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  • 09.03.2014           177      Teilen:   |

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Volker Jung: Die Kirche ist kein "homophober Block"

Artikelbild
Volker Jung wünscht sich, dass auch andere Landeskirchen Schwule und Lesben als gleichwertig akzeptieren. (Bild: EKHN)

Der evangelische Kirchenpräsident Volker Jung erklärt im queer.de-Interview, warum er sich für die Gleichbehandlung von Homosexuellen stark macht.

Volker Jung ist seit 2009 Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Für seinen Einsatz für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben wird er dieses Jahr während des Kölner CSDs mit der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW geehrt (queer.de berichtete). Dennis Klein sprach für queer.de und das NRW-Magazin "Fresh" mit dem 54-Jährigen.

queer.de: Wie war Ihre Reaktion, als Sie davon gehört haben, dass Sie mit der Kompassnadel ausgezeichnet werden?

Jung: Ich war überrascht und habe mich gefragt, ob ich der Richtige bin, der ausgezeichnet wird. Gewürdigt wird mein Engagement für das Familienpapier der EKD. Das ist aber durch die Zusammenarbeit vieler entstanden. Gewürdigt wird auch das Engagement meiner Landeskirche für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Mein Beitrag ist, dass ich beides im letzten Jahr offensiv gegen Kritik verteidigt habe. Ich habe überlegt, ob ich diese Auszeichnung annehmen kann – und habe mich dafür entschieden. Grund war besonders, dass in dem Brief des Schwulen Netzwerks hervorgehoben wurde, dass die Kirchen weitgehend als "homophober Block" wahrgenommen werden. Offenbar wurde registriert, dass das so nicht der Fall ist. Das will ich auch mit der Annahme der Auszeichnung zeigen.

Sie haben als erster Kirchenvertreter die Auszeichnung erhalten. Wie waren die Reaktionen innerhalb der Kirche?

Nachdem das bekannt wurde, habe ich einige ablehnende Briefe erhalten, aber das kenne ich aus den Debatten im vergangenen Jahr schon. Es gab aber auch freundliche Signale und Freude darüber, dass ich die Auszeichnung angenommen habe – auch im Kreis der leitenden Geistlichen aus anderen evangelischen Kirchen.

Sie wurden – wie angesprochen – auch wegen des im letzten Jahr veröffentlichten Familienpapiers ausgezeichnet, in der es heißt, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen "gleichwertig" sind. Wie kann es sein, dass trotzdem knapp die Hälfte der deutschen Landeskirchen homosexuelle Paare nicht anerkennt und sie daher nicht wie Heterosexuelle segnen will?

Die Landeskirchen müssen nicht umsetzen, was die EKD vorgibt. Wir sind eben keine katholische Kirche, in der es lehramtliche Verlautbarungen von oben gibt. In der Kommission, die den Text erarbeitet hat, waren wir uns aber sehr einig, dass sich eine solche Orientierungshilfe zur Familienpolitik heute an einem erweiterten Familienbild orientieren muss und die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufzuwerten und gleichzustellen sind. Das wurde auch vom Rat der EKD akzeptiert, der den Text herausgegeben hat. So haben wir zum ersten Mal die Gleichstellung in einem kirchlichen Dokument dieses Ranges ausgedrückt. Ich wünsche mir natürlich, dass sich die Landeskirchen daran orientieren und zumindest die Debatten um das Thema intensiv führen.

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Die Landeskirchen in Baden-Württemberg lehnen den von der Landesregierung geplanten Bildungsplan ab, weil dieser vorsieht, in Schulen künftig die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" zu behandeln
Die Landeskirchen in Baden-Württemberg lehnen den von der Landesregierung geplanten Bildungsplan ab, weil dieser vorsieht, in Schulen künftig die "Akzeptanz sexueller Vielfalt" zu behandeln

Sehen Sie Veränderungen, seit das Papier herauskam?

Es wird sehr kontrovers diskutiert. Das ist ein notwendiger Lernprozess, der hier in Gang gekommen ist. Ich bin froh, in einer Landeskirche zu sein, die diese Debatten schon lange kennt und bereits seit Mitte der 1990er Jahre intensiv geführt hat. Als das Lebenspartnerschaftsgesetz verabschiedet wurde, haben wir sehr schnell gesagt, dass Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare möglich sein müssen. Deshalb gibt es sie bei uns schon seit über zehn Jahren.

