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  • 23.02.2014           93      Teilen:   |

Neue Aktionen von Stängle & Co.

Bildungsplan-Gegner kämpfen weiter

Artikelbild
Gegner einer vernünftigen Schulaufklärung über Homosexualität rufen zur Schlacht. Vor Desinformation und Vorurteil schrecken sie nicht zurück.

Aufklärungsgegner Stängle produziert ein Youtube-Filmchen, die "Initiative Familienschutz" bietet vorformulierte eMails an Landtagsabgeordnete. Ministerpräsident Kretschmann kündigt Änderungen an.

Von Norbert Blech

Der Streit um eine LGBT umfassende Schulaufklärung in Baden-Württemberg kommt nicht zur Ruhe. Vor wenigen Tagen hat die "Initiative Familienschutz" von Hedwig von Beverfoerde in Zusammenarbeit mit dem Portal abgeordneten-check.de eine neue Initiative gestartet: Bürger können per Formular vorformulierte Schreiben an die Landtagsabgeordneten von Baden-Württemberg schreiben. So erhielt ein CDU-Abgeordneter schon 481 eMails, insgesamt sollen bereits über 17.000 Mails verschickt worden sein.

Das Portal ist wie die Webseite Freie Welt Teil der Aktivitäten des Ehepaares von Storch, Beatrix von Storch ist Europakandidatin der "Alternative für Deutschland" und Gegnerin von Homo-Rechten. Im vorformulierten Schreiben wird kritisiert, Kinder sollten "LSBTTI-Menschen (…) nicht nur tolerieren, sondern ausdrücklich akzeptieren lernen" und würden "persönlichkeitsverletzend sexualisiert(…), ohne dass die Eltern das Recht haben, dies zu verhindern".

"Das umstrittene Arbeitspapier (…) ist (…) immer noch nicht vom Tisch", kritisiert die Initiative Familienschutz. Eltern hätten "keinerlei Möglichkeit, ihre Kinder vor dieser staatlichen Sexualisierung und Indoktrination zu bewahren". Auch Bürger außerhalb Baden-Württembergs sollten sich beteiligen: "Dieser Kampf zum Schutz unserer Kinder geht uns alle an und ist unerlässlich. Was hier geschieht, wirkt sich auf alle Bundesländer aus."

Emails der Initiative erzielen durchaus ihre Wirkung: Nach Protesten änderten etwa zwei Europaparlamentarier der CDU in den letzten Tagen nachträglich ihre Zustimung zum Lunacek-Bericht in eine Ablehnung.

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Kretschmann kündigt Überarbeitung an

Wird Winfried Kretschmann die Kritiker ohne größere Änderungen beruhigen können? - Quelle: Gruene Baden-Wuerttemberg / flickr / cc by-sa 2.0
Wird Winfried Kretschmann die Kritiker ohne größere Änderungen beruhigen können? (Bild: Gruene Baden-Wuerttemberg / flickr / cc by-sa 2.0)

Derweil hat der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann angekündigt, zusammen mit Finanzstaatssekretär Ingo Rust (SPD), der einer pietistischen Gemeinde angehört, das Gespräch mit evangelikalen Gruppen zu suchen. "Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass da Kulturkämpfe entstehen", sagte er in der letzten Woche.

Kretschmann kündigte Presseberichten zufolge eine Überarbeitung des Bildungsplans an: Formulierungen sollten geändert werden, um "missverständliche Interpretationen" zu verhindern und Ängsten entgegenzutreten. Er wies die Kritik über eine angebliche "Indoktrinierung" zurück und betonte, die Ziele des Planes nicht infrage stellen zu wollen.

Neues Video von der Stängle-Initiative

Gabriel Stängle, der mit seiner Petition gegen den Bildungsplan auf openpetion.de den Streit losgetreten hatte, begrüßte diese Aussagen in einer Pressemitteilung; noch vor Wochen habe Kretschmann Änderungen abgelehnt. Man sei zu Gesprächen bereit, eine Neuformulierung des Begriffes "sexuelle Vielfalt" stehe dabei an wichtigster Stelle.

