Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?21097

Die Collagenbilder sind am Wochenende verschwunden und wurden später verschmutzt im Müll wiedergefunden (Bild: Gerhard Hoffmann)

Eine Ausstellung über Karl Heinrich Ulrichs ist am Wochenende von Unbekannten entwendet worden. Die Collagenbilder sind inzwischen verschmutzt in Mülltonnen wieder aufgetaucht.

Zwei Mal in Folge sind im für die Öffentlichkeit frei zugänglichen Berliner Rathaus Schöneberg Bilder einer Ausstellung über Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) des Künstlers Gerhard Hoffmann verschwunden. Beim ersten Mal wurden vergangene Woche fünf der Texttafeln entwendet, die über das Schaffen des deutschen Vorkämpfers für Homosexuellenrechte informiert hatten. Sie wurden wenig später in Müllcontainern in der Nähe des Rathauses sichergestellt.

Am Samstagabend bemerkten schließlich Wachleute, dass die verbliebenen 15 Collagebilder ebenfalls entwendet worden sind. Auch sie konnten wenige Zeit später wiedergefunden werden, nachdem sie offenbar von den Täter weggeschmissen worden waren. Die Bilder sind verschmutzt und es wird geprüft, ob sie gereinigt werden können. Die Tafeln liegen aber als Dateiform vor und können daher in Kürze wieder im Rathaus Schöneberg gezeigt werden.

Nach dem Diebstahl zeigte sich der Künstler geschockt über den "unglaublichen Vorgang": "Diese Art von Zensur und Auslöschung ist unerträglich!" erklärte Gerhard Hoffmann. Die beiden Fälle von Diebstahl sind umgehend bei der Polizei zur Anzeige gebracht worden. Der Staatsschutz wurde bereits eingeschaltet.

Die Ende Januar eröffnete Ausstellung, die aus Sondermitteln der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gefördert wurde, soll noch bis zum 26. März in der Galerie des Foyers im Rathaus Schöneberg zu sehen sein.

Bezirksbürgermeisterin will Zusammenarbeit intensivieren


Die Ausstellung soll in Kürze wieder zu sehen sein

Bereits nach dem ersten Diebstahl hatte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) erklärt: "Ich bin entsetzt darüber, dass offensichtlich schon allein das bloße Sichtbarmachen schwul-lesbischer Geschichte eine solche Provokation darstellt." Sie fühle sich aber nun angespornt, "die Zusammenarbeit mit den Projekten, die diese Geschichte sichtbar machen, fortzusetzen und zu intensivieren".

Der Jurist, Journalist und Sexualwissenschaftler Karl Heinrich Ulrichs sorgte mit seinen Forderungen zur Gleichbehandlung von Homosexuellen für Aufruhr im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Als einer der ersten forderte er die Öffnung der Ehe für Homosexuelle. In seinem zwölfbändigen Werk "Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen Liebe" entwarf er seine Theorie der vier Geschlechter, deren Gleichheit vor dem Gesetz er einforderte. Als Ulrichs 1867 auf dem Deutschen Juristentag die Abschaffung antihomosexueller Gesetze verlangte, löste das noch tumultartige Szenen aus.

Im letzten Jahr wurde bereits die Einemstraße im Nollendorfkiez in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße umbenannt (queer.de berichtete). Karl von Einem war ein preußischer Kriegsminister und Homo-Hasser und gilt als einer der Wegbereiter der Nazis. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 24.02.2014, 12:56h

  • Das ist direkte Folge des homophoben Klimas, das von unserer Regierung erzeugt wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SaaldienerAnonym
#5 LangsamLangsamEhemaliges Profil
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 Fred i BKKAnonym
#8 WWhiteAnonym
  • 24.02.2014, 14:48h
  • Vielleicht sollten wir anfangen "heterosexuelle Kunst" zu entwenden und in Müllerimer zu werfen - hätten wir allerdings ne Menge zu tun. Zum Kotzen... Keiner ist gezwungen sich die Ausstellung anzusehen, wer ein Problem damit hat soll einfach wegbleiben. Wir sind noch weit wen von der angeblichen Toleranz, die in unserem Land herrschen soll.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 LangsamLangsamEhemaliges Profil
#10 MeineFresseAnonym