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  • 07.03.2014           71      Teilen:   |

Bildungsplan-Gegner gegen "Akzeptanz" von Homosexuellen


Vergangene Woche organisierte "Schützt unsere Kinder" eine erneute Demo in Stuttgart gegen den Bildungsplan, an der insbesondere fundamentalistische Christen und Anhänger von Rechtspopulisten teilnahmen.

Die Initiative "Schützt unsere Kinder" stellt ihren eigenen Bildungsplan vor. Das Motto lautet: Sexuelle Vielfalt totschweigen.

Die Gegner des Bildungsplans in Baden-Württemberg haben auf ihrer Website ihre Ideen für das Thema Homosexualität an Schulen verbreitet. Gleich neben dem Artikel "Pädophile für sexuelle Vielfalt" fassen sie ihr Konzept in gut drei Dutzend Worten zusammen. Hier ihre Forderungen:

Der Begriff "Akzeptanz sexueller Vielfalt" wird überall durch "Toleranz von Schwulen und Lesben" ersetzt.

Die Thematik wird erstmals in der 8. Klasse und nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Eltern (Veto-Recht) behandelt.

Die Thematik wird nur im Religions-/Ethik- und Biologieunterricht behandelt.



Insbesondere das Veto-Recht für Eltern wäre ein Riesenrückschritt – und dürfte wohl kaum Aussicht auf Erfolg haben. Außerhalb der angesprochenen Fächer dürften Lehrer demnach zudem gar nichts mehr zum Thema sagen, selbst wenn es einen aktuellen Anlass geben sollte – das Coming-out eines Promis – oder Schülers – etwa. Dass ausgerechnet Religionslehrer über Homosexualität aufklären sollen, erscheint auch weiterer Witz.

Letztlich soll Homosexualität erneut auf Fragen der Sexualmoral und des Sexualaktes reduziert werden, eine typische Strategie von Homo-Hassern. Ein Beispiel lieferte das "christliche Informationsforum Medrum" am Freitag. Dort hieß es im einem von einem evangelischen Theologen verfassten Artikel, der sich gegen den Bildungsplan wendet:

Im homosexuellen Akt verbindet sich das Sperma eines Mannes mit den Ingredienzen eines Enddarms. Daraus entsteht kein Leben, vielmehr drohen Hepatitis, Syphilis, Aids, Ekzeme, vor denen man sich zu schützen versucht.



Wenn sich der gemeine Hetero nicht mehr vor Homos ekelt, ist nach der Logik des Autors alles aus:

Und schlimm ist es, wenn Schamgefühl und Ekelgrenzen ausfallen; wir werden dann schamlos und hemmungslos.



Natürlich finden wir in dem Artikel auch das ultimative Argument in Deutschland, den Nazi-Vergleich: Schon die Nationalsozialisten wollten demnach Gewissen und Schamgefühl ausschalten und Menschen so zu Mördern machen – heute sorgten Homos mit derselben Taktik dafür, dass jemand "zum Verführer und Zerstörer von Kindern" werde. (dk)

Bild: Guido Klein

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Tags: bildungsplan, baden-württemberg, schützt unsere kinder, medrum
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Reaktionen zu "Bildungsplan-Gegner gegen "Akzeptanz" von Homosexuellen"


 71 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
07.03.2014
18:15:28


(+18, 20 Votes)

Von sperling


irgendwie habe ich das gefühl, dass die zeit eines versuchs der inhaltlichen auseinandersetzung vorbei ist. was soll man denn mit jemandem diskutieren, der nicht mehr nachdenken kann, weil sein ganzer denkhorizont von einem hieronimus-bosch-artigen gemälde mit dem titel "infiziertes sperma im enddarm" ausgefüllt wird?

fakten schaffen, bildungsplan umsetzen und fertig. wir haben wirklich genug echte probleme.


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#2
07.03.2014
18:31:06


(+18, 22 Votes)

Von Finn


Wer weiterhin Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzt, wer behauptet, im Unterricht sollten Pornos gezeigt werden, etc. hat kein Recht, irgendwelche Forderungen zu stellen...