Auf Youtube veröffentlichte die Anti-Bildungsplan-Initiative von Stängle am Wochenende ein Video, das den Bildungsplan aus ihrer Sicht erklärt und dabei einiges verklärt. Kindern werde ein "Menschenbild verordnet, das wissenschaftlich umstritten ist und keineswegs von allen Menschen geteilt wird", heißt es darin. Das Video spielt im Bild mit dem Gedanken, Kinder könnten zur Homosexualität erzogen werden.

Youtube | Gabriel Stängle legt mit einem Video nach. Wer hat den professionellen Film eigentlich finanziert?

Hauk und Rülke kritisieren GEW-Broschüre

Die Publizistin Birgit Kelle (u.a. "Junge Freiheit") sorgte durch die Erwähnung einer GEW-Broschüre bei "Maischberger" für eine weitere Ausweitung der Debatte
Die Publizistin Birgit Kelle (u.a. "Junge Freiheit") sorgte durch die Erwähnung einer GEW-Broschüre bei "Maischberger" für eine weitere Ausweitung der Debatte

Derweil greift der Streit um den Bildungsplan auf immer weitere Bereiche über, so empören sich derzeit viele Konservative über eine von Birgit Kelle in der Sendung "Maischberger" vorgestellte Unterrichtshilfe der Bildungsgewerkschaft GEW. Durch einen ironischen Fragebogen ("Wann und warum hast Du dich entschlossen, heterosexuell zu sein?") sollen Kinder lernen, sich in die Lage von Schwulen und Lesben zu versetzen.

Ihn nutzte nun auch die Opposition in Baden-Württemberg zu einer weiteren homophoben Positionierung. Die GEW sollte den "in jeder Hinsicht unterirdischen" Fragebogen "schnellstens zurückziehen", sagte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke den "Stuttgarter Nachrichten", der SPD-Bildungsminister solle sich von ihm distanzieren. CDU-Fraktionschef Peter Hauk nannte den Fragebogen "unmöglich". Es gehe gar nicht, dass ein solcher Text den Lehrern ohne weitere Erläuterungen an die Hand gegeben werde, so Hauk laut der Zeitung. Die GEW schaffe mit diesen Fragen keine Normalität, "sondern spaltet weiter".

Allerdings bietet die GEW den Fragebogen schon seit 1997 an, mit ausführlichen Informationen. Die Gewerkschaft verteidigte den Fragebogen aus einer Broschüre für Lehrer, sie ist allerdings inzwischen, anders als eine andere aktuelle Broschüre, von ihrer Homepage verschwunden, der GEW-Landesverband distanzierte sich laut "Stuttgarter Zeitung" von ihr. Vor allem der Publizist Matthias Matussek hatte den Fragebogen kritisiert, was zu einer deutlichen Replik von Stefan Niggemeier führte.

"Verfolgte Unschuld" Birgit Kelle

Allerdings fühlen sich Homo-Hasser wie Matussek derzeit, als hätten sie Oberwasser. Auch Birgit Kelle nutzte die "Maischberger"-Sendung in vielen Interviews und Gastbeiträgen zur weiteren Profilierung. "Ich habe in meinem ganzen Leben noch niemals abwertend oder abfällig über Homosexuelle gesprochen", sagte Kelle der "Freien Welt", um dann von den "Schreihälsen der Homo-Lobby" zu sprechen. Den "Volks-Umerziehern" reiche es nicht, "dass Homo, Bi, Trans in der Gesellschaft toleriert wird. Sie wollen, dass wir es alle ganz toll finden müssen. Und da gehe ich nicht mit."