Aber gleichzeitig gibt es gegenwärtig in Baden-Württemberg eine Debatte um den Bildungsplan der Landesregierung. Hier haben die badische und die württembergische Landeskirchen sogar abgelehnt, Homosexualität überhaupt im Unterricht zu behandeln.

Ich wünsche mir in den beiden evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität und den Anliegen des Bildungsplans. Die Landeskirchen haben dort zwar gesagt, dass sie homosexuelle Paare nicht diskriminieren wollen. Zugleich gab es auch deutliche kirchliche Stimmen, die das Grundanliegen des Bildungsplanes ablehnen. Das ist keine einfache Situation. Es würde mich sehr freuen, wenn es eine klare offizielle Positionierung zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften geben würde.

Die Kirche in Baden argumentiert etwa, dass die Schule das christliche Menschenbild lehren sollte und dass die traditionelle Familie die einzige richtige Lösung darstellt.

Ich weiß nicht, ob dies die Position der Kirchenleitung ist. Wir müssen meines Erachtens sehen, dass das "klassische" Familienbild, das den meisten vor Augen steht, in dieser Form erst im 18. und 19. Jahrhundert gesellschaftsprägend wurde. Die Familienbilder der biblischen Tradition sind vielfältiger, ohne damit einfach normativ zu sein. Ich bin überzeugt: Gerade wenn man vom christlichen Menschenbild ausgeht, ist es angemessen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften anzuerkennen. Aber es geht eigentlich um etwas anderes: Es geht um die Frage, wie wir Homosexualität theologisch beurteilen.

Und das heißt?

Es gibt Bibelstellen, die Homosexualität ablehnen. Aber man muss diese Bibelstellen in ihrem Kontext und aus ihrer Zeit heraus lesen. Und man muss zum anderen, wenn man biblisch argumentiert, fragen: Wie werden wir homosexuellen Menschen gerecht, wenn wir uns an dem orientieren, was in den beiden von Jesus im Neuen Testament als grundlegend markierten Geboten gesagt ist? Es geht um die Aussagen "Du sollst Gott lieben und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst" und "Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch." Er fordert also auf, sich gerade mit denen zu identifizieren, die anders sind als ich selbst es bin. Die Konsequenz muss meines Erachtens heißen: Nicht nur Duldung, sondern Akzeptanz.

In Frankreich gab es letztes Jahr wütende Proteste gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben und Christen waren an vorderster Front mit dabei. Haben Sie Befürchtungen, dass dies in Deutschland genauso kommen könnte?

Ich glaube, das Thema ist noch nicht durch, wie manche meinen. Ich hoffe aber, dass wir in der Diskussion so weit sind, dass es möglich ist, die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften der Ehe gleichzustellen.

Aber wenn selbst der vergleichsweise unbedeutende Bildungsplan solche Emotionen auslöst, sind dann nicht sehr emotionale Proteste von christlichen Aktivisten vorprogrammiert?

Ich fürchte, dass es das weiter geben wird. Aber solche "Aktivisten" sind nicht die Kirche. Das Thema wird sicher auch in den Kirchen weiter kontrovers diskutiert werden. Ich möchte das aber auch nicht auf die Kirche verengen. Ich habe vor kurzem selbst bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion – übrigens außerhalb der Kirche – heftige Proteste erfahren, als ich für die Gleichstellung eingetreten bin. Ich habe dabei zum Beispiel auf Spanien verwiesen, wo das Verfassungsgericht geurteilt hat, dass die Geschlechterdifferenz nicht das Wesentliche an einer Ehe ist. In unserer Kirche wird zurzeit diskutiert, ob man die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares auch Trauung nennen können. Ich vertrete die Position, dass dies theologisch möglich ist.

Der katholische Bischof Felix Genn greift die evangelische Kirche scharf an, weil die "Naturordnung" eine Gleichbehandlung von Homosexuellen nicht zulassen
Der katholische Bischof Felix Genn greift die evangelische Kirche scharf an, weil die "Naturordnung" eine Gleichbehandlung von Homosexuellen nicht zulassen (Bild: Wiki Commons / Ruecki / CC-BY-SA-3.0)

Der katholische Bischof Felix Genn warnte letztes Jahr vor einem "richtigen Riss" in der Ökumene, sollte die evangelische Kirche zu homofreundlich werden. Erschwert das die Gleichstellung in Ihrer Kirche?