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#3
07.03.2014
18:41:43


(+19, 23 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von sperling


Dieser Herr Lachenmann, schwäbischer landeskirchlicher [!] Kirchenrat im Ruhestand ist Jahrgang1927. In diesem Alter sollte man lieber mit den letzten Dingen als mit dem Enddarm seiner Mitmenschen beschäftigen und NS-Opfergruppen mit Nazivergleichen herabsetzen.

Verkommenheit und pseudo-fromme Kulturlosigkeit, wohin man blickt.

Kein Wunder, dass sich diese herrenmenschlichen Herrschaften lieber mit dem Verdauungstrakt als etwa mit dem 'Tod in Venedig' oder der antiken Mythologie beschäftigen. Von Mitmenschlichkeit und Liebe ganz zu schweigen.


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#4
07.03.2014
18:42:57


(+17, 21 Votes)

Von Yannick


"Der Begriff "Akzeptanz sexueller Vielfalt" wird überall durch "Toleranz von Schwulen und Lesben" ersetzt."

Nein, es geht eben nicht um irgendwelche Almosen, sondern um Gleichstellung. Genau das ist der Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz.

----------------------------------------------------

"Die Thematik wird erstmals in der 8. Klasse und nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Eltern (Veto-Recht) behandelt."

In welcher Phantasie-Welt leben die?

Sexualkunde wird (zumindest in zivilisierten Ländern) schon im 5./6. Schuljahr behandelt - und nicht ohne Grund. Dann gehört das Thema Homosexualität natürlich auch dazu. Altersgerecht, aber verpflichtend.

Bei uns in der Klasse waren die meisten im 8. Schuljahr schon keine Jungfrauen mehr - Jungs wie Mädchen. Von Selbstbefriedigung mal ganz zu schweigen.

Und zu diesem Veto-Recht:
sollen Eltern demnächst auch ein Veto-Recht bekommen, ob Kinder statt Evolutionslehre christliche Schöpfungslehre lernen? Oder ob Kinder im Erdkunde-Unterricht nichts über Staaten lernen dürfen, die nicht christlich sind? Etc. etc. etc.

Man kann Bildung doch nicht von den Vorstellungen der Eltern abhängig machen.

---------------------------------

"Die Thematik wird nur im Religions-/Ethik- und Biologieunterricht behandelt."

Wie das nach deren Meinung im Religionsunterricht ablaufen soll, kann ich mir schon vorstellen:
"Sünde, Sünde, Sünde. Schwule und Lesben kommen in die Hölle. Blabla bla"

Wieso darf man nach deren Meinung im Geschichtsunterricht nicht erwähnen, dass die Nazis auch Schwule ins KZ gesteckt haben?

Oder wieso dürfen Schüler im Erdkunde-Unterricht nicht erfahren, dass in manchen Staaten immer noch die Todesstrafe auf Homosexualität steht?

Und wieso darf in Politik und Gesellschaftskunde nicht auch die Situation Homosexueller thematisiert werden?

Oder wieso soll man in den Sprachen nicht auch mal GLBTI-Lektüren lesen, die teilweise zur Weltliteratur gehören.

FAZIT:

Was auf welche Art unterrichtet wird, entscheiden immer noch Experten und nicht irgendwelche fundamentalistischen Eltern, die der ganzen Welt ihre Ideologie aufzwängen wollen und neutrale Bildung verhindenr wollen.


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#5
07.03.2014
18:44:00


(+13, 17 Votes)

Von Felix


Wer Kinder dumm halten will und gegen Homosexuelle hetzt und das alles auch noch mit Lügen und Verleumdungen macht, hat sich als Gesprächspartner längst disqualifiziert.


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#6
07.03.2014
18:44:42


(+15, 19 Votes)

Von Antifaschista


"das ultimative Argument in Deutschland, den Nazi-Vergleich"

Das ist auch ein extrem wichtiges Argument.

Denn die Auslöschung von Schwulen hat in Deutschland mit seiner beispiellosen Geschichte des Faschismus Tradition.

Es ist absolut unerträglich, dass diese Neofaschisten, die glasklar Auslöschungsforderungen erheben und die Auslöschung von homosexuellen Jugendlichen befördern - hier Geschichte und Gegenwart in derart perverser Manier verdrehen.


