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  • 05.03.2014           42      Teilen:   |

Bundessozialgericht stellt sich hinter Krankenkassen

Intersexuelle haben keinen Anspruch auf Brustvergrößerung

Artikelbild
Das Bundessozialgericht argumentiert, dass nur in Extremfällen Brust-OPs von Krankenkassen bezahlt werden müssen (Bild: Wiki Commons / Rüdiger Wölk / CC-BY-SA-2.5)

Krankenkassen in Deutschland müssen Intersexuellen – ebenso wie Transsexuellen – keine Brustvergrößerung bezahlen.

Das Bundessozialgericht in Kassel hat am Dienstag entschieden, dass Intersexuelle keinen Anspruch darauf haben, sich auf Kosten der Krankenkasse einen als zu klein empfundenen Busen vergrößern zu lassen (Az.: B 1 KR 69/12 R). Selbst wenn eine Brust die kleinste Körbchengröße A noch nicht "voll ausfüllt", sei eine Operation keine Leistung, für die Krankenkassen aufkommen müssten.

Die Richter verwiesen auf ein Urteil aus dem September 2012, in der sie bereits im Falle einer Mann-zu-Frau-Transsexuellen gleich entschieden hatten. Sie argumentierten bereits damals, dass operative Eingriffe in einen gesunden Körper immer einer besonderen Rechtfertigung bedürften. Dieser bestehe lediglich, wenn die Brüste besonders extrem klein seien. Ein Anspruch auf eine größere Brust bestehe aber nicht.

Intersexualität bedeutet, dass ein Mensch nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann und mit Merkmalen beider Geschlechter lebt. Im vorliegenden Fall hatte eine Frau geklagt, die nach ihren Chromosomen dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden würde, aber durch eine Biosynthesestörung das Hormon Testosteron nicht ausbildet. Dadurch hat sie eine Scheide und Brüste der Körbchengröße A bis B, allerdings keine Eierstöcke oder Gebärmutter.

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Psychotherapie statt Identitätsstiftung durch weiblichere Brust

Die Klägerin hatte argumentierte, dass die kleinen Brüste für ihre Identitätsfindung als Frau nicht ausreichten, und bei ihrer Krankenkasse die Operation beantragt. Diese lehnte aber ab und bot ihr lediglich eine Psychotherapie an.

Intersexualität war im vergangenen Jahr Thema im Bundestag: Damals beschlossen die Parlamentarier einstimmig, das Personenstandsgesetz für Intersexuelle zu ändern (queer.de berichtete). Damit muss ein intersexuelles Kind nicht mehr einem Geschlecht zwangszugeordnet werden. (dk)

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Tags: intersexuelle, bundessozialgericht, brustvergrößerung, kassel
Schwerpunkte:
 Intersexualität
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Reaktionen zu "Intersexuelle haben keinen Anspruch auf Brustvergrößerung"


 42 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
05.03.2014
12:37:44


(+2, 6 Votes)

Von m123


Krankenkassen sind so dumm und realisieren oft nicht, dass starke körperliche Makel erheblich zum Risiko beitragen, dass der Betroffene so sehr von den körperlichen Makeln belastet wird, dass es ihn psychisch krank macht.

Aber anstatt das Problem an der Wurzel zu lösen will die Krankenkasse dann lieber Tausende Euro für Psychotherapie ausgeben, wo einem der Psychotherapeut sagt, dass man den Makel akzeptieren soll. Das bringt aber in vielen Fällen nichts und macht dann psychisch oft nur noch mehr krank.

In besonderer Weise sind es Makel, die einen mehr aussehen lassen wie das Geschlecht zu dem man sich nicht zugehörig fühlt. Und diese Makel knacksen die Psyche schon extrem an. Wenn dann ein Psychotherapeut kommt und sagt "Akzeptieren Sie es", dann sagt er quasi, dass man akzeptieren soll, dass man hinsichtlich sekundärer Geschlechtsmerkmale eher aussieht wie das Geschlecht, dem man sich nicht zugehörig fühlt.

Stellt euch einfach mal vor ihr als Mann hättet Ansätze von einer weiblichen Brust und die Krankenkasse würde euch eine korrigierende Operation nicht bezahlen wollen.

Klar, letztlich kann man durch Geld aus eigener Tasche das Problem lösen. Das Problem ist also grundsätzlich lösbar Viele Leute haben aber nicht das Geld dafür. Und wenn diese Leute dann psychisch so krank werden, dass sie nicht arbeiten können, dann bekommen sie das Geld nie zusammen. Ein Teufelskreis.

