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Angela Merkel entlarvt sich als konservative Polemikerin ohne Blick für gesellschaftliche Realitäten

Von Sarah-June Jäckel

Die de facto-Kanzlerkandidatin der Union hatte ihre große Stunde: Beim Bundesparteitag der CDU in Düsseldorf konnte sie sich endlich einmal so richtig präsentieren und ihre Grundzüge von Gesellschaftspolitik erläutern. So hören wir nun erneut, dass in der Merkel'schen Weltordnung die "Familie" der Ort ist, wo "Treue, Verlässlichkeit Bindung, Geborgenheit und Halt, soziale Verantwortung weitergegeben" würden. Damit sind aber selbst redend ausschließlich heterosexuelle Familien gemeint, denn Frau Merkel hält es "für falsch, das Erbrecht bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften so auszugestalten, wie das bei Ehepaaren". Den Lesben und Schwulen spricht sie damit die Fähigkeit ab, die von ihr beschworenen Werte der Familie auszufüllen. Zudem offenbart sie hier wieder einmal ihr grandioses Halbwissen, mißachtend, dass lesbische und schwule Paare bis auf die von der CDU/CSU boykottierten erbschaftssteuerrechtlichen Regelungen im Erbrecht bereits gleichgestellt sind.

Lesben und Schwule sollten sich auf das Massivste gegen dieses fernab jeglicher Realität angesiedelte Weltbild der CDU-Vorsitzenden stellen. Offenkundig ist Frau Merkel trotz eines Ole von Beust und trotz ihres Duzfreundes Westerwelle nach wie vor nicht in der Lage, ihr homophobes Weltbild zu revidieren.

Damit zeigt sich einmal mehr, dass eine CDU-geführte Bundesregierung für Deutschlands Lesben und Schwule eine Katastrophe wäre. Eine Verbesserung der Lebenssituation und das Erreichen einer vollkommenen rechtlichen Gleichstellung aller Bevölkerungsgruppen ist mit der Union nicht zu machen.

Von einer Kandidatin, die schon mitten in der Legislaturperiode einen Vorwahlkampf mit billigster Polemik gegen lesbische und schwule Paare und deren Gefühle startet, ist wohl nur Stammtischniveau zu erwarten. Frau Merkel sollte diese Form der Minderheitendiffamierung sofort beenden. Es kann nicht angehen, dass hier eine konservative Kandidatenprofilierung auf dem Rücken der Lesben und Schwulen ausgetragen wird. Die mittlerweile breite Akzeptanz der Deutschen für die Eingetragene Lebenspartnerschaft und für gleichgeschlechtliche Beziehungen darf auf keinen Fall für schnelle Punkte am rechten Rand aufs Spiel gesetzt werden. Hier steht auch eine Vorsitzende der CDU in der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

Sarah-June Jäckel ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Schwusos (Lesben und Schwule in der SPD)

7. Dezember 2004



20 Kommentare

#1 ACopAnonym
  • 07.12.2004, 14:52h
  • Ja und wenn die Frauen dann nicht kochen können und
    einfach scheiße aussehen, dann werden sie von ihren
    Männern in die Politik geschickt. So kann man auch
    Hausputz machen! :-)
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#2 MarinaAnonym
  • 07.12.2004, 15:25h
  • So gerne ich auch mal eine Frau als Bundeskanzlerin hätte, aber auf eine Bundeskanzlerin mit solchen Ansichten kann ich gerne vezichten.
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#3 ThorstenAnonym
#4 gerdAnonym
  • 07.12.2004, 19:05h
  • Die Rede von frau Merkel war schlecht, leider...

    Frau Merkel muss doch begreifen, dass sie auf diese Weise eher in der Mitte und am linken Rand der CDU verliert, wenn sie eine solche Rede hält und nur am rechten Rand hinzugewinnen kann, den Stoiber sowieso "besser" besetzt.

    Frau Merkel ist doch gerade deswegen mehrheitsfähirg in unserem Lande, da sie die Mitte und den linken Rand der CDU repräsentiert; und ebenso eng mit der FDP zusammenarbeiten kann (wie Ihre guten Kontakte in die FDP hinein zeigen, da hätte es Herr Stoiber viel "schwerer" in einer Koalition mit der FDP).

    Nein diese Rede von Frau Merkel war schlecht ,und ich könnte mir vorstellen, dass es auch Personen am linken Rand der CDU auf dem Parteitag waren, die Ihre Stimme nicht Frau Merkel geben mochten.

    Frau Merkel müßte doch wissen, dass das Erbrecht bereits höchstverfassungsgerichtlich bestätigt gleichgestellt wurde; und es 2005 "nur" noch um die steuerliche Beurteilung geht.
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#5 JuliaAnonym
  • 07.12.2004, 21:27h
  • In Holland heißt der Spültisch "het aanrecht"
    und es gibt ein Sprichwort,

    "Het enige recht is het aanrecht."
    Das einzige Recht ist der Spültisch.

    Das möchte Frau Merkel, für die Frauen natürlich.

    Grüße, Julia.
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#6 MichaelAnonym
  • 07.12.2004, 22:20h
  • @Julia

    dann soll sie es uns doch vormachen...

    ab in die küche , den spültisch und schön den putzlappen schwingen....

    da kann sie nur bedingten schaden anrichten :lol:
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#7 JuliaAnonym
  • 07.12.2004, 22:45h
  • @Michael,

    Das ist ein guter Idee, veilleicht können wir, alle Schulen und Lesben, sie dann vortragen als Küchenprinzessin des Jahres, nächstes Jahr. Während die verleihung des goldenen Spültisches.

