Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 19.02.2014           48      Teilen:   |

Gegen "Gender-Ideologie"

Katholische Gruppe entdeckt LGBT-Film als Feindbild

Artikelbild
Frau ist Frau und Mann ist Mann. Basta!

In Frankreich will eine katholische Laien-Organisation verhindern, dass der Film "Tomboy" im Kulturkanal Arte ausgestrahlt oder in Schulen behandelt wird.

Religiös motivierte Homo-Hasser stacheln nicht nur in Deutschland ihre Anhänger mit Petitionen auf: In Frankreich wirbt das "Civitas-Institut" damit, den Film "Tomboy" nicht mehr öffentlich oder in der Schule aufzuführen. Der französische Film aus dem Jahr 2011, der mit einem Teddy-Spezialpreis ausgezeichnet wurde, handelt von einem zehnjährigen, jungenhaften Mädchen und ihren Identitätsproblemen (siehe queer.de-Rezension). Regisseurin ist Céline Sciamma, die bereits zuvor den Jugendfilm "Water Lilies" gedreht hatte.

Zur Ausstrahlung von "Tomboy" am Mittwochabend im deutsch-französischen Fernsehsender Arte (20.15 Uhr) hat die Gruppe zu Protesten aufgerufen und eine Briefkampagne ins Leben gerufen. Die katholischen Aktivisten behaupten ferner, dass Arte den Film "Tomboy" nicht ausstrahlen dürfe, weil sich der Fernsehsender verpflichtet habe, nur Programme "mit kulturellem Charakter" zu zeigen. Der 84-minütige Spielfilm sei hingegen ein Versuch, das christliche Menschenbild zu negieren.

Außerdem hatte das "Civitas-Institut" bereits im vergangenen Jahr Unterschriften dagegen gesammelt, dass der Film in Schulen gezeigt wird. Er ist dort für Schüler ab der 2. Klasse vorgesehen. Innerhalb weniger Woche haben bei Civitas mehr als 30.000 Menschen die Forderungen unterzeichnet.

Fortsetzung nach Anzeige


Kampf gegen Gender-Theorie

"Tomboy" heimste Preise bei schwul-lesbischen Filmfestivals in Berlin, Torino, Philadelphia und San Francisco ein
"Tomboy" heimste Preise bei schwul-lesbischen Filmfestivals in Berlin, Torino, Philadelphia und San Francisco ein

Die katholische Organisation begründet ihren Einsatz damit, dass der Film Teil einer großangelegten "Gender-Theorie" oder "Gender-Ideologie" sei. Darunter verstehen die Aktivisten die Verwischung der "natürlichen" Unterschiede von Frau und Mann. Sie glauben, dass die sozialistische Regierung diese Ideologie durchsetzen wolle – etwa auch mit der Anweisung, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ausführlich in Grundschulen zu behandeln. Lehrer sollen etwa Jungs darauf hinzuweisen, dass sie auch mit Puppen spielen können und Mädchen statt Krankenschwester auch den Beruf Pilotin oder Feuerwehrfrau wählen dürfen. Dagegen protestierte Civitas ebenso wie gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Im vergangenen Monat organisierte die Gruppe sogar einen Schulboykott von Grundschülern. In manchen Teilen des Landes blieb bis zu einem Drittel der Kinder deshalb zu Hause.

Die 1999 gegründete Gruppe Civitas steht den Piusbrüdern nahe, die 2009 vom damaligen Papst Benedikt XVI. wieder in die katholische Kirche eingegliedert wurde (queer.de berichtete).

Der Film "Tomboy" ist von den internationalen Prüforganisationen der Filmindustrie nie als jugendgefährdend eingestuft worden. In vielen Ländern wurde der Film sogar gänzlich ohne Altersbeschränkung freigegeben, darunter in Spanien, Großbritannien, Schweden, Norwegen, Belgien, den Niederlanden, Österreich und auch Frankreich. In Deutschland wurde der Film von der Freiwilligen Selbstkontrolle ab sechs Jahren freigegeben (die deutsche DVD/Blu-Ray ist wegen Zusatzmaterials allerdings ab zwölf). Einzig das LGBT-feindliche Singapur machte mit einer Freigabe ab 16 eine Ausnahme. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 48 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 73             7     
Service: | pdf | mailen
Tags: katholische kirche, civitas, frankreich, homo-ehe, tomboy
Schwerpunkte:
 Frankreich
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Katholische Gruppe entdeckt LGBT-Film als Feindbild"


 48 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
19.02.2014
16:53:54


(+10, 16 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Niemand zwingt Katholiken ARTE zu schauen !

Außerdem ist dieser Sender mit seinem hervorragendem Programm, das immer wieder ganz selbstverständlich auch LGBT-Themen aufgreift, für diese Leute offensichtlich zu intellektuell und anspruchsvoll, als das Mann ihnen erlauben könnte sich in die Programmgestaltung einzumischen..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
19.02.2014
17:14:35


(-13, 19 Votes)

Von spiegel


kein grund zum konflikt, im film gehts doch nur um ein mädchen, das ein frecher junge sein will.

wäre es umgekehrt, dann wäre der film sogar vielen schwulen aus verständlichen gründen zu peinlich, weil zu persönlich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
19.02.2014
17:15:02


(+13, 17 Votes)

Von olfwob


Nach der Logik dieser Katoliban dürfte dann folglich auch kein Film mehr über das Christentum gezeigt werden, da den Kindern damit auch ein nicht wirklich nachweisbares Thema nahe gebracht werden würde...
ich frage mich echt immer wieder, wie es sich jemand der an ein nicht bewiesenes Wesen glaubt, erlauben kann andere Personen in Ihrer Lebensweise zu bevormunden


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
19.02.2014
17:49:04
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Felix


Freie Rede, freie Medien, Freiheit der Kunst und andere Freiheitsrechte waren religiösen Fundamentalisten und anderen Fanatikern immer schon ein Dorn im Auge.

Die wollen Gleichschaltung mit ihrer Meinung als Leitkultur.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
19.02.2014
17:50:53


(+12, 12 Votes)

Von ideologen


was haben die eigentlich immer mit "theorie"?

die gesellschaftliche und menschliche realität und praxis belegt, dass die reaktionäre, interessengeleitete (da auf unterdrückung abzielende) ideologie dieser selbsternannten herrenmenschen nichts mit der wirklichkeit zu tun hat.

und kinder müssen endlich davor geschützt werden, dass diese ideologen ihnen ihre kranken rollenzuweisungen männlich/weiblich aufzwingen!

die menschenverachtung dieser herrschaften richtet sich gegen die grundsätze jeder demokratie, gegen den grundsatz der gleichheit aller menschen!

und natürlich auch gegen die grundsätze jeder seriösen wissenschaft, die doch längst belegen kann, dass das bürgerliche familienkonstrukt und die damit verbundene unterdrückerische geschlechterordnung gesellschaftlich produziert sind und keineswegs naturgegeben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
19.02.2014
17:51:57
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Gerrit


Sobald ihnen irgendwas nicht passt, schreien Faschisten immer gleich nach Zensur...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
19.02.2014
17:59:46


(+8, 10 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Da sieht man mal wieder, wohin die Gehirnwäsche dieser Homohasser-Kirche führt. - Ich fürchte, es wird nicht lange dauern, bis die Katholen in Deutschland nachziehen und versuchen, alle möglichen schwulen oder lesbischen Filme zu verbieten. Die tun gerade so, als würden alle zu "gezwungen" den Film anzuschauen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
19.02.2014
18:22:30


(+12, 12 Votes)

Von GeorgB


So einen Hass auf LGBT kann man nur entwickeln, wenn man von frühester Kindheit aufan religiös indoktriniert wird. Kinder müssen vor sowas geschützt werden. Daher: kein konfessioneller Religionsunterricht mehr in staatlichen deutschen Schulen! Religiöse Finger weg (in jeder Hinsicht) von den Kindern!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
19.02.2014
18:24:07


(+10, 12 Votes)

Von sperling


interessant ist, dass neben der homo-feindlichkeit auch mal explizit die ablehnung aller modernen geschlechtsrollen-vorstellungen ins spiel kommt. gleichberechtigte frauen, kleine jungen, die mit puppen spielen dürfen, junge mädchen, die erfahren, dass ihnen alle berufe offenstehen - das alles gilt diesen reaktionären als "ideologie".

die sind nicht nur homo-feindlich und nicht nur für eine religiös motivierte zensur (was ja schon widerlich genug wäre). nein, die sind grundsätzlich dagegen, dass auch nur ein einziger mensch frei über sein leben bestimmen darf.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
19.02.2014
18:27:52
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Alex


Dass solche Leute ihre Ignoranz und Dummheit immer so laut rausbrüllen müssen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345  vor »


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung 25 Jahre "Schwulen-Verrat" im Fernsehen LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt