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Georg Schorberger hat das "Projekt: schwul und katholisch" über viele Jahre begleitet

Der Theologe Gregor Schorberger hat eine Doktorarbeit zum Frankfurter "Projekt: schwul und katholisch" (PSK) vorgelegt.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es in Frankfurt am Main das "Projekt: schwul und katholisch" (PSK), die erste deutsche schwul-lesbische katholische Gemeinschaft, die in der katholischen Pfarrei Maria Hilf im Gallus beheimatet ist. Der Theologe Gregor Schorberger (66), langjähriger Krankenhausseelsorger an der Frankfurter Universitätsklinik, hat das Projekt über viele Jahre begleitet und dazu im vergangenen Jahr eine Doktorarbeit an der Technischen Universität Dortmund (Fakultät Humanwissenschaften und Theologie) vorgelegt.

Schorberger, der 2002 bereits am Fachbereich Medizin der Goethe-Universität promoviert wurde, analysiert in seiner zweiten Dissertation das katholische Selbstverständnis und die basiskirchliche Orientierung des Projekts, das 1991 seine Arbeit aufgenommen hat und zweimal vom damaligen Limburger Bischof Franz Kamphaus visitiert wurde.

Auf der Grundlage von 23 Interviews mit Mitgliedern der Gruppe und Gästen wie dem Kirchenrechtler Thomas Schüller (Münster), dem Sozialethiker und Jesuiten Friedhelm Hengsbach oder dem Sexualwissenschaftler Martin Dannecker weist Schorberger nach, dass es für homosexuelle Gläubige von großer Bedeutung ist, in der katholischen Kirche einen "anerkannten Ort" zu haben.

Tiefe Verletzungen durch die sexualfeindliche Kirche

"Das Projekt hat viele Menschen wieder zur Kirche geholt, die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgeschlossen und diskriminiert fühlten", betonte Schorberger bei der Vorstellung seines Buches "schwul + katholisch – Eine christliche Gottesdienstgemeinschaft" im vergangenen Dezember in Frankfurt. Es habe ihnen Mut gemacht, ihren Glauben zu leben und ohne Angst eine eigene Spiritualität zu entwickeln.

Schwule und Lesben fühlten sich in diesem Kreis ernstgenommen und könnten lernen, sich mit ihrer Biografie zu versöhnen. Denn auch heute noch brauche es Zivilcourage, sich offen als gläubiger, homosexueller Mensch zu zeigen. Tiefe Verletzungen, die ihnen auch durch eine oftmals sexualfeindliche Kirche entstanden seien, könnten so geheilt werden: "Sie spüren in dem Projekt, dass sie von Gott angenommen sind, so wie sie sind, mit allen Schwächen und Stärken."

Das Projekt verändere aber auch die Kirche, glaubt Schorberger. Es trage nicht nur dazu bei Vorurteile abzulegen, sondern helfe auch der Kirche, in ihrer Seelsorge für alle Menschen glaubwürdiger zu werden. So habe das Frankfurter Beispiel auch dazu geführt, dass sich nach und nach zehn weitere schwul-lesbische Gottesdienstgemeinschaften im deutschsprachigen Raum etabliert haben.

Das "Projekt: schwul und katholisch" lädt an jedem ersten Sonntag im Monat um 18.30 Uhr zum Gottesdienst in der Kirche Maria Hilf, Rebstöcker Str. 70 in Frankfurt an Main ein. (cw/pm)

Infos zum Buch

Gregor Schorberger: Schwul + katholisch. Eine christliche Gottesdienstgemeinschaft. Dissertation. 368 Seiten. Verlag epubli GmbH. Berlin 2013. 55,09 €. ISBN 978-3-8442-4999-6. 55,09 €


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 SmileyEhemaliges Profil
#3 sperlingAnonym
  • 06.02.2014, 11:17h
  • >"...die sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ausgeschlossen und diskriminiert fühlten"

