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Steve Mbikayi hält Homosexualität für unafrikanisch und will Schwule und Lesben deshalb von der Polizei verfolgen lassen

Gibt nach Uganda und Nigeria auch der Kongo Homo-Hassern nach? Das Parlament des ehemaligen Zaire beschäftigt sich mit einem Gesetzentwurf, der Homo- und Transsexuellen mit Geld- oder Haftstrafen droht.

Im Parlament der Demokratischen Republik Kongo wird über einen bereits im Dezember vom Abgeordneten Steve Mbikayi eingebrachten Gesetzentwurf zum Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex debattiert. Künftig solle darauf bis zu fünf Jahre Haft stehen, berichtet "Think Africa Press". Jedem Transgender soll zudem eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren drohen. Außerdem sieht der Gesetzentwurf vor, dass die kongolesische Regierung künftig drei Viertel der Kosten von Behandlungen übernehmen soll, deren Ziel es ist, Homosexualität zu "heilen".

Initiator Mbikayi erklärte, Homosexualität sei ein Importprodukt des Westens und passe nicht zu Afrika: "Bereits jetzt ist es skandalös, wenn man einen Mann mit einem Mann oder eine Frau mit einer Frau sieht. Also habe ich meiner Basis versprochen, dass ich mich um dieses Thema kümmern werde und die Bestrafung von Homosexuellen anstrebe". In Reden verglich Mbikayi Homosexualität mit Kindesmissbrauch und Tier-Sex. Er reist derzeit durch das Land, um für seinen Gesetzentwurf zu werben.

Derzeit ist Homosexualität im 70 Millionen Einwohner zählenden Kongo nicht verboten, allerdings gibt es einen Gummiparagrafen, der Verstöße gegen die öffentliche Moral ahndet, der insbesondere gegen Schwule angewandt wird.

Vor seiner Unabhängigkeit war das Land bis 1960 eine belgische Kolonie. Bislang gab es nie ein Gesetz gegen Homosexualität im Kongo, da Belgien das Homo-Verbot bereits 1794 abgeschafft hatte. Bereits 2010 gab es im Parlament in Kinshasa eine Debatte im Kongo über das Verbot von Homosexualität im kongolesischen Parlament. Es wurde aber nie über das Gesetz abgestimmt.

In der Öffentlichkeit würde ein entsprechendes Verbot wohl begrüßt werden: Laut einer Pew-Umfrage aus dem Jahr 2010 halten nur vier Prozent der Kongolesen Homosexualität für moralisch akzeptabel, 83 Prozent finden es moralisch inakzeptabel. Die Werte unterscheiden sich kaum von Ländern wie Uganda oder Nigeria, die in den letzten Wochen die Gesetze gegen Schwule und Lesben verschärft hatten.

Bislang lassen 37 der 54 Staaten in Afrika Homosexuelle gesetzlich verfolgen. (dk)



#1 userer
#2 TimonAnonym
  • 14.03.2014, 13:23h

  • Versinkt jetzt der ganze afrikanische Kontinent in Faschismus?

    Und wie lange wollen zivilisiertere Staaten da noch zusehen, ehe es endlich Sanktionen gibt?!

    Oder wollen wieder mal alle, wenn der Flächenbrand nicht mehr zu stoppen ist, einen auf verwundert spielen und so tun als sei das nicht absehbar gewesen. Dabei ermöglicht die Untätigkeit das erst.
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#3 timpa354Ehemaliges Profil
  • 14.03.2014, 13:42h
  • Antwort auf #1 von userer
  • Nein, die Katholiken doch nicht, die sind doch sowas von unschuldig. Wie kommst du nur darauf, nie und nimmer stecken die Katholiken dahinter,hast doch gehört, was der afrikanische Bischof in Münster gesagt hat, die sind nie schuld, alles reine Engel. Ich hoffe das endlich die Wahrheit ans Licht kommt.
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#4 SmileyEhemaliges Profil
  • 14.03.2014, 14:17h
  • Die Geschichte des Kongo-Freistaats als Privatbesitz des belgischen Königs Léopold II, neben anderen von Joseph Conrad in 'Heart of Darkness' literarisch verarbeitet, ist nicht geeignet irgendwelche Europäer oder Amerikaner als "zivilisiert" zu erkennen.

    Wenn man weiß daß die Landnahme Léopolds im Kongo ausdrücklich unter der Flagge rein philantropischen, humanitären Engagements zum Schutz und zur Verbesserung der Lage der "Eingeborenen" stattfand .. nein, "zivilisiert" wollen die da unten gewiß nicht sein, das kennen die schon.