Das wird von manchen so gesehen. Ich beobachte aber auch, dass es aus der katholischen Kirche Signale gibt, dass die jetzige Bewertung von Homosexualität nicht das letzte Wort sein kann. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat etwa gesagt, dass man homosexuelle Menschen nicht diskriminieren darf. Und dann muss man den Gedanken auch weiterführen und fragen, was das wirklich heißt.

Wann werden wir über das Thema nicht mehr sprechen müssen, also wann wird die evangelische Kirche keinen Unterschied mehr zwischen Homo- und Heterosexuellen machen?

Ich hoffe sehr, dass wir über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren reden.

So optimistisch?

Es hat sich ja schon viel bewegt und ich bin vorsichtig optimistisch. Wenn ich daran denke, wie wir noch vor 15 Jahren weit heftigere Debatten geführt haben, dann sind wir auf dem Weg in Richtung Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wirklich vorangekommen.

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Reaktionen zu "Volker Jung: Die Kirche ist kein "homophober Block""


 177 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
09.03.2014
12:01:12


(+16, 20 Votes)

Von Nikki
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 03.03.2014


Die Kirche ist kein "homophober Block"

Doch ist sie und Menschen verachtend noch dazu !!!


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#2
09.03.2014
12:27:38


(-8, 16 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Erst mal bin ich angenehm berührt von den Ansichten des Herrn Jung, denn so wird die evangelische Kirche als "protestantische" Kirche auch wieder wahrgenommen als das was sie ist, nämlich ein Gegenpol zur katholischen Kirche, durch das ganze Ökumene Getue haben einige Leute vergessen, warum sich die evangelische Kirche gegründet hat. Ich finde, dass letzte was führende Vertreter der evangelischen Kirche tun sollten, ist darauf zu schielen, was die katholische Kirche macht.Wenn sie sich hier nicht klar abgrenzen haben sie einen Mitgliederschwund, der schneller ist als ein Rennauto. Wenn der Prozentsatz von Homosexuellen vielleicht bei 5-10% liegt, sollte man immer daran denken, dass sie Freunde und Familien haben und die schauen sehr genau, wie Kirchen mit ihren Lieben umgehen und ziehen gegebenenfalls ihre Konsequenzen.


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#3
09.03.2014
12:39:13


(+13, 19 Votes)

Von m123


Solange die Kirche Homosexualität als Sünde deklariert IST die Kirche eine äußerst homophobe Institution.

In Deutschland macht die Kirche gemeinsame Sache gegen den Bildungsplan in baden-Württemberg und gegen die Öffnung der gesetzlichen (!) Ehe.

In Afrika hetzt die Kirche gegen Homosexuelle, so dass die Gesetzgeber dort lebenslange Haft oder gar Todesstrafe für Homosexuelle vorsehen.

Historisch trägt die Kirche die Hauptverantwortung für den Massenmord, die Verfolgung und die bis heute andauernde rechtliche und gesellschaftliche Diskriminierung von Homosexuellen, hat die Kirche doch Homosexualität als Todsünde und schweren Verstoß gegen die "natürliche Ordnung" in ihren Dogmen festgelegt.

Und die Kirche ist nicht homophob? Das ist genauso wie wenn man sagen würde, dass der Kukluxklan nicht rassistisch ist. Selbst der angeblich so "fortschrittliche" Papst Franziskus versucht die Menschen zu verarschen, indem er zwar über Homosexuelle nicht mehr so extrem herzieht wie Papst Benedikt, aber indem er trotzdem weiterhin im Kern an der Sündhaftigkeit von Homosexualität festhält und versucht die weltliche Gesetzgebung derart zu beeinflussen, dass Homosexuelle weiterhin rechtlich diskriminiert werden sollen.

Und die Kirche ist nicht homophob? ....


