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Streit um Bildungsplan

CDU will Homophobie tolerieren


Der Kampf gegen Homo- und Transphobie ist für die CDU Baden-Württemberg kein Unterrichtsziel

Bei ihrem Landesparteitag am Samstag in Donaueschingen machten die Delegierten der CDU Baden-Württemberg erneut Front gegen den Bildungsplan der grün-roten Landesregierung.

Homophobie in der Schule ist für die CDU in Baden-Württemberg offenbar kein Problem, eine Erziehung zur Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen nicht notwendig. Es sei nicht Aufgabe des Unterrichts, gesellschaftspolitische Einstellungen zu vermitteln, heißt es in einem Beschluss des CDU-Landesparteitags, der am Samstag in Donaueschingen stattfand. Aus diesem Grund sei eine "Überprüfung von Einstellungen und Haltungen […] im Bildungsplan nicht vorzunehmen".

In dem Beschluss, den der Evangelische Arbeitskreis (EAK) der CDU Rems-Murr mit initiiert hatte, fährt die CDU Baden-Württemberg schwere Geschütze auf. So verstoße die grün-rote Landesregierung mit dem Entwurf ihres Bildungsplans sowohl gegen das Grundgesetz als auch gegen die Landesverfassung. Eine Aufklärung über sexuelle Vielfalt widerspreche dem grundgesetzlich garantierten "Schutz von Ehe und Familie" sowie den Artikel 1 Abs. 1 ("Entfaltung in Freiheit") und 16 Abs. 1 ("Erziehung auf Grundlage der christlich-abendländischen Kultur") der baden-württembergischen Landesverfassung.

Nichtdiskriminierung als Nebenthema


Oppositionsführer Peter Hauk, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, kritisierte den Bildungsplan als ein Beispiel der "Bevormundungspolitik"der grün-roten Landesregierung (Bild: Sven Teschke / Wiki Commons / CC-by-sa-3.0 de)

Immerhin soll nach dem Willen der Union "altersgerecht und in den geeigneten Fächern" das Thema Nichtdiskriminierung aufgenommen und dabei "alle Formen einer möglichen Diskriminierung gleich behandelt" werden. Allerdings müsse bei der inhaltlichen Ausgestaltung das "Recht der Eltern beachtet werden, die Erziehung und Bildung ihrer Kinder mitzubestimmen", so die Delegierten.

Der parteiinterne Landesfachausschuss Kultus, Jugend und Sport wurde beauftragt, sich zeitnah damit zu befassen, ob auf eine "spiral-curriculare" (d.h. immer wiederkehrende, dem Alter des Kindes entsprechende) Beschäftigung mit sexueller Vielfalt vor der 7. Klasse "aus entwicklungspsychologischen Gründen" verzichtet werden soll und ob der Unterricht hier von Fachlehrern, statt von außerschulischen Experten durchgeführt werden soll.

Peter Hauk, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, kritisierte in seiner Rede auf dem Landesparteitag die "einseitige Betonung" der sexuellen Vielfalt im Bildungsplan als ein Beispiel der "Bevormundungspolitik"der grün-roten Landesregierung.

Die Union reitet auf der homophoben Welle

Das Dauerfeuer der Union gegen eine gleichberechtigte Darstellung von Lesben, Schwulen und Transgendern im Unterricht und eine Erziehung zur Akzeptanz nimmt damit kein Ende. Erst vor zwei Wochen hatte die CDU-Landtagsfraktion gefordert, den Bildungsplan in den Papierkorb zu werfen (queer.de berichtete).

Sogar der als weltoffen geltende Stuttgarter CDU-Kreisverband hatte sich in einem einstimmig gefassten Beschluss auf die Seite der Aufklärungsgegner gestellt, obwohl der offen schwule Kreisvorsitzende Stefan Kaufmann noch im Februar für den Bildungsplan auf die Straße gegangen war. Er unterlag offenbar seinem Stellvertreter Karl-Christian Hausmann, der sich an einer Demonstration der Homo-Gegner beteiligt hatte (queer.de berichtete).



#1 Jürgen WenkeAnonym
  • 24.03.2014, 09:08h
  • Schön, wie sich die CDU als rückständig entlarvt - zumindest für die Grün-Rote Landesregierung.
    Der Ministerpräsident kann seiner Wiederwahl wahrscheinlich in Ruhe entgegensehen, denn zurück in die 50er will wohl die Mehrheit nicht, nicht mal im eher beschauliche Ländle.

    Aber die von den Filbingers erzogene Generation hat ja auch Nachkommen - und die zeigen sich jetzt, wo Akzeptanz und Toleranz gefordert sind, mit ihrer hässlichen Seite. Schade, aber überwindbar.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.03.2014, 09:45h
  • Die CDU reitet auf der homophoben Welle - dann sollte sie aufpassen, daß sie von dieser eines Tages nicht unter Wasser gedrückt wird!
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#4 timpa354Ehemaliges Profil
#5 lionAnonym
  • 24.03.2014, 09:57h
  • "Es sei nicht Aufgabe des Unterrichts, gesellschaftspolitische Einstellungen zu vermitteln, heißt es in einem Beschluss des CDU-Landesparteitags...."

    Wenn ich das schon lese, frag ich mich dann, für was ist dann unsere Bildungssystem zuständig. Nach dieser Aussage gehört auch der Religionsunterricht aus den Schulen verbannt, denn hier wird ja auch eine christl. Einstellung vermittelt, oder sehe ich da etwas falsch.
    Wenn schon Wertefrei dann konsequent komplett - was ich natürlich nicht für richtig finde.

    Warum werden in einem Fach Ethik, nicht gerade diese Werte und Einstellungen vermittelt - es ist doch ein Lernprozess, welche gesellschaftspolitische Einstellung man irgendwann mal einnimmt bzw. wie wie man die Gesellschaft reflektiert.

    Wo soll es die zukünftige Generation sonst vermittelt bekommen, wenn nicht im Unterricht.
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#6 FelixAnonym
  • 24.03.2014, 09:59h
  • Tja, die Rechtspopulisten von der CDU haben immer schon jede fundamentalistische Grundstimmung für ihren Vorteil ausgenutzt.

    Egal, ob es gegen Migranten, Schwule und Lesben, oder wen auch immer geht....
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#7 FinnAnonym
  • 24.03.2014, 10:06h
  • Die CDU fischt immer gerne am rechten Rand.

    Um noch ein paar Stimmen mehr zu bekommen, geht dieses braune Unions-Gesindel über Leichen.

    Dafür hetzen die auch munter gegen Minderheitenm stacheln Bürger auf und schauen sogar weg, wenn die Stimmung in Gewalt umschlägt.
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#8 Tobi CologneAnonym
#9 RaffaelAnonym
  • 24.03.2014, 10:08h
  • Soviel zur Theorie, die CDU würde sich ändern.

    Die CDU bewegt sich keinen Millimeter...
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#10 Simon HAnonym
  • 24.03.2014, 10:09h
  • Um ihre Ideologie des Hasses durchzusetzen, instrumentalisiert die CDU sogar Kinder und verhindert, dass diese Bildung erhalten.

    Denen ist sogar egal, dass der Selbstmordanteil bei schwul-lesbischen Jugendlichen 5 mal höher ist als bei Heteros.
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