    ach so, die massive homophobie der rkk war also immer nur ein "gefühl"...? na, wenn die einsichtigen gefühlsgestörten das jetzt in einer eigenen selbsthilfegruppe bearbeiten können, dann ist ja endlich alles gut.
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#4 KMBonnProfil
  • 06.02.2014, 11:23hBonn
  • Ich verstehe das nicht, ich verstehe es wirklich nicht. Wie kann man, wenn man nun schon schwul ist und so dazu kommt, über sich und das Rollenverständnis gründlich nachzudenken, katholisch sein? Ist es der verzweifelte Wunsch, irgendwo in der größten Sch... doch noch ein Körnchen Gold zu finden?
    Für mich ist nur ein Beleg, daß manche Leute auf dem Weg zu einem selbstbestimmten und -bewußten Charakter immer noch den Segen einer obskuren Organisation brauchen und dem umso verzweifelter hinterherhecheln, je mehr sie getreten werden. So kommt man nicht weiter.
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 06.02.2014, 11:34h
  • Antwort auf #4 von KMBonn
  • @KMBonn
    "Ich verstehe das nicht, ich verstehe es wirklich nicht. Wie kann man, wenn man nun schon schwul ist und so dazu kommt, über sich und das Rollenverständnis gründlich nachzudenken, katholisch sein? I"

    --> Da hast du zu 100 Prozent Recht. Und mir ist es ein vollkommenes Rätzel, warum ein Herr Wowereit oder unsere aktuelle Umweltministerin noch immer Kirchensteuer bei den Katholiken zahlen.

    Es gibt doch heute eine ganze Reihe besserer liberaleren christlicher Kirchen, wo es Segnungs- oder Trauungsgottedienste für homosexuelle Paare gibt, die zum Standesamt gehen.

    Ob die Altkatholische Kirche, die Quäker, die lutherischen skandinavischen Kirchen und Islands, die lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen der EKD, die Preybyterian Church (USA), die Metropolitan Community Church, die Reformed Church in USA, die United Church in Canada, die United Church in Amercia, einige Kantonskirchen der SEK in der Schweiz, die Protestantische Kirche der Niederlande, die anglikanische Episcopalchurch in den Vereinigten Staaten, die Anglican Church of Canda oder auch die Waldenser.

    ALLE diese Kirchen, die ich genannt habe, akzeptieren in ihrer Lehre homosexuelle Handlungen, sehen diese nicht als sündhaft an, bieten Segnungsgottesdienst oder sogar Trauungen für verheiratete/verpartnerte homosexuelle Paare in ihren Kirchen an und haben hier eine gegensätzliche Position zum Vatikan.

    Daher warum man als Christ in der Katholischen Kirche verbleibt, ist mir ein Rätzel. Es gibt doch eine Reihe besserer und liberalerer Kirchen.
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#6 David77Anonym
#7 MarienkäferinAnonym
#8 sperlingAnonym
  • 06.02.2014, 13:48h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • ja, weshalb die frankfurter_innen nicht einfach in die united church of canada oder die tolle isländische kirche eintreten, das ist ein echtes rätZel [sic] ...

    ihr religiöses leben könnte so viel einfacher sein!
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#9 WikipediaAnonym
#10 LiberteAnonym
  • 06.02.2014, 14:42h
  • "Schwule und Lesben fühlten sich in diesem Kreis ernstgenommen und könnten lernen, sich mit ihrer Biografie zu versöhnen. Denn auch heute noch brauche es Zivilcourage, sich offen als gläubiger, homosexueller Mensch zu zeigen". Warum denkt hier jemand, schwule Katholiken brauchen die Zivilcourage nur in ihrer eigenen Kirche ? Falsch: das brauchen sie auch und vor allem in einer atheistischen, glaubensfeindlichen Umgebung nicht weniger, egal ob das Nachbarschaft, Arbeitsplatz oder ein Schwulenzentrum ist. Die Initiative als solche ist natürlich nur begrüssenswert: endlich die Betroffenen selbst reden lassen, keine Opfer, sondern selbstbewußte Menschen in ihnen sehen, die Entscheidungen über ihr eigenes Leben ihnen selbst überlassen. Denn bislang ist meistens der Fall gewesen, daß angesichts der gläubigen Menschen, egal welcher Sexualität, der säkulare Weltteil nur einen Heiler spielen will, wie schon viele Male in der Geschichte davor, als für die Millionen diese Aktion ihrer Befreiung meistens auf dem Schafott Ende nahm, mit der Begründung der Henker, so nach dem Motto: "wir haben ihnen doch ihre eigene Freiheit zurückgegeben, sie aus ihrer Glaubensgemeinde (Pfarrkirche, Kloster), die sie für ihr Haus hielten, rausgeholt - und sie sind trotzdem unzufrieden, die Undankbaren". Alles nur für die Freiheit, selbstverständlich. Und im Zweifel gegen die Befreiten selbst.
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