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  • 07.03.2014           39      Teilen:   |

Folter

Nigeria: Vier Männer wegen Homosexualität ausgepeitscht

Artikelbild
Im 175-Millionen-Einwohner-Land Nigeria hat der Verfolgungsdruck gegen Schwule und Lesben in den vergangenen Wochen erheblich zugenommen (Bild: jbdodane / flickr / cc by 2.0)

Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas hat ein Scharia-Gericht eine brutale Strafe gegen 20- bis 22-jährige Männer verhängt. Weiteren Angeklagten droht sogar die Steinigung.

Am Donnerstag sind vier junge Männer in der nordnigerianischen Sadt Bauchi öffentlich ausgepeitscht worden, nachdem sie von einem Scharia-Gericht wegen angeblicher Homosexualität verurteilt worden sind. Das berichtet die Menschenrechtsaktivistin Dorothy Aken'Ova nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. Erst vor wenigen Wochen hatte die nigerianische Regierung eine umfassende Strafverschärfung gegen Schwule und Lesben durchgesetzt (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte daraufhin vor einer "Hexenjagd" gegen Nicht-Heterosexuelle und berichtete von einer Verhaftungswelle (queer.de berichtete).

Im muslimischen Norden Nigerians droht wegen Homosexualität verurteilten Männern schlimmstenfalls die Todesstrafe. So können Scharia-Gerichte – die lediglich für Muslime zuständig sind – in Bauchi die Steinigung von Schwulen anordnen, in manchen Regionen droht diese Strafe auch Lesben. Es ist bislang allerdings keine Hinrichtung von Homosexuellen bekannt geworden.

Fortsetzung nach Anzeige


Mögliche Haftstrafe

Im vorliegenden Fall hat Richter El-Jakub Aliju "nur" die Peitschenhiebe und eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Naira (80 Euro) verhängt, weil die Homosexualität der Angeklagten der Vergangenheit angehöre und sie nun Besserung gelobt hätten. Sollten die Angeklagten den Betrag nicht aufbringen können, müssen sie für ein Jahr ins Gefängnis. Dort drohen laut Menschenrechtsaktivisten insbesondere mutmaßlichen Schwulen Misshandlungen.

Laut Aken'Ova wurde das Geständnis der vier Männer zwischen 20 und 22 Jahren durch Folter erzwungen. So seien sie bei ihrer Vernehmung geschlagen worden. Die Verurteilten sind Bauern, deren Familien die Anklage als Erniedrigung empfunden hätten. In Nigeria wird Homosexualität meist als ein Überbleibsel der westlichen Kolonialherren angesehen.

Der Prozess musste immer wieder verschoben werden. Im Januar hatte eine aufgebrachte Menge versucht, die Angeklagten zu steinigen.

Menschenrechtsaktivisten berichten, dass in allen Teilen des Landes noch immer angebliche Homosexuelle auf ein Verfahren warteten. In mehreren Fällen drohe auch die Todesstrafe. (dk)

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Tags: nigeria, scharia-gericht, auspeitschung
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Reaktionen zu "Nigeria: Vier Männer wegen Homosexualität ausgepeitscht"


 39 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.03.2014
14:51:56
Via Handy


(+11, 17 Votes)

Von Luca


Wann gibt es endlich Sanktionen gegen solche Barbarenstaaten?!


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#2
07.03.2014
14:57:32


(+5, 15 Votes)

Von Nikki
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 03.03.2014


Islam/Scharia und co. ist das noch Menschlich oder haben sie das Menschsein komplett abgelegt ?

Die Antwort muss jeder für sich selbst finden ...ich habe sie gefunden schon vor Jahren ....


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#3
07.03.2014
15:28:07


(+7, 17 Votes)

Von Topo


Die Entwicklunshilfe für Uganda, Nigeria und alle anderen Staaten, die staatlich legtimierte Hexenjagd auf LGBT betreiben, ist umgehend einzustellen. Kein Steuercent mehr für diese Völker. Es trifft auch keine Unschuldigen, da eine übergroße Mehrheit diese Maßnahmen gutheißt. Solche Menschen können von mir keine Solidarität und kein Mitgefühl mehr erwarten!


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#4
07.03.2014
15:34:04
Via Handy


(+4, 10 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009
Antwort zu Kommentar #1 von Luca


Sobald die keinen Tropfen Öl mehr haben.

Wirtschaftliche Interessen gehen vor, ist ja nicht nur im Umgang mit Nigeria so.

Und unter dem Gesichtspunkt muss man auch die Energiewende sehen. Klar wird alles kurzfristig nicht günstiger, und es bedarf noch etlicher Anstrengungen und Innovationen. Aber um es mit einem großen Kreditkartenanbieter zu sagen: Unabhängig zu sein von Schurkenstaaten? Unbezahlbar!


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#5
07.03.2014
15:38:23


(+7, 13 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Topo


Der deutsche Entwicklungshilfeminister ist von der CSU, der Außenminister von der SPD.

Nichts von dem Wünschenwerten, das du nennst, wird in dieser Konstellation passieren.


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#6
07.03.2014
15:52:58
Via Handy


(+9, 15 Votes)

Von Fassungslos


Man kann nicht per de sagen ob heterosexuelle oder homosexuelle Menschen "besser" sind, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wenn es mehr Homosexuelle als Heterosexuelle auf der Erde gäbe, wir die heterosexuelle Minderheit nicht so brutal behandeln würden wie es umgekehrt der Fall ist.


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#7
07.03.2014
15:59:53


(+10, 12 Votes)

Von Nikki
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 03.03.2014
Antwort zu Kommentar #3 von Topo


Das wird nicht passieren das die Homophoben der CDU und die Pseudo Homofreunde der SPD es schnuppe ist. SPD hälts maul weil sie nun bissi Pseudo Macht bekommen hat.

Und ich behaupte mal das einige aus der CDU es sogar toll finden was in diese "Staaten" grade passiert .


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#8
07.03.2014
16:56:52
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von DanielZ


Wohin kann ich die 4 x 80 überweisen, damit sie nicht ins Gefängnis müssen?


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#9
07.03.2014
16:58:15


(+7, 11 Votes)
 
#10
07.03.2014
17:37:32


(+7, 11 Votes)
 
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