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  • 10.03.2014           31      Teilen:   |

"Kompromiss" sorgt für weitere Debatten

Bildungsplan: Auch GEW fordert Überarbeitung

Artikelbild
Seit Wochen bestimmt ein homophobes Klima (nicht nur) das Ländle. Beginnt nun das Einlenken?

Die Bildungsgewerkschaft will eine Verschiebung des Lehrplans und zahlreiche Änderungen. Nutzt Ministerpäsident Winfried Kretschmann die Vorlage zu einem Kompromiss?

Von Norbert Blech

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat in einem jetzt bekannt gewordenen Schreiben (PDF) an den Bildungsminister von Baden-Württemberg, Andreas Stoch (SPD), zahlreiche Änderungen am geplanten Bildungsplan vorgeschlagen und unter anderem eine Verschiebung um ein Jahr ins Gespräch gebracht.

Seit Monaten gibt es einen heftigen und größtenteils auf Homophobie basierenden Streit um den Bildungsplan, speziell um eine fächerübergreifende Einbeziehung des Themas "sexuelle Vielfalt" in den Unterricht. In dem Schreiben fordert die GEW nun, "innezuhalten und sich von notwendigen Korrekturen überzeugen zu lassen". So sollten die Leitprinzipen überarbeitet werden und der Punkt "sexuelle Vielfalt" unter einem eigenen Leitprinzip "Anerkennung gesellschaftlicher und kultureller Diversität" aufgegriffen werden.

In dem Arbeitsentwurf der Landesregierung findet sich der Punkt "sexuelle Vielfalt" derzeit unter jedem Leitprinzip. Daran hatte sich die Kritik entzündet. Dabei soll das Thema etwa im Vergleich zu anderen diskriminierten Gruppen nicht bevorzugt behandelt werden, vielmehr steckt dahinter der Auftrag an die Arbeitsgruppen, das bisher vernachlässigte Thema umfassend zu verankern.

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Verschiebung um ein Jahr

Die Bildungsgewerkschaft fordert, für eine "gehaltvolle Debatte" zum Bildungsplan "den Zeitplan um ein Jahr zu strecken". Dabei sind die inhaltlichen Forderungen der Gewerkschaft nicht neu; sie setzte sich bereits im Vorfeld des Bilungsplans etwa für ein Leitprinzip "Anerkennung gesellschaftlicher und kultureller Diversität" ein. Auch stellt sie sich weiter hinter den Gedanken der Landesregierung, über LGBT aufzuklären.

Dennoch wurde der Brief an Stoch von Medien als neue Entwicklung in dem Streit aufgegriffen, die "Stuttgarter Zeitung" forderte etwa in einem Kommentar, die Vorlage für eine "Deeskalation" zu nutzen. In einem auf vielen Seiten von Bildungsplangegnern verbreiteten Kommentar von Mathias von Gersdorff von der Aktion "Kinder in Gefahr" wurde gar gemutmaßt, Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe das Vorpreschen der Gewerkschaft mit dieser abgesprochen: So könne er das Thema "auf die lange Bank schieben, um einen günstigeren Zeitpunkt abzuwarten", und müsse nicht "demütigend" selbst mit einem Kompromiss an die Öffentlichkeit.

Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl hat indessen von Kretschmann gefordert, einen eigenen Kompromiss vorzulegen. Anders als die GEW forderte er auch eine Eingrenzung des Themas: "Es ist richtig, den Toleranzgedanken im Bildungsplan zu verankern, es ist aber nicht nötig, das Thema sexuelle Vielfalt zu überhöhen."

