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  • 26.02.2014           47      Teilen:   |

Ist Diskriminierung von Schwulen und Lesben Religionsfreiheit?

Showdown in Arizona über homophobes Gesetz

Artikelbild
Die republikanische Gouverneurin Jan Brewer - eine erbitterte Gegnerin der Ehe-Öffnung - muss entscheiden, ob Diskriminierung von Homosexuellen künftig erlaubt sein wird

Großunternehmen und führende Republikaner sind entsetzt über ein Gesetz in Arizona, dass es Gläubigen erlauben soll, Homosexuelle zu diskriminieren.

Der Druck auf die republikanische Gouverneurin Jan Brewer erhöht sich: Sie wird von in Arizona ansässigen Firmen, der Football-Liga und sogar eigenen Parteifreunden aufgefordert, das vergangene Woche von der republikanischen Mehrheit im Landesparlament beschlossene homophobe Gesetz SB1062 mit ihrem Veto zu verhindern. Der Entwurf besagt, dass Geschäftsleute Homosexuellen Dienstleistungen vorenthalten können, wenn sie ihre Ablehnung religiös begründen. Gegner warnen davor, dass beim Inkrafttreten beispielsweise christliche Ärzte die Behandlung von Schwulen und Lesben verweigern dürfen.

Die Gouverneurin muss sich bis Samstagabend entscheiden, ob sie ein Veto einlegt. Sie hat bislang nur erklärt, dass sie das Gesetz prüfen werde. In der Vergangenheit hat Brewer jedoch wiederholt umstrittene Gesetze unterstützt – so unterschrieb sie 2010 ein von Gegnern als rassistisch bezeichnetes Ausländergesetz, das die Polizei berechtigt hatte, verstärkt gegen dunkelhäutige Bürger vorzugehen. Damit sollten illegale Einwanderer aus Mexiko abgeschreckt werden.

Aus der republikanischen Partei forderten unter anderem der Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney sowie die beiden US-Senatoren aus Arizona, Jeff Flake und John McCain, die Gouverneurin auf, ein Veto einzulegen. Sogar einige Republikaner aus dem Landesparlament, die dem Gesetz ursprünglich zugestimmt hatten, haben sich inzwischen davon distanziert. Sie erklärten, sie seien im Vorfeld falsch über die Auswirkungen der Bestimmungen informiert werden.

Auch mehrere in Arizona ansässige Großunternehmen sprachen sich gegen SB1062 aus, darunter etwa Apple und American Airlines. Die Fluglinie Delta warnte den Bundesstaat davor, dass die Verabschiedung des Gesetzes zu finanziellen Einbußen führen werde. Die Footballliga NFL drohte sogar damit, das Super-Bowl-Finale 2015 aus Arizona abzuziehen, wie das Organisationskomitee des größten US-Sportevents bekannt gab.

Der Stadtrat von Phoenix hat ebenfalls mit 8 zu einer Stimme gefordert, das Gesetz einzustampfen. Die Hauptstadt Arizonas hatte erst letztes Jahr Antidiskriminierungsrichtlinien zum Schutz von Schwulen, Lesben und Transgendern erlassen. SB1062 würde diese außer Kraft setzen.

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Vergleich mit rassistischen Gesetzen

George Takei will eine Boykottkampagne gegen Arizona starten, sollte die Gouverneurin das Gesetz unterzeichnen
George Takei will eine Boykottkampagne gegen Arizona starten, sollte die Gouverneurin das Gesetz unterzeichnen

Zudem gibt es Boykottdrohungen gegen Arizona, sollte Brewer das Gesetz unterschreiben – etwa vom schwulen Schauspieler George Takei ("Star Trek"), der eine Kampagne ins Leben rufen will. Wie viele Kritiker verglich der 76-Jährige das Vorhaben mit Rassentrennungsgesetzen aus der Zeit vor der Bürgerrechtsbewegung. "Als ich jünger war, haben Leute 'Gottes Willen' als Grund genannt, um die Rassen getrennt zu halten", so Takei in einem offenen Brief.

Es gibt allerdings auch Befürworter des Gesetzes: So erklärte Rush Limbaugh, der erfolgreichste amerikanische Radio-Kommentator, dass Gounverneurin Brewer in ein Veto "gemobbt" werden solle und am Ende sogar die "Homo-Agenda unterstützen" müsse.

Auch in anderen Bundesstaaten versuchen Rechtskonservative, ähnliche Gesetze durchzusetzen, allerdings bislang nur mit mäßigem Erfolg. So stoppte der Senat von Kansas letzte Woche eine derartige Vorlage (queer.de berichtete). Ein Parlamentsausschuss in Indiana hat am Dienstag ebenfalls die Reißleine gezogen und auf den Streit in Arizona verwiesen. In mehreren anderen Bundesstaaten, darunter Georgia, wird ein derartiges Gesetz weiterhin beraten. (dk)

Youtube | Bericht der Lokalnachrichten, als das Gesetz im Parlament eine Mehrheit erhielt
Mehr zum Thema:
» US-Konservative wollen Diskriminierung von Homosexuellen legalisieren (20.02.14)
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Tags: usa, homo-ehe, diskriminierung, arizona
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Reaktionen zu "Showdown in Arizona über homophobes Gesetz"


 47 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
26.02.2014
12:28:59


(+7, 9 Votes)

Von -hw-


"Police Chief Robert K. Bowman glaubte,..."

Link zu www.queer.de


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#2
26.02.2014
12:36:58


(+8, 10 Votes)

Von sperling


>"Die Footballliga NFL drohte sogar damit, das Super-Bowl-Finale 2015 aus Arizona abzuziehen"

schau mal an. dieses detail finde ich besonders bemerkenswert. das ist doch DAS super bowl finale, oder täusche ich mich?


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#3
26.02.2014
12:51:32


(+5, 11 Votes)

Von Roman Bolliger


Sollten solche Gesetze in US-amerikanischen Bundesstaaten in Kraft treten, so könnte man nicht anders als feststellten: Die USA befindet sich in einer Rückentwicklung hin auf das erbärmliche moralische Niveau eines afrikanischen Bananenstaates und Entwicklungslandes wie Uganda.


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#4
26.02.2014
13:09:46
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Luca


Jetzt heißt es Daumen drücken und hoffen, dass die Fundamentalisten sich nicht durchsetzen.


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#5
26.02.2014
13:17:26


(+7, 9 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


In Amerika kann man anschaulich miterleben was Religiöse Arschlöcher aus einem Land machen! Nämlich eine erbärmliche Lachnummer, wenn es nicht so abartig wäre.


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#6
26.02.2014
13:32:32


(+4, 6 Votes)

Von Nerd
Antwort zu Kommentar #5 von timpa354


Youtube-Video:


gutes Video dazu kanns nur empfehlen...
am besten ist die Gesichtsentgleisung als beim Namen gennant wird was die Wahrheit ist.


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#7
26.02.2014
13:46:10


(+7, 9 Votes)

Von Andi
Antwort zu Kommentar #5 von timpa354


Exakt das habe ich auch gedacht! Danke, timpa354.
Ich hatte irgendwann mal gehofft, dass Bildung und Aufklärung dazu beitragen können, Religiosität abzuschaffen. Für mich ist Religion weiter nichts als Aberglaube.
Man glaubt an etwas, was man nicht sehen, riechen, schmecken, beweisen, aber "erfahren" kann (Augen rollend).
Es ist nicht schlimm, wenn viele Menschen meinen, Gott "erfahren" zu haben. Dann sollen sie das aber bitte privat machen und daraus keine bescheuerten Ansprüche und Regeln für ANDERE ableiten.

Tja, vor mehreren Jahren bereits von einigen Kommentatoren hier vorausgesagt, ist der konservative Rollback in vollem Gange.
Die Formel: Zukunft bedeutet automatisch auch Fortschritt ist falsch, man sieht es an vielen Punkten.

Ich frage mich, ob es bei anderen großen Völkern, die mittlerweile der Vergangenheit angehören, ebenso angefangen hat. Nach einer Zeit der Blüte kommt die kalte Eiszeit, hier in Form von Religioten.

Und hier ein Bitte an dich, allmächtiger Schöpfer: Da deine Gläubigen glauben, dass es dich gibt, wäre es gut, wenn du ihnen etwas mehr Gehirnkapazität schenkst, so dass sie erkennen können, dass es dich doch nicht gibt. Wäre das ein Deal?!


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#8
26.02.2014
13:56:25


(0, 6 Votes)

Von olfwob


Ok ok, ich weiß das es ums Prinzip geht, aber manchmal denke ich mir, dass es vielleicht gar nicht so verkehrt wäre, wenn ich wüsste wer was gegen mich hat, dann könnte ich mein Geld nehmen und es da ausgeben wo ich willkommen bin.
Was bringt es mir, wenn diese Figuren per Gesetz gezwungen werden mich zu bedienen, mir im Stillen aber alles erdenklich schlechte wünschen?
Eigentlich ist es mir wirklich lieber ich kenne meinen Gegner.


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#9
26.02.2014
14:03:23


(-1, 5 Votes)

Von m123


Ich glaube es wäre besser für die langfristige Perspektive von Schwulen und Lesben, wenn diese Frau das Gesetz unterschreiben würde. Dann würde Arizona unter den Massenklagen pleite gehen, den Super Bowl verlieren und vor dem US Supreme Court eine dicke Klatsche kriegen, was dann der rechtlichen Gleichstellung förderlich wäre.

Entscheidend für die Eheöffnung in den USA durch den US Supreme Court wird auch sein, dass der US Supreme Court Homosexuelle als "class" anerkennt. Denn das würde "heightened scrutiny" bedeuten, d. h. höhere Maßstäbe um gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu verwehren. Wenn in Arizona also ein Gesetz unterschrieben wird, welches laut Gesetzestext "religious freedom" schützen soll, aber tatsächlich viele Homosexuelle diskriminiert, dann wird das ein weiterer Beleg dafür sein, dass Homosexuelle eine "class" sind.

Solch ein Gesetz, würde es tatsächlich Gesetz werden, würde unglaublich viele US-Amerikaner wütend machen und die Unterstützung für Schwule und Lesben in den gesamten USA erhöhen. Man würde in den Medien immer und immer wieder darüber sprechen, und das ist wichtig, denn dadurch steigt die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz, wenn man darüber redet und Argumente austauscht und sieht, dass die religiösen Spinner keine sachlichen Argumente haben und sich andauernd blamieren. Außerdem würde sich die republikanische Bundespartei auch bis aufs letzte Hemd blamieren und voraussichtlich die kommenden Wahlen verlieren. Dann hätte Obama eine Mehrheit im Senat und im House und könnte Gesetze, die Homosexuelle schützen, wie etwa ENDA, oder rechtlich gleichstellenetc. viel leichter durchbringen.

Daher hoffe ich insgeheim, dass die Frau das Gesetz unterzeichnet und die ganzen Homo-Hasser von den Medien sowas von fertig gemacht werden, dass die sich nie wieder davon erholen werden.


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#10
26.02.2014
14:17:12


(+7, 9 Votes)

Von sperling
Antwort zu Kommentar #8 von olfwob


>"Eigentlich ist es mir wirklich lieber ich kenne meinen Gegner."

ich verstehe, was du meinst. und ich finde das auch nicht abwegig.

aber: wenn ich in einem krankenhaus liege, dann ist es mir wichtiger, professionell und schnell versorgt zu werden als zu wissen, was das personal über mich denkt. das sollen die nämlich für sich behalten, so lange sie nicht als privatpersonen mit mir reden. und wenn es in meinem viertel nur einen homophoben blumenhändler gäbe, wäre es mir lieber, wenn der mir dann blumen verkaufen MÜSSTE, wenn ich mal welche haben wollte.

boykottieren kann ich ja nur dann, wenn ich überhaupt die chance HÄTTE, eine leistung in anspruch zu nehmen.


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