Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?21182

Staatspräsident José Mujica bei seinem Wahlsieg im Jahr 2009 (Bild: Frente a Aratiri / flickr / by-sa 2.0)

Der Präsident des südamerikanischen Landes verteidigt seine Reformagenda bei den Themen Abtreibung, Cannabis-Freigabe und Ehe-Öffnung.

In einem Interview hat der uruguayische Staatschef José Mujica erklärt, dass es "Folter" wäre, Schwulen und Lesben das Recht auf Eheschließungen vorzuenthalten. Gegenüber der brasilianischen Zeitung "O Globo" verteidigte der 78-jährige Sozialdemokrat so die Öffnung der Ehe der Ehe in Uruguay im vergangenen Jahr (queer.de berichtete).

"Wir haben ein sehr einfaches Prinzip angewendet: Wir erkennen die Tatsachen an", so Mujica. "Die gleichgeschlechtliche Ehe ist älter als die Welt. Wir hatten ja Julius Cäsar oder Alexander den Großen. Und zu sagen, das sei eine moderne Erfindung – ich bitte Sie! Die gleichgeschlechtliche Ehe ist viel älter als wir. Sie ist eine objektiv existierende Realität. Sie nicht zu erlauben würde für uns bedeuten, ohne Grund Menschen zu foltern".

Uruguay ist Vorreiter in Sachen Homo-Rechte: Bereits 2007 führte der nur 3,5 Millionen Einwohner zählende Agrarstaat als erstes Land Südamerikas eingetragene Partnerschaften ein (queer.de berichtete). Fünf Jahre später stimmten in beiden Parlamentskammern je drei Viertel der Abgeordneten für die Ehe-Öffnung, darunter auch viele Konservative.

Mujica treibt gesellschaftliche Modernisierung voran

Mujica hatte 2010 das Präsidentenamt übernommen. Er hat eine weitgehende Reformagenda angestoßen, um das katholische Land zu modernisieren. Zu den weiteren großen gesellschaftlichen Projekten gehörte die Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs im Jahr 2012; seitdem ist Uruguay neben Kuba und Französisch-Guayana eines von nur drei Ländern in Südamerika mit einer Fristenregelung. Außerdem legalisierte Uruguay als erster Staat der Welt Cannabis, bislang sind nur zwei US-Bundesstaaten diesen Schritt gegangen. Die Frage der Abtreibung und der Drogenfreigabe waren im Land weit umstrittener als die Ehe-Öffnung.

Im Interview erklärte Mujica, dass ein liberales Abtreibungsrecht Frauen schütze. Außerdem sei der Kampf gegen Cannabis "heuchlerisch". Er verwies dabei auf die USA, die größtenteils Cannabis als illegale Droge verfolgten, viele Staaten aber viel Geld damit verdienten, das grüne Gras als Medizin bei Schulterschmerzen oder ähnlichen Wehwehchen zu verkaufen.

Bislang haben 15 Länder die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, darunter neun in Europa. Zudem gibt es die Möglichkeit auf Eheschließung in Teilen der USA und Mexikos. In Deutschland werden im Ausland geschlossene Eheschließungen nur als eingetragene Lebenspartnerschaften angesehen. (dk)



Uruguay: Präsident unterschreibt neues Ehe-Gesetz

Der uruguayische José Mujica hat das vergangenen Monat vom Parlament beschlossene Gesetz zur Ehe-Öffnung unterzeichnet. Schwule und Lesben können damit ab dem Mitte August heiraten.
#1 FinnAnonym
  • 11.03.2014, 12:49h
  • Toll, dass es auch noch Staaschefs gibt, die entschieden und leidenschaftlich für unsere Gleichstellung kämpfen!

    Deutschland steckt ja dank Union und SPD immer noch im Mittelalter fest.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JoelAnonym
  • 11.03.2014, 12:55h
  • Der Mann ist super! Gegen diesen Politiker sind unsere Vorturner/innen Fossile aus der Steinzeit!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 timpa354Ehemaliges Profil
  • 11.03.2014, 12:57h
  • Uruguay weiter als Deutschland! Danke CDU und FDP. Und jetzt ? Ich sag nur Bildungsplan, Stängle und Co und jetzt auch noch verschieben von SPD und Grünen. Kein Rückgrat weit und breit. An unseren Politikern kann man wirklich verzweifeln.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 goddamn liberalAnonym
  • 11.03.2014, 13:03h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Das liegt auch daran, dass das kleine Uruguay seinen mordenden Spätfaschismus überzeugender bewältigt als das große widerlich selbstgerechte Deutschland seinen massenmordenden Nationalsozialismus.

    Der urugayische Präsident war übrigens ein Faschismusopfer und musste sich dafür nie so vor alten Faschisten 'rechtfertigen' wie früher Willy Brandt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TImm JohannesAnonym
  • 11.03.2014, 13:05h
  • Antwort auf #3 von timpa354
  • @timpa354
    "Uruguay weiter als Deutschland! Danke CDU und FDP."

    --> Sorry die FDP ist überhaupt nicht im Bundestag.

    Das wir die Eheöffnung nicht bekommen, liegt doch derzeit wohl eher an SPD und CDU.

    Daher danke CDU und SPD.

    Und übrigens warum geschieht nichts in den linksregierten Staaten Kuba und Venezuela.

    Uruguay, Argentinien und Brasilien sind viel, viel weiter als die kommunistisch regierten Staaten Venezuela und Kuba.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 seb1983
#8 TimonAnonym
  • 11.03.2014, 13:21h

  • Volle Zustimmung!

    Diskriminierung ist psychische Folter, die nicht nur gegen Menschenrechte und gegen das demokratische Gleichheitsprinzip verstößt, sondern die auch die Gesundheitssysteme und Sozialkassen belastet und der gesamten Volkswirtschaft schadet.

    Das kann sich kein Staat dauerhaft leisten.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
#10 SmileyEhemaliges Profil
  • 11.03.2014, 13:41h
  • Schön zu sehen daß es noch Menschen gibt die diese beiden Worte nicht nur verzwergt als Hülsen nutzen, sondern ihnen den Sinn verleihen der ihnen zukommt, sie mit Leben füllen.

    Sozial.

    Demokrat.
  • Antworten » | Direktlink »