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  • 08.02.2014           78      Teilen:   |

Interview

Taner Ceylan: "Türkische Männer lieben Sex"

Artikelbild
Der Maler Taner Ceylan ist der vermutlich bekannteste Künstler der Türkei. Und einer der wenigen offen schwulen. Mit seinen homoerotischen Bildern provoziert er immer wieder seine Mitbürger – und erzielt auf dem internationalen Kunstmarkt Höchstpreise

Im Interview mit queer.de spricht der vermutlich bekannteste Maler der Türkei über seine oft homoerotischen Werke und das schwule Leben in Istanbul.

Von Kevin Clarke

Du bist in Deutschland geboren?

Ja, und in Nürnberg aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mit 16 bin ich dann mit meiner Familie in die Türkei zurückgekehrt und habe hier Kunst studiert. Bevor wir aus Deutschland weggingen, war die Türkei für mich immer ein exotischer Ort. Aber als ich dann tatsächlich hier ankam, war was alles ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Es begann eine harte Zeit für mich.

Weil du merktest, dass du schwul bist?

Das wusste ich schon in Deutschland. Aber meine ersten Erfahrungen habe ich erst in der Türkei gemacht. Homosexualität war damals für mich und meine Umgebung ein totales Tabuthema. Es hat Jahre gedauert, bis ich selbst damit klar kam und akzeptieren konnte, dass ich nicht krank bin und dass Schwulsein ganz normal ist.

Wie hast du das geschafft?

Das klärte sich während meines Studiums. Ich war 19, und meine Gefühle waren extrem. Niemand in meiner Umgebung war so wie ich. Es gab an der Uni eine Psychotherapeutin, eine alte türkische Dame. Ich ging zu ihr, um Hilfe zu bekommen. Nach ein paar Wochen, in denen wir viel diskutierten, sagte sie zu mir: "Junge, du bist schwul. Das ist normal. Du musst versuchen, damit klar zu kommen." Sie erzählte mir, dass es in Istanbul tolle schwule Clubs gibt, und riet mir, dorthin zu gehen, damit ich Leute finde, die wie ich sind. Nur so würde ich glücklich werden. Sie hat auch gesagt, dass sie andere Patienten wie mich gehabt hat, die versucht hatten, ihre Sexualität zu ändern und dabei sehr unglücklich geworden waren. Sie riet mir dringend davon ab. Mehr noch, sie meinte, ich sollte meine Homosexualität auch in meiner Kunst ausleben. Ihre Worte waren für mich wie ein Erdbeben. Von einem Tag zum anderen hat sich bei mir alles verändert. Alles! Ich habe sofort meine Brüder und Schwestern informiert.

Wie haben die reagiert?

Sie sagten: "Wir wussten das!" Was mich schockiert hat. (lacht) Sonst hatten sie aber keinerlei Probleme damit. Mit meinen Eltern habe ich nicht darüber gesprochen. Sie waren damals schon alt. Und: Über solche Themen spricht man in der Türkei nicht mit seinen Eltern.

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Motiv aus Taner Ceylans neuestem Bildband "The Lost Paintings Series", der im November 2013 bei Damiani erschienen ist
Motiv aus Taner Ceylans neuestem Bildband "The Lost Paintings Series", der im November 2013 bei Damiani erschienen ist

Hast du deine Homosexualität dann in deiner Kunst ausgelebt?

Ich war ein fleißiger Schüler und der Lieblingsstudent meiner Professoren. Nach dem Erdbeben, das die Worte der Therapeutin bei mir ausgelöst hatten, hat sich die Thematik meiner Bilder verändert; sie wurden homoerotisch(er). Und auf einmal war ich der "schlechte Junge", meine Professoren wollten nichts mehr mit mir zu tun haben. Ich habe aber weitergemalt und mein Studium beendet.

Und dann?