Kelle kritisierte mehrfach, von einer "Lobbygruppierung rund um die Homepage queer.de" als "Homo-Hasserin" bezeichnet worden zu sein. Ihr Rechtsanwalt habe gesagt, dass sie gegen diese "zulässige Wertung" nicht vorgehen könne. Zugleich beklagte Kelle, die 2006 erstmals deutschlandweit in Erscheinung trat mit einer Aufforderung an MTV, die Serie "Popetown" nicht auszustrahlen, auf allen möglichen Kanälen, dass man ihre Meinungsfreiheit einschränken wolle.

Im "Bayernkurier" mündete das in der Aussage: "Nicht jeder, der laut 'Diskriminierung' schreit, wird auch tatsächlich diskriminiert. Wer allerdings Meinungen zensieren und Menschen Redeverbote erteilen will, der diskriminiert – in diesem Fall die längst schweigende Mehrheit."

Mit dumm-dreisten Äußerungen wie diesen, über eine angeblich diskriminierte Mehrheit, hatten auch in Frankreich die Massenproteste gegen die Homo-Ehe begonnen. Vordenker wie Beatrice Bourges, die in der Ehe-Öffnung gar "strukturelle Gewalt durch die Regierung" sah, nutzten geschickt Vorurteile, Unwissen und fehlende Empathie zu ihren Zwecken.

Die Frage, wieviel Schaden Stängle, Kelle & Co. in Deutschland noch anrichten werden, bleibt also spannend wie erschreckend. Derweil wird es am nächsten Samstag die nächste Demo der Initiative "Besorgte Eltern Baden Württemberg" geben, erneut sind Gegenproteste (1, 2) geplant.

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Tags: bildungsplan, baden-württemberg, winfried kretschmann, hans-ulrich rülke, peter hauk, birgit kelle
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Reaktionen zu "Bildungsplan-Gegner kämpfen weiter"


 93 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
23.02.2014
22:08:48


(+10, 12 Votes)

Von ehemaligem User paren57


"Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass da Kulturkämpfe entstehen", sagte er in der letzten Woche.

Einspruch, Euer Ehren. Der Kulturkampf muss endlich mal geführt werden, und zwar mit aller Härte. Den klerikalen und evangelikalen Falschmünzern muss endlich das Handwerk gelegt werden. Wenn jemand vorsätzlich falsch Zeugnis redet, dann ist er ein notorischer Lügner. Und wenn er dabei Menschen schadet und ihre Würde verletzt, muss auch dass geahndet werden. Er handelt unmoralisch, und diese abgrundtiefe Unmoral und niedere Gesinnung gehört öffentlich vorgeführt. Basta!


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#2
23.02.2014
22:10:47


(+7, 9 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Ehrlich gesagt wundert es mich, dass die Rechten immer so hässliche Menschen wie Kelle und Stängle ins Rennen schicken müssen,häßlich innerlich und äußerlich. Ich meine ohne diese hinterwäldlerischen Ansichten würde sich doch niemand für diese faden Menschen interessieren.


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#3
23.02.2014
22:16:21


(+11, 13 Votes)

Von ehemaligem User paren57


"Im vorformulierten Schreiben wird kritisiert, Kinder sollten "LSBTTI-Menschen () nicht nur tolerieren, sondern ausdrücklich akzeptieren lernen" und würden "persönlichkeitsverletzend sexualisiert(), ohne dass die Eltern das Recht haben, dies zu verhindern".

Die Formulierung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ausdrückliche Akzeptanz von homosexuellen Menschen wird ausdrücklich abgelehnt. Also weg damit und entsorgen! So sieht christliche Nächstenliebe aus.

Pardon, ich vergaß: Homosexuelle sind keine Nächsten. Die schickt man höchstens ins Gas.


