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Das Interview des Jahres: Anlässlich ihrer Gospel-Tour gab Marla Glen queer.de eine Hass-Predigt. Selten hat die Künstlerin so schön die Fassung verloren...

Von Jan Gebauer

Die lesbische Blues-Sängerin Marla Glen (44) ist derzeit auf großer Gospel-Tour durch Deutschland. Die Amerikanerin bekam ihr Leben lange nicht in den Griff. Sie stritt mit Ex-Managern, der Plattenfirma, ihren eigenen Anwälten und laut Biographien ihrer vorherigen Plattenfirmen nahm Marla Glen auch Drogen. Jan Gebauer von queer.de entschloss sich zum Interview mit der Sängerin – und bekam den ganzen Charme der Amerikanerin zu spüren. Was einsilbig begann, artete in eine wahre Predigt aus.

(ruhig) Hallo, hier ist Marla.

Hallo, hier ist Jan Gebauer von Queercom. Wie geht es Ihnen?

(ernst) Ich bin okay.

Prima, dann fangen wir an. Wie ist die Idee zu einem Gospel-Programm entstanden?

Es war die Tour-Company Kultopolis, die mich auf die Idee brachte.

Was ist das Besondere an diesem Programm? Erzählen Sie uns darüber.

Es ist anders als die Programme, die ich normalerweise aufführe.

Welche Art von Songs können wir denn erwarten?

(gelangweilt) Gospel- und Weihnachtssongs. Hmmm, Gospel- und Weihnachtssongs.

Werden Sie alleine auf der Bühne stehen oder mit einer Gruppe?

(nimmt einen Zug von einer Zigarette und atmet schwer) Mit einer kleinen Gruppe.

Was würden Sie sagen, welcher ist der beste Gospelsong, der je geschrieben wurde?

Ich verstehe die Frage nicht.

(leicht nervös) Es gibt doch so viele Gospel-Songs. Welcher ist Ihrer Meinung nach der Beste?

Jeder kennt ihn – es ist "Oh Happy Day".

Und warum?

Ich weiß es nicht. Vielleicht weil die Musik die Herzen berührt. Ich weiß es wirklich nicht.

Wie ist es für Sie, in Kirchen aufzutreten und zu singen?

Ich weiß nicht. Ich sang vor ein oder zwei Jahren zusammen mit Kindern und es war schön. Es war geradezu göttlich.

Sind sie katholisch oder protestantisch?

I'm a believer (ihr größter Hit, aus der C&A-Werbung, Anm. d. Red.)!

Was ist Ihre Meinung zum Papst, der nicht gerade homophil eingestellt ist?

Ich rede nicht über Politik – ich singe darüber.

Können Sie unseren Lesern erklären, was Gott Ihnen bedeutet?

Ich kann das Ihren Lesern nicht erklären. Die Leser müssen sich eine Bibel besorgen und müssen Gott auf Ihre eigene Art und Weise kennen lernen. Das ist es, was Gott bedeutet. Ihn selber kennen lernen! Ich weiß nicht, was ich den Leuten sagen soll – ich mag Menschen nicht sonderlich.

(lacht verblüfft) Warum singen Sie dann für Sie?

Ich mag menschliche Wesen.

Themenwechsel. Auf Ihrer Homepage schreiben Sie über das brutale und unmenschliche Musikgeschäft. Was meinen Sie damit?

(macht seltsame Geräusche, wird aber gesprächiger) Eigentlich habe ich das nicht geschrieben. MG Music hat das geschrieben und sie haben das völlig falsch geschrieben. Ich wünschte, es wäre runter von der Homepage. Ich wünschte, es wären meine Worte und keine falsche deutsche Übersetzung, so dass die Deutschen nicht wissen, wovon ich spreche. Es sind die Worte von MG Music und wie sie darüber denken, wie ich behandelt wurde. Meine Worte sind kraftvoller und viel direkter – und sie sind sinnvoller. (lacht)

Wie sind denn Ihre Worte diesbezüglich?

Ich müsste ein Buch darüber schreiben. Es sind nicht meine Worte auf der Homepage. Ich wünschte, es wäre raus aus dem Internet. Es sind nur Worte für die Deutschen, um zu verstehen, dass ich ein Mensch bin – und nicht der typische große Star.

Was sind ihre größten Einflüsse in der Musik?

Gott!

Andere Künstler vielleicht?

Jesus!

Ich habe über Nina Simone gelesen.

Nein, sie war nicht mein Einfluss. Wissen Sie was, Journalisten müssen einfach lernen, Menschen richtig zuzuhören und aufhören, anderer Leute Geschichten zu glauben. Und dann alles zusammensetzen und den Künstler erniedrigen. Ihr Journalisten seid sehr erniedrigend für mich. Ihr fügt mein Leben zusammen, in einer Art, wie ihr es Euch vielleicht erträumt. Oder was auch immer. Ich habe mit Nina Simone eine Weile zusammengelebt, aber sie hat mich nicht beeinflusst. (wird lauter) G-O-T-T hat mich beeinflusst. G O T T in Großbuchstaben! Jesus ist mein Leben. Menschen können mich nicht beeinflussen, sie können sich ja nicht mal selber beeinflussen. Deshalb hasse ich sie ja auch so sehr.

Jeder Künstler ist scheinbar anders. Wie war es, als Sie vom Tod Nina Simones hörten?

(wieder ruhig) Ich fühlte mich alleine.

Also war sie eine gute Freundin für Sie?

Sie war meine Mutter. Und meine Lehrerin – für das Leben.

(resigniert) Gab es sonst andere Künstler, die sie besonders berührt haben oder die Sie einfach mögen?

