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Das Zusammentreffen von Reinier und Yosvani begrenzt sich vor allem auf Sex (Bild: Edition Salzgeber)

Im Film "La Partida – Das letzte Spiel" träumen zwei junge Kubaner vom Wohlstand – und haben jede Menge Sex. Im Rahmen der Gay-Filmnacht ist er im März in 22 deutschen Städten zu sehen.

Von Falk Steinborn

Reinier und Yosvani träumen von der großen Fußballkarriere. Sie soll ihren finanziellen Sorgen ein Ende bereiten. Deshalb kicken die beiden täglich barfuß auf einem verstaubten Feld in einem Vorort von Havanna. Dort gilt schon als besser gestellt, wer sich – wie im Fall von Yosvani – ausnahmsweise Markensportschuhe leisten kann.

Tragischerweise bekommt ausgerechnet er seine Schuhe bei einem Überfall gestohlen. Selbst der engagierte Versuch Reiniers, dies zu verhindern, scheitert. Aber damit ist die Freundschaft zwischen den beiden geboren, die bei einem Discobesuch auf Drogen auch zum ersten Kuss führt.

Schwuler Sex über den Dächern als Flucht aus dem Alltag


Originalposter zum Film

Während Reinier daran nichts besonderes findet – immerhin verdient er den Lebensunterhalt für sich, seine Frau, sein Kind und seine Schwiegeroma mit Prostitution für männliche Touristen – ist dies für Yosvani das erste Mal. Aber das bleibt es nicht. Abseits vom Rest der Welt treiben sie es über den Dächern von Havanna und entfliehen dort für kurze Zeit ihren eigentlichen Lebensverhältnissen in Armut und mit Frau und Kind.

Anders als die Ausstrahlung von "La Partida" in der Gay Film Nacht der Edition Salzgeber in diesem Monat vermuten lässt, handelt es sich hierbei nicht um einen Film über das Leben von Schwulen in Kuba. Der Ort ist beliebig. Der Film könnte in jedem anderen spanischsprachigen Land spielen. Es gibt keine spezifisch kubanischen Konflikte. Regisseur Antonio Hens (u.a. Clandestinos) vermeidet eine filmische Metaebene, die Aussagen über eine diskriminierende Lebenssituation oder gar die Verurteilung einer homophoben Gesellschaft zulässt. Moral spielt – und das ist hier gut – keine Rolle!

Stattdessen hat Hens einen Film über das Leben zweier junger Männer geschaffen, die arm sind. Im Vordergrund stehen ihr Überlebenskampf und der Traum von Wohlstand. Ob sie diesen gemeinsam oder allein bestreiten, ist zweitrangig. Ihr Verhältnis ist ohnehin nicht geklärt. Zwar wird der Film international als "gay love" besprochen – aber das ist eine Fremdzuweisung, die wohl als Verkaufsargument dient. Denn ob Yosvani oder gar Reinier tatsächlich schwul sind, beantwortet der Film nicht. Ihr Zusammentreffen begrenzt sich vor allem auf Sex.

Nebulöses Innenleben von Reinier und Yosvani


Der spanische Regisseur Antonio Hens wurde u.a. durch seine Filme "Doors Cut Down" (2000) und Clandestinos (2007) bekannt

Lediglich Reinier, der heterosexuellen Sex mit seiner Freundin als Last empfindet, scheint eher schwul als bi oder hetero zu sein. Aber auch das bleibt an der Oberfläche. Denn "La Partida" bietet kaum Einblicke in das Innenleben seiner Personen. Es fehlt an Identifikationsflächen, die den Zuschauer zum Mitfühlen mit Reinier und Yosvani einladen könnten. Stattdessen sind beide Spielbälle zwischen Armut, Machismos, Freundinnen, Sexwork und Fußball. Ihre Gedanken und Gefühle bleiben nebulös.

Dies begründet sich auch in der nüchternen visuellen und akustischen Erzählweise von Regisseur Hens. Er verzichtet im Film auf Musik. Sie taucht nur dort auf, wo sie inhaltlich begründet ist (z.B. in der Disco). Die Bilder sind ebenfalls einfach gehalten. Sie haben nicht zum Ziel, schön, dafür aber funktional zu sein. Aus dieser Einfachheit stechen nur die sehr echt wirkenden Sex- und Kusszenen zwischen Reinier und Yosvani hervor. Sie verleihen dem Film eine gewisse Authentizität.

Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

La Partida – Das letzte Spiel. Spielfilm. Spanien/Kuba 2012. Regie: Antonio Jens. Darsteller: Milton García, Reinier Díaz, Jenifer Rodríguez, Luis Alberto García. Laufzeit: 94 Minuten. Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln. FSK 16. Verleih: Edition Salzgeber


#1 MikeschAnonym
  • 02.03.2014, 13:09h
  • Außer "den sehr echt wirkenden Sex- und Kussszenen zwischen Reinier und Yosvani" scheint man dann ja nicht viel zu verpassen.
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#2 LangsamLangsamEhemaliges Profil
  • 02.03.2014, 14:27h
  • Antwort auf #1 von Mikesch
  • Die beiden träumen vom Wohlstand und haben jede Menge Sex. Also dauergeil und nichts tun oder so ähnlich, denn sie träumen ja nur. Ach einer ist ja Stricher. Kritisches kommt nicht vor, wie bei Almodovar zum Beispiel. Wie so oft, schwuler Kitsch, denke ich. Na wer sich das antut, bitte.
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