Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 10.02.2014, Autor: Dennis Klein           48      Teilen:   |

Ex-Bundestagspräsident

Thierse nimmt Homo-Gegner in Schutz


Wolfgang Thierse fordert Homo-Aktivisten auf, mehr Toleranz gegenüber Intoleranten zu zeigen.

In einem Interview verteidigt der Ex-Bundestagspräsident das Recht von Homo-Gegnern, Schwule und Lesben als Gefahr für Kinder zu charakterisieren.

Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse war zuletzt vor gut einem Jahr in den Schlagzeilen, als der Berliner gegen Einwanderer aus Schwaben wütete. Jetzt hat er eine neue Passion gefunden: Homo-Gegner verteidigen. Im Deutschlandfunk kritisierte er Homo-Aktivisten, die es wagen, ihren Gegnern Intoleranz vorzuwerfen:

Die vertraute Ehe, die vertraute Form der Partnerschaft für gut, für gar besser zu halten und sie zu verteidigen, ist das schon Intoleranz, ist das schon Homophobie, ist das schon Pflege von Vorurteilen. Oder sollte das in unserer Gesellschaft nicht eine legitime respektable Position sein, zumal sie sich auch in unserer Verfassung, im Grundgesetz findet? Man muss genau dieses beides sehen.


Auch wenn Thierse das behauptet: Es stimmt nicht, dass die Ehe im Grundgesetz als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wird.

Mit Blick auf den grün-roten Bildungsplan in Baden-Württemberg fährt Thierse noch abstruser fort. Weil zu viel über Homosexualität geredet werde, hat der "normale" Heterosexuelle Angst um Ehe und Familie, so Thierses These.

Ob Mainstream oder nicht, [Homosexualität] erscheint dann in den Medien plötzlich als etwas, was dominant wird. Und ich nehme das ja nur als Beispiel, diese Arbeitsrichtlinien. Dort ist sehr viel ausdrücklich von den, wie heißt es da, LSBTTI-Menschen die Rede, aber so gut wie überhaupt nicht in diesen Leitprinzipien von Ehe und Familie, was immerhin noch eine Menge Menschen für wichtig, für richtig, für normal, wie auch immer Sie es bezeichnen, halten. Dieses Ungleichgewicht, glaube ich, das erregt Ängste und Ängste machen ungerecht, Ängste machen intolerant. Und ich sage noch einmal: Ängste überwindet man nicht dadurch, dass man sie beschimpft und dass man meint, weg damit. Dann sind sie immer noch da und suchen sich eher verquere Ausdrucksformen.


Thierse, der mehrfach betont, diese Ängste nicht zu teilen, verteidigt daraufhin Norbert Blüm, der in einem F.A.S.-Beitrag davor warnte, dass die heterosexuelle Ehe entwertet wird, wenn Homosexuelle gleich behandelt werden (queer.de berichtete). Der arme Blüm habe ja nur eine "Verteidigung der 'stinknormalen Hetero-Familie'" vorgelegt, so Thierse jetzt. Der SPD-Politiker kann nicht verstehen, warum Schwule und Lesben sich aufregen, wenn Blüm ihnen vorwirft, die heterosexuelle Ehe "unfallträchtiger" zu machen und eine Gefahr für Kinder zu sein.

Thierse ist in seiner Argumentation aber alles andere als konsequent. Wenn Homosexuelle als minderwertig oder familienunfähig bezeichnet werden, hält er das für eine freie Meinungsäußerung – wenn seine eigenen Gefühle verletzt werden, ruft der überzeugte Katholik aber gleich nach dem Staatsanwalt: So will der Politiker Menschen bestrafen, die ihn wegen seiner Religion beleidigen, wie er 2012 im ZDF erklärte:

Wir müssen noch mal in dieser Gesellschaft darüber nachdenken, was alles zulässig sein soll. Wir haben Strafbestimmungen gegen die Verletzung persönlicher Ehre; ausländerfeindliche, rassistische Äußerungen stehen unter Strafe, aber die Verletzung von religiösen Gefühlen von Menschen, die doch auch das ganz ernst meinen, die nehmen wir hin und verlangen von ihnen dass sie das alles hinnehmen. Also ich bin sehr dafür, dass wir generell gleich behandeln alle Formen von Ehrverletzung, von Herabwürdigung, von Beleidigung sollten ungefähr gleich behandeln. Das gilt für rassistische Äußerungen und das gilt auch für Beleidigungen religiöser Gefühle.


