Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?21080
  • 21. Februar 2014, noch kein Kommentar

Die Musik der Wild Beasts lässt sich irgendwo zwischen Indierock und Pop eonorden. Unverkennbares Markenzeichen ist der Falsettgesang des Sängers Hayden Thorpe (Bild: Domino Records)

Mit ihrem vierten Studioalbum "Present Tense" hat sich die Indie-Band aus dem nordenglischen Kendal den Durchbruch mehr als verdient.

Von Michael Thiele

Die Wild Beasts werden ja schon seit einigen Jahren als Geheimtipp gehandelt. Ganze vier Studioalben hat das fleißige Indie-Quartett aus der nordenglischen Provinz innerhalb der letzten sechs Jahre veröffentlicht. Von der Musikpresse wurden alle einstimmig gelobt. Auf ihren Clubtouren haben sich die Jungs eine treue Anhängerschar erspielt. Jetzt bringen die Wild Beasts ihr neues, viertes Album "Present Tense" heraus. An diesem haben sie fast ein Jahr lang gearbeitet und die Zeichen stehen gut, dass jetzt der Geheimtipp-Status fällt und der Durchbruch folgt.

Grandios geht es los mit "Wanderlust": Ein treibender 6/8-Takt, gebrochene Beats, ein anschwellendes, wölfisches Heulen. Der hohe Falsettgesang von Hayden Thorpe galoppiert mit ungewohnt tiefen Synthies elektrisierend um die Wette, zum Ende hin bremsen sie ab, der Song implodiert dumpf. Wow, was für ein Einstieg! Aber die Wild Beasts haben ja seit jeher einen Hang zu episch angelegten Openern, man denke nur an den furiosen Kate-Bush-Gedächtnissong "The Fun Powder Plot" von ihrem zweiten Album "Two Dancers".

Eine Fusion aus Art Rock, Indie und Dream Pop


Das Album ist seit 21. Februar 2014 im Handel

Zu den Highlights von "Present Tense" zählen weiterhin das schwermütige, an EBM erinnernde "Daughters", das in synthetischen Trommelschlägen kulminiert. Weiterhin das verträumte "A Simple Beautiful Truth", das wohl am positivsten klingende Stück auf dieser Platte. Und auch "Past Perfect" beeindruckt, denn darin treten die früheren, weitaus weniger elektronisch klingenden Wild Beasts noch einmal schön hervor: Allerlei Percussion-Instrumente ertönen, unbeschwert zirpt eine Akustikgitarre dazu. Etwas ab fallen dagegen "Pregnant Pause" und "New Life", sie plätschern vergleichsweise unmotiviert dahin. Da hätten die Jungs noch mal drüber gehen können.

Wie schon auf den vorangegangenen Alben faszinieren die Wild Beasts auch auf "Present Tense" mit kunstvollen und komplexen Songs, die man so noch nicht gehört hat. Es sind auch diesmal keine offensichtlichen Hits, die das Quartett geschrieben hat, vielmehr handelt es sich um eine geheimnisvoll klingende Fusion aus Art Rock, Indie und Dream Pop, die umso geheimnisvoller wirkt, weil die Texte aufgrund von Haydens murmelndem Gesang oft nur bruchstückhaft zu verstehen sind.

Was "Present Tense" jedoch von den Vorgängern grundlegend unterscheidet, ist die neue, elektronisch-düstere Komponente im Schaffen der Wild Beasts. Die elf Songs setzen sich aus vielen anthrazit funkelnden Samples zusammen, die ihnen so gut stehen, dass man sich fragt, warum Hayden und Kollegen nicht schon früher darauf gekommen sind.

Youtube | Der grandiose Opener des Albums: "Wanderlust"