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  • 16.03.2014           1      Teilen:   |

Coming out und erste Liebe

Von zuckersüß bis eisenhart: neue schwule Kurzfilme

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Einer der härteren Beiträge: Der australische Kurzfilm "The Wilding" erzählt von einer schwulen Liebe im Jugendknast (Bild: Edition Salzgeber)

Die Edition Salzgeber hat mit "Frisch verliebt" eine Sammlung von sieben sehenswerten Kurzfilmen auf DVD herausgebracht.

Von Bernd Rosenbaum

Von zuckersüß bis eisenhart reicht die thematische Bandbreite bei der neuen Sammlung von sieben Kurzfilmen aus aller Welt, die Salzgeber jetzt mit "Frisch verliebt" vorlegt. Meist geht es dabei um junge Charaktere, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, aber dann doch irgendwie zusammen finden.

Eine Ausnahme bildet gleich der erste Streifen in der Zusammenstellung, der mit der Überschrift "Frisch verliebt" so gar nichts zu tun hat, mit knapp vier Minuten allerdings auch nicht allzu lange aufhält und auf dem DVD-Cover ohnehin nur als Bonusfilm gehandelt wird: In "52" (Kanada 2010, OmdU) von Josh Levy dreht sich alles ums Älterwerden. Dramatische Musik, ein Mann im Pyjama (Anup Mohar) läuft gehetzt durch den Wald. Als er auf einen jüngeren Mann (Mike Takacs) trifft und dieser ihn küsst, fällt dem Älteren sein Gebiss aus dem Mund… – Puh, war nur ein Alptraum! Allerdings einer, aus dem es nicht so schnell ein Entrinnen gibt. Wo endet der Traum und wo beginnt die bittere Realität?

Im einzig durchgängig deutschsprachigen Beitrag "Alle werden" (2011, 19 Minuten), der allerdings aus der benachbarten Schweiz stammt, passt der DVD-Titel indes wie die Faust aufs Auge: Auf einer Party lernt Samuel (Rosario Bona) den Arbeitskollegen seines WG-Mitbewohners Andreas (Oliver Goetschel) kennen. Philippe (Marco Zbinden) ist ein ziemlicher Draufgänger, der nichts anbrennen lässt und Samuel in kürzester Zeit den Kopf verdreht. Doch kaum sind sich die beiden näher gekommen, da droht auch schon wieder der Abschied. Kommt Samuel damit klar? Bei "Alle werden" handelt es sich um eine Abschlussarbeit von Piet Baumgartner für die Zürcher Hochschule der Künste.

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Die Kurzfilmsammlung "Frisch verliebt" ist Ende Februar 2014 in der Edition Salzgeber erschienen
Die Kurzfilmsammlung "Frisch verliebt" ist Ende Februar 2014 in der Edition Salzgeber erschienen

Bereits bei den 62. Berliner Filmfestspielen auf sich aufmerksam gemacht hat "The Wilding" (Australien 2012, 16 Minuten, OmdU) von Grant Scicluna, ins Deutsche etwas altbacken übersetzt mit "Der Hitzkopf": Malcolm (Reef Ireland) und Tye (Shannon Glowacki) sitzen im Jugendknast. Ihre Zuneigung zueinander überbrückt die brutale Realität und die ständige Bedrohung, der sie durch die anderen Mithäftlinge ausgesetzt sind. Solange Malcolm in der Nähe ist, trauen sich die anderen nicht an den schwächeren Tye heran. Doch dann bekommt Malcolm Ausgang und kann im entscheidenden Moment nicht helfen…

Um das wilde Teenager-Partyleben geht es in "Zuckertrip" ("Suikertrip", Niederlande 2010, 14 Minuten, OmdU): Eigentlich sind Remy (Bart van de Woestijne) und Yara (Sofie Porro) ein Paar. Doch als bei einer Feier in Remys Zuhause plötzlich der blonde Nicolai (Kevin Brouwer) vor der Tür steht, um ein geliehenes Buch zurück zu geben, lädt Remy ihn kurzerhand ein, mitzufeiern. Dass Nicolai auf Jungs steht, wissen die anderen Jungs aus Remys Clique und ziehen ihn damit auf. Doch Remy beteiligt sich nicht an den Hänseleien. Es fühlt sich Nicolai näher als er zunächst wahr haben will…

Mit 23 Minuten der längste Kurzfilm in der Sammlung ist "Prora" (Schweiz 2012, teilweise französisch mit deutschen Untertiteln) von Regisseur Stephane Riethauser. Der Titel gebende Monumentalbau aus der Zeit des Naziregimes ist zugleich auch der heimliche Hauptdarsteller des Streifens: Im Rahmen einer deutsch-französischen Schulfreizeit lernen sich auf Rügen der Deutsche Jan (Tom Gramenz) und der Franzose Matthieu (Swen Gippa) kennen. Jan fühlt sich schnell zu dem sympathischen Freigeist hingezogen. Bei einem Streifzug durch die verfallenden Ruinen des viereinhalb Kilometer langen einstigen "Kraft-durch-Freude"-Gebäudekomplexes vergessen beide für einen Moment die abenteuerliche Umgebung und geben sich ihrer Leidenschaft hin. Doch was wird dadurch aus der sich gerade entwickelnden ungezwungenen Freundschaft?

Um klassische Pubertäts-Probleme geht es in "Yeah, Kowalski!" (USA 2013, 10 Minuten, OmdU) von Evan Roberts. Im Sexualkunde-Unterricht will Gabe (Cameron Wofford) wissen, ab wann man endlich Achselhaare bekommt. Da die Härchen bei ihm noch nicht sprießen wollen – ganz im Gegensatz zu seinem blonden Schwarm Shane (Conor Donnelly) -, greift er zu einem ungewöhnlichen Mittel, um endlich kein kleiner Junge mehr zu sein: Er klebt sich ein paar Haupthaarbüschel unter die Arme. Das muss natürlich bei der nächsten Poolparty in einer Katastrophe enden. Was wird Shane nun von ihm halten?

Im Schatten seines Vaters Lukkie Luk (Mark Van Eeghem) steht Jasper in "Küss mich… sanft" ("Kus me zachtjes", Belgien 2012, 16 Minuten, OmdU). Während Papa mit selbstgeschriebenen Schnulzen als Schlagersänger durch die Seniorenheime tingelt und sich alles nur um ihn zu drehen scheint, zerbricht sich Jasper (Ezra Fieremans) den Kopf, wie er seinem Dad klar machen kann, dass er und Mathias (Tim Bogaerts) ein Paar sind. Bis ihm schließlich spontan eine Idee kommt… – Regisseur Anthony Schatteman gewann im vergangenen Jahr für seine liebenswerte kleine Toleranz-Studie bei der Regenburger Kurzfilmwoche den Preis der Stadt.

Youtube | Trailer zur Kurzfilm-Sammlung "Frisch verliebt"
  Infos zur DVD
Frisch verliebt – Jungs, die sich trauen: Neues aus der Gay-Kurzfilmnacht! Kurzfilme. CH, US, CA, BE, AU, NL 2010-2012. Regie: Piet Baumgartner, Grant Scicluna, Sia Hermanides, Stéphane Riethauser, Evan Roberts, Anthony Schatteman, Josh Levy. Laufzeit: 90 Minunten. Sprachen: deutsche, englische, niederländische bzw. französische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Edition Salzgeber
Links zum Thema:
» Mehr Infos zur DVD und Bestellmöglichkeit bei Amazon
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Frisch verliebt

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Tags: kurzfilme, edition salzgeber, gay cinema, frisch verliebt, erste liebe, coming-out
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Reaktionen zu "Von zuckersüß bis eisenhart: neue schwule Kurzfilme"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
17.03.2014
07:22:30
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von LedErich
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Ich habe die Filme vor ein paar Wochen in München im Kino gesehen. Eine sehr spannende, abwechslungsreiche, sehenswerte Zusammenstellung!! Was ich ohne "Edition Salzgeber" schon alles für tolle Filme nicht gesehen hätte...
Danke


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