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  • 13.03.2014           44      Teilen:   |

Kulturkampf in Baden-Württemberg

Bildungsplan unter CDU-Dauerbeschuss

Artikelbild
Der schwule Bundestagsabgeordnete Stefan Kaufmann macht auf Druck seines Kreisverbandes eine Rolle rückwärts (Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion)

Selbst der Kreisverband des schwulen CDU-Bundestagsabgeordneten Stefan Kaufmann hat Probleme damit, dass LGBT-Themen fächerübergreifend an Schulen behandelt werden – der Ministerpräsident lehnt die geforderte Verschiebung des Plans jedoch ab.

Die CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg erhöht den Druck auf die grün-rote Landesregierung, den LGBT-freundlichen Bildungsplan doch noch zurückzunehmen. CDU-Bildungsexperte Georg Wacker forderte am Donnerstag, den Entwurf in den Papierkorb zu schmeißen: "Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie sich schleunigst von dem Projekt eines grün-roten Bildungsplans 2015 verabschiedet und stattdessen den neuen Bildungsplan auf eine breite gesellschaftliche Basis setzt".

Sogar der als weltoffen geltende Stuttgarter CDU-Kreisverband hat sich nun in einem einstimmig gefassten Entschluss auf die Seite der Gleichstellungsgegner gestellt, obwohl der offen schwule Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann noch vor knapp zwei Wochen für den Bildungsplan auf die Straße gegangen ist. Er unterlag dabei offenbar seinem Stellvertreter Karl-Christian Hausmann, der auf der Demonstration der Homo-Gegner am Schlossplatz aufgetreten war (queer.de berichtete).

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Stuttgarter CDU: Hetero-Familie statt Schwule und Lesben

In dem Entschluss erklärt der Kreisverband, dass es "überzogen" sei, der "Akzeptanz sexueller Vielfalt" einen hohen Stellenwert an Schulen zu geben. Daher müsse die Landesregierung den Plan "grundsätzlich überarbeiten". "Werteerziehung" sei ohnehin eher Aufgabe der Eltern als der Schule. Außerdem stehe fest, "dass für uns auch weiterhin die Familie das Leitbild für die Erziehung von Kindern ist".

Stefan Kaufmann schwenkte inzwischen auf die Parteilinie ein: In einem CDU-Mitgliedermagazin erklärte er, dass die Landesregierung mit ihrem Bildungsplan "grandios gescheitert" sei. Er warf Grün-Rot vor, Eltern zu verunsichern und forderte, dass auch andere diskriminierte Minderheiten wie geistig Behinderte ausdrücklich in den Bildungsplan aufgenommen werden müssten. Dabei hatte Kaufmann noch im Januar eine gemeinsame Erklärung mit anderen Stuttgarter Bundestagsabgeordneten unterzeichnet, in der die homophobe Debatte um den Bildungsplan kritisiert wurde (queer.de berichtete).

Landesregierung beklagt Intoleranz der Homo-Gegner

Kultusminister Andreas Stoch (SPD) zeigt sich über den erbitterten Widerstand der Homo-Gegner geschockt
Kultusminister Andreas Stoch (SPD) zeigt sich über den erbitterten Widerstand der Homo-Gegner geschockt (Bild: Wiki Commons / Sven Teschke / CC-BY-SA-2.0)

Die Landesregierung zeigt sich unterdessen geschockt über den Grad an Widerstand, den die Debatte um das Thema Homosexualität an Schulen hervorgebracht hat: "Da sind offensichtlich Kräfte am Werk, die gezielt eine gesellschaftliche Kontroverse herbeiführen wollen", sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Donnerstag den "Stuttgarter Nachrichten". Es gebe offenbar eine einflussreiche kleine Gruppe, die offen intolerant sei und es schaffe, Ängste zu wecken. Ihm selbst sei schon die Steinigung angedroht worden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte sich demonstrativ hinter Stoch und erklärte, es gebe "keine Differenzen" zwischen ihm und dem Kultusminister. Er werde an den Zielen des Bildungsplanes festhalten. Man könne aber Formulierungen ändern, damit keine Missverständnisse entstünden. "Deswegen werden wir aber mit Sicherheit keine Bildungspläne verschieben", so Kretschmann. Zuvor hatte Grünen-Bildungsexpertin Sandra Boser in einem dpa-Interview noch angedeutet, den Bildungsplan unter Umständen um ein Jahr zu verschieben, wie es die Bildungsgewerkschaft GEW ins Gespräch gebracht hatte (queer.de berichtete). Kretschmann wird sich Ende März noch mit Vertretern aus evangelischer und evangelikaler Seite treffen.