    Ich hänge mal zwei Bilder aus Wikipedia 'rein, die Frauen und Kinder zeigen denen von belgischen Offiziellen die Hände abgehackt wurden weil ihre Männer und Väter die geforderte Zwangsabgabe von Rohgummi nicht leisten konnten.

    en.wikipedia.org/wiki/File:MutilatedChildrenFromCongo.jpg

    en.wikipedia.org/wiki/File:Nsala_of_Wala_in_Congo_looks_at_t
    he_severed_hand_and_foot_of_his_five-year_old_daughter,_1904
    .jpg


    Und diese Bilder dokumentieren noch die milderen Heldentaten der Belgier. Es existieren keine verläßlichen Daten, weil welchen weißen Herren kümmert schon wieviele zweibeinige schwarze Viecher krepieren, für köstliches Gummi. Schätzungen gehen von zwischen fünf und zehn Millionen Menschen aus, die das belgische Regime im Kongo mordete.

    Es können leicht noch viel mehr gewesen sein.

    Ja, natürlich, Entwicklungshilfe streichen, Sanktionen, wir müssen halt nur "zivilisiertere" Staaten finden die bereit sind den Kongo dem Einfluß anderer Mächte zu überlassen, China oder Rußland. Den Kongo mit seinen wunderbaren Bodenschätzen, Kupfer, Coltan, Diamanten, weltgrößter Produzent von Kobalt (40%).

    Ich glaube daß Aufklärung und Werbung um Toleranz, ganz fundamental: Bildung, viel mehr bringt. Und so leid es mir tut, ich halte das für erstens erfolgversprechender und zweitens schneller als bis irgendeine Regierung in der oh-wie-zivilisierten Welt mal aus dem Kreuz kommt.
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#5 seb1983
  • 14.03.2014, 14:20h
  • Antwort auf #2 von Timon
  • Das verstößt massiv gegen die Menschenrechte, aber bitte nicht schon wieder die Faschismus Keule...

    Von Hitler, Stalin, Mao, Nordkorea, Iran, auch vielen westlichen Ländern inbesondere bis in die 1960er Jahre haben von rechts bis links, demokratisch oder fundamentalistisch, christlich, islamisch oder atheistisch allerlei politische und religiöse Richtungen Schwule verfolgt.

    Tja und wie lange wollen wir da zusehen....
    Wie sehr würden Sanktionen die einfache Bevölkerung treffen? Die Machthaber leben ohnehin weiter im Luxus.
    Wie sehr darf man sich in "nekolonisalistischer" Manier einmischen?
    Und nicht zuletzt: Wie wirkungsvoll sind solche Maßnahmen wenn Länder wie Indien oder insbesondere China in Afrika MASSIV investieren ohne solche Befindlichkeiten?
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.03.2014, 14:54h
  • Homosexualität ist in beiden Kongostaaten (noch) legal; in Ghana, Kenia, Lesotho, Nigeria, Sambia, Simbabwe und Swasiland nur unter Frauen legal. Sollte sich die DR Kongo für dieses Schandgesetz entscheiden, dann muß auch die Entwicklungshilfe gestoppt werden!
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#7 SilverclawEhemaliges Profil
  • 14.03.2014, 15:00h
  • Diese verdammten Irren sollten lieber mal darüber debattieren wie sie ihr Volk vernünftig ernähren können, Infrastuktur, Bildung etc.
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#8 sperlingAnonym
#9 seb1983
  • 14.03.2014, 15:33h
  • Antwort auf #7 von Silverclaw
  • In diesen Ländern gibt es keinerlei pragmatische politische Kultur wie bei uns und auch keine solche Zivilgesellschaft.

    Präsidenten, Verwaltung und Beamte machen sich selbst, Angehörigen und ihrem Stamm die Taschen voll und setzen völligst inkompetente Hohlpratzen auf Ministersessel.
    Dagegen ist das hiesige Pöstchen zuschustern Kindergarten und selbst Griechenland erscheint straff durchorganisiert.
    Selbst die teils eindeutige Klientelpolitik der FDP erscheint dagegen lachhaft.

    Natürlich hat man auch viel gelernt vom Westen: Wahlfälschung, Nationalismus, Personenkult, Korruption, Homohass, evangelikale und islamistische Ideologien, da gehen die Ohren ganz weit auf.

    Der Westen (und verstärkt der ferne Osten) haben an einer Änderung der Situation natürlich kein Interesse, aber warum wird es ihnen so leicht gemacht??
    Alle afrikanischen Länder haben seit Jahrzehnten Hochschulen und Universitäten, nehmen an Austauschen teil, haben Städtepartnerschaften.

    Was zur Hölle wächst da für eine Bildungselite in diesen Ländern heran die einfach immer so weiter macht??
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