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  • 10. März 2014, noch kein Kommentar

Auch schwule und lesbische Paare erwarten an ihrem schönsten Tag im Leben eine kleine Aufmerksamkeit (Bild: David Goehring / flickr / by 2.0)

Immer mehr Schwule und Lesben sagen dem Singledasein offiziell adieu: Damit gibt es immer mehr Regenbogen-Hochzeitspartys, bei der man auch das passende Geschenk parat haben sollte.

Wer viele Schwule und Lesben im Freundeskreis hatte, musste sich bis vor ein paar Jahren wenig Gedanken um Hochzeitsgeschenke machen, da sich nur Heteros das Ja-Wort geben durften. Das hat sich inzwischen geändert: Seit der Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft im Jahr 2001 haben sich in Deutschland inzwischen rund 40.000 gleichgeschlechtliche Paare das Ja-Wort gegeben.

Hier stellt sich die Frage: Was schenkt man sich bei Verpartnerungen und wie viel gibt man dafür aus? Dazu gibt es viele Untersuchungen aus den USA: Demnach geben bei (heterosexuellen) Ehen Freunde im Durchschnitt umgerechnet 70 Euro für das Geschenk aus, Verwandte spendieren dem Paar etwas mehr als 130 Euro. Die Zahlen sind allerdings nur bedingt auf Deutschland übertragbar, da Hochzeiten in den USA weit ernster genommen werden als hierzulande. Über dem großen Teich gibt ein Paar im Schnitt 20.000 Euro für ihre Hochzeit aus, bei den knickrigen Teutonen sind es schlappe 4.000 bis 7.000 Euro.

Natürlich müssen Schwule und Lesben nicht das Hetero-Brimborium bei Hochzeiten übernehmen. Viele Paare machen hier ohnehin ein kleineres Fest nach dem Standesamt, da mit wenigen Ausnahmen kirchliche Eheschließungen für Homosexuelle nach wie vor verboten sind. Aber natürlich ist es für das Hochzeitspaar schön, zumindest eine kleine Aufmerksamkeit zu erhalten.

Persönliche Geschenke sind die besten

Viele Paare haben hier eine Hochzeitsliste über Produkte, die sie gerne in ihrem neuen gemeinsamen Haushalt haben wollen – hier ist es keine Schande, wenn man einen kleineren Beitrag leistet. Am originellsten sind aber immer persönliche Geschenke, an die sich das Paar eher erinnert als ein Sechserpack Teelöffel. Hier gibt es Seiten wie hochzeitsgeschenke.org, die sich darauf spezialisiert habe. Und merke: Man muss nicht nicht seinen letzten Pfennig ausgeben und ein paar Wochen lang hungern für ein Geschenk. Gerade Studenten oder junge Leute in Ausbildung wird es niemand verdenken, wenn sie vielleicht nur 20 Euro investieren.

Besucher sollten auch daran denken, dass Hochzeiten ein gesellschaftliches Event sind: Auch wenn insbesondere in der schwulen Szene gerne frivol geschenkt wird, sollte man sich bei Hochzeiten ein wenig zurückhalten, da man die konservative Tante Liesbeth aus Bietigheim-Bissingen nicht zu sehr verwirren sollte.

Solange es in Deutschland mit der Lebenspartnerschaft nur eine "Ehe light" für Schwule und Lesben gibt, könnten sogar zwei Mal Hochzeitsgeschenke anfallen, denn manche Paare wollen im Ausland "richtig" heiraten. Da inzwischen alle unsere westlichen Nachbarländer (mit Ausnahme von Luxemburg) die Ehe geöffnet haben, ist es nur ein Katzensprung in ein Land, das Homosexuelle gleichgestellt hat. Und wenn die Homos dem Hetero-Trend folgen, müssten auch bald Scheidungen und Neuverheiratungen an der Tagesordnung sein – Hochzeitsgeschenke werden also so schnell auch für uns nicht aus der Mode kommen. (cw)