"Schlossplatz-Mob" kämpft nun auch gegen Karlsruhe

Die Grüne Jugend hatte in dem Streit gefordert, nicht vor dem "homophoben Schlossplatz-Mob" einzuknicken. Darüber ärgterten sch Homo-Gegner: CDU-Fraktionschef Peter Hauk sagte, die Grüne Jugend verlasse den "demokratischen Grundkonsens", wenn sie "Bürgerinnen und Bürger, die für ihre Überzeugung und aus Sorge um ihre Kinder auf die Straßen gehen und somit ihre demokratischen Rechte wahrnehmen", so bezeichne. "Diese Äußerungen sind unerträglich. Die Landesregierung darf sich diese verbale Entgleisung nicht zu eigen machen", so Hauk.

Die Ausrichter der homophoben Demonstrationen in Stuttgart haben derweil seine Unterstützer aufgerufen, Unterschriftenlisten an das Bundesverfassungsgericht zu senden. Karlsruhe müsse der "Homo-Lobby" Paroli bieten und ein Adoptionsrecht ablehnen. (dk)

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Tags: stefan kaufmann, bildungsplan, winfried kretschmann
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Reaktionen zu "Bildungsplan unter CDU-Dauerbeschuss"


 44 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
13.03.2014
16:10:42


(-14, 14 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Umfaller gibt es überall, nicht nur in der CDU.


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#2
13.03.2014
16:24:40


(+14, 16 Votes)

Von MK1990
Aus Essen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 12.08.2013


"dass auch andere diskriminierte Minderheiten wie geistig Behinderte ausdrücklich in den Bildungsplan aufgenommen werden müssten."

Gegen so etwas ähnliches hätte ich nicht mal was.

" Er warf Grün-Rot vor, Eltern zu verunsichern"

Nur weil gewisse Eltern, zu dumm zum lesen, zu ignorant sind oder es einfach nicht gverstehen wollen, ist das nicht die Schuld des Bildungsplans.

"CDU-Fraktionschef Peter Hauk sagte, die Grüne Jugend verlasse den "demokratischen Grundkonsens", wenn sie "Bürgerinnen und Bürger, die für ihre Überzeugung und aus Sorge um ihre Kinder auf die Straßen gehen und somit ihre demokratischen Rechte wahrnehmen", so bezeichne. "Diese Äußerungen sind unerträglich. Die Landesregierung darf sich diese verbale Entgleisung nicht zu eigen machen", so Hauk."

Darf ich mal lachen? Ihr seid doch diejenigen, die nicht heterosexxuelle Menschen als untermenschen bezeichnet und auch so behandeln wollt. Ganz ehrlich, es ist mir auch vollkommen egal ob ihr euch beleidigt fühlt. Ihr habt keinen Respekt verdient.


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#3
13.03.2014
16:32:46


(-17, 19 Votes)

Von Kompromiss


Die Verschiebung wäre kein "Kompromiss", sondern nur Flucht vor der Verantwortung. Ein vorstellbarer Kompromiss in diesem Konflikt ist nur: den Eltern zu erlauben, am Lehrprozess ihrer Kinder teilzunehmen, den Schülern den geplanten Unterricht frei wählen zu dürfen, und somit christliche Werte von allen zu respektieren. Fair und einfach.


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#4
13.03.2014
16:46:00


(+11, 15 Votes)

Von Cat12
Aus Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 27.03.2010
Antwort zu Kommentar #3 von Kompromiss


Verstehe ich nicht. Was sollen. SchülerInnen denn frei wählen können? Lieber Religion statt Biologie? Was ist mit christlichen Werten gemeint?