Ich plädiere ja in solchen Grenzfällen dafür, dass die Krankenkasse wenigstens einen Teil der Operationskosten übernimmt. Zum Beispiel 50%. Oder das irgendwie auf zinslosen Kredit macht, den man der Krankenkasse dann nach ein paar Jahren zurückzahlen muss. Denn wenn jemand behauptet dass ihn das psychisch so sehr belastet, dass er deswegen nicht arbeiten kann, dann müsste er ja nach der OP entlastet sein und spätestens nach ein paar Jahren genug Geld verdient haben um den Kredit zurückzahlen zu können.


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#2
05.03.2014
12:46:30


(-7, 11 Votes)

Von Mikesch
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Abgesehen davon, dass dieser Fall immerhin bis vors höchste Sozialgericht ging:

"Körperliche Makel" - das große Problem dabei: wo fängt es an, wo hört es auf?


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#3
05.03.2014
12:50:50
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von ehemaligem User Robby
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Sehr offenes und klares Statement, dem ich voll zustimme.


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#4
05.03.2014
12:57:40


(+8, 14 Votes)

Von Rechts-Staat


Die Klassenjustiz bleibt ihrer Menschenverachtung treu!

"Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf körperliche Integrität, auf sexuelle Selbstbestimmung ist bei Intersexuellen wie ausgehebelt"

Link zu www.taz.de


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#5
05.03.2014
13:15:00


(+7, 13 Votes)

Von rechts-politik
Antwort zu Kommentar #4 von Rechts-Staat


"Intersexualität war im vergangenen Jahr Thema im Bundestag: Damals beschlossen die Parlamentarier einstimmig, das Personenstandsgesetz für Intersexuelle zu ändern..."

______________________

"Statt dieser Regelung hätte der Bundestag besser ein Verbot von "medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Genitaloperationen an Kindern" und "angemessene psychosoziale Unterstützung" beschließen sollen, so zwischengeschlecht.info. Auch sollten Personen ihren Geschlechtseintrag nach dem Personenstandsgesetz unbürokratisch ändern können."

Link zu www.queer.de

Link zu www.queer.de


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#6
05.03.2014
13:18:58


(-5, 9 Votes)

Von Mikesch


"Klassenjustiz, Menschenverachtung"

Mein lieber Scholli, jetzt werden aber gleich wieder schwere Geschütze aufgefahren.


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#7
05.03.2014
13:19:33
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von Mikesch


Frag das bitte mal die ärzte, die nach der geburt direkt anfangen am baby rumzuschnibbeln um es "passend " zu machen, im nachhinein gegen den willen der betroffenen, die dann genau deshalb darunter leiden. Und DAS bezahlt die kk?


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#8
05.03.2014
13:27:46


(-5, 7 Votes)

Von Mikesch
Antwort zu Kommentar #7 von David77


"Direkt nach der Geburt, um es passend zu machen - gegen den Willen der Betroffenen"
Was meinst du damit?


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#9
05.03.2014
13:36:08


(+3, 7 Votes)

Von Thorin
Antwort zu Kommentar #1 von m123


Nein, die sind nich dumm sondern nur geldgierig und wollen nix zahlen. Warum sollte auch die Pharma-Industrie ein Heilmittel gegen AIDS finden, wenn Betroffene bereit sind jeden Monat Medikamente für 100 Euro zu bezahlen?

Gesetzliche Krankenkassen schwimmen in Geld

Die gesetzlichen Krankenversicherer in Deutschland sind alles andere als knapp bei Kasse. Im Gegenteil ihre Finanzlage ist seit Jahren äußerst positiv. Auch im vergangenen Jahr machten die Kassen ein dickes Plus, die AOK knapp eine Milliarde Euro.

Link zu www.focus.de


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#10
05.03.2014
13:50:05


(+4, 8 Votes)

Von schwerst
Antwort zu Kommentar #6 von Mikesch


du bist hier übrigens auf einer seite mit überwiegend von lohn abhängigen schwulen und lesbischen leser_innen!

"Auf dieser Grundlage kam es zwischen 1950 und 1969 zu mehr als 100.000 Ermittlungsverfahren und etwa 50.000 rechtskräftigen Verurteilungen."

Link:
de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_175#Entwicklung_in_de
r_alten_Bundesrepublik


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