Kretschmann trifft Evangelikale

Ministerpräsident Kretschmann will Korrekturen am Bildungsplan, bislang aber keine Richtungsänderung
Ministerpräsident Kretschmann will Korrekturen am Bildungsplan, bislang aber keine Richtungsänderung (Bild: Gruene Baden-Wuerttemberg / flickr / cc by-sa 2.0)

Kretschmann selbst hat Medienberichten zufolge am Sonntag bei einer Tagung in der Evangelischen Akademie Bad Boll bei Göppingen Korrekturen am Bildungsplan angekündigt, an den Kerngedanken werde man aber festhalten. Derweil wurde bekannt, dass er sich am 27. März mit Vertretern von evangelischen und evangelikalen Gruppen zu einem "Meinungsaustausch" zusammensetzen will. Dazu gehören Vertreter der Deutschen Evangelischen Allianz, deren Generalsekretär Hartmut Steeb einer der lautstärksten Gegner von LGBT-Rechten und Schulaufklärung über Homosexualität ist und in Talkshows eine Unterscheidung zwischen Toleranz und Akzeptanz forderte.

Neben Vertretern der württembergischen Landessynode soll zudem die pietistische Vereinigung "Lebendige Gemeinde" an dem Gespräch teilnehmen. Auf Seiten der Landesregierung wohnt noch Finanzstaatssekretär Ingo Rust (SPD) dem Gespräch bei, er ist selbst Mitglied einer pietistischen Gemeinde. Ebenfalls eingeladen sind Vertreter der "Apis", die wie die Evangelische Allianz nicht müde wird zu betonen, dass Homosexualität "veränderbar" ist. In einem an Jugendliche gerichteten Heft des Verbands durften Homoheiler-Organisationen wie Wüstenstrom selbst das Wort ergreifen (queer.de berichtete).

Da dürfte der "Kompromiss" der GEW nicht zu einer Beruhigung führen – wie auch bei den vielen anderen Gegnern des Bildungsplans, die teilweise aus extremen Gruppen kommen. Die Veranstalter der beiden Demos gegen den Bildungsplan in Stuttgart hatten in der letzten Woche gefordert, statt von Akzeptanz von Toleranz zu sprechen und das Thema nur ab der 8. Klasse und nur in Biologie oder Religion anzusprechen – mit einem Vetorecht der Eltern (queer.de berichtete).

Wochen-Umfrage: Sollte die Einführung des neuen Bildungsplans in Baden-Württemberg verschoben werden? (Ergebnis)

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Tags: bildungsplan, baden-württemberg, winfried kretschmann, gew
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Reaktionen zu "Bildungsplan: Auch GEW fordert Überarbeitung"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
10.03.2014
14:13:07


(-9, 9 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Ob Kretschi auf die GEW hört?


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#2
10.03.2014
14:19:03


(+12, 14 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


So, so jetzt setzt man sich also mit evangelikalen Faschisten zusammen. Was die anrichten hat man ja in Russland, Uganda und Nigeria gesehen. Leute ala Lively sind also jetzt Verhandlungspartner.Die SPD schafft sich ab. Kein Rückgrat weit und breit.


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#3
10.03.2014
14:23:07


(-13, 17 Votes)

Von Kompromiss


Na bitte, es war auch die Zeit für einen fairen Kompromiss in diesem sonst absolut sinnlosen Streit. Wie kann man überhaupt glauben, man könne einen Konflikt richtig lösen, indem man nur mit einer Konfliktseite auf faire Weise umgehen will und ihre Überzeugungen respektiert ?


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#4
10.03.2014
14:28:00


(+12, 14 Votes)

Von Nikki
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 03.03.2014


Hass verkauft sich halt gut Springen nun viele mit drauf ....Traurig ...Hier gibt es nichts zu verhandeln man verhandelt nicht über das Leben und Gefühle anderer .....


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#5
10.03.2014
14:44:23


(+10, 14 Votes)

Von Na also


Erfolg auf der ganzen Linie für die Allianz von Faschisten und Kirchen (mit freundlicher Unterstützung von CDU & Co.) - Grünen und SPD sei Dank!

