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28. Verleihung des queeren Filmpreises

Teddy 2014 für Coming-out-Film aus Brasilien


"The way he looks" feierte bei der Berlinale Weltpremiere

Die Story eines blinden Teenagers, der sich in einen Mitschüler verliebt, war bereits als Kurzfilm erfolgreich. Die Kurzfassung als Video sowie alle Infos zu den weiteren Teddys.

In Berlin sind am Freitag in der Komischen Oper die diesjährigen Teddy Awards verliehen wurden. Die neunköpfige international besetzte Jury wählte den brasilianischen Spielfilm "Hoje eu quero voltar sozinho" (The way he looks) zum besten Spielfilm.

Bereits die Entstehung des Films ist ungewöhnlich: Regisseur Daniel Ribeiro hatte vor vier Jahren einen Kurzfilm gedreht über Leonardo, einen 15-jährigen blinden Teenager, der nicht nur mit der Eifersucht seiner Freundin Giovana zu kämpfen hat, sondern auch mit den Gefühlen für seinen neuen Mitschüler Gabriel.

Ribeiro suchte danach nach Möglichkeiten, weitere Themen des Kurzfilms aufzugreifen, speziell die Frage der Unabhängigkeit Leonardos. Für die Langfassung wählte er die gleichen Schauspieler. "Ein freudvoller Debütfilm von einem Regisseuer, der gute Dialoge, Charakterisierung, Performances, Kamera und Musik vereint, um einen Film zu präsentieren, der aus dem gut erforschten Genre des Coming-of-Age herausragt und dem alten Spruch 'Liebe ist blind' eine neue Deutung verleiht", lobte die Jury. Der Film holte auch den FIPRESCI-Kritikerpreis der Berlinale und hat bereits einen deutschen Verleih.

Youtube | Der Film basiert auf einem mehrfach ausgezeichneten Kurzfilm des gleichen Regisseurs, hier in voller Länge (engl. Untertitel über untere Menüleiste). Trailer der Langfassung

Beste Doku und bester Kurzfilm


Beste Dokumentation: Der Kreis

Als beste Dokumentation wurde der Schweizer Film "Der Kreis" von Stefan Haupt ausgezeichnet, das Anfang der 40er gegründete Netzwerk um die gleichnamige Zeitschrift überlebte als einzige Schwulenorganisation die Herrschaft des Naziregimes und blühte in der Nachkriegszeit zu einem international beachteten Underground-Club auf. Legendäre Maskenbälle in Zürich boten 800 Besuchern aus ganz Europa einen sicheren Freiraum.

Zum besten Kurzfilm wählte die Jury den libanesischen Beitrag "Mondial 2010" von Roy Dib. Der mit Handkamera gedrehte 19-Minüter erzählt von den Grenzen im Mittleren Osten, von den Reisen zweier Liebender in einer Region, in der Homosexualität nicht erlaubt ist.

Die Special Awards und die Gala im TV


Ausschnitt aus "Pierrot Lunaire"

Mit dem "Special Jury Award" wurde "Pierrot Lunaire" des Regisseurs Bruce LaBruce ausgezeichnet, die "queercore-Version" des Musiktheaterstückes von Arnold Schönberg, der 1912 einen Teil des Gedichtzyklus von Albert Giraud vertonte. Auf einer wahren Geschichte beruhend und gesungen von Susanne Sachsse schildert LaBruce eine dunkle Geschichte der Sehnsucht, der Liebe und der Transgression auf den Straßen Berlins.

Mit Special Teddy Awards wurden der Regisseur Rosa von Praunheim und die Autorin, Fotografin und Filmemacherin Elfi Mikesch ausgezeichnet. Der nach einem ermodeten LGBT-Aktivisten aus Uganda benannte "David Kato Vision & Voice Award" ging an Sou Sotheavy, eine Transgender-Aktivistin aus Kambodscha.