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#4
23.02.2014
22:26:33


(+13, 19 Votes)

Von war leider klar


dass die kleinbürgerlichen grünen religioten früher oder später vor der altbekannten allianz von konservativen, kirchen und faschisten einknicken...

von der gew-führung ist zu fordern, dass sie hier nochmals klar position bezieht - gegen jedes zurückweichen! und gegen jede diffamierung und rücknahme von ihr ausgearbeiteter unterrichtsmaterialien! die in der gew organisierten pädagog*innen sind mindestens so qualifiziert dafür, die persönlichkeits- und selbstbestimmungsrechte von schülerInnen zu schützen und durchzusetzen, wie homophobe "erziehungsberechtigte"!

und die politische auseinandersetzung mit diesen aggressor*innen, die die rechte von kindern und jugendlichen, den schutz der menschenwürde und die uneingeschränkte gleichbehandlung aller verhindern wollen, muss in aller schärfe geführt werden!


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#5
23.02.2014
22:27:42


(+10, 16 Votes)

Von schon mal gut


"Derweil wird es am nächsten Samstag die nächste Demo der Initiative "Besorgte Eltern Baden Württemberg" geben, erneut sind Gegenproteste (1, 2) geplant."

Es ist keine Schande queer- und lgbt-friendly Heten
zu aktivieren!


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#6
23.02.2014
22:28:43


(+11, 15 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von paren57


Wir reden hier über das Ländle.

Das ist neben Sachsen und Bayern die strukturkonservativste Ecke in ganz Deutschland.

Und da braucht es schon breite Bündnisse. Ich denke aber, wenn man Eltern, Angehörige, betroffene Jugendliche und alle Gutwilligen (Atheisten wie Religiöse) zusammenkriegt, dann kann man mit dem Grundgesetz unterm Arm schon etwas gegen diese Leute unternehmen, die sich zwar ein frommes Mützchen aufsetzen, aber eigentlich in der deutschen Auslöschungstradition stehen.

Man (etwa Leute wie Jens Spahn) muss nur endlich einsehen, dass man zwar viele, aber eben nicht alle auf den Weg zu mehr Gleichheit und Menschlichkeit mitnehmen kann. Es gibt ekklesiogene Neurotiker und/oder Menschen mit instabiler Identität, die einfach hassen wollen und weiter hassen werden. Das ist gerade in unserem Land mit seiner weitgehend unaufgearbeiteten historischen Vergangenheit auch kein Wunder.

Was mich eher wundert, dass queer.de nicht mehr als Nischenmedium aufgefasst wird. Das ist eigentlich ein großes Kompliment an die Redaktion, die sich durch einen an den Werten der westlichen Zivilisation orientierten Radikalismus des demokratisch Selbstverständlichen auszeichnet, der mir sehr gefällt.

Hut ab, Leute.


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#7
23.02.2014
22:32:32


(+14, 20 Votes)

Von Wolfgang
Aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 13.01.2011


Stängle ist ein halbgebildeter Kleingeist, dem seine Petition längst aus der Hand geglitten ist; tatsächlich nutzen Figuren wie Kelle und Steeb dieses verunglückte "Bürgerbegehren" - ein Begehren aufgehetzter Bürger allerdings - um ihren Homohaß gesellschaftlich zu installieren.

Mit der Behauptung, der Widerstand gegen die tatsächliche Hetze Steebs, Kelles, Kubys, Storchs und dergl., würde die Meinungsfreiheit bedrohen, wendet die Homo-Haß-Front (wie ich sie von nun an nennen werde) eine wohlbekannte Strategie der Nationalsozialisten in den Jahren vor 1933 an.
Diesen Figuren geht es natürlich nicht um Meinungsfreiheit - außer der ihren -. Es geht ihnen um einen politischen Kurs ins Reaktionäre im Namen ihrer evangelikalen und katholischen Kreise. Dazu wird die religiöse Sexualpathologie nur genutzt, um im Schatten des Homohasses auch Errungenschaften der Frauenbewegung einzureißen; dazu kommt auch die übliche Ausländerhetze, die Forderung nach Blasphemiegesetzen, nach Gesetzen zur Einschränkung der Kunst und der Pressefreiheit - die diese Fronde für sich selbst schamlos nutzt.

