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Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) kritisiert Diskriminierung und Mobbing von HIV-Positiven in der Arbeitswelt (Bild: Grüne NRW)

Das Land Nordrhein-Westfalen wird eine Aufklärungskampagne über HIV-Positive in der Arbeitswelt starten. Dazu haben das Gesundheits- und das Arbeitsministerium am Donnerstag neue Empfehlungen der "Landeskommission Aids" – einem Beratungsgremium der Landesregierung – zum Umgang mit HIV-Positiven veröffentlicht (PDF).

Die Kommission spricht sich für eine Informationsoffensive aus, die Ängste und Vorurteile abbaut, aber auch emotionale Aspekte einbezieht. Neben Unternehmen sollen unter anderem Jobcenter, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, Betriebsräte, Gewerkschaften sowie Krankenversicherungen als Partner gewonnen werden. "Gleichzeitig möchten wir Menschen mit HIV zur aktiven Teilnahme am Berufsleben ermutigen und sie über ihre Rechte aufklären", erklärte Dr. Dieter Mitrenga, Vorsitzender der Landeskommission. "Denn HIV-Infizierte müssen im Arbeitsleben immer noch besondere Hürden überwinden."

Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) erklärte, dass im Berufsalltag heute keinerlei Ansteckungsgefahr bestehe und HIV-Positive jeden Job ausüben könnten. "Aber: Noch immer werden HIV-Infizierte, die offen mit ihrer Krankheit umgehen, in der Berufswelt mit Unwissenheit, Vorurteilen und Ansteckungsängsten konfrontiert. Das führt zu Diskriminierung und nicht selten zu Mobbing", so Steffens. Deshalb sei es ein Ziel der Landesregierung, Unternehmen und Belegschaften dafür zu sensibilisieren, die Teilhabe von Menschen mit HIV in der Arbeitswelt zu verbessern.

Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD) ergänzte, dass Unternehmen "im eigenen Interesse – auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels – einen neuen, offenen Umgang mit chronisch Kranken und dementsprechend auch mit HIV-Infizierten finden" müssten.

In Nordrhein-Westfalen leben etwa 18.000 Menschen mit HIV. Schätzungen zufolge sind etwa zwei Drittel von ihnen erwerbstätig. (pm/dk)