Es gilt offenbar nur nicht für Schwule und Lesben.

Bild: Christliches Medienmagazin pro / flickr / cc by 2.0

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 48 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 638             11     
Service: | pdf | mailen
Tags: wolfgang thierse, spd
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Thierse nimmt Homo-Gegner in Schutz"


 48 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
10.02.2014
18:21:18


(+9, 15 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Herr Thierse!
Sie sind eine Schande für ganz Deutschland!
Das Grundgesetz gilt auch für SIE, also halten Sie sich daran! Und nur weil Sie zufällig hetero sind, heißt das nicht, dass Sie was besseres sind! SCHWULE, LESBEN, TRANSSEXUELLE, BISEXUELLE und INTERSEXUELLE SIND GENAUSO VIEL WERT WIE HETEROS! Und genauso wenig wie alle anderen auch haben SIE ein Recht, uns zu diskriminieren! Mit Ihrer Position stellen Sie sich selbst außerhalb des Grundgesetzes - außerhalb der Demokratie.
WIR VERBITTEN UNS aufs Schärfste, dass Sie oder andere uns weiterhin diskriminieren!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
10.02.2014
19:09:24


(+13, 13 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


>Arbeitsrichtlinien. Dort ist sehr viel ausdrücklich von den, wie heißt es da, LSBTTI-Menschen die Rede, aber so gut wie überhaupt nicht in diesen Leitprinzipien von Ehe und Familie<

>Ängste und Ängste machen ungerecht, Ängste machen intolerant. [blubblubblubb] Ängste überwindet man nicht dadurch, dass man sie beschimpft<

Genau, Du Kathole. Ängste nimmt man Menschen indem man informiert, solide und verständlich, vernünftig und behutsam über das was da Ängste auslöst. Weil viele dieser Ängste, ganz besonders aber die davor daß die Homos die Ehe der Heteros zerstören wenn man ihnen erlaubte selbst zu heiraten, irrational sind. Völlig irrational, unvernünftig, dumm, blöde und bei Lichte besehen: lächerlich. Und genau deshalb muß in den

>Arbeitsrichtlinien<

>sehr viel ausdrücklich<

>von den<

>LSBTTI-Menschen die Rede<

sein. Falls je jemand in diesem unserem Lande eine irrationale Angst hat vor der

>vertraute[n] Ehe<

dann muß man ihn auch, solide und verständlich, vernünftig und behutsam über die grundsätzliche Harmlosigkeit der

>Leitprinzipien von Ehe und Familie<

aufklären.

Allerdings gehen keine tausend Menschen auf die Straße und demonstrieren wegen ihrer Urangst vor der Hetero-Ehe. Wenn auch durchaus viele guten Grund zu einer entsprechenden Phobie hätten.

Es nützt nichts wegen ein paar Arachnophoben die Existenz von Spinnengetier zu leugnen oder wegen einiger Menschen mit Flugangst den Luftverkehr über Deutschland auszusetzen. Oder fordert das jemand? Angestiftet von Nazis und anderen Christen?

Oder?

Herr Thierse? Oder?

Herr Thierse?

Oh. Da ist er wieder auf seiner Parkbank eingeschlummert ...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
10.02.2014
19:36:11


(+9, 11 Votes)

Von LedErich
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Also wirklich Herr Thierse:
Sie wundern sich, dass wir uns beklagen? Jeder, der angegriffen wird, für minderwertig erklärt oder für gefährlich erachtet wird, wird sich hoffentlich immer zur Wehr setzten. Das wundert Sie wirklich?
Meinen Sie wirklich das "Freie Meinungsäußerung" bedeutet, dass diese Meinungsäußerung immer ohne Gegenmeinung bleiben muss?
Gegen Ihren Glauben wende ich mich nur dann, wenn Sie versuchen, in mein leben mit Ihrem Glauben hineinwirken zu dürfen.
Wenn ich umgekehrt für mein Recht kämpfe, schränkt dass Ihr Leben in keiner Weise ein.
Man darf auch heute noch der Meinung sein, dass Frauen, Farbige, Behinderte, Juden, Schwule und wer auch immer minderwertig ist. Aber man wird dann halt damit konfrontiert, dass die Betroffenen und "GOTT" sei Dank auch die meisten anderen es nicht gut finden, wenn Sie diese Meinung auch laut äußern.
Schon blöd so 'ne pluralistische Gesellschaft, was?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
10.02.2014
19:46:40


