld für Aids-Forschung zu sammeln, und er gründete das Magazin "POZ", das HIV-positive Menschen porträtierte und medizinische Updates veröffentlichte.

Strubs starb nicht, zu seiner eigenen Überraschung, sondern lebt noch heute. Inzwischen ist er 55 Jahre alt. Die 410 Seiten seines Buchs sind ein schwergewichtiger Hammer, aber eine lohnende Lektüre. Viele werden Strubs kennen: Er ist in nahezu jedem Dokumentarfilm zum Thema Aids zu sehen, auch in "Vito" sowie "Surviving the Plague".

Heute, sagt Strubs, würden die Aktivisten von damals von vielen "romantisiert". In seinem Buch erzählt er von den unromantischen Grabenkämpfen, die in den 1980er Jahren auch innerhalb der schwulen Community wüteten, und von denen man in Filmen wie "Dallas Buyers Club" nichts mitbekommt. Dafür sind sie dann eines der zentralen Themen von "The Normal Heart".

Im Magazin "POZ", das inzwischen sein 20-jähriges Jubiläum feiern konnte, wird nach wie vor betont, dass man Gesundheitsbehörden, der Pharmaindustrie und ärztlichen Ratschlägen mit einer gesunden Portion Skepsis begegnen sollte. Genau wie man Filme wie "Dallas Buyers Club" nicht allzu sehr als bare Münze nehmen sollte. Aber vermutlich ist auch das ein Zeichen der fortschreitenden Zeit: Die, die damals dabei waren, wollen in den meisten Fällen nicht mehr daran erinnert werden, wie furchtbar die 1980er Jahre wirklich waren. Und die, die sie nicht mitgemacht haben, sind auf teils verklärende Fiktion als Informationsquelle angewiesen.

Na ja, das stimmt natürlich nicht ganz. Wie gesagt, viele der alten Filme sind nach wie vor auf DVD erhältlich und sehenswert. Und viele der neuen Filme werden im Idealfall auch ältere Zuschauer animieren, sich nochmal mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Und das ist dann doch eine gute Nachricht. Die vermutlich nochmal eine neue Brisanz bekommen wird, sollte Matthew McConaughey tatsächlich den Oscar bekommen – als wagemutiger Hetero, der im Homo-Terrain wildert.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

Dallas Buyers Club. Drama. USA 2013. Regie: Jean-Marc Vallée. Darsteller: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner u.a. Laufzeit: 117 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: Ascot Elite. Bundesweiter Kinostart: 6. Februar 2014.
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Dallas Buyers Club
10 Bilder


#1 FelixAnonym
  • 05.02.2014, 09:38h
  • "Viele von diesen jungen Zuschauern konnten nicht glauben, wie ehemals von Seiten der Regierenden und Medien mit Aids (und Homosexualität) umgegangen wurde."

    Ja, auch ich kann mich noch erinnern, wie damals in meiner Jugend die CDU/CSU ernsthaft forderte, man solle AIDS-Kranke zwangsinternieren, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu stoppen. Und das war in den 1980er-Jahren, ist also noch gar nicht so lange her.

    Oder wie in den USA, wo Ronald Reagan und andere Politiker das als verdiente Strafe für Homosexualität angesehen hat und Medien von "Schwulen-Seuche" sprachen.

    Wer mal sehen will, wie es damals so abging sollte sich unbedingt den Film "And the band played on" aus dem Jahr 1993 ansehen. Für mich einer der besten Filme über HIV/AIDS, die es gibt - wenn nicht gar der beste.

    Da werden auch die ganzen politischen und medizinischen Hintergründe ausführlich und exakt thematisiert.

    Basierend auf dem gleichnamigen Buch des Aktivisten Randy Shilts, der leider 1994 an den Folgen von AIDS verstarb. Da spielen zahlreiche bekannte Schauspieler mit, die auf ihre Gage verzichtet haben: Ian McKellen, Lily Tomlin, Matthew Modine, Alan Alda, Richard Gere, Phil Collins, Anjelica Huston, etc.

    Wie gesagt: diesen Film, der eine Mischung aus Spielfilm und Doku-Elementen ist, sollte eigentlich jeder gesehen haben!!
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#2 SebiAnonym
  • 05.02.2014, 09:51h
  • Die Verdrehung der Fakten ist natürlich absolut ärgerlich und ich wünschte, man wäre historisch korrekt geblieben.

    Aber ich will auch nicht zu sehr schimpfen, denn jeder Film, der zu mehr Beschäftigung mit HIV/AIDS beiträgt und für mehr Akzeptanz von Homosexualität sorgt, ist ein Gewinn.

    Es gibt auch andere Filme, die nicht immer ganz historisch korrekt waren und dennoch viel gutes bewegt haben.
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#3 JoskiAnonym
  • 05.02.2014, 11:20h

  • Da wird aus einem bisexuellen Mann, der nicht homophob ist, in der Fiktion ein homophober Hetero...wie kann man nur Memschen so falsch darstellen?

    An die Leser die den Film noch loben, wie würde es euch gefallen wenn man in einem Film über euch euch z.B. Vorwerfen würde ein Rassist zu sein?
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#4 LucaAnonym
  • 05.02.2014, 12:09h

  • Auch wenn das historisch nicht ganz korrekt ist, ist jeder weitere Film zu dem Thema erst mal gut.

    Natürlich ist die Frage berechtigt, ob der Film weniger erfolgreich wäre, wenn man authentischer gewesen wäre. Aber vielleicht erreicht man mit dieser Story mehr Leute und dann kann ich damit leben.
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#5 SmileyEhemaliges Profil
  • 05.02.2014, 12:42h
  • Antwort auf #3 von Joski
  • Ein Film erzählt nun einmal eine Geschichte und nicht Geschichte (story, not history). Für das Erzählen einer Geschichte gibt es gewisse Randbedingungen die dem Publikum die Handlung (leichter) verständlich machen. Deshalb werden kaum je Personen in ihrer historischen Realität dargestellt. Sie würden die Handlung nicht tragen.

    Ein guter Mensch der Gutes tut, motiviert aus seinem Gutsein, jeden Tag ohne irgendeine Fortentwicklung, was für eine Geschichte könnte man darüber erzählen? Eine langweilige.

    Es ist ein uraltes dramaturgisches Mittel einen ziemlich durchschnittlichen und mitunter unangenehmen Charakter auf eine Reise zu schicken in deren Verlauf er andere kennenlernt, Gefährten gewinnt, Erfahrungen sammelt und einen Prozeß positiver Reifung zur Weisheit, zum Guten erlebt. Ein von seinem alten schlechten Selbst gereinigter Held, der die Welt zu einem besseren Ort gemacht hat und uns allen eine Lehre mit auf den Weg gibt.

    Literaturempfehlung: Joseph Campbell "Der Heros in tausend Gestalten".

    Wenn man mir vorwürfe ein Rassist gewesen zu sein der sich durch Erleben und Erfahren der Auswirkungen des Rassismus zu einem nicht-Rassisten gewandelt hat und dessen weiteres Wirken unter Rassismus leidenden Menschen hilfreich ist - damit hätte ich kein Problem.

    Natürlich wird dieser Film damit nicht dem historischen Ron Woodroof gerecht. Natürlich wird dieser Film nicht den schwulen Männern an sich gerecht.