Ich beschloss, zurück nach Deutschland zu gehen, um meinen Bruder zu besuchen. Da hat sich mir eine andere Welt eröffnet – besonders in der schwulen Szene. Ich war mittendrin. Ohne Angst. Ich reiste nach München und Berlin, hatte mehrere Boyfriends, genoss die Freiheit. Es war wie ein Traum. Spontan organisierte ich Ausstellungen in kleinen Räumen. Dadurch wurde das Schwulenzentrum Nürnberg auf mich aufmerksam und bot mir an, 1991 meine erste richtige Ausstellung bei ihnen zu machen.

Sie hieß "Scandal"…

Genau. Es gab tolle Reaktionen. Aber ich merkte, dass man als Türke in die deutsche Kunstszene schwer reinkommt, wenn man nicht dort studiert und Verbindungen hat. Ich ging zurück nach Istanbul, um mein Glück dort zu versuchen. Aber die Galerien in der Türkei wollten mit mir nichts zu tun haben. Sie sagten, solche Bilder könnten sie nicht ausstellen. Sie mochten aber meinen Stil und schlugen vor, dass ich einfach etwas anderes malen sollte.

Wie hast du reagiert?

Ich entschied mich, wieder nach Deutschland zu gehen. Vorher wollte ich aber Rache nehmen, mit einer "Revenge Party". Ich habe eine "Fake Party" organisiert, die ich "The Monte Carlo Style" nannte. Ich habe mit Freunden Einladungen verschickt an alle Promis der Stadt. Die Party sollte in einem großen Raum starten und auf einer Yacht weitergehen. Es sollte eine Jean-Paul-Gaultier-Modenschau geben mit Stripteasetänzern und Cocktails. Ich hatte Plakate drucken lassen mit einer Telefonnummer. Alle, die anriefen, bekamen die Auskunft, dass nur 300 Menschen auf die Gästeliste passten. Hoch exklusiv also. Plötzlich wollte jeder hin. Alle VIPs der Stadt: Schauspieler, Maler, TV-Moderatoren. Als der Abend der Party kam, habe ich mich zusammen mit drei Freunden als Dragqueen verkleidet und den Empfang gemacht. Die Leute standen Schlange, um reinzukommen. Die Gäste betraten dann einen leeren Raum, in dem nur meine Bilder hingen. Auf der Wand stand die Erklärung, warum ich Rache nehmen wollte. Am nächsten Tag waren alle Zeitungen und Fernsehprogramme voll mit Berichten über das Event. Auf einmal war ich der berühmteste Künstler in der Türkei. Das hat meine Deutschlandpläne total verändert. Ich bin in Istanbul geblieben, weil plötzlich jeder meine Bilder haben wollte.



Diese Werke sind oft explizit homoerotisch. Wie gehen deine Eltern damit um?

Sie waren schockiert und wussten nicht, wie sie reagieren sollten. Besonders, als ich auf einmal so erfolgreich war. Wir haben aber nie darüber geredet. Wenn ich meinen Eltern eine Diskussion aufzwingen würde, könnte es passieren, dass sie den Kontakt abbrechen. Das will ich nicht. Sie wissen, dass ich schwul bin, aber sie reden nicht darüber.

Wie war die Lage für Schwule in der Türkei in den 1990er Jahren?

Es gibt hier eine alte schwule Tradition, aus dem osmanischen Reich. Es gibt Plätze, Bars, Hammams, in die man nur reinkommt, wenn man weiß, wo sie sind. Es ist keine öffentliche schwule Szene wie in Europa. Es ist eine geschlossene Gesellschaft mit eigenen Regeln. Du kannst hier alles machen, nur nicht offen schwul leben.

Wie ging es nach deiner "Revenge Party" weiter?