    Grüße, Julia.
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#8 GerdAnonym
  • 08.12.2004, 04:50h
  • So habe mir auf der Seite der CDU nochmal das Video der Rede angeschaut...

    Und daher möchte ich mein Urteil abmildern: Frau Merkel hat in ihrer Grundsatzrede, zum einem ausdrücklich Ole von Beust in Zusammenhang mit der Airbusflughafenerweiterung gelobt und dies zeigt, dass sie die Leistungen von homosexuellen Menschen innerhalb ihrer Partei sieht und anerkennt.

    Zum zweiten hat sie bezüglich anderer Lebensentwürfe als der traditionellen Familie gesagt, diese müßten respektiert und anerkannt werden. Das sollte bei aller Kritik nicht ganz vergessen werden...

    Aber sie hat halt den Standpunkt vertreten, dass diese Lebensentwürfe nicht bei aller Toleranz auch noch GEFÖRDERT werden müßten und bezog sich hierbei missverständlich auf das Erbrecht (womit sie dann wohl das Erbschaftssteuerrecht meinte).

    Letzlich ist diese Haltung von Frau Merkel falsch, aber ich halte es für wichtig genau hinzuschauen, was konkret von den einzelnen CDU-Vertretern gesagt wird.

    Eines zeigt es aber deutlich, im Steuerbereich kann man genau erkennen, wo die Parteien heute stehen.
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#9 SaschaAnonym
  • 08.12.2004, 04:59h
  • Also Leute, all eure Argumentationen in ehren, aber mir fällt immer wieder auf, dass Ihr die liebe Angie hinter den Herd und an den Spültisch stelle wollt.
    Hört sich an als währen wir hier bei einem Heteroclub und keiner traut einer Frau etwas zu.

    Aber das nur mal so am Rande.

    Ich mit meinen 20 Jahren, kann leider erst auf eine Wahl zurückblicken und das war die Bundestagswahl 2002 an der ich zum ersten Mal abstimmen durfte.
    Damals habe ich voller Enthusiasmus die CDU gewählt weil das ja in meiner Familie jeder tut.
    Mittlerweile entferne ich mich aber von Tag zu Tag von dieser christlichen Einrichtung.
    Nächstenliebe soll eigentlich eine christliche- Wohltat sein, aber da muss ich irgendwie lange bei der CDU suchen.

    Aber Leute: Was bitte sollen wir wählen.

    Ich bummel zurzeit etwas desorientiert durch die Gegend.

    Bei unseren großen alternativen (Bin ja wenigstens froh, dass wir welchen haben und nicht im unbegrenzten Land der begrenzten Möglichkeiten Leben) wie SPD, FDP und die Grünen fällt es mir schwer eine Richtige politische Gruppe zu finden.

    Die FDP scheint wohl für die Homos zu sein. Aber auch erst nach Schwesterwelles outing.
    Davor wurde auch etwas im Fluss mitgedümmpelt aber man hörte immer nur halbe Sache.

    Die grünen. Mhh ja Homofreundlich, Ausländerfreundlich, Frauenfreundlich, Umweltfreundlich, Arbeitslosenfreundlich, also immer schön freundlich.
    Aber kommt man mit viel Freundlichkeit immer weiter. Manchmal muss man auch mal einen anderen Weg gehen. Die Ausländerpolitik gefehlt mir überhaupt nicht. Atomausstieg ist wiederum auch eine gute Sache, aber meiner Meinung nach wirtschaftlich schwierig umsetzbar.

    Aber weiter weiß ich auch schon wieder nicht.

    Könnt Ihr einem arme, verwirten Homo mal einen Rat geben?
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#10 DavidAnonym
  • 08.12.2004, 09:17h
  • Du sagst es doch selber - die CDU ist unwählbar.
    Und wärst du etwas älter, hättest du die beim ersten mal sicher überhaupt nicht gewählt.
    Die Leute in den Mitt/End 20ern kannten vor Schröder NUR den Kohl, und in den 16 Jahren CDU hat diese so einiges verbockt, was nicht gerade schwul/Lesben-Freundlich war.
    Was die Regierung, bzw. die Verbände jetzt rausgeboxt haben, ist nur eine Antwort auf den Stillstand oder gar Rückschritt in Sachen schwul/lesbischer Politik.

    Aus dem Grund wissen die Leute hier, woher die Anti-pathie zur Union rührt.
    Daher kann ich dir nur zum kleineren Übel raten. Und das ist KEINE C-Partei.

    Und ich sage es zum 234234.mal:
    Ich kan nicht verstehen, warum gerade die Leute sich gegen eine Besserstellung (genauer genommen: Gleichberechtigung) von Minderheiten richten, die in der Vergangenheit selber mal genau darunter gelitten haben.
    Hat Frau Merkel sich mal gefargt, WARUM oder von wem es Gegenstimmen gab?
    Sciherlich von einigen Leuten, die keine FRAU als Vorsitzende oder K-Kandidatin haben wollen. Trotz aller Emanzipation.
    DAS sollte ihr mal zu denken geben!
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