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#4
09.03.2014
12:53:22


(+13, 19 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung


Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens.
Die Bibel verurteilt Homosexualität und fordert für homosexuellen Geschlechtsverkehr die Todesstrafe.
Luther verurteilt ebenso Homosexualität und fordert für homosexuellen Geschlechtsverkehr ebenso die Todesstrafe.
Aus diesen unbestreitbaren Tatsachen ergibt sich zwingend, dass Jung lügt. Entweder täuscht er seine Akzeptanz vor, oder er ist kein Christ.
Wenn er unterstellt, man müsse die Bibel im Zeitkontext verstehen, konterkariert er erneut seinen angeblich Glauben, denn für Christen ist das Wort Gottes unveränderlich.
(Darüber hinaus gab es zur Entstehungszeit der biblischen Texte [AT], schon wesentlich tolerantere Gesellschaften. Die Bibel und ihre "Moral" sind auch im Kontext der Zeit verachtenswert.)
Die Fragen der Queer-Redaktion, sind von Hofberichterstattung nicht zu unterscheiden. Wo sind die kritischen Fragen? Wo ist die Konfrontation der Täterkreise mit ihren Verbrechen? Ich finde nichts davon in dem Interview.
Ich lese hier belanglose Fragen am Thema vorbei, gestellt an einen Mann ohne jede wissenschaftliche Ausbildung oder Erfahrung, der seine Privat-Religion erläutert.

Der Mann ist sich völlig bewusst, dass er einen zutiefst verachtenswerten Todeskult repräsentiert und versucht treudoof sein leistungsfreies Einkommen zu rechtfertigen sowie seinen Verdummungskonzern zu bewerben.
Schade Queer, Chance zur Aufklärung verpasst. Ihr habt Euch vor den Karren der ehemaligen KZ-Betreiber spannen lassen.


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#5
09.03.2014
13:07:57


(-12, 22 Votes)

Von Beppo Borretsch


Wie kann man so gebildet und rhetorisch halbwegs begabt sein, aber geflissentlich den Fakt ausblenden, daß die evangelischen Landeskirchen mit dem Papst nicht das geringste am Hut haben und, wie Jung schon richtig herausgestellt hat, eben kein einheitliches Lehramt haben, wie das in Rom der Fall ist?

Natürlich kann man sich verbissen an Feindbilder klammern, wenn man sie für sein intaktes Weltbild braucht.

Aber das ist eigentlich ziemlich unwürdig, wenn man selbst davon abhängig ist, daß andere ihre repressiven Weltbilder überwinden.


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#6
09.03.2014
13:16:29


(-12, 22 Votes)

Von Beppo Borretsch


"Unbestreitbar" ist höchstens die Tatsache, daß ihre Argumentation zu 99% die Lesart homophober Vulgärtraditionalisten übernimmt, die ja auch dazu neigen, für sich selbst den einzig "wahren" Glauben gepachtet zu haben.

Deren Argumente übernehmen sie also erstaunlich unkritisch ... während Sie die Argumente eines progressiven Theologen mit derselben Ignoranz vom Tisch fegen, wie es seine Gegenspieler tun würden?

Tja, so kanns gehen. Wer so krampfhaft Feindbilder verteidigt, daß er selbst gar nicht mehr dazu im Stande ist, positive Veränderung überhaupt wahrzunehmen, der wird irgendwann, ohne es zu merken, zum besten Anwalt seiner Gegner.
Und das hat eigentlich niemand verdient.


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#7
09.03.2014
13:16:30


(0, 18 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Wie schön, doch es gibt da ein Problem. Die liebevoll salbaderten Formulierungen des Kirchenpräsidenten entpuppen sich bei näherer Betrachtung als moralinsaure Gegenrede zur freien Gesellschaft. Die Reduzierung auf dauerhafte Zweierbeziehungsmodelle eröffnet politisch eine offene Flanke für Angriffe des Hater-Blocks, der sich über Ländergrenzen hinweg aus homofeindlichen Links- und Rechtsfaschisten, konservativen Machos, durchgeknallten Familienschützern und religiösen Extremisten rekrutiert. Diese Front der Fortschritts-Verlierer will Unzucht bestraft wissen und stellt Aufklärung auf eine Stufe mit Missbrauch. Der Skandal ist: Der Kirchenpräsident steckt mittendrin in diesem Sumpf, aus dem er sich herauszustrampeln versucht.

Link zu www.inqueery.de


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#8
09.03.2014
13:34:04


(+11, 19 Votes)

Von kopfschüttelnd


was soll diese kirchenwerbung bei queer.de?

solange sowas läuft, wird es von meiner seite keine unterstützung mehr geben.