Ich bekam einen Job als Lehrbeauftragter an einer Privatuni. Dann wurde ich eingeladen, an einer Schau mitzumachen mit dem Titel "Families Only". Das ist ein gängiger Begriff in der Türkei, weil es hier viele Restaurants gibt, wo nur Familien rein dürfen. Ich fragte mich, was ich für diese Schau malen könnte. Das Resultat war das Bild "Taner/Taner". Das zeigt zwei Taners, die sich ficken. Das Bild wurde ausgestellt. Aber danach verlor ich meinen Job. "Unsere Lehrbeauftragten dürfen sowas nicht malen", hieß es. Das hat ziemlichen Wirbel ausgelöst. Denn einige fortschrittliche Medien fanden, dass so etwas in der modernen Türkei nicht passieren dürfe. Sie haben sich für künstlerische Freiheit eingesetzt und damit auch für mich. Kurz danach fand die Istanbul Biennale statt, der Kurator Dan Cameron hatte die Geschichte mitbekommen. Er lud mich ein, das Bild auszustellen. Das war mein internationaler Durchbruch.

Musstest du zum Militär?

Laut türkischem Gesetz darf ein Schwuler keinen Militärdienst leisten. Wenn man seine Homosexualität beweisen kann, ist man befreit. Man muss dafür durch einen harten Prozess, mit Psychologen, Militärärzten usw. Bei mir ging es ganz leicht. Sie haben meine Gemälde als Beweis akzeptiert, haben mit meinen Geschwistern geredet. Und ich wurde ausgemustert.

Wie hat sich die schwule Szene seither verändert?

In den 1990er Jahren gab es ein paar schwule Clubs, da konnten aber nur Leute rein, die Geld hatten. Denn: Wo Geld ist, ist alles legal! Jetzt gibt es viel mehr Clubs. Dank Internet kann man sich mit Menschen aus der ganzen Welt verabreden. Das hat die Szene internationaler gemacht. Wenn man heute in einem Club in Istanbul ist, sieht's da aus wie in Berlin, London oder New York. Was sich nicht verändert hat, ist das soziale Leben. Man kann nach wie vor nicht Hand in Hand durch die Straße gehen, sich öffentlich küssen oder als Paar zusammen leben. Natürlich können zwei Männer als "Freunde" zusammen in eine Wohnung ziehen. Aber sie dürfen nicht laut sagen, dass sie schwul sind. In jeder Straße und in jedem Bezirk gibt es Männer, die zusammenleben. Die Leute in der Nachbarschaft akzeptieren das und lieben sie vielleicht sogar. Aber wenn sie sagen "Wir sind schwul", werden sie plötzlich als Gefahr für die Gesellschaft wahrgenommen.

Eines der bekanntesten queeren Werke von Taner Ceylan: "Spring Time"
Eines der bekanntesten queeren Werke von Taner Ceylan: "Spring Time"

Wie machst du das, als bekannte Persönlichkeit mit deinem Freund zusammenzuleben?

Ich könnte sehr berühmt sein in der Türkei, wenn ich regelmäßig ins Fernsehen ginge. Aber das mache ich nicht. Ich benutze nur die Kunstmagazine für öffentliche Auftritte. Ich versuche, aus türkischen Zeitungen vollständig raus zu bleiben. Und wenn sie über mich berichten, will ich nur als Künstler präsentiert werden, nicht als Schwuler. Denn das wäre gefährlich. Anfang 2011 wurde ein Bild von mir bei Sotheby's in London versteigert, auf dem man eine Frau mit Schleier sieht, die neben Gustave Courbets Gemälde "L'Origine du monde" steht. Nachdem das Bild in Zeitungen abgedruckt worden war, bekam ich Morddrohungen. Der türkische Staat ist bei solchen Fällen vorsichtig geworden, nachdem es ähnliche Vorfälle mit tödlichem Ausgang gab. Sie wollen verhindern, dass etwas passiert, was sie negativ in die internationalen Schlagzeilen bringt. Sie haben mir also Bodyguards gegeben.

Ist in der Türkei etwas von einer schleichenden Islamisierung zu merken?

Die Leute, die hier sagen, sie seien Muslime – die beten überhaupt nicht! Das einzige, was zählt, ist Geld. Nicht Religion. Nicht Tradition. Die Wirtschaft boomt, zumindest tat sie das bis vor Kurzem; auch der Kunstmarkt boomt. Und wer das Geld hat, hat die Macht.

Wie sind im arabischen Raum die Reaktionen auf deine Bilder?

