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  • 11.02.2014           48      Teilen:   |

Proteste gegen Schulaufklärung

Bildungsplan: Erneut homophobe Demo in Stuttgart

Artikelbild
Die Demonstranten beklagten Anfang Februar, dass Homosexuelle generell unchristlich seien und deshalb nicht gefördert werden dürften (Bild: Janosch Keller)

Anfang März wollen Homo-Hasser erneut in Stuttgart gegen Aufklärung über sexuelle Vielfalt an baden-württembergischen Schulen demonstrieren.

Die Initiative "Besorgte Eltern Baden-Württemberg" hat angekündigt, am 1. März zum zweiten Mal am Stuttgarter Schlossplatz gegen den Bildungsplan der grün-roten Landesregierung zu protestieren. Bereits Anfang Februar waren 700 Homo-Gegner in der Landeshauptstadt auf die Straße gegangen, um ihren Unmut über die Thematisierung von Nicht-Heterosexuellen im Unterricht Ausdruck zu verleihen (queer.de berichtete). In Reden wurde etwa erklärt, dass die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft diskriminiert werde, wenn Homosexuelle als gleichwertig in Schulen dargestellt werden würden. Es kam zu einigen leichten Zusammenstößen mit Gegendemonstranten; rund 1.000 Menschen hatten zeitgleich für die Schulaufklärung protestiert.

In einer vornehmlich auf christlich-fundamentalistischen und rechtspopulistischen Internetportalen verbreiteten Erklärung teilten die Organisatoren der Demonstration gegen den Bildungsplan am Montag mit, dass die Landesregierung "Zwangsindoktrination" betreibe und die "Ängsten und Bedenken" von Eltern nicht ernst nehmen würde. Aufklärung, so die Forderung der Homo-Gegner, sollte generell Sache der Eltern sein. Vor allem das reichweitenstarke rechtsgerichtete Portal "Politically Incorrect" wirbt für eine Teilnahme.

Der grün-rote Entwurf zum Bildungsplan 2015 sieht vor, dass in Schulen künftig für die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" geworben wird. Dabei sollen Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität im Unterricht intensiver und fächerübergreifend behandelt werden. Gegen dieses Vorhaben haben mehr als 192.000 Menschen eine Petition unterzeichnet. Zwei Gegenpetitionen, die den Bildungsplan befürworten, bei Open Petition und Campact erreichten bislang insgesamt knapp 230.000 Unterschriften.

Youtube | Bericht in "Kontraste" über die erste homofeindliche Demo
Fortsetzung nach Anzeige


Streit zieht weite Kreise

Nach einer aktuellen Emnid-Umfrage befürworten 60 Prozent der Baden-Württemberger den LGBT-freundlichen Bildungsplan der grün-roten Landesregierung, 35 Prozent lehnen ihn ab (queer.de berichtete). In einer Landtagsdebatte Mitte Januar hatten die Oppositionsparteien CDU und FDP die Stimmung gegen den "ideologischen Bildungsplan" noch angeheizt (queer.de berichtete). Zuletzt hat auch Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) Homo-Gegner in Schutz genommen und erklärt, es sei eine legitime Position, Schwulen und Lesben Grundrechte abzusprechen (queer.de berichtete).

Am Dienstagabend wird ARD-Talkerin Sandra Maischberger über den Bildungsplan sprechen. Queer.de-Redakteur Micha Schulze hatte die Sendung kritisiert, weil auch zwei "notorische Homohasser" eingeladen worden waren. Maischberger wies diese Kritik am Montag zurück (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Der Verbund der Schülersprecher der Stuttgarter Gymnasien befürwortet den Bildungsplan
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Tags: schule, stuttgart, bildungsplan
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Reaktionen zu "Bildungsplan: Erneut homophobe Demo in Stuttgart"


 48 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
11.02.2014
12:57:53


(+10, 14 Votes)

Von -hw-


Es begann vor Jahren mit der bürgerlichen Feuilleton-Attitüde: Mein Gott, man wird doch noch mal sagen dürfen...

Er setzt nun die Compact-Konferenz in deutschsprachigen EU-Wahlraum für Hebelwirkungen so um (AfD-tauglich):

"Fragt sich jemand in diesem Land ernsthaft, wieso fast alle anderen europäischen Länder, auch die USA oder Russland, zwar eine Bildungspflicht aber keine Schulpflicht kennen?"

