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Streit um "Stonewall Parade"

CSD Berlin lädt Kritiker ein


Der Hauptstadt-CSD sorgt mal wieder für Emotionen

Am Donnerstag hat der Vorstand des Berliner CSD e.V. die schwul-lesbischen Vertreter von SPD, CDU, Grünen, Linken und FDP, die zuvor die CSD-Organisatoren scharf angegriffen hatten, zu einem Gespräch eingeladen-

Die LGBT-Gruppen der Parteien hatten den Veranstaltern am Mittwoch mangelnde Beteiligung der Community vorgeworfen und insbesondere die geplante Umbenennung des CSDs in "Stonewall Parade" kritisiert (queer.de berichtete). Auf seiner Facebook-Seite reagierte der CSD e.V. am Donnerstag auf die Angriffe: "Seid versichert, dass wir Eure Besorgnis zur Kenntnis nehmen und alle Veränderungen, die wir planen, im Bewusstsein der damit einhergehenden Verantwortung umsetzen", hieß es in dem Antwortschreiben.

Am 26. Februar gebe es im Rahmen des CSD-Forums Gelegenheit, "sich in die Arbeit des Berliner CSD e.V. einzubringen", heißt es. "Wir hoffen auf Euer zahlreiches Erscheinen und freuen und auf Euren Beitrag". Die CSD-Organisatoren dankten ihren Kritikern auch, dass sie der Veranstaltung "große Bedeutung und Strahlkraft" bescheinigt hatten. "Auf eine derart einmütige Erklärung seitens der Berliner Politik hätten wir bisher nicht zu hoffen gewagt", so die Veranstalter mit einem Anflug von Sarkasmus.

In der Antwort verteidigten die Organisatoren ihren Vorschlag, den CSD politischer zu machen, da es "vermehrt substanzielle Rückschläge" gebe – auch in Deutschland "haben sich unsere Gegner_innen positioniert und verhindern erfolgreich Fortschritte". Der Vorstand kritisierte auch, "dass sich die Parteien FDP, Grüne, Linke und SPD im vergangenen Jahr mit der Partei CDU solidarisierten und gemeinsam den Ausschluss der CDU von der Demonstration durch den Berliner CSD e.V. scharf verurteilten". Hintergrund: Im Vorfeld der Bundestagswahl hatten die Organisatoren angekündigt, sie duldeten keinen Wagen der CDU-Bundespartei bei der Parade, weil sich die Partei Homo-Rechten widersetze (queer.de berichtete). Am Ende nahm ein Wagen der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) und machte Werbung mit Aufschriften wie "Muttis gayle Truppe".

Derweil steht weiterer Ärger ins Haus: Nach Medienberichten könnte es 2014 keinen CSD am Brandenburger Tor geben, weil die Straße des 17. Juni wieder durch eine Fanmeile zur Fußball-WM belegt ist. Am gepanten CSD-Termin 21. Juni spielt Deutschland gegen Ghana. Das für Genehmigungen zuständige Bezirksamt Mitte streitet sich schon seit Jahren mit den CSD-Organisatoren. Aus der Politik soll das Tempelhofer Feld als Ersatzort ins Gespräch gebracht worden sein. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 JoonasAnonym
  • 13.02.2014, 16:46h
  • Dass man sich gegenüber Parteien wehren muss, weil man den CSD (aufgrund des konservativen Rollbacks) wieder politischer machen will, ist echt skandalös.

    Da haben die Parteien wohl Angst, ihr bunter Heile-Welt-Wahlkampf auf CSDs könnte auch mal ein paar kritische Töne bekommen.

    Ich finde:
    jeder CSD sollte politischer werden. Und wem das nicht passt, der braucht nicht teilnehmen!!
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
#4 AndreasAnonym
#5 alexander
  • 18.02.2014, 17:26h
  • so weit musste es also kommen???
    jetzt sind wir schon den parteien, selbst wenn sie uns missbrauchen und gegen uns sind, schon rechenschaft schuldig, wie WIR UNSEREN UMZUG gestalten wollen???
    SCHILDA LÄSST GRÜSSEN!!!
    erst mussten wir darum ringen, dass der CSD überhaupt stattfinden "durfte", jetzt MÜSSEN wir einen CSD abhalten und dürfen schon nicht mal mehr den namen bestimmen???
    einerseits gibt man uns bewusst der lächerlickeit preis (tempelhofer feld?), andererseits, möchten aber die PROFITEURE nicht auf die kohle verzichen, die ihnen der CSD in die kassen spült?
    wie kommen wir eigentlich dazu, mit parteien reden zu müssen???
    OKI MACHEN WIR ES POLITISCH; DER HEUTIGEN ZEIT AUF DAS WUNDERBARSTE ANGEPASST!
    da ja alles andere wichtiger ist, als unsere rechte, z.b. "BALLTRETEN"??? AM BRANDEBURGER TOR?
    weichen wir auf das tempelhofer feld aus! geschichtsträchtig ist ja auch!
    dann zäunen wir ein genügend grosses areal mit stacheldraht ein, in dem sich dann der zug versammelt zur kundgebung. im hintergrund ein paar pappschornsteine, aus denen fieser rauch quillt! das ganze auf video festgehalten!
    das lässt sich natürlich auch noch ausdekorieren, ein paar "menschenhaufen" da, einen wachturm dort usw.! dazu noch die überlebensgrossen politiker, denen wir unsere misere zu verdanken haben, als pappkameraden in entsprechender, dem anlass gerecht werdender uniform und die party kann beginnen!!!
    das ganze unter dem motto: UNSERE ZUKUNFT! DER BLICK NACH VORN!!!
    ich wette der berliner CSD hätte nach jahren mal wieder die aufmerksamkeit, die er mal hatte, weltweit!!!
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#6 tanzmausAnonym
  • 21.02.2014, 16:59h
  • Antwort auf #5 von alexander
  • Wer ist denn "Wir"? Der CSD e.V. besteht aus nicht mal 100 Mitgliedern. Die Namensänderung in "Stonewall Parade" ist in einer Mitgliederversammlung, an der ca. 40 Mitglieder anwesend waren, abgestimmt worden.
    Warum jetzt die queeren Mitglieder der Parteien dagegen Sturm laufen und daß die vielleicht andere Motivationen haben, ist mir egal. Der CSD e.V. repräsentiert nicht die "Community" (wer bestimmt überhaupt, wer das ist?), maßt sich aber an, "im Namen der Community" Entscheidungen zu treffen. Ich will das nicht.
    Der CSD e.V. hat lange genug Zeit gehabt, den CSD "politischer" zu machen (existiert schon seit 1999). Die Umbenennung hat andere Hintergründe. Das jetzt als "Politisierung" zu verkaufen ist dreist.
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#7 AufklärerAnonym