Viele Galeristen wollen mich zwar haben, aber sie können meine Bilder nicht ausstellen. Ich hatte Anfragen aus Dubai. Aber das ist mir zu gefährlich.

Apropos gefährlich: Gibt‛s in den Istanbuler Schwulenszene Razzien?

Die Clubs gehören hier doch alle der Mafia. Die wiederum versteht sich toll mit der Polizei. Da kommt niemand rein, der nicht rein gehört. Man ist als Schwuler also sehr geschützt in den Clubs.

Und auf der Straße?

Türkische Männer lieben Sex. Es ist also nicht undenkbar mit einem beliebigen türkischen Mann Sex zu haben, einem Taxifahrer oder Teppichverkäufer. Wenn der türkische Mann merkt, dass du schwul bist, geht alles von selbst. Man landet schnell im Bett. Weil das generell so ist, sind türkische Männer grundsätzlich auch nicht feindlich gegenüber Schwulen. Nur wenn sie gerade neben ihrer Freundin sitzen, ist das vielleicht anders.



Wie ist die Szene heute, aus deiner Sicht?

Sie ist gespalten. Die jungen Türken, die im Internet sehen, wie schwules Leben anderswo funktioniert, wollen die gleichen Rechte wie es sie in Europa gibt: gleichgeschlechtliche Ehe usw. Für diese Rechte kämpfen sie, durchaus lautstark. Die andere Gruppe sagt: "Nein, wir sind hier nicht in Europa und deshalb läuft das schwule Leben auch nicht so wie in Europa, wir müssen weitermachen wie bisher. Das ist doch auch gar nicht so unangenehm." Dennoch findet die Gay-Pride-Parade jetzt jedes Jahr in Istanbul statt, und jedes Mal kommen mehr Menschen dazu, um öffentlich für mehr Rechte zu demonstrieren. Da wird sich noch viel verändern. Und vermutlich bald.

Während der Gezi-Park-Proteste sind etliche neue politische Kräfte ins Rampenlicht getreten, u.a. die "Muslime gegen Kapitalismus". Sie sind eine progressiv und schwulenfreundlich Gruppierung …

Ja, einige der islamistischen Gruppen haben sich tatsächlich vorübergehend mit der LGBT-Community verbündet. Aber das ändert nichts daran, dass laut Islam Homosexualität trotzdem eine "Sünde" ist und bestraft werden soll. Ich glaube, da steht uns noch eine größere politische Revolution bevor: denn wir wissen jetzt, dass die angeblich liberalen Kräften innerhalb der muslimischen Welt sich nicht gegen die Radikalen wehren. Stattdessen werden sie selbst immer mehr zu Radikalen und sind nicht wirklich ein Gegengewicht, was sie eigentlich sein sollten.

Die Gezi-Park-Proteste haben international Schlagzeilen gemacht und hohe Erwartungen geweckt für einen Umschwung in der Türkei – auch was die Schwulenbewegung betrifft.

Seit Gezi ist hier nichts mehr so, wie es vorher war, was man auch an der aktuellen Skandalserie merkt. Diese Proteste vom letzten Sommer waren ein Meilenstein in der politischen Entwicklung unseres Landes, auch was Menschenrechte und LGBT-Rechte betrifft. Für kurze Zeit schimmerte so etwas wie eine Utopie auf: Menschen aus allen ethnischen Gruppen und aller sexuellen Orientierungen standen Schulter an Schulter. Aber die Regierung hat das positive Potenzial dieser Utopie nicht verstanden und die Situation schlecht gehandhabt. Trotzdem hat Gezi die politische Opposition verändert: sie ist zu einer geschlossenen Mauer geworden, die der wankenden Regierung gegenübersteht.

Links zum Thema:
» Lesetipp: Ceylan-Interview im italienischen Online-Magazin "il grande colibri", aus dem die letzten beiden Antworten stammen
» Homepage von Taner Ceylan
» Taner Ceylans neues Buch "The Lost Paintings Series" bei Amazon
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Tags: taner ceylan, türkei, istanbul, homoerotische kunst
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Reaktionen zu "Taner Ceylan: "Türkische Männer lieben Sex""


 78 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
08.02.2014
11:30:43


(-5, 17 Votes)

Von Mattias


Ich steh ja nicht so auf cut.