    Wenn die Geschichte gut erzählt ist und das Publikum von der Wandlung eines Schwulenhassers zum guten Helfer eine Wirkung empfängt, kann das doch nur wünschenswert sein. Zumal man, Erfolg an der Kasse vorausgesetzt, hernach in Talkshows und Dokumentationen, in Blogs, Zeitungsartikeln und Büchern wunderbar und engagiert darüber sprechen kann was Ron Woodroof denn nun wirklich für ein Mensch gewesen ist, die Botschaft multiplizieren.
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#6 Sabelmann
  • 05.02.2014, 14:12h
  • Empfehle den Film in englisch zu schauen....die Synchronisation ist grauenhaft!
    Hätte mir auch gewünscht die Storry wäre nicht verfälscht!Aber so ist Film!
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#8 Tonner66Ehemaliges Profil
  • 05.02.2014, 16:29h
  • Dieser Film ist für ein Heteropublikum gemacht und für die ist es am besten zu verstehen und richtig abzuspeichern wenn aus einem Hetero und Homofeind ein Freund wird den solch eine Wandlung können sie besser nachvollziehen. Wäre er jetzt Bi im Film wie im echten Leben würde wieder alles über einen Kamm geschoren und das Stigma der "Schwulenseuche" in den Heterohirnen noch ein Stück mehr manifestiert. So "fucked up" ist das Leben! :-(
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#9 PauloAnonym
  • 05.02.2014, 20:13h
  • Nää, solche Filme sollte man heutzutage nicht mehr machen, weil sie ein Gesicht von Aids zeigen, das nicht mehr stimmt. Als Doku wär das ja was anderes,wär ja historisch deutlicher gekennzeichnet, als Fiktion ist es scheiße, kontraproduktiv, Verdrehung der Tatsachen hin oder her. Ich finde auch die Aufmerksamkeit auf die schauspielerische Leistung shitty, abmagern und Trümmer-Transen spielen kommt immer gut. Schwule Themen völlig instrumentalisiert für ruhmsüchtige Hollywood-Sternchen. Auch die Rede von Jared Leto kommt selbstgefällig und arrogant daher: "Danke liebe Transen, dass ihr mich inspiriert habt, mir für ein paar Drehtage eine Rolle überzustreifen, die ich danach natürlich wieder locker flockig in den Kostümfundus gepackt habe".

    Keine politische Ansage, nix..

    Ekelisch..
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#10 Timm JohannesAnonym
  • 06.02.2014, 00:30h
  • Also ich finde solche Filme im Jahre 2014 für deplaziert und regelrecht falsch.

    Es gibt bereits jede Menge guter AIDS-Filme, die in den 1990er entstanden.

    Heute ist aber die Lage bei HIV in den Industriestaaten eine ganz andere Lage und mit den guten Medikamenten leben die allermeisten HIV-Patienten in Westeuropa ganz gut.

    Daher halte ich es für falsch, hier nun wieder Horrorfilme zum AIDS-Sterben zu bringen, die mit der heutigen Realität in Deutschland, USA oder Frankreich NICHTS zu schaffen haben.

    Statt solcher AIDS-Schocker in die Kinos zu bringen, die mit der Realität nicht zu schaffen haben, sollte es besser Filme zum HEUTIGEN Alltagsleben homosexueller Paare geben.

    Wo sind Filme der letzten Jahren mit homosexuellen Paaren, die am Standesamt in Deutschland sich verpartnern und die aktuell in die politische Lage eingebettet sind (Merkel als Kanzlerin, Finanzkrise und Euro).

    Nee solche Panikmacher zu AIDS finde ich als schwuler Mann total daneben, weil heute ganz, ganz andere Themen den Alltag deutscher schwuler Paare bestimmen.

    Standesamt, Internet, Jahresurlaub, Haus-/Wohnungskauf, Bürgerlichkeit mit Treffen bei Schwiegermutter am Sonntag, usw.

    ABER nee es müssen halt immer nur Filme sein, die schockieren und Angst machen.

    Aber das Leben schwuler Paare in den Industriestaaten sieht auch mit HIV-Infektion ganz ganz anders aus, als diese Filme zeigen.

    Ich werde mir diese Filme jedenfalls NICHT anschauen, weil ich genügend AIDS-Filme aus den 1990er gesehen habe.
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