Wie einstmals die Nazis den latent vorhandenen Antisemitismus schüren diese Leute heutzutage den Schwulenhaß, weil sie von ihren tatsächlichen Zielen ablenken wollen; sie "erfinden" wie die Nazis die "jüdische Weltverschwörung" heute die "internationale Homolobby". - Das Ziel dieser Leute ist zunächst einmal, Schwule erneut zu entmenschlichen als krank,pervers und dann auch wieder kriminell. Ihr Ziel ist ohne Zweifel die Absonderung, die Inhaftierung und die Auslöschung, die eben schon in den Schulen beginnen soll.
Daß es um mehr geht als bloß um die Homosexuellen läßt sich ablesen an einer immer stärker werdenden Hetze gegen die 68er-Bewegung - eine Folge der 68er Unzufriedenheit am politischen System ist ja die Gründung der Grünen gewesen, die inzwischen völlig verbürgerlicht sind. Das aber wird von diesen Leuten verleugnet - es wird gegen die Grünen gehetzt wie einstmals gegen Kommunisten. Es ist dieser Fronde bereits gelungen, die Grünen durch die verlogenen Unterstellungen zur "Pädophilie" extrem zu schädigen.
Der ganze Homoantagonismus läuft ja auch bei der Petition und bei Figuren wie Kelle, Steeb - und natürlich der Großmutter des Schwulenhasses, Christa Mewes, die sich auch schon zu Wort gemeldet hat - ebenfalls auf die erneute Gleichsetzung mit Pädophilie hinaus: damit können diese Volksverhetzer "gut" arbeiten mit dem Ziel der erneuten Kriminalisierung.
Sie werden frecher werden und Zwangstherapien, Kastration und dergleichen fordern.
Da sie für ihre rechtsradikalen Pläne zur enthumanisierten aber religiös durchstrukturierten Gesellschaft ein Feindbild brauchen, eignen sich Homosexuelle noch "besser" als Juden. Es gibt kaum noch Juden in Deutschland und würde man gegen die verstärkt hetzen und stänkern, gäbe es enorme Beachtung im In- wie im Ausland. Das kann man sich noch nicht leisten...
Schwule aber erneut zur gesellschaftlichen Bedrohung zu stilisieren ist für diese quasi kriminelle Vereinigung sehr praktisch: sie gibt es in jeder Generation in gleicher Anzahl - also genug zum Diskriminieren, Ausschließen und Jagen.
Diese Leute träumen von russischen Verhältnissen und glauben, sie in absehbarer Zeit auch hier herstellen zu können. Erste Kontakte mit der Urhebern des russischen Homohasses gibt es bereits (siehe der Kongreß in Dresden). Aber warum sollten diese Figuren aufhören bei der erneuten Kriminalisierung und Zwangsbehandlung - warum nicht weitergehen ?
Der Katholische Katechismus nennt die Todesstrafe gerechtfertigt, wenn der sie verhängende Staat in den Delinquenten eine besondere Bedrohung sieht.
Während Stängle, Steeb, Kelle und Konsorten noch die Medienfront halbwegs sittsam beackern, schreien Figuren wie Matussek schon lauter - und Kuby, Laun, Mewes beschwören seit geraumer Zeit den Untergang des Abendlandes durch die " internatioale Homolobby" ins Werk gesetzt.
Noch treten und spucken diese Leute bloß verbal - ihr Ziel aber ist die Auslöschung der Schwulen in einer reaktionären theokratischen Gesellschaft.


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#8
23.02.2014
22:32:37


(+13, 15 Votes)

Von J-eye


Wenn ich mir vorstelle so einen derart menschenverachtenden und verdorbenen Lehrer gehabt zu haben, bah...! Ich hatte sowohl jüngere, als auch ältere Lehrer, aber niemand von ihnen ist durch weltfremdes, religiöses Geeifere aufgefallen. In Sozialkunde/ Geschichte wurde die Regierung gerne (sarkastisch und kritisch) hinterfragt, in kath. Reli äußerte unsere Lehrerin desöfteren Kritik am Vatikan. Man konnte da seine Meinung auch laut äußern, ohne dafür dumm angesehen zu werden (ich hab da gerne Texte religiös Verblendeter zerrissen und bekam am Ende (trotzdem) meine 1).