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#2
08.02.2014
11:33:03


(+15, 17 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Tolles Interview, cooler Typ!


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#3
08.02.2014
11:40:00


(+5, 17 Votes)
 
#4
08.02.2014
11:40:08


(+8, 14 Votes)

Von Udo aus Köln


@ Kevin Clarke

Wie kam es dazu, dass der Sohn von türkischen Wissenschaftlern im Graf von Faber-Castell´schen Schloss in Nürnberg geboren wurde?

Beeinflußte die Kunst im Schloßpark seine Sicht auf die Kunst im Gezi-Park?


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#5
08.02.2014
11:45:01


(+9, 15 Votes)
 
#6
08.02.2014
12:10:04


(-15, 25 Votes)

Von Timm Johannes


Ich hoffe sehr, dass die Türkei NIE, NIE, NIE in die EU hineinkommt, weil

1. ich will keine EU-Aussengrenze zu Syrien, Irak und Iran.
2. diese EU-Aussengrenzen würden durch kurdisches Siedlungsgebiet verlaufen und damit würde der Kurdenkonflikt in die EU hineingeholt.
3. diese EU-Aussengrenzen würden zu einem nicht mehr kontrollierbaren Drogenschmuggel führen, denn die Grenzgebiete der Türkei sind bergig und kaum kontrollierbar
4. diese EU-Aussengrenzen würden zu einer unkontrollierbaren illegalen Einwanderung in die EU führen. Das Mittelmeer ist noch so gerade mit Schiffen und Radar kontrollierbar, aber das Grenzgebiet zu Irak, Syrien und Iran ist es nicht.
5. die Türkei hat eine massiv rückständige Landwirtschaft in Anatolien und die Agrarsubventionen in Milliardenhöhe würden nicht mehr an deutsche, niederländische oder französische Landwirte verteilt, sondern müßten dann ("weil gleiches Recht fü alle Mitglieder") größtenteils in die Türkei nur noch fliessen
6. dier Zypernkonflikt: die Türkei hat in den 1970er völkerrrechtswidrig Zypern besetzt und hat bis heute die Enteignungen der Grundstücke im Norden der Insel nicht rückgängig gemacht. Noch heute warten viele griechische Zyprioten auf die Rückgabe ihre Hääuser und Grundstücke. Und ebenso würden die orthodoxen Kirchengebäude, wie beispielsweise die Sankt Nikolaus Kathedrale in Famagusta nicht bisher zurückgegeben, die heute noch eine Moschee ist.
7. das türkische Militär und dessen Stellung in der türkischen Gesellschaft: noch heute ist die Türkei ein Staat, wo das Militär im Hintergrund die "Fäden zieht"
8. die türkische Politelite ist total korrupt. Korruption gibt es zwar auch in anderen EU-Ländern, das ist klar, aber das Ausmaß der Korruption in der Türkei hat ganz andere Dimensionen.
9. die türkischen Politikertypen sind mir ein Graus: ob Erdogan oder sonstige türkische Politiker: die scheffeln alle Staatsgelder und deren Söhne bunkern das Geld dann in dubiosen Unternehmen, Anlagen und Steueroasen: der aktuelle Korruptionsskandal zeigt es mehr als deutlich
10. die Lage homoesexueller Menschen in der Türkei: von einer Lebensparnterschaft, einem Anitdiskriminierungsgesetz in der Arbeitswelt oder einer Eheöffnung ist Nichts zu sehen
11. die Lage der Christen: immer noch ist die Zwangsvertreibung der christlichen Armenier mit Völkermord und die Zwangsvertreibung der christlichen Griechen aus Izmir und Umgebung nicht wiedergutgemacht worden. Das Verhältnis zwischen der Türkei und Griechenland/Zypern ist immer noch sehr mies.
12. Mich nerven diese türkische Machomänner, die bereits in jungen Jahren oftmals von ihren Müttern zu Paschas erzogen werden, während die Töchter "die Klappe halten sollen und Kinder gebären sollen". Mir ist diese Einstellung in vielen konservativen türkischen Familien ein Dorn im Auge. Und ich habe keine Lust, dass Deutschland auch eines Tages so aussehen könnte.
13. Letztlich der Islam-Christentum-Konflikt...die Geschichte ist sehr belastet, wenn ich an das Osmanische Reich und die Zwangsbesetzungen christlicher Staaten wie Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Griechenland denke.
14. die zahlenmäßige Größe der Türkei im Europaparlament: die Türkei hat 75 Millionen Einwohner und danach hätte die Türkei annähernd gleich viele Abgeordnete dort...was da dann für Politiker alle aus Erdogans Partei im Europaparlament hineinkommen würden und wie dies das Machtverhältnis im Europaparlament zum Negativen verändern würde, da bin ich sehr negativ eingestellt, was dies für die Machtbalance im Europaparlament bedeutet.