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#7
07.03.2014
18:46:40


(+12, 16 Votes)

Von alexander
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von sperling


sie geben ich sehr viel mühe uns als schweine darzustellen???
[ "infiziertes sperma im enddarm"]

offensichtlich sind syphilitische geschwüre, mit lecker stinkendem ausfluss, wesentlich appetitlicher???
im grunde ist es geradezu lächerlich, solchen ignorant dummen, religiöshirngespülten mutanten, eine plattorm, für einen BILDUNGSPLAN zu bieten???
was soll denn diese baggage mit bildung anfangen???
SOWAS LÄSST MAN PYRAMIDEN, MIT DER HAND BAUEN!!! SIE LIEBEN DOCH DIE TRADITION???


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#8
07.03.2014
18:58:52


(+13, 17 Votes)

Von Antirassist
Antwort zu Kommentar #1 von sperling


Wann gab es mit dieser Zusammenrottung von Faschisten (siehe Berichte über die Zusammensetzung der paar Hundertschaften in Stuttgart), die in jeder Hinsicht in der Tradition der Auslöschungsdiskurse und -praxis der Nazis gegen Homosexuelle stehen, jemals zu "diskutieren"??

Wer die in der gesamten Menschheits- und Evolutionsgeschichte immer vorhandene sexuelle Vielfalt und die große Zahl der diese Vielfalt lebenden Menschen unsichtbar machen und damit faktisch auslöschen will, handelt nicht anders als ein Rassist oder Antisemit.

Und genau so ist er auch zu behandeln.


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#9
07.03.2014
19:11:49


(+10, 14 Votes)

Von Wolfgang
Aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 13.01.2011


@sperling

Ich kann sehr gut verstehen, daß Du zu (anscheinend) wichtigeren Problemen übergehen möchtest,gerade wenn man sich die aktuellen politischen Dringlichkeiten anschaut...

Leider handelt es sich bei diesen wild gewordenen Kleinbürgern, die solchen Schmutz verbreiten, nicht bloß um eine kleine Gruppe.
Besonders schlimm ist, daß die Unbildung dieser Leute ausgenutzt wird von Figuren, die noch immer von Lösungen träumen für unsere tatsächlichen ökonomisch-ökologischen und sozialen Probleme, die aus dem 19.Jahrhundert stammen.
Da sind die dreisten Parforce-Ritte des Verbal-Junkertums eines Matthias Mattusek, die früh-kapitalistisch gnadenlosen und nationalistischen Ideen eines Sarrazin oder die wissenschafts- und aufklärüngsfeindlichen antimodernen Tiraden von Sibylle Lewitscharoff.
Und die Reihe ließe sich fortsetzen: die Demokratieverachtung von Botho Strauß und die allgemeine Staatsschmähung von Peter Sloterdijk.
Wie schon einmal gilt das Numinose, das Katholische oder Pietistische, die herbeigeredete Spiritualität (die nichts weiter ist als Halluzination) in Deutschland als besonders intellektuell. Ich mußte mir vor geraumer Zeit das Geschwafel einer Soziologieprofessorin anhören, die meinte, Wege zu einer spirituellen Wissenschaft entwickelt zu haben; natürlich mit katholischen Vorzeichen.
Die Denkfaulheit der deutschen Intellektuellen hat das niedrige Niveau der Endzwanziger Jahre erreicht; eine Zeit in der sich nur wenige Stimmen mit klaren Analysen und Warnungen zu Wort meldeten.
Es reicht inzwischen ja schon wieder "eine Meinung" in die Welt hinauszuposaunen und wenn man Widerstand gegen Ungereimtes und Halbgares, gegen Lügen und Tatsachenfälschungen zu hören bekommt, sich zu beklagen, man werde in seiner Meinungsfreiheit unterdrückt. Dann werden diese Leute von der Masse als die letzten Verfechter demokratischer Rechte gefeiert!
Wer aber dumme Meinungen verbreitet, der muß sich auf Widerstand gefaßt machen.... und auf Meinungen kann man kein Staatswesen aufbauen und keine soziale Gemeinschaft...
Seit einigen Jahren wird gebetsmühlenartig von Trends, Zeitströmungen und Moden gefaselt, wenn es um tatsächliche Veränderungen festgefügter und nicht mehr tauglicher Strukturen im Miteinander geht. Wer sich Gedanken macht und argumentiert mit Ursachen und Wirkung, der wird als Gutmensch gescholten oder als Vertreter des linken Meinungsmainstreams.
Das ist eine gefährliche Tendenz, die zurückführt in vordemokratische, womöglich neue feudale oder finanzfeudale Verhältnisse, sekundiert von solchen Leuten wie in Stuttgart: ich nehm sie aus, halt du sie dumm, sagt der Kapitalist zum Pfaffen.
Natürlich sind in einer global vernetzten Welt (ökologisch und ökonomisch), in einer Welt, die aufgrund der Menschenrechte zu immer feiner ausgearbeiteten Individualisierungen der Lebensstile kommt und in einer Welt, in der der IT-Bereich und die Wissenschaften (von der Medizin bis zur Astrophsik), die Forschungen und deren Ergebnisse immer komplexer werden und damit für jeden auch nicht immer durchschaubar, die Lebensverhältnisse entsprechend komplexer geworden. Sie lassen sich nicht mehr so leicht in gut und böse, rechts und links, oben und unten einteilen.
Je weniger gebildet, desto weiter draußen empfinden sich Menschen - und je religiöser, desto weiter stellen sich eben Gläubige selbst ins Abseits. Sie schlagen um sich; sie wollen, daß alles so bleibt wie es ist, daß alle so kleingeistig und kleinkariert leben wie sie selbst.
Daß auch angeblich Intellektuelle (wie ich sie oben genannt habe)in die gleichen Verhaltensmuster verfallen, zeigt, daß wir unseren Begriff von Intellektualität überdenken müssen.
Diese Leute haben nicht mehr begriffen, was ihr Genöle vom "das wird man ja noch sagen dürfen" tatsächlich auslöst. Wenn sie das aber wissen und dennoch ihre schmutzigen Thesen in die Welt setzen, dann zündeln sie auf elitäre Weise bewußt am bisherigen gesellschaftlichen Comment. Und das ist ein Kulturkampf, wie er sich auch abzeichnet - es sind die Dummen, die Feigen, die Menschenabwerter, die die notwendige und verantwortungsvolle menschliche Selbstständigkeit anzweifeln, die wir durch Technik und Wissenschaft und Menschenrechte nach und nach erwerben; die lieber nach dem großen Bruder rufen (wie er sich in der Charaktermaske Putins manifestiert) oder dem numinosen Wesen (darauf berufen sich Matussek, Kuby, Lewitscharoff und Konsorten), nach dem lieben Gott - es sind Leute, die vom Gottesstaat träumen und noch weiter zurück möchten, vor die Aufklärung.
Ich glaube schon, daß wir uns an einem entscheidenden Wendepunkt gesellschaftlicher Entwicklungen befinden, den ich hoffe, hier einigermaßen verständlich beschrieben zu haben. Infolgedessen ist manif pour tous in Frankreich oder der Aufstand der Frommen gegen sexuelle Vielfalt und Selbststimmung in Deutschland, ein wichtiger Aspekt dieses Kulturkampfes.
Mit den Ideen des 19. und den Waffen des 21. Jahrhunderts könnten Figuren wie Putin uns in eine neue Steinzeit zurück befördern; daß die Träume einer theokratischen Zukunft uns wieder ins finsterste Mittelalter katapultierten, ist dann nur noch ein gradueller Unterschied.


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#10
07.03.2014
19:28:32


(+7, 11 Votes)

Von t8hbr5557


"Das National Sex Survey scheint diesen Trend jedoch zu bestätigen: Demnach hätten 1992 nur 10% der Frauen während des Vorjahrs Analverkehr gehabt, heute seien es 20%.
Da diese Studie in den USA gemacht wurde, gibt es die Theorie, dass gerade besonders gläubige Christen auf Analverkehr ausweichen, damit sie im technischen Sinne Jungfrau bleiben können."


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