Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 11.03.2014           106      Teilen:   |

Interview mit Staatspräsident

Uruguay: Ehe-Verbot für Schwule und Lesben ist "Folter"

Artikelbild
Staatspräsident José Mujica bei seinem Wahlsieg im Jahr 2009 (Bild: Frente a Aratiri / flickr / cc by-sa 2.0)

Der Präsident des südamerikanischen Landes verteidigt seine Reformagenda bei den Themen Abtreibung, Cannabis-Freigabe und Ehe-Öffnung.

In einem Interview hat der uruguayische Staatschef José Mujica erklärt, dass es "Folter" wäre, Schwulen und Lesben das Recht auf Eheschließungen vorzuenthalten. Gegenüber der brasilianischen Zeitung "O Globo" verteidigte der 78-jährige Sozialdemokrat so die Öffnung der Ehe der Ehe in Uruguay im vergangenen Jahr (queer.de berichtete).

"Wir haben ein sehr einfaches Prinzip angewendet: Wir erkennen die Tatsachen an", so Mujica. "Die gleichgeschlechtliche Ehe ist älter als die Welt. Wir hatten ja Julius Cäsar oder Alexander den Großen. Und zu sagen, das sei eine moderne Erfindung – ich bitte Sie! Die gleichgeschlechtliche Ehe ist viel älter als wir. Sie ist eine objektiv existierende Realität. Sie nicht zu erlauben würde für uns bedeuten, ohne Grund Menschen zu foltern".

Uruguay ist Vorreiter in Sachen Homo-Rechte: Bereits 2007 führte der nur 3,5 Millionen Einwohner zählende Agrarstaat als erstes Land Südamerikas eingetragene Partnerschaften ein (queer.de berichtete). Fünf Jahre später stimmten in beiden Parlamentskammern je drei Viertel der Abgeordneten für die Ehe-Öffnung, darunter auch viele Konservative.

Fortsetzung nach Anzeige


Mujica treibt gesellschaftliche Modernisierung voran

Mujica hatte 2010 das Präsidentenamt übernommen. Er hat eine weitgehende Reformagenda angestoßen, um das katholische Land zu modernisieren. Zu den weiteren großen gesellschaftlichen Projekten gehörte die Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs im Jahr 2012; seitdem ist Uruguay neben Kuba und Französisch-Guayana eines von nur drei Ländern in Südamerika mit einer Fristenregelung. Außerdem legalisierte Uruguay als erster Staat der Welt Cannabis, bislang sind nur zwei US-Bundesstaaten diesen Schritt gegangen. Die Frage der Abtreibung und der Drogenfreigabe waren im Land weit umstrittener als die Ehe-Öffnung.

Im Interview erklärte Mujica, dass ein liberales Abtreibungsrecht Frauen schütze. Außerdem sei der Kampf gegen Cannabis "heuchlerisch". Er verwies dabei auf die USA, die größtenteils Cannabis als illegale Droge verfolgten, viele Staaten aber viel Geld damit verdienten, das grüne Gras als Medizin bei Schulterschmerzen oder ähnlichen Wehwehchen zu verkaufen.

Bislang haben 15 Länder die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, darunter neun in Europa. Zudem gibt es die Möglichkeit auf Eheschließung in Teilen der USA und Mexikos. In Deutschland werden im Ausland geschlossene Eheschließungen nur als eingetragene Lebenspartnerschaften angesehen. (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 106 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 450             4     
Service: | pdf | mailen
Tags: uruguay, josé mujica, homo-ehe, ehe-öffnung, cannabis, abtreibung
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Uruguay: Ehe-Verbot für Schwule und Lesben ist "Folter""


 106 User-Kommentare
« zurück  12345...1011  vor »

Die ersten:   
#1
11.03.2014
12:49:42


(+20, 24 Votes)

Von Finn


Toll, dass es auch noch Staaschefs gibt, die entschieden und leidenschaftlich für unsere Gleichstellung kämpfen!

Deutschland steckt ja dank Union und SPD immer noch im Mittelalter fest.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
11.03.2014
12:55:34


(+23, 25 Votes)

Von Joel


Der Mann ist super! Gegen diesen Politiker sind unsere Vorturner/innen Fossile aus der Steinzeit!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
11.03.2014
12:57:27


(+18, 22 Votes)

Von ehemaligem User timpa354


Uruguay weiter als Deutschland! Danke CDU und FDP. Und jetzt ? Ich sag nur Bildungsplan, Stängle und Co und jetzt auch noch verschieben von SPD und Grünen. Kein Rückgrat weit und breit. An unseren Politikern kann man wirklich verzweifeln.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
11.03.2014
13:02:53


(+14, 16 Votes)
 
#5
11.03.2014
13:03:07


(+18, 20 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von Finn


Das liegt auch daran, dass das kleine Uruguay seinen mordenden Spätfaschismus überzeugender bewältigt als das große widerlich selbstgerechte Deutschland seinen massenmordenden Nationalsozialismus.

Der urugayische Präsident war übrigens ein Faschismusopfer und musste sich dafür nie so vor alten Faschisten 'rechtfertigen' wie früher Willy Brandt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
11.03.2014
13:05:41


(-22, 26 Votes)

Von TImm Johannes
Antwort zu Kommentar #3 von timpa354


@timpa354
"Uruguay weiter als Deutschland! Danke CDU und FDP."

--> Sorry die FDP ist überhaupt nicht im Bundestag.

Das wir die Eheöffnung nicht bekommen, liegt doch derzeit wohl eher an SPD und CDU.

Daher danke CDU und SPD.

Und übrigens warum geschieht nichts in den linksregierten Staaten Kuba und Venezuela.

Uruguay, Argentinien und Brasilien sind viel, viel weiter als die kommunistisch regierten Staaten Venezuela und Kuba.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
11.03.2014
13:17:35


(-15, 21 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Finn


Immer auf dem Teppich bleiben, auch wenn die deutsche Situation unbefriedigend ist.

15 Staaten kennen gleichgeschlechtliche Ehen, über 70!!!! verbieten Homosexualität.

Link zu www.independent.co.uk

Das ist Mittelalter.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
11.03.2014
13:21:34
Via Handy


(+11, 15 Votes)

Von Timon


Volle Zustimmung!

Diskriminierung ist psychische Folter, die nicht nur gegen Menschenrechte und gegen das demokratische Gleichheitsprinzip verstößt, sondern die auch die Gesundheitssysteme und Sozialkassen belastet und der gesamten Volkswirtschaft schadet.

Das kann sich kein Staat dauerhaft leisten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
11.03.2014
13:24:10


(-20, 24 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness
Antwort zu Kommentar #1 von Finn


Wandere doch aus, wenn es Dir hier nicht mehr gefällt! Die Worte von Uruguays Präsidenten sind in russischen Ohren besser aufgehoben!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
11.03.2014
13:41:09


(+14, 18 Votes)

Von ehemaligem User Smiley


Schön zu sehen daß es noch Menschen gibt die diese beiden Worte nicht nur verzwergt als Hülsen nutzen, sondern ihnen den Sinn verleihen der ihnen zukommt, sie mit Leben füllen.

Sozial.

Demokrat.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1011  vor »


 Ort: Montevideo


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Hedwig von Beverfoerde tritt aus CDU aus Sachsen: Alle außer AfD begrüßen Sexualkunde-Leitlinien IS soll mutmaßlichen Schwulen in Syrien exekutiert haben Parteitag in Essen: CDU gibt sich homofreundlich
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt