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  • 13. Februar 2014, noch kein Kommentar

PRO+ will Niedersachsen aufklären

In Niedersachsen haben sich landesweit HIV-Positive zusammengeschlossen, um gemeinsam mehr gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen und der Diskriminierung entgegenzutreten.

Die von 15 positiven Frauen und Männern aus ganz Niedersachsen gegründete Gruppe "PRO+ – "Netzwerk Positiv in Niedersachsen" setzt sich für "ein Leben ohne Scham und Schuldgefühle" ein und will öffentlich ihre Gesichter zeigen.

"Dank der medizinischen Behandlungsmöglichkeiten unterscheidet sich unsere Lebenserwartung kaum noch von derjenigen der Allgemeinbevölkerung: Aids ist zur chronischen Krankheit geworden", erklärte PRO+-Mitglied Jean-Luc Tissot. "Die Mehrheit der Positiven kann ein weitgehend normales und erfülltes Leben führen. Und sofern die Viruslast seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze liegt, sind positive Frauen und Männer nicht mehr infektiös."

Das moderne Bild von Aids sei noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Die öffentliche Wahrnehmung von HIV ist heute noch von Bildern der 1980er Jahre geprägt, als "Infektion" mit "Krankheit" und "Aids" mit "Tod" gleichgesetzt waren. Menschen mit HIV und Aids seien noch viel zu oft Leidtragende eines Klimas von Skepsis und Ablehnung, das nicht der heutigen Realität entspricht.

Die Initiatoren bauen derzeit ein Netzwerk von Kontakten für Positive auf, um einen Austausch von Lebenserfahrungen zu ermöglichen. Sie laden zu einem ersten landesweiten Positiventreffen im Oktober 2014 ein. Für 2015 ist ein Kalender mit Namen und Gesichtern von Menschen mit HIV und Aids aus Niedersachsen geplant. Die Gruppe arbeitet sowohl mit örtlichen Aidsorganisationen als auch darüber hinaus mit anderen Akteuren zusammen.

Ende 2012 lebten laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts etwa 4.400 Menschen mit HIV/Aids in Niedersachsen. PRO+ versteht sich als Sprachohr der Positiven gegenüber Behörden, Wohlfahrtsorganisationen, der Medizin und Medien. (pm/dk)