Eine Zusammenfassung der Preisverleihung gibt es am Samstag auf arte (23.30 Uhr) und in der Nacht zum Montag im rbb (1.10 Uhr) zu sehen. (nb)



#1 chris61Anonym
  • 15.02.2014, 13:41h
  • schade dass hier ein extrem mainstreamiger Film ausgezeichnet wurde, sicher mit extrem cuten Schauspielern aber im Endeffekt fast ein remake von beautiful thing. Es gab viel interessantere schwullesbische Filme auf der Berlinale, z.B. viharsarok/land of storms der leider nicht mal für den Teddy nominiert wurde.
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#2 SurohAnonym
  • 15.02.2014, 14:53h
  • Antwort auf #1 von chris61
  • Viharsarok wäre zwar eine etwas andere Wahl gewesen, hatte aber meiner Ansicht nach zu viele Plot Holes und Turns in seiner Darstellung als das es zum "Besten Spielfilm" gereicht hätte. Intensiv und radikal in seiner Darstellung, auf jeden Fall, aber inhaltlich...na ja. Das hätte besser gemacht werden können.
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#3 chris61Anonym
  • 15.02.2014, 17:51h
  • Antwort auf #2 von Suroh
  • ok die Geschmäcker gehen natürlich auseinander, ich nehme aber für "intensiv und radikal" gerne ein paar plotholes in kauf, und dafür standen m.E. irgendwann auch mal der Teddy und die Berlinale, ganz abgesehen vom politischen Anspruch der auch für einen Film aus Osteuropa anstelle aus der heilen Welt der brasilianischen Oberschicht gesprochen hätte. Vielleicht lag es daran dass dieses Jahr auf der Zeremonie der Siegessäule-Preis nicht vergeben wurde, und die Teddy-Jury daher auch die feel-good movies berücksichtigen musste.
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#4 AndreAnonym
#5 SurohAnonym
  • 15.02.2014, 20:35h
  • Antwort auf #3 von chris61
  • Na, da gehst du aber grade ziemlich hart mit dem brasilianischen Film ins Gericht. Wahrscheinlich wird da die Mischung stimmiger gewesen sein, denn wie gesagt, meines Empfinden nach war das bei Viharsarok jetzt nicht der Fall. Radikal und intensiv, schön und gut, aber die Story muss auch irgendwo stimmen, und das hat sie meiner Ansicht nach an einigen Stellen einfach nicht. Und das muss die Jury auch mit berücksichtigen. Aber wie du sagst, Geschmäcker gehen hier auseinander.
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#6 ArbeiterparteiPTAnonym
#7 arteAnonym
  • 16.02.2014, 14:13h
  • Wieland Speck rief beim Award zum Ziel: der kasten- und klassenlosen Gesellschaft entgegen.
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#8 nail studioAnonym
#9 SmileyEhemaliges Profil
  • 17.02.2014, 21:06h
  • Mir gefällt der brasilianische Film.

    "Eu Nao Quero Voltar Sozinho", meine drei Bröckchen Portugiesich wurden mir von einem Großonkel, Franziskanerpater in Brasilien, vorgenuschelt. Ich habe deshalb etwas herumgeguckt, Langenscheidt und so, und bin zu der Überzeugung gelangt daß das übersetzt "Ich möchte nicht allein zurück (gehen)" heißt. Und dann sind mir die Untertiteloptionen eingefallen, und siehe da, auf Englisch heißt es das auch.

    Und gerade ist mir eingefallen daß natürlich der englische Titel nicht mit dem brasilianischen übereinstimmen muß. Wobei es vielleicht etwas unterambitioniert ist einen ohnehin nicht synchronisierten Film mit einem verfremdeten Titel auszustatten.

    Ganz zuletzt ist mir eingefallen daß ich ja mal bei Wikipedia nachgucken könnte. Siehe da:

    pt.wikipedia.org/wiki/Eu_N%C3%A3o_Quero_Voltar_Sozinho

    en.wikipedia.org/wiki/I_Don%27t_Want_to_Go_Back_Alone

    Warum "brasilianische Oberschicht"? Weil da niemand dreckverkrustet hungernd blatternvernarbt alkoholisiert im Slum herumwankt? Erfreuen wir uns gewisser Stereotype über Brasilien?

    [Ich hoffe es hat dem geneigten Publikum Freude bereitet mir beim Denken live zuzusehen und verbleibe mit freundlichen Grüßen ..]
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#10 SmileyEhemaliges Profil
  • 17.02.2014, 21:26h
  • Ja, so sieht's aus wenn man drei Sachen gleichzeitig macht und dabei geringfügig durcheinandergerät. Aber nur kein Neid, wirklich zu bedauern ist nur er, der gleich das essen wird was ich nebenbei .. zaubere ..
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