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  • 25.02.2014           65      Teilen:   |

"200 Spitzen-Homos"

Uganda: Homophobe Hetzjagd setzt ein

Artikelbild
Nach der letzten Outing-Aktion von "Red Pepper" wurde der LGBT-Aktivist David Kato ermordet

Ein Tag nach der Gesetzesverschärfung outet eine Boulevardzeitung "200 Spitzen-Homos" und gibt sie damit zum Abschuss frei. Mehrere europäische Länder haben bereits angekündigt, die Entwicklungshilfe zu kürzen oder umzuleiten. Kritik gibt es an der abwartenden Haltung der Bundesregierung.

Die ugandische Boulevardzeitung "Red Pepper" hat am Mittwoch unter der Überschrift "Exposed!" (enttarnt) Namen und zum Teil Bilder von "200 Spitzen-Homos" veröffentlicht. Unter den Aufgeführten sind prominente LGBT-Aktivisten, von denen viele in Uganda leben. "Die Hexenjagd in den Medien ist zurück", erklärte Aktivistin Kasha Jacqueline Nabagesera via Twitter. Auch sie ist in der Liste des Boulevardblatts aufgeführt. Nabagesera hatte erst vor wenigen Monaten den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg für ihren Einsatz für Homo-Rechte erhalten (queer.de berichtete).

Nur einen Tag zuvor hatte Präsident Yoweri Museveni ein Gesetz unterschrieben, das Homosexualität mit lebenslanger Haft bestraft (queer.de berichtete). Gummiparagrafen droht auch für die "Bewerbung" oder "Unterstützung" von Homosexualität mit mehrjährigen Haftstrafen.

"Red Pepper" hatte bereits 2009 Namen von Homosexuellen veröffentlicht (queer.de berichtete). Später wurde David Kato, der prominenteste LGBT-Aktivist, ermordet (queer.de berichtete). Die LGBT-Gruppe Sexual Minorities Uganda (SMUG) erklärte, die erneute Kampagne sei "sehr gefährlich" für die geouteten Männer und Frauen.

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Entwicklungshilfe gekürzt

Der niederländische Justizstaatssekretär Fred Teeven hat angekündigt, das Lesben und Schwule aus Uganda künftig leichter Asyl erhalten können
Der niederländische Justizstaatssekretär Fred Teeven hat angekündigt, das Lesben und Schwule aus Uganda künftig leichter Asyl erhalten können

Mehrere westliche Länder haben als Reaktion auf die Gesetzesverschärfung bereits eine Überprüfung ihrer Entwicklungshilfe angekündigt. Die niederländische Regierung hat am Dienstag erklärt, dass sie ihre jährlichen Zahlungen in Höhe sieben Millionen Euro zur Stabilisierung des Justizsystems einstellen werde. Justizstaatssekretär Fred Teeven von der rechtsliberalen VVD kündigte zudem an, dass die Niederlande Asylanträge von homosexuellen Ugandern wegen der "drakonischen" Maßnahmen unbürokratischer bewilligen werden.

Auch Dänemark und Norwegen wollen ihre Entwicklungshilfe wegen des homophoben Gesetzes einstellen und direkt an Menschenrechtsorganisationen umleiten, Österreich hat eine Überprüfung angeordnet. Der schwedische Außenminister Anders Borg erklärte, das Gesetz bedeute ein "finanzielles Risiko" für Uganda. Allerdings warnen ugandische LGBT-Aktivisten, dass die Einstellung der Entwicklungshilfe die Lage von Schwulen und Lesben im Land noch verschlechtern könnte, da sie noch mehr in die Rolle der Sündenböcke gedrückt werden könnten.

Kritik an schleppender Reaktion der Bundesregierung

In Deutschland hat bislang kein Bundesminister auf die Gesetzesverschärfung reagiert. Michael Kauch, der Bundesvorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben, kritisierte daher das "unerträgliche Schweigen" der Regierung. Insbesondere bemängelte er die Tatenlosigkeit von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Er verwies darauf, dass der frühere FDP-Minister 2012 noch Hilfsgelder für Uganda wegen der möglichen Strafverschärfung für Homosexualität ausgesetzt hatte (queer.de berichtete). "Und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) überlässt das Thema komplett dem Menschenrechtsbeauftragten in der zweiten Reihe. Dieser kritisiert Uganda, ohne aber irgendeine Konsequenz anzukündigen", so Kauch.

Museveni liebäugelt mit Russland

Präsident Museveni kündigte inzwischen in der ugandischen Presse an, dass er wegen der scharfen Kritik an Uganda aus dem Westen und insbesondere aus den USA zukünftig mehr mit Russland zusammenarbeiten möchte: "Die mischen sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ein", so Museveni.

Der Präsident glaubt, dass sich Schwule und Lesben ihre sexuelle Orientierung selbst aussuchen und dann versuchten, in Schulen Kinder für ihren "Lebensstil" zu rekrutieren. Auf CNN sagte er am Montag: "Ich wusste nie, was [Homosexuelle] tun, bis mir jemand kürzlich davon erzählt hat. Das ist schrecklich und ekelhaft, aber ich war in der Vergangenheit bereit, das zu ignorieren, wenn es Beweise gibt, dass sie abnormal geboren werden. Aber es gibt keine Beweise". Laut Umfragen unterstützen vier von fünf Ugandern die harte Linie gegen Schwule und Lesben. (dk)

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Tags: uganda, entwicklungshilfe, red pepper
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Reaktionen zu "Uganda: Homophobe Hetzjagd setzt ein"


 65 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
25.02.2014
15:47:25
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(+10, 12 Votes)

Von Felix


Jetzt geht die Menschen-Jagd pons los.

Gefördert auch mit deutschen Steuergeldern.


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#2
25.02.2014
15:49:40
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(+9, 11 Votes)

Von Luca


Wie kann man so ein Regime auch noch finanziell fördern und an der Macht halten.


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#3
25.02.2014
15:53:49
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(+11, 13 Votes)

Von Petter


Gut, dass Dänemark, Norwegen und die Niederlande sämtliche Zahlungen streichen. Faschismus darf nicht auch noch belohnt oder gar gefördert werden.

Ich hoffe, dass sich möglichst viele Staaten den Sanktionen anschließen!

Auch Deutschland, aber da sehe ich bei dieser schwarz-roten Gurkentruppe schwarz.


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#4
25.02.2014
15:57:48
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(+9, 13 Votes)

Von Timon


Und die Bundesregierung sieht weiterhin schweigend und tatenlos weg, während in dieser faschistischen Diktatur das Schlachten los geht.

Wenn Frau Merkel eines kann, dann wegsehen und sich aus allem raushalten. Diese machtgeile Opportunistin wird erst aktiv, wenn ihre Umfragewerte sinken.


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#5
25.02.2014
16:00:19


(+2, 14 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


1. setzt Gerd Müller als Entwicklungshilfeminister ab!
2. Liegt die Vermutung nahe, dass Museveni schon die ganze Zeit ein doppeltes Spiel mit dem Westen getrieben hat und gemeinsame Sache gemacht hat mit Russland, daher auch der Hochmut.Zeigt aber wieder einmal mehr was Russland mit Menschenrechten am Hut hat, nämlich nix.


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#6
25.02.2014
16:03:11
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(+11, 13 Votes)

Von Simon H


Wie alle Fanatiker sind die verlogen bis zum Umfallen:
schimpfen über die Verdorbenheit anderer Staaten und Schwule und Lesben, aber deren Geld nehmen sie ohne Skrupel an.

Das muss endlich beendet werden. Und wenn Fakten und Argumente nichts bringen, muss man eben finanzielle Sanktionen ergreifen. Es zeigt sich immer wieder, dass nur finanzielle Sanktionen etwas bringen, noch dazu sehr schnell.


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#7
25.02.2014
16:07:32
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Timon


Der lacht sich doch über alle Geberländer kaputt. Solange die sich so verarschen lassen, wäre er blöd, etwas zu ändern.

Ob das da so weitergeht oder nicht, liegt in unserer Macht: sofort alle Zahlungen einstellen. Die dienen eh nur diesem Regime, um sich an der Macht zu halten. Danach wird sich dann auch sehr schnell etwas ändern.


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#8
25.02.2014
16:09:42


(+11, 15 Votes)

Von m123


Die Tatenlosigkeit der CDU-geführten deutschen Bundesregierung und des CSU-geführten Entwicklungsministeriums zeigt, was die Union am liebsten in Deutschland mit Schwulen und Lesben machen wollen würde, wenn sie die alleinige Macht hätte.

Naja, es ist ja auch kein Wunder. Schließlich haben CDU und CSU ja das "C" im Namen und das Antihomosexuellengesetz in Uganda geht auf das Konto radikaler Christen.

Es ist sehr häufig Religion, die dafür sorgt, dass Menschen unnötig leiden müssen. Religion wird regelrecht als Ventil benutzt, um den ganzen Selbsthass von Menschen auf irgendwelche Sündenbockgruppen abzuladen. Sobald man diesen Leuten Diskriminierung dieser Sündenbockgruppen vorwirft, halten sie das Schild der Religionsfreiheit vor sich und pochen darauf, dass sie so mit den Sündenbockgruppen umgehen dürfen, weil ihre Religion das so vorsieht.

In Arizona sieht man das auch ganz deutlich. Dort haben die religiösen Republikaner, die eine Mehrheit im Parlament haben, ein Gesetz beschlossen, welches vorsieht, dass man Homosexuellen Dienstleistungen verwehren darf, sofern man das mit seiner Religion begründet. Schaut euch mal an womit diese homophobe Unterstützerin des Gesetzes die gleichgeschlechtliche Ehe vergleicht:

Link:
edition.cnn.com/video/?/video/bestoftv/2014/02/24/
newday-cuomo-fiedorek.cnn&iref=videosearch&
;video_referrer=http%3A%2F%2Fedition.cnn.com%2Fsea
rch%2F%3Fquery%3Dgay%26x%3D0%26y%3D0%26primaryType
%3Dmixed%26sortBy%3Drelevance%26intl%3Dtrue


Die Homo-Hasser arbeiten ganz bewusst mit Lügen. Die sagen immer "Wir wollen nicht diskriminieren, wir wollen nur Kinder schützen" oder "Wir wollen nicht diskriminieren, wir wollen nur unsere Religionsfreiheit schützen". Mit Sprache versuchen sie den Spieß umzukehren, sehen gar sich durch homosexuelle Aktivisten diskriminiert, wenn Homosexuelle etwa gegen ihre "Schutz der Religionsfreiheit"-Gesetze protestieren, die in Wahrheit Hassgesetze sind. Die Homo-Hasser benutzen den auf Kinder gerichteten Schutzinstinkt von Erwachsenen sowie die tiefe Religiösität vieler Erwachsener um Hass gegen Homosexuelle zu schüren. Es ist immer und überall wo Homosexuelle diskriminiert werden genau dieses Schema.


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#9
25.02.2014
16:10:46


(+10, 18 Votes)
 
#10
25.02.2014
16:14:02


(+8, 10 Votes)
 
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