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Bericht über katholische Kirche in Bayern

"Neon"-Autor beichtet seine Homosexualität


Im Beichstuhl erfahren Schwule, was für böse Sünder sie sind (Bild: Martin Fisch / flickr / by-sa 2.0)

In der neuesten Ausgabe des Magazins "Neon" beschäftigt sich Autor Philipp Hauner mit dem Thema Homosexualität und katholische Kirche.

Hauner hat für die Recherche nach dem Coming-out von Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger in einer Reihe von katholischen Kirchen gebeichtet, dass er homosexuell ist. Er hat in ganz Bayern Beichtstühle aufgesucht und seine Gespräche protokolliert. "Neon" veröffentlicht unter der Überschrift "Die Offenbarung" in seiner soeben erschienenen März-Ausgabe fünf Beichtstuhl-Protokolle.

Wenn es um Homosexualität geht, sind die Reaktionen immer noch sehr unterschiedlich. Etwa die Hälfte der Priester, vor denen Hauner beichtete, reagierte positiv. Kritisch ist vor allem die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, sexuelle Neigungen mit dem Leben als Christ in Einklang zu bringen. Ein Pfarrer aus einer Kleinstadt im Osten Bayerns sieht dafür keine Chance. Zwar bliebe er als Homosexueller Christ, befände sich aber damit dauerhaft in einer sündhaften Situation.

Der Pfarrer erklärte dem Protokoll zufolge: "Ja. Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal. Natürlich ist auch der Gedanke eine Sünde. Klar. Sicher. Aber etwas dann zu tun, ist noch einmal deutlicher eine Sünde. Also, ich verstehe Sie nicht. Suchen Sie das Gebet. Was sagt mir Gott, was höre ich, wenn ich bei Gott bin im Gebet für den weiteren Weg meines Lebens?".

Die ablehnende Haltung deckt sich mit dem augenblicklich gültigen Katechismus der katholischen Kirche. In dem für Gläubige verbindlichen Werk aus dem Jahr 1992 wird erklärt, dass sich Schwule und Lesben immer versündigten, sofern sie nicht abstinent lebten. Homosexuelle Handlungen sind nach Ansicht der katholischen Kirche "in keinem Fall zu billigen". Immerhin stellt das Handbuch fest, dass Homosexuellen "mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen" sei. (pm/dk)



#1 m123Anonym
  • 11.02.2014, 14:47h
  • "Immerhin stellt das Handbuch fest, dass Homosexuellen 'mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen' sei."

    Da ist die queer.de-Redaktion selbst auf die subtil-bösartige Formulierung der Kirche reingefallen.

    Erstens ist es doch selbstverständlich, dass man jedem Menschen mit Achtung und Takt begegnen sollte. Entsprechendes für homosexuelle Menschen extra zu betonen degradiert Homosexuelle zu Menschen zweiter Klasse, denn es sagt aus "auch diesen {minderwertigen] Menschen [zweiter Klasse] sollt ihr mit Achtung und Takt begegnen".

    Noch perfider ist das bewusst in die Mitte gesetzte Wort "Mitleid". Man soll Homosexuellen "mit Mitleid begegnen". Mitleid kann man nur mit Menschen haben, die an etwas leiden. Die Kirche unterstellt damit subtil, dass Homosexuelle unter ihrer Homosexualität leiden würden und deswegen solle man Mitleid mit ihrem schwer sündhaften, leidenserfüllten Leben haben.

    Die Kirche weiß ganz genau wie sie Wörter wie subtile, aber messerscharfe Waffen gegen Minderheiten einsetzen muss. Und sogar die queer.de-Redaktion fällt partiell drauf rein.

    An dem Satz, dass Homosexuellen mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen sei, ist NICHTS, aber auch GAR NICHTS GUTES dran. Der Satz ist das pure Böse, vor allem weil er so subtil daherkommt.
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#2 LucaAnonym
  • 11.02.2014, 15:05h

  • "Zwar bliebe er als Homosexueller Christ, befände sich aber damit dauerhaft in einer sündhaften Situation."