Link zu www.focus.de


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#2
11.02.2014
12:58:19


(+11, 13 Votes)

Von Kontraste


Sehr schön zu sehen in dem Video-Link zu Kontraste, wie in der Sequenz am Ende des Beitrags (ab 7:25) dieses Drecks-Christenpack selbst vor körperlicher Gewalt nicht zurückschreckt.


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#3
11.02.2014
13:04:30


(+11, 13 Votes)

Von Reto77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das Demonstrationsrecht ist ein wesentlicher Bestandteil einer Demokratie. ABER: Wenn man dafür demonstriert, dass eine bestimmte Minderheit weniger Rechte haben soll als die Mehrheit, dann ist das ein Missbrauch dieses Rechts. Im konkreten Fall wollen die Demonstranten ja schlussendlich erreichen, dass lesbische und schwule Schülerinnen und Schüler ausgegrenzt werden oder sich verleugnen müssen.


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#4
11.02.2014
13:05:32


(+11, 15 Votes)

Von gestusundhabitus
Antwort zu Kommentar #2 von Kontraste


Link zu www.queer.de

Man kann auch die oberen Hundertausend nehmen,
oder die obere Million und ihre "Bildungs"abschlüsse.


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#5
11.02.2014
13:05:45
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von Felix


Die Mehrheit der Bürger ist dafür und auch Pädagogen und. Bildungsforscher stehen voll dahinter, wenn sie nicht gerade religiöse Fundamentalisten sind.

Aber solche Fanatiker interessieren sich weder für Fakten noch für demokratische Mehrheiten. Die wollen einfach auf Teufel komm raus ihren Willen durchsetzen. Dafür gehen die auch über Leichen.


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#6
11.02.2014
13:09:40
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Alex


Jeder, der Aufklärung an Schulen ablehnt, will Schüler dumm halten um sie leichter manipulieren zu können.

Wieso wollen die verhindern, dass sich Schüler anhand der Fakten ihr eigenes Urteil bilden?!


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#7
11.02.2014
13:10:33
Via Handy


(+15, 15 Votes)

Von Kb1975


Auf zur Gegendemo !!! Wir machen ein Protest-Fest gegen Homophobie und Engstirnigkeit !!!


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#8
11.02.2014
13:14:32
Via Handy


(+13, 17 Votes)

Von Gerrit


Diese Fanatiker sind mitschuldig an Mobbing, Gewalt und dass die Selbstmordrate unter schwul-lesbischen Jugendlichen 5 mal so hoch ist wie bei Heteros.

Die haben Blut an ihren Händen, dass sie nie mehr abbekommen werden.

Aber das lässt die völlig kalt. Wahrscheinlich freuen die sich insgeheim noch darüber.


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#9
11.02.2014
13:17:01


(+12, 20 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #4 von gestusundhabitus


Putinesk, 6/1993:

"Wir warnen etwas zu selbstgefällig vor den nationalistischen Strömungen in den osteuropäischen und mittelasiatischen Neu-Staaten. Daß jemand in Tadschikistan es als politischen Auftrag begreift, seine Sprache zu erhalten, wie wir unsere Gewässer, das verstehen wir nicht mehr. Daß ein Volk sein Sittengesetz gegen andere behaupten will und dafür bereit ist, Blutopfer zu bringen, das verstehen wir nicht mehr und halten es in unserer liberal-libertären Selbstbezogenheit für falsch und verwerflich.

Die Hypokrisie der öffentlichen Moral, die jederzeit tolerierte (wo nicht betrieb): die Verhöhnung des Eros, die Verhöhnung des Soldaten, die Verhöhnung von Kirche, Tradition und Autorität, sie darf sich nicht wundern, wenn ihre Worte in der Not kein Gewicht mehr haben. Aber in wessen Hand, in wessen Mund die Macht und das Sagen, die Schlimmeres von uns abwenden?"

Link zu www.spiegel.de


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#10
11.02.2014
13:20:07
Via Handy


(+12, 16 Votes)

Von Felix


Besonders dreist und verlogen finde ich immer, wenn die behaupten, sie hätten gar nichts gegen Schwule und Lesben, aber es ginge nur um irgendein Missverhältnis im Unterricht.

Mal ganz abgesehen davon, dass man an ihren Äußerungen sieht, dass sie doch homophob sind, verbreiten sie auch noch Lügen um Stimmung gegen Bildung zu machen und einen Gottesstaat zu errichten.


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