---> Mein Fazit lautet daher: die Türkei soll NICHT in die EU hinein und ich bin da froh, dass dies laut Umfragen über 2/3 der Deutschen auch nicht wollen. Bei diesem Thema hat Frau Merkel und CDU/CSU sowie die AfD vollkommen Recht.

Wählen werde ich deswegen CDU/CSU und AfD im Mai bei der Europawahl aus guten anderen Gründen nicht. Aber wenn es NUR das Thema Türkeibeitritt gäbe, bekäme Frau Merkel auf jeden Fall meine Stimme.


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#7
08.02.2014
12:19:22


(+1, 13 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #6 von Timm Johannes


Link zu www.change.org


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#8
08.02.2014
12:55:45


(-11, 19 Votes)

Von Timm Johannes


@FoxxyNesss
Ja dein Hinweis auf die Organisation "change.org" ist eines von mehreren Guten Argumenten, warum die CDU/CSU nicht gewählt werden sollte.

Die strafbefreiende Selbstanzeige, ein Privileg der Reichen, gehört abgeschafft. Jeder der ein Fahrrad bei einer Behörde stiehtl, kommt vor Gericht, wird verurteilt und dessen Namen wird bekannt; wenn aber jemand Steuergelder in den Hunderttausenden hinterzieht, geht er straffrei raus, zahlt das Geld für zehn Jahre zurück ("davor braucht er nicht einmal") und bleibt anonym.

Die Linkspartei fordert hier die Abschaffung und die Grünen wollen es auf Bagatelldelikte begrenzen. Und bei der SPD scheint allmählich auch ein Erwachen aus dem Tiefschlaf zu erfolgen.

Aber Schäuble ist dagegen.

Aber nochmals, wenn es NUR das Thema "Türkeibeitritt" geben würde und es dazu ein Referendum geben würde, dann würde ich und über 2/3 der Deutscen GEGEN einen Türkeibeitritt stimmen !!!


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#9
08.02.2014
13:08:56


(+7, 13 Votes)

Von fachärztlich


" denn wir wissen jetzt, dass die angeblich liberalen Kräften innerhalb der muslimischen Welt sich nicht gegen die Radikalen wehren. Stattdessen werden sie selbst immer mehr zu Radikalen und sind nicht wirklich ein Gegengewicht, was sie eigentlich sein sollten."

"Born in Selb, Germany, in 1967 "
Lesetipp: Ceylan-Interview im italienischen Online-Magazin "il grande colibri",

Wie satt machen liberale säkulare Kräfte in der muslimischen, christlichen, orthodoxen oder buddhisten Welt? Bringen sie Licht? Bringen sie Bildung? Bringen sie Arbeit? Oder Radikale?

Ist Selb überall?

Link zu www.welt.de


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#10
08.02.2014
13:33:58


(+8, 14 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #9 von fachärztlich


Viele Wege führen nach Selbst....

Link zu www.heise.de


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