Klar, das Thema Homosexualität war sogut wie nie im Unterricht präsent, kam aber ab und zu doch mal vor. Wenns vorkam, hieß es dann "was, die sind lesbisch?" und es gab ein bisschen gekichere, das wars dann aber auch. In Reli gabs ne Diskussion zu Regenbogenfamilien, wo eine Gruppe Pro und die andere Contra erörtern sollte. Das schöne: von vielen war ein "och nö, ich will nicht contra sein" zu hören. Geoutet war in der Stufe aber keiner. Es gab Gerüchte zu einer Person, die einige Tage groß die Runde machten. Ich frage mich, wies gelaufen wäre, hätte ichs gewagt...

Stängle ist eine Schande für seinen Berufsstand. Wenn man als Arzt Menschen schadet, kann man sich auf Klagen gefasst machen. Macht man das als Pädagoge, bleibt das meist ohne Konsequenzen (Offtopic: wenn ich sehe, was mein kleiner Bruder thematisch alles (nicht) gelernt hat, wird mir schlecht). Ich bin für eine Beurlaubung. Leider kann man solche Beamten ja nicht feuern...


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#9
23.02.2014
22:49:20


(+11, 15 Votes)

Von milieustudie
Antwort zu Kommentar #7 von Wolfgang


"Es geht ihnen um einen politischen Kurs ins Reaktionäre im Namen ihrer evangelikalen und katholischen Kreise. Dazu wird die religiöse Sexualpathologie nur genutzt, um im Schatten des Homohasses auch Errungenschaften der Frauenbewegung einzureißen; dazu kommt auch die übliche Ausländerhetze, die Forderung nach Blasphemiegesetzen, nach Gesetzen zur Einschränkung der Kunst und der Pressefreiheit - die diese Fronde für sich selbst schamlos nutzt."

Oder das laute Nachdenken von RCDS- und AfD-Funktionären über ein [Einkommens-]Klassenwahlrecht.


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#10
23.02.2014
22:53:38


(+12, 18 Votes)

Von Interessen
Antwort zu Kommentar #7 von Wolfgang


"Aktion von Familienschutz auf abgeordneten-check.de"

Link zu www.abgeordneten-check.de

Es wird bereits kräftig an den begleitenden Diskursen zu Angriffen auf die lohnabhängige Bevölkerung bei kommenden Krisenschüben, für die dann erforderlichen Herrschaftsmodelle gebastelt:

"Eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zu von Storchs Partei AfD bezeichnet den Verein BürgerKonvent, den sie u. a. zusammen mit Vera Lengsfeld führt,[6] als Apo von rechts und von oben, die auf die Rückführung des Staates auf Kernkompetenzen und den Abbau von Sozialleistungen zugunsten privater Vorsorge abziele. Dazu werde mit Hilfe eingekaufter und professioneller Kampagnenpolitik Druck auf Politiker ausgeübt. Die Strukturen seien intransparent und nicht demokratisch.[9]"

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Beatrix_von_Storch


"Damit vertreten sie die gleiche gewerkschaftsfeindliche und kapitalfreundliche Agenda wie Henkel, der die Linkspartei durch eine entsprechende Wahlrechtsänderung aus dem Parlament zu bugsieren hofft und das politische Führungspersonal bis hin zu den Ministerpräsidenten der Länder und dem Bundespräsidenten direkt wählen lassen will. Diese Form der unmittelbaren Demokratie zielt jedoch nicht auf eine Erweiterung der echten politischen Teilhabe, sondern auf die bessere Legitimation autokratischen Durchregierens von oben nach unten im Interesse der Unternehmen versteht sich.."

Link zu www.hintergrund.de


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