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  • 26.02.2014           7      Teilen:   |

Gegen Repressionen

DAH kritisiert Kondompflicht bei käuflichem Sex

Landesregierung und Deutsche Aids-Hilfe sind sich uneins, wie Prävention am besten funktioniert
Landesregierung und Deutsche Aids-Hilfe sind sich uneins, wie Prävention am besten funktioniert

Die Deutsche Aids-Hilfe hat am Mittwoch das Saarland kritisiert, weil dort ein Maßnahmenpaket gegen Prostitution verabschiedet worden ist.

Die schwarz-rote Landesregierung hatte am Dienstag ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung der Prostitution beschlossen. Es sieht unter anderem eine Kondompflicht und eine Verschärfung des Polizeigesetzes vor. "Das saarländische Maßnahmenpaket ist ein Schaufensterprojekt: Es erweckt den Anschein, die Situation zu verbessern, verhindert aber die wirklich wirksamen Maßnahmen. Es wird mehr schaden als nutzen", erklärte dazu Manuel Izdebski vom Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe. "Repression führt nicht zu mehr Schutz vor HIV und Gewalt, sondern verdrängt Sexarbeit in dunkle Ecken". Dort seien die Beteiligten nicht für Prävention erreichbar – und damit viel gefährdeter.

Die Kondompflicht werde zu mehr Kriminalisierung von Prostituierten und Freiern führen, so Izdebski weiter. "Damit ist niemandem geholfen. Die Schattenseiten der Prostitution kann man nicht verbieten". Man habe bereits schlechte Erfahrungen in Bayern gemacht, wo es bereits seit 2001 eine Kondompflicht gibt. Hier hätten verdeckte Ermittler bei weiblichen Prostituierten ungeschützten Sex angefragt und bei Zustimmung die Frauen angezeigt. Die Deutsche Aids-Hilfe beobachte den europaweiten Trend zu immer mehr Repression gegen Sexarbeit "mit großer Sorge".

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte erklärt, die Pflicht sei aber ein wichtiges Signal, um das Risiko der HIV-Ansteckung zu minimieren. Ihren Angaben nach sei aber nicht geplant, verdeckte Ermittler in Bordells zu entsenden, um die Umsetzung der Gummi-Pflicht zu überprüfen.

Kramp-Karrenbauer kritisierte auch, dass es zu wenig gesetzliche Einschränkungen für Sexarbeit gebe. "Es ist einfacher ein Bordell zu eröffnen als eine Frittenbude", so die Ministerpräsidentin. (pm/dk)

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Tags: hiv, aids-hilfe, prostitution, saarland
Schwerpunkte:
 Aids-Prävention
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Reaktionen zu "DAH kritisiert Kondompflicht bei käuflichem Sex"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
26.02.2014
17:44:43


(-8, 8 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Wie paradox ist DAS denn!?


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#2
26.02.2014
18:36:19
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Egal ob es um Prostitution geht oder nicht, wenigstens der, der Sex mit häufig wechselnden Partnern hat, sollte immer nur SaferSex praktizieren. Damit müsste wohl jede/r mit einigermassen gesundem Menschenverstand einverstanden sein.

Eine andere Frage ist die einsetzende Repression wenn jemand sich nicht an diese eiserne Regel hält. Natürlich ist die Versuchung gross wenn ein Freier "ohne" verlangt dem zuzustimmen wenn er doppelte oder dreifache Bezahlung verspricht.

Daher müsste man einen Weg finden, bei einer Zuwiderhandlung den Freier statt die Prostituierte/den Stricher zu bestrafen.


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#3
26.02.2014
19:14:15
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Ja Und


Klar wenns um weibliche Nutten geht sind alle wieder empört.
Die Rechte von Strichern interessieren eh keinen, sonst würde es in Mainstreammedien nicht immer nur von Frauen die Rede sein.

Wenn es um sexuelle Übergriffe geht, werden männliche, jugendliche Opfer regelmäßig erwähnt.

Nur beim Thema Prostitution ( vor allem bei freiwilliger) geht es pauschal um die Rechte der Frauen bzw deren Freier.

Wenn es um sexuelle Ausbeutung geht, "dürfen" Opfer sowohl weiblich wie auch männlich sein, wenn es um sexuelle Freiwilligkeit geht darf es medial nur um Mann-frauliche Prostitution gehen.


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#4
26.02.2014
20:15:21


(-2, 6 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Hoffentlich gilt die Kondompflicht auch für Oralverkehr. Die Regelung ist mehr als überfällig, andere Bundesländer sollten sich dem anschließen. Viele Prostituierte aus Osteuropa wissen gar nicht genau, welchen Risiken sie sich durch ungeschützen Sex, den viele Freier fordern, aussetzen. Es ist ja abwegig, dass bei einem Verbot alles in der Illegalität stattfinden würde. Das ist Ideologie pur, ohne Bezug zur Realität


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#5
27.02.2014
08:12:09


(+1, 7 Votes)

Von Finn


"eine Verschärfung des Polizeigesetzes"

Das ist immer das einzige, was Union und SPD können. Egal welches Problem: mehr Polizei, mehr Staat, mehr Kontrolle und Überwachung.

Damit wollen die vertuschen, dass sie keine echten Antworten haben und in Wirklichkeit Angst vor den Bürgern haben.


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#6
27.02.2014
10:37:08


(+4, 4 Votes)

Von jhgk
Antwort zu Kommentar #2 von daVinci6667


Man braucht nicht doppelt od. dreifach zu zahlen. Heutzutage ist AO-Sex (vaginal,oral,anal) (AO-SEX=Heterosexueller Bareback) für 20-150 für ne Stunde fast überall in Bordellen , Hobbygirls, Call-Girls,Escorts erhältlich.

Aber ich bin froh,dass die Debatte geführt wird, denn die ganzen Jahre zuvor, hat man nur von Bareback bei MSM gesprochen, aber nie darüber wie groß diese Szene bei heterosexuellen Mitbürgern ist, wie die sich organisieren per Seiten die extra für AO-Sex -Liebhaber sind usw...und auch Hetero-Pozzing sollte erwähnt werden.Denn Pozzing gab es noch nie nur bei MSM , sondern schon immer auch bei Mann+Frau ...auch Seiten dafür gibt es.Pozzing ist kein MSM -Phänomen(Homosexuelles Problem).Man hat die ganze Zeit ziemlich einseitig berichtet .


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#7
27.02.2014
18:32:28


(+2, 4 Votes)

Von ehemaligem User Robby


Ich finde die Kondompflicht sehr wichtig und richtig, denn sie dient dem Schutz aller - der männlichen und weiblichen Prostituierten auf der einen Seite und den Freiern auf der anderen Seite.
Die Verschärfung des Polizeigesetzes halte ich allerdings für einen totalen Schwachsinn. Die Polizei hat sowieso schon viel zu viele Rechte. Außerdem maßt sie sich zusätzlich auch immer wieder Rechte selbst an, die eigentlich illegal sind. - Zum Beispiel, schwule Männer zu beleidigen, zu schubsen oder einfach ohne Handhabe festzunehmen und auf dem Revier festzuhalten... Die Liste ist endlos. Wenn die jetzt NOCH MEHR Rückendeckung von der Regierung bekommen, dann sehe ich wirklich schwarz...
Dann lassen die ihrem Homo-Hass noch mehr freien Lauf.


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