(genervt) Nein, keine anderen Künstler berührten mich. Sie können die Frage 10.000 mal stellen! Ich liebe Gott. Gott ist der einzige Einfluss für mich! Jesus ist der Einzige, den ich liebe auf dieser Welt. (wird lauter) Verstehen Sie das? Können Sie das begreifen? Jesus und Gott beeinflussten mein Leben – die liebenden Worte von Gott beeinflussten mich zum Schreiben. Ich wurde beschenkt, um ein Schreiber zu sein – und eine Sängerin! Gott hat mich beschenkt, ich habe dieses Gottesgeschenk angenommen und habe es noch großartiger gemacht. (wird noch lauter) Das ist meine Antwort!

(erfreut) Das ist eine gute Antwort.

Ich kann Ihnen nicht sagen, was Sie gerne hören wollen. Menschen sind dumm – sie wollen immer das hören, was sie selber denken – und nicht das, was ich sage. Sie wollen über Marla Glen hinüber trampeln.

(resignierter) Ich glaube, Sie ... Okay ... (durchatmen)

(unterbricht) Was auch immer Sie denken. Es kümmert mich nicht, was Sie denken. (lacht dreckig) Sie schreiben für die Menschen und nicht für sich selbst.

Aber ich ...

(unterbricht) Sie wollen schreiben, was Marla sagt und nicht was Sie sagen. Wenn Sie etwas anderes sagen, dann werde ich Sie einen Lügner nennen. Sie werden beschämt sein, weil Sie nur etwas geschrieben haben, um es an Ihre Zeitung zu verkaufen. Sie denken nicht an das Leben von Marla Glen – sie denken an Michael Jacksons Nasen-Wechsel. COME DOWN TO EARTH – WITH MARLA! Das könnte der Name ihrer Zeitung sein: Komm auf den Boden der Tatsachen – mit Marla! (zischt böse) Steh mit beiden Beinen auf dem Boden und rede wie ein Mensch.

Okay, ich bin fertig mit meinen ...

Tut, tut – Frau Glen hat aufgelegt.

8. Dezember 2004



67 Kommentare

#1 TomAnonym
  • 08.12.2004, 15:04h
  • Der einzige Eklat, den dieses Interview zu bieten hat, ist die äußerst schlechte Einleitung ("Die lesbische Blues-Sängerin Marla Glen ist derzeit auf großer Gospel-Tour durch Deutschland. Die Amerikanerin bekam ihr Leben lange nicht in den Griff."...) und der 0815-Fragestil a la "Was ist Ihre Lieblingsfarbe?". Journalist des Jahres wird Herr Gebauer mit Sicherheit nicht.
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#2 HolgerAnonym
  • 08.12.2004, 15:43h
  • @Tom: Was soll denn dieses dumme Rumgezicke? Ich habe beim Lesen des Interviews mehrmals laut gelacht und finde es toll, dass die Redaktion den Mut hat Promis so zu zeigen, wie sie wirklich sind. Autorisiert hat Marla das Interview wohl nicht, oder? ;-)
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#3 skydiverProfil
  • 08.12.2004, 15:54hStuttgart
  • Ich kenne Marla persönlich aus meiner Heilbronner Zeit. Ich denke mal, Jan Gebauer hat sie einfach am falschen Tag zur falschen Zeit interviewt !!! Wenn "Frau" so überzeugt Gospel singt wie Marla, ist es doch nicht verwerflich eine tief religiöse Einstellung zu G O T T zu haben?! Nein, eine "DIVA" (zickig) ist Marla ganz bestimmt nicht !!!
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#4 SvenAnonym
  • 08.12.2004, 16:25h
  • Achja? Die Zeitungen waren doch über die Jahre immer wieder voll mit ihren Ausbrüchen. Finde das unmöglich wenn sie ein Star so aufführt. Und wenn sie so gläubig ist, wie sie tut, könnte sie auch ruhig die Fragen vernünftig beantworten.
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#5 BodoAnonym
#6 LesbeAnonym
  • 08.12.2004, 16:53h
  • Bodo...ist das nicht etwas pauschalisiert? Aber Lesben in der Öffentlichkeit schaffen es ja immer wieder, ein negatives Bild in der Gesellschaft herzustellen...siehe nicht nur Marla Glen...Hella von Sinnen schafft das auch immer sehr gut
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#7 aldiAnonym
  • 08.12.2004, 18:01h
  • von gott und jesus faseln, aber den menschen mit abgrundtiefem hass begegnen?

    als ich damals die bibel gelesen hab, stand das irgendwie alles noch anders da drin...

    nichtsdestotrotz, da sieht man mal wieder wo dieser ganze religionsmist hinführt.
    ab auf den scheiterhaufen damit

    ich trete vor weihnachten noch aus der kirche aus, das is ma klar
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#8 HugoAnonym
  • 08.12.2004, 22:47h
  • Was ist denn an diesem Interview bitte ein "Eklat"? Bei diesen dilettantisch gestellten Fragen würde ich auch ausrasten. Der Eklat ist eigentlich die schlechte Interviewführung.
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#9 JulianAnonym
  • 09.12.2004, 00:10h
  • Das sind doch ganz normale Fragen - dann gib doch mal konstruktive Beispiele Hugo, anstatt hier nur einen blöden Kommentar zu hinterlassen. Die Frau hat doch total abgeblockt! Wie soll man da auch Fragen kreativer entfalten können? Außerdem ist es eine Sache der Professionalität - ruhig zu bleiben und Fragen trotzdem zu beantworten.
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#10 MichaelAnonym