Und dass die GEW-Führung, die eigentlich die gewerkschaftliche Organisation von Bildungsarbeiter*innen im 21. Jahrhundert vertreten müsste, nun auch noch ein Signal der Anbiederung an diese Faschisten sendet, ist absolut unerträglich. Zeigt aber vor allem, dass die Bürokraten an der Spitze der Gewerkschaften die Interessen der Beschäftigten und der Arbeiter*innenklasse insgesamt immer wieder verraten.

Wenn Schwule und Lesben nicht endlich in die Gänge kommen und in organisierter Form ihre eigenen Bildungspläne im öffentlichen Raum umsetzen - auf dass schwules und lesbisches Leben für kein Kind und keinen Jugendlichen im Alltag mehr unsichtbar bleibt, Tag für Tag, Woche für Woche auf zentralen Pätzen und Straßen (was kommt dann? Anti-Homo-Gesetze wie in Russland? Sperren die Faschisten, mit denen da "diskutiert" und "Kompromisse" geschmiedet werden, dann "ihre" Kinder ganz ein?) - brauchen wir uns über die weitere Verstärkung des Rollbacks nicht zu wundern.


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#6
10.03.2014
14:45:49


(+11, 13 Votes)

Von Nikki
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 03.03.2014


Und wenn ich es Richtig verstehen werden nun treffen gemacht mit den Religösen Hassgruppen sogar Homoheiler ..Aber nicht mit uns ? Das ist doch lustig oder ....nun verhandelt man über uns aber nicht mit uns :P ....Die um die es geht haben mal wieder nicht mit zu reden .....Lächerlich alles nur noch Lächerlich

Die Günen nur ein Haufen Weicheier die sich von ein paar Nazis und Fanatiker einschüchtern lassen.


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#7
10.03.2014
15:01:58


(+11, 15 Votes)

Von skandalös
Antwort zu Kommentar #6 von Nikki


"Ebenfalls eingeladen sind Vertreter der "Apis", die wie die Evangelische Allianz nicht müde wird zu betonen, dass Homosexualität "veränderbar" ist."

Laden Grüne und SPD dann bald auch offene Antisemiten zu "Diskussionen" über "Bildungspläne" ein?

Wer sich so verhält, sollte es am besten ganz bleiben lassen. Vor allem ist er für Schwule und Lesben unwählbar!


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#8
10.03.2014
15:08:02


(+8, 12 Votes)

Von Kompromist
Antwort zu Kommentar #3 von Kompromiss


"es war auch die Zeit für einen fairen Kompromiss"

Kompromiss? Der Staat darf keine Kompromisse mit Religionsfaschisten eingehen.

Überzeugungen? Christen haben keine Überzeugungen, sondern Ideologien.

Glaube? Wissenschaft!


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#9
10.03.2014
15:10:42


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Deutsche Skurrilitäten.

Selbst in BW sind ca. 25% der Bürger konfessionslos (Muslime NICHT mit eingerechnet).

Das sind selbst dort mehr als die berüchtigten Pietischte. Die religiös Ungebundenen müssen einfach nur mal in die Puschen kommen.

Den rechten Rand wiederum wird die Betonung kultureller Vielfalt neben der Betonung sexueller Vielfalt auch nicht ruhigstellen.

Es ist im Sinne der Vielfalt, Gutwillige mitzunehmen. Es ist aber auch sinnvoll und absolut nötig, menschenfeindlichen Faschismus als das zu benennen, was er ist.

Und das haben viele Politiker ausgerechnet in Deutschland verlernt.


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#10
10.03.2014
15:47:10


(+9, 9 Votes)

Von splattergay


Zuerst wundert sich Kretschmann und die Landesregierung über die Gegnerschaft zum Bildungsplan. Wenn es aber keine Gegner gäbe und Homosexualität voll akzeptiert wäre, bräuchte man ja auch keinen Bildungsplan.

Und jetzt nach den heftigen Gegenreaktionen macht die Regierung einen Rückzieher, obwohl gerade diese Reaktionen den Bildungsplan erst wirklich nötig macht.

Verstehe einer die Politik.


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