    Wen interessiert schon, was für Ideen und Regeln die sich aus ihren kranken Hirnen drücken?!
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#3 TimonAnonym
  • 11.02.2014, 15:13h

  • "Ja. Es ist natürlich eine Sünde, jedes Mal. Natürlich ist auch der Gedanke eine Sünde. Klar. Sicher. Aber etwas dann zu tun, ist noch einmal deutlicher eine Sünde. Also, ich verstehe Sie nicht. Suchen Sie das Gebet."

    Mal eine Gegenfrage:
    Wie sieht es denn mit dem massenhaften Kindesmissbrauch durch katholische Priester aus?

    Und wenn das immer noch so weit wie irgend möglich vertuscht wird?

    Und wenn solche Verbrecher allenfalls versetzt werden? Wenn überhaupt.

    Und sobald das Thema nicht mehr in den Medien ist, geht wieder alles weiter wie vorher...

    Sind das alles keine Sünden? Oder vertuscht man das nur, um die Einnahmen nicht zu gefährden?
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#4 AlexAnonym
  • 11.02.2014, 15:23h

  • "In dem für Gläubige verbindlichen Werk wird erklärt, dass sich Schwule und Lesben immer versündigten, sofern sie nicht abstinent lebten."

    Der Grund ist auch ganz klar:
    Es ist psychologisches Fakt, dass bei gesunden Erwachsenen Sexualität ein Grundbedürfnis ist. Wird das unterdrückt, verursacht das psychische Schäden. Und psychisch Gestörte lassen sich viel leichter manipulieren und ausnehmen. Oder sie suchen sogar irgendwelche Heilsprediger, denen sie auch ohne Gehirn folgen können und die ihnen sagen, was zu tun und zu lassen ist.

    Schon seit Jahrhunderten beruht das Geschäftsmodell der Kirche darauf, Menschen zu unterdrücken, sie dumm zu halten, ihnen Angst zu machen, etc.

    Deswegen kämpfen die auch so erbittert gegen Aufklärung und Bildung.
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#5 FelixAnonym
  • 11.02.2014, 15:29h

  • "Homosexuelle Handlungen sind nach Ansicht der katholischen Kirche "in keinem Fall zu billigen"."

    Und ich finde, Hass und Hetze sind auf keinen Fall zu billigen. Was an Liebe schlimm sein soll, erkenne ich dagegen nicht.
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#6 TimonAnonym
  • 11.02.2014, 15:38h

  • "Immerhin stellt das Handbuch fest, dass Homosexuellen "mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen" sei."

    Ihr "Mitleid" können die sich da rein schieben, wo die Sonne niemals scheint - wenn da nicht gerade wieder der Schwanz eines Messdieners drin steckt.

    Alleine diese Wortwahl zeigt schon wieder, dass die Homosexualität als etwas Minderwertiges und Verdorbenes darstellen wollen, wofür man sich schämen müsse.

    Und dann wollen sie sich auch noch generös als die ach so vergebenden Gutmenschen darstellen, die mit den ach so kranken Perversen Mitleid haben.

    Noch verlogener und manipulativer geht es echt nicht mehr.
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#7 AlexAnonym
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
#9 kirchenaustritttAnonym
  • 11.02.2014, 17:39h
  • Antwort auf #7 von Alex
  • Nachdem ich meine Bescheinigung zu meinem Kirchenaustritt und die Forderung, aus dem Taufregister gestrichen zu werden, an das Büro der Kirche geschickt hatte, in der ich getauft worden war, führte ich auch ein Gespräch mit der Sekretärin der Kirchengemeinde.

    Sie sagte wörtlich auf meine Bemerkung, in Deutschland gebe es zwar die Trennung von Staat und Kirche, aber die Kirche ließe sich die Kirchensteuern vom Staat einsammeln: "UM ALS STAAT DIE KIRCHENSTEUER NICHT MEHR FÜR DIE KIRCHE EINZUREIBEN, MUSS ER SELBST AKTIV WERDEN."

    Na dann, welche Regierung beginnt damit???????
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#10 kommentAnonym
  • 11.02.2014, 20:20h
  • die Aktion des Herrn Hauner ist aufs schärfste zu verurteilen. Hier liegt ein ganz klarer Bruch des Beichtgeheimnisses vor. Egal wie man zur Kirche steht, soweit darf man nicht gehen. Eine klare Grenzüberschreitung !
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