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#9
09.03.2014
13:54:17


(-12, 22 Votes)

Von Beppo Borretsch
Antwort zu Kommentar #7 von reiserobby


Wir halten also fest:
Jeder, der nicht öffentlich für die Überwindung der Zweierbeziehung plädiert ist also Faschist.

Wie war das noch gleich mit der "freien Gesellschaft"?

Aber immerhin ist da noch der Link zu Ihrem längeren Artikel auf inqueery.de. Sich selbst einfach nur zu zitieren lässt einen zwar nicht gerade gut dastehen, aber darum solls hier nicht gehen. Wenn Ihnen ihr Artikel immernoch als besonders gelungen erscheint, dann bitte.

Er bleibt trotzdem das, was er ist: Blanker Unsinn. Die klaren Fronten, die sie hier aufbauen, haben mit der Realität ähnlich wenig zu tun, wie die Geschichtsklitterung, die sie den evangelischen Kirchen unterstellen. Im Theologiestudium lernt man das übrigens, im Fach Kirchengeschichte, manchmal auch bei der feministischen Theologie, mit der ihr immanenten Weiterentwicklung zur Queer-Theologie. (Oh ja, diese Fächer gibt es wirklich!)

"Es ist zu bezweifeln, dass mit der Kirche ernsthaft eine emanzipatorische Politik zu machen ist und die Kirche Engagement zeigt, das nicht auf Moral und Glauben fußt, sondern auf Eigenverantwortung, Toleranz und Solidarität."

Von welcher Kirche ist da eigentlich die Rede? Mit welcher ignoranten Verve hier verallgemeinert wird, was nie verallgemeinert werden kann ... darüber kann auch nicht die an anderen Stellen vorgeschobene Scheindifferenzierung hinwegtäuschen.

Wer sich zumindest ansatzweise mit evangelischer Theologie beschäftigt hätte, der wüsste, welch hohen Stellenwert "Eigenverantwortung" dort gerade dann besitzt, wenn es um ethische Fragen geht.

"Die Kirche mag vieles sein, aber sie ist kein liberaler Bündnispartner. Denn ihr theologischer Überbau verbietet Liberalität von selbst."

Man könnte jetzt genauso schreiben: "Die vulgäre Religionskritik ist kein fairer Gesprächspartner, denn ihr ideologischer Überbau verhindert jeden echten Pluralismus von selbst."

Damit hätte man sich gegenseitig 'n bischen Dreck an den Kopf geworfen, aber eine seriöse und angemessene Debatte fördert man damit nicht. Und der Realität angemessen Rechnung tragen solche Töne erst recht nicht.

Genauso wie "große Schritte der Zivilisation" gegen die Kirchen vollzogen wurde, war dies an anderer Stelle aber auch unter Mitwirkung der Kirchen der Fall. Warum soll das bei Kirchen anders sein, als bei Parteien, Gewerkschaften oder älteren Interessengruppen über die Geschichte? Davon kann ihnen jeder untendenziöse Historiker ein Lied singen.

Und Ihr Hohelied auf die ach so freie Gegenwart, die keine Kirchen mehr nötig hat, zerschellt spätestens an der die Menschen versklavenden Ökonomisierung aller Lebensbereiche.
Gegen die Kindstaufe kann man nicht genug wettern, aber ein Verbot von Werbung für Kinder fordert so gut wie niemand.

Stattdessen werden bei Statements über evangelische Kirchenvertreter mit Begriffen wie "Klerus" hantiert (Verallgemeinerungsfolgefehler), daß die Theologen, die am hochumstrittenen Familienpapier der EKD mitwirkten, sich genau die Öffnung für das, was Sie vermissen, von konservativer Seite ständig vorwerfen lassen müssen, wird einfach mal ausgeblendet, weils ja nicht ins schöne schwarz-weiß-Gemälde passt.

Auf diesem Niveau könnte ein normaler evangelischer Theologiestudent nicht einmal seine Hausarbeiten schreiben!


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#10
09.03.2014
14:05:03


(-12, 20 Votes)

Von Beppo Borretsch
Antwort zu Kommentar #8 von kopfschüttelnd


Es ist schon wirklich ernüchternd, wie sehr sich auf beiden Seiten die Rituale gleichen, wenn Menschen versuchen, überkommene Feindbilder zu überwinden.

Was soll das hier eigentlich werden, damit ihr euch nicht beschwert? Welt.de für Homos? PI in queer?


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