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#5
13.03.2014
16:52:56


(+10, 14 Votes)

Von Cat12
Aus Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 27.03.2010
Antwort zu Kommentar #3 von Kompromiss


Und ab welchem Alter gilt die "freie" Wahl? Wenn Eltern wollen, dass ihre 13jährigen "Kinder" am Sexualkunde Unterricht nicht teilnehmen, werden sie diesen schon klarmachen, dass sie den "freiwillig" abzuwählen haben!


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#6
13.03.2014
16:57:05


(+9, 11 Votes)

Von MK1990
Aus Essen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 12.08.2013
Antwort zu Kommentar #3 von Kompromiss


Genau und am besten lassen wir die Eltern und Schüler auch noch wählen, ob sie überhaubt in die Schule gehen wollen.

"Christliche Werte"...was sind das überhaubt. Oder meinen Sie menschliche Werte, wo Christen einfach nur ihren Stempel drauf gedrückt haben und als ihre Erfindung ausgeben.


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#7
13.03.2014
17:08:57


(+16, 20 Votes)

Von Grusswort CDU


"CDU-Fraktionschef Peter Hauk sagte, die Grüne Jugend verlasse den "demokratischen Grundkonsens", wenn sie "Bürgerinnen und Bürger, die für ihre Überzeugung und aus Sorge um ihre Kinder auf die Straßen gehen und somit ihre demokratischen Rechte wahrnehmen", so bezeichne."

Und hier nochmal eine wörtliche Kostprobe der Zusammenrottung auf dem Stuttgarter Schlossplatz ("breite gesellschaftliche Basis"??), die landes- und stadtbekannte Neonazis hofierte und an die CDU-Hauk sein Grußwort richtete:

"Sie wollen ihre Krankheit als sexuelle Orientierung gesellschaftsfähig machen.

Diese Bemühungen hat es schon oft gegeben. Doch wir waren noch nie so nah am moralischen Abgrund.

Eltern, hier geht es um Leben und Tod!"

Link zu www.queer.de


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#8
13.03.2014
17:11:47
Via Handy


(+4, 16 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Stefan Kaufmann, mal unter uns, so von schwulem Mann zu schwulem Mann:

Such mal deinen inneren Jungen in dir. Geh mit ihm auf den nächsten Schulhof gerade dann wann Pause ist. Der Junge in dir soll sich dann vor versammelter Clique outen.

Schaffst du es dem Jungen, der du ja selbst bist, NICHT beizustehen, im Stich zu lassen, wenn er schwule Sau geschimpft wird oder ihm Gewalt angedroht oder angetan wird? Nein?

Dann musst du dem Bildungsplan zustimmen oder du verrätst dich selber! So einfach ist das!


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#9
13.03.2014
17:17:51


(+12, 18 Votes)

Von gewalttätern
Antwort zu Kommentar #7 von Grusswort CDU


"sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Donnerstag den "Stuttgarter Nachrichten". Es gebe offenbar eine einflussreiche kleine Gruppe, die offen intolerant sei und es schaffe, Ängste zu wecken. Ihm selbst sei schon die Steinigung angedroht worden."

ist die cdu erst zufrieden, wenn ihre allianz mit faschisten wie in frankreich verletzte und tote fordert?

wieder einmal kann jeder beispielhaft verfolgen, wie faschisten und ihre menschenverachtung stark gemacht werden!

die cdu betätigt sich mal wieder als steigbügelhalter der nazis!

Link zu www.queer.de

Link:
de.euronews.com/2013/04/18/homosexuelle-in-frankre
ich-zusammengeschlagen/


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#10
13.03.2014
17:18:51


(+11, 19 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Stefan Kaufmann wie viele schwule Politiker...

zuerst die Macht, das Geld und dann die Rechte seinesgleichen und besonders der schwul-lesbischen Kinder und Jugendlichen.

Diesen Eindruck hatte ich bisher in den Talkshows in denen Kaufmann mit wachsweicher Pro-Stellungnahme aufgetreten ist. Merkel wird es gefallen (haben).


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