(+11, 13 Votes)

Von Mink


Hallo Herr Thierse,

tauschen sie die Begriffe "Schwule und Lesben" mit "Juden und Jüdinnen" und lesen Ihre Sätze laut vor. Dann müssten auch sie begreifen, dass ihre Aussagen gefährlicher Bullshit sind!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
10.02.2014
20:41:02


(-12, 16 Votes)

Von Miro
Antwort zu Kommentar #1 von Robby


"WIR VERBITTEN UNS aufs Schärfste, dass Sie oder andere uns weiterhin diskriminieren!"

In wessen Name sprichst du als "WIR"?
Ich bin schwul, du sprichst nicht für mich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
10.02.2014
20:52:56


(+7, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Robby


Nun war der Mann schon so oft auf einem CSD in Berlin, und hat immer noch nicht begriffen worum es geht..

Hr.Thierse ?
Brauchen Sie ein bisschen Nachhilfe ?
Ich hätt da am Rande des CSD´s in Berlin ein wenig Zeit um´s zu erklären..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
10.02.2014
20:55:15


(+7, 9 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar


[Wolfgang Thierse fordert Homo-Aktivisten auf, mehr Toleranz gegenüber Intoleranten zu zeigen.]
DAS MACHT DIE KATHOLENGEHIRNWÄSCHE, AUS EINEM SOZIALDEMOKRATEN!!!
[In einem Interview verteidigt der Ex-Bundestagspräsident das Recht von Homo-Gegnern, Schwule und Lesben als minderwertige Gefahr für Kinder zu charakterisieren.]
ES IST UNGEHEUERLICH, DIESE BEHAUPTUNG ÖFFENTLICH ZU ÄUSSERN!!!
der konnte doch früher mal "denken"???
ihm scheint mit 70 lenzen, nicht mal mehr bewusst zu sein, was er da für einen stuss von sich gegeben hat??? wie war das : WESSEN BROT ICH Eß, DES LIED ICH SING???
halt geübt im ossiverhalten!!! (ich meine nur "die gehobenen kader!" denen wir den begriff "wendehals" zu verdanken haben!)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
10.02.2014
20:57:13


(+12, 14 Votes)

Von Christine


O-Ton Thierse: "Dieses Ungleichgewicht (Aufklärung in Schulen über queere Lebensweisen), glaube ich, das erregt Ängste und Ängste machen ungerecht, Ängste machen intolerant. Und ich sage noch einmal: Ängste überwindet man nicht dadurch, dass man sie beschimpft und dass man meint, weg damit. Dann sind sie immer noch da und suchen sich eher verquere Ausdrucksformen."

Sehr geehrter Herr Thierse, wenn ich anlässlich Ihrer seltsamen Aussagen zum Schutz von Ehe, Familie und religiöser Gefühle Angst vor Ihnen als Politiker bekomme, dann haben Sie sicher auch Verständnis für meine Dummschwätzer-Phobie und verstehen auch, dass ich mir hier eine verquere Ausdrucksform gesucht habe, um Ihnen als Schwulenmutter auf Ihre Toleranzwünsche in Bezug auf Ewiggestrige und Homophobe zu antworten. Vielen Dank für Ihr Verständnis.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
10.02.2014
21:00:48
Via Handy


(+9, 11 Votes)

Von ehemaligem User Robby
Antwort zu Kommentar #5 von Miro


Im Namen meines Partners und meiner - ebenfalls schwulen - Freunde. Die lassen sich nämlich genauso wenig wie ich diskriminieren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
10.02.2014
21:22:39


(+11, 13 Votes)

Von Finn


Naja, das ist ja auch so ein religiös-fanatisierter...

"Das gilt für rassistische Äußerungen und das gilt auch für Beleidigungen religiöser Gefühle."

Aber nicht für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle.

Würder er uns noch ein Zehntel des Schutzes gewähren, den er Homohassern gewähren will. Ach nein, das will er ja gar nicht, verstößt ja gegen seinen fundamentalistischen Glauben...

Ist ja auch nicht das erste mal, dass der homophob auffällt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345  vor »


 Queer.de-Blog

Top-Links (Werbung)

 MEINUNG



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung 25 Jahre "Schwulen-Verrat" im Fernsehen LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt