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  • 16.02.2014           6      Teilen:   |

Neues von Miranda und Andy

Der Prada-Teufel ist zurück

Artikelbild
Szene aus dem Kultfilm "Der Teufel trägt Prada": "Runway"-Chefredakteurin Miranda Priestly (Meryl Streep) und ihre frühere Assistentin Andrea Sachs (Anne Hathaway) treffen nach vielen Jahren in neuer Konstellation wieder aufeinander

Zehn Jahre nach ihrem verfilmten Erfolgsroman "Der Teufel trägt Prada" hat Lauren Weisberger mit "Die Rache trägt Prada" eine Fortsetzung veröffentlicht.

Von Angelo Algieri

"Der Teufel trägt Prada", der Roman von Lauren Weisberger, war 2003 nicht nur in den USA ein überragender Erfolg: Er hielt sich ein Jahr auf der Bestseller-Liste der "New York Times" und wurde auch in weiteren 37 Ländern verkauft. Die hinreißende Krönung gab die gleichnamige Verfilmung mit Meryl Streep und Anne Hathaway 2006, die auch in der Gay-Community zu einem Kult-Film wurde.

Nun gibt es die Fortsetzung von Weisbergers Debütroman: "Die Rache trägt Prada", erschienen im deutschen Hausverlag Goldmann in München.

Die in Pennsylvania geborene Autorin, Jahrgang 1977, hat dazwischen weitere Bestseller mit ähnlich griffigen Titeln geschrieben: "Die Party Queen von Manhattan", "Ein Ring von Tiffany" sowie "Champagner und Stilettos". Wie in ihrem weltweitem Bestseller sind ihre Erfahrungen als persönliche Assistentin von Anna Wintour, Herausgeberin des Modemagazins "Vogue", eingeflossen. Weisberger lebt mit ihrem Mann Mike und ihren zwei Kindern in New York.

Fortsetzung nach Anzeige


Andy gibt gemeinsam mit Em(ily) ein Hochzeitsmagazin heraus

Die deutsche Übersetzung des Fortsetzungsromans ist bei Goldmann als Taschenbuch erschienen. Eine gekürzte Version ist als Hörbuch erhältlich
Die deutsche Übersetzung des Fortsetzungsromans ist bei Goldmann als Taschenbuch erschienen. Eine gekürzte Version ist als Hörbuch erhältlich

Doch nun zum Plot des Fortsetzungsromans: Die Story beginnt etwa zehn Jahre nach der spektakulären Kündigung von Andrea Sachs, genannt Andy, bei der Modezeitschrift "Runway". Sie heiratet. Nein, nicht ihren Alex. Dieser hat sie nach der Kündigung verlassen. Sondern sexy Max: Maxwell Harrison, Chef des Medienkonzerns Harrison Media Holdings.

Kennengelernt hatten sie sich drei Jahre zuvor, als es um die Finanzierung des Hochzeitsmagazins "The Plunge" ging. Noch eine Überraschung: Andy gründet dieses Magazin gemeinsam mit Em(ily) Charlton – jener verhassten Chefassistentin von Miranda Priestly. Doch Em wurde bald darauf von Miranda eiskalt abserviert. Andy und Em wurden nach einem Koch-Kurs beste Freundinnen.

Soweit die Anfangskonstellation. Allerdings droht Ungemach: Ein paar Minuten vor der Hochzeit findet Andy einen Brief von der Schwiegermutter in spe, gerichtet an ihren Sohn Max. Darin fordert sie ihn auf, Andy nicht zu heiraten und stattdessen seine erste Freundin Katherine aus österreichisch-adligem Hause zu nehmen. Max und Katherine haben sich auf den Bermudas, wo er seinen Junggesellenabend feierte, getroffen.

Erraten: Andy ist schockiert, dass ihre Schwiegermutter sie hasst. Noch schlimmer aber, dass sie wohl Max nicht mehr vertrauen kann: Warum hat er ihr nichts von der Begegnung mit Katherine erzählt? Ist da mehr zwischen den beiden gelaufen? Soll sie die Hochzeit nun abblasen?! Nein. Lieber Augen zu und durch! Doch während der gesamten Feier steht Andy neben sich. Sie hat auch noch nach Tagen und Wochen Übelkeit, immer wenn sie an Katherine denken muss – auch wenn Max beteuert, Katherine nur zufällig getroffen zu haben und dass nichts "passiert" sei.

Miranda leitet nun das mächtigste Medienimperium der USA

Die Übelkeit hat freilich eine weitere Ursache: Andy ist schwanger! Während ihr Bauch wächst, kommt es zu einem Super-Angebot: Miranda Priestly, mittlerweile Chefin des mächtigsten Medienimperiums Elias-Clark, möchte "The Plunge" übernehmen. Es winkt ein sechsstelliger Betrag, und das Chefteam soll ein Jahr lang weiter für Miranda arbeiten. Während Em dafür ist, graust es Andy. Sie zögert und zaudert monatelang.

Das merkt auch die Gegenseite und zeigt sich den Herausgeberinnen mit großzügigen Geschenken. Die Krönung: ein Abendessen bei Miranda höchstpersönlich, wo sie sich sehr human und freundlich gibt. Dabei ist der schwule Moderedakteur von "Runway" Nigel ungebeten dort. Denn er will sich vergewissern, dass er und sein zukünftiger Ehemann Neil auf die Titelseite von "The Plunge" kommen – als "Hochzeit des Jahrhunderts".

Von Mirandas Charme-Offensive lässt sich Andy nicht beeindrucken. Sie hat immer noch nicht vergessen, was für ein diabolisches Biest die Ex-Chefin ist. Sollen die Therapiestunden etwa umsonst gewesen sein? Allerdings weiß sie nicht, dass bereits alles entschieden ist. Verrat liegt in der Luft…

An Andy und Emily konnte sich Miranda gar nicht erinnern

Autorin Lauren Weisberger präsentiert die englische Originalsausgabe ihres Buches in New York City
Autorin Lauren Weisberger präsentiert die englische Originalsausgabe ihres Buches in New York City (Bild: Simon & Schuster)

Zugegeben: Manche Szenen sind unterhaltend, etwa die Großmutter von Andy, wenn sie betrunken Sprüche loslässt. Oder die erste Wiederbegegnung zwischen Miranda und Andy mit Emily: Miranda konnte sich überhaupt nicht an die Freundinnen erinnern – so viele Assistentinnen habe sie in den letzten zehn Jahren gehabt…

Doch leider wird der Text insgesamt zu einer unerträglichen Lektüre. Zunächst nervt der Charakter von Andy: eine durchweg hysterische Drama-Queen des eingeheirateten Geldadels. Ständig wird beschrieben und kommentiert, wie Herr X oder Frau Y gekleidet ist. Fast ausnahmslos hochwertige Stoffe oder die Luxus-Marke macht's! Außerdem werden belanglose Kleinigkeiten unendlich hoch aufgebauscht. Man fragt sich: Haben die Reichen und Schönen noch andere Probleme?

Überhaupt wirkt die ganze Handlung zu plakativ und außerordentlich oberflächlich. Das hat auch mit dem Sprachstil zu tun: Vieles wird mit dem Auge beschrieben, aber leider nicht sehr gut beobachtet. Andere Sinneswahrnehmungen kommen kaum vor. So fehlt das Feuer, die Leidenschaft, das Mitfühlende. Oder sollen Luxusgüter etwa die wahren Emotionen zeigen?

Hinter der schönen Fassade weder Kritik noch Komik oder Ironie

Nichts gegen oberflächliche Beschreibung, doch sollten sie eine neue, andere Perspektive aufzeigen – unabhängig, ob in der Gosse oder bei Gucci, ob unterhaltend oder anspruchsvoll. Und das hat Autorin Weisberger sträflich vernachlässigt. Denn hinter der makellosen Fassade, hinter dem dünnen Lack der Reichen und Schönen verbirgt sich in diesem Roman: nichts. Weder menschliche Abgründe noch die hässliche Fratze des Luxus-Überflusses oder ein zynisches Plädoyer für Ungleichheit. Geschweige von wahrer Komik oder Ironie. Das ist, insbesondere bei einem Roman von 448 Seiten, schlicht und einfach langweilig!

Und es steht im Gegensatz zum Debütroman oder dem Film, in dem etwa auf inhumane Arbeitsverhältnisse, mangelnde Anerkennung oder Konkurrenzdruck hingewiesen wird. In diesem Fortsetzungsroman werden leider keine neuen Symptome der heutigen Wirtschafts- und Arbeitswelt aufgezeigt, obwohl die Handlung kurz nach der Immobilien- und Finanzkrise spielt. Dieses Buch soll offensichtlich nur eins: Kasse machen!

Mein Lob geht einzig und allein an die Übersetzung von Regina Rawlinson und Martina Tichy. Sie haben das richtige Maß zwischen solider und dynamischer Übertragung gewählt; man merkt dem Text überhaupt nicht die Übertragung ins Deutsche an. Großartig!

Fazit: Wer auf Konsum-Porno steht, ist mit "Die Rache trägt Prada" bestens bedient! Für andere gibt es die ironischen Romane über den Jetset des schwulen Autors Philipp Tingler. Und für den Rest, also jene, die tiefe Abgründe einer reichen Schicht sowie subtil-ironische, unterhaltende Geschichten lesen wollen, gibt es zum Glück den bisexuellen John Cheever, etwa mit der Erzählung "Der Schwimmer" aus den 1960er Jahren, die immer noch aktuell ist!

Youtube | Offizieller Trailer zum Buch
  Infos zum Buch
Lauren Weisberger: Die Rache trägt Prada. Der Teufel kehrt zurück. Roman. Aus dem Englischen von Regina Rawlinson und Martina Tichy. Goldmann Verlag. München 2013. 448 Seiten. 9,99 €. ISBN: ISBN: 978-3-442-54287-1
Links zum Thema:
» Mehr Infos zum Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
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» Homepage von Lauren Weisberger
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Tags: the devil wears prada, lauren weisberger, der teufel trägt prada, miranda priiestly, andrea sachs, goldmann
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Reaktionen zu "Der Prada-Teufel ist zurück"


 6 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
16.02.2014
16:57:57
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von ehemaligem User DavidJacob


Ihr solltet aufhören, immer zu spoilern.


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#2
16.02.2014
17:11:21


(+3, 3 Votes)

Von Eric_T
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Antwort zu Kommentar #1 von DavidJacob


Ich glaube, das hat wenig mit Spoilern zu tun. Es ist eine Rezension. Und da muss nun mal auch einen Teil vom Inhalt wiedergeben. Das gehört dazu.

Viel schlimmer finde ich, dass es sich bei dem Roman offenbar wieder um einen Schinken handelt, der den Kauf nicht wert ist. Bei Lauren Weisgerbers erstem Roman bin ich tatsächlich vor Langeweile eingepennt. Unendlich langweilig! Das ist eines der wenigen Werke, bei dem der Film besser ist als das Buch!


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#3
16.02.2014
19:40:23


(-1, 5 Votes)

Von Gerhard


Und was hat das mit schwul zu tun :D


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#4
16.02.2014
20:29:29


(-1, 3 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Mich hat schon der 1. Teil sowas von null interessiert!Warum auch?Weils um Fetzen geht?


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#5
17.02.2014
09:00:17


(-1, 1 Vote)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Und hier der neueste Trend der Fashionweek:

Link zu www.bild.de

Sowas trägt man jetzt auch in Regensburg!


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#6
17.02.2014
09:22:25


(+1, 3 Votes)
 


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