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Sexualität ostdeutscher Jugendlicher

Studie: Mädchen haben mehr lesbische Erfahrungen


Jedes vierte Mädchen hat homosexuelle Pettingerfahrung, so die Studie der Hochschule Merseburg (Bild: Marco Gomes / flickr / by 2.0)

Die Toleranz bei ostdeutschen Jugendlichen nimmt zu: 62 Prozent der Jungen können sich eine Freundschaft zu einem Schwulen vorstellen – im Jahr 1990 waren es nur 29 Prozent.

Dies ist eines der Ergebnisse einer umfassenden Studie zur Sexualität ostdeutscher Jugendlicher, die von der Hochschule Merseburg und dem dortigen Studiengang Angewandte Sexualwissenschaft durchgeführt wurde. Befragt wurden Jugendliche in städtischen und ländlichen Regionen Sachsens und Sachsen-Anhalts.

"Das Reflexions-und Toleranzniveau gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe hat sich in den letzten 20 Jahren gravierend positiv verändert", schreibt das Autorenteam um Prof. Dr. Konrad Weller in der Zusammenfassung. Bei den Mädchen könnten sich nun sogar 91 Prozent eine Freundschaft mit Homosexuellen vorstellen – 1990 waren es lediglich 56 Prozent.

Charakterisierten sich 1990 noch 73 Prozent aller jungen Frauen als ausschließlich heterosexuell, so sind es nach der neuen Studie nurmehr 58 Prozent. Der Anteil der ausschließlich auf das andere Geschlecht orientierten Jungen liegt dagegen konstant bei 85 Prozent.

"Dieser Wandel im Fühlen wird auch stärker in die Tat umgesetzt", heißt es in der Studie: Hatten in früheren Studien lediglich 7 Prozent der jungen Frauen homosexuelle Pettingerfahrung, sind es jetzt 24 Prozent. (cw)



#1 JanoAnonym
  • 27.03.2014, 11:00h

  • Was bringt so ein "Fortschritt" wenn er einseitig nur ein Geschlecht betrifft?
    Lesbische Sexualität gilt ja gegenwärtig als sexy, so das Mädchen weniger Hemmungen haben sich auszuprobieren als Jungs untereinander.
    Es heißt auf den Schulhöfen ja auch schwule Sau und nicht lesbische Sau.

    Während gleichgeschlechtliche Erfahrungen bei Jungs in den letzten Jahrzehnten abnehmen, nehmen sie bei Mädchen zu.
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#2 RobbyEhemaliges Profil
#3 weiter soAnonym
  • 27.03.2014, 11:26h
  • Atheistische Erziehung dominiert:

    Die Gesamt-Ergebnisse von 1990 und 2013 sind fast identisch:

    83% der Befragten geben an, nicht religiös erzogen worden zu sein. Noch erstaunlicher: Die
    Jugendlichen mit Ost-Eltern unterscheiden sich nicht von denen mit West-Eltern. Lediglich die
    Jugendlichen aus Familien mit Migrationshintergrund wurden seltener atheistisch erzogen (67%).

    Ihre eigene Weltanschauung bezeichnen 53% der Jugendlichen als atheistisch (1990:48%), 11% sind (historisch unverändert) religiös, der Anteil der Unentschiedenen hat abgenommen (von 33% auf 20%), Anhänger anderer Auffassungen gibt es häufiger als früher (von 8% auf 16%).
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#4 weihwasserAnonym
  • 27.03.2014, 11:31h
  • Nacktbaden FKK: Für große Teile der DDR-Bevölkerung gehörte FKK-Baden zum allsommerlichen
    Standard. Dieser unbefangene Umgang mit öffentlicher Nacktheit wird von den nach der Wende
    Aufgewachsenen nicht mehr geteilt: Gefragt nach ihrer Erfahrung mit öffentlichem Nacktbaden,
    bejahten 1990 zwei Drittel der Befragten (68%, darunter 55% mehrfache Erfahrung), 2013 sind es nur
    noch ein Drittel (34%, mehrfach 21%). Wurde 1990 dieses Verhalten nur zu 16% kategorisch
    abgelehnt, sind es mittlerweile 53%. Sich an einen deklarierten FKK-Strand zu legen, ist sogar für 60%
    ein Unding. Besonders distanziert sind Jugendliche mit familiärem Migrationshintergrund. Aber auch
    die Jugendlichen mit West-Eltern sind in Sachen FKK distanzierter als diejenigen mit Ost-Eltern.
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#5 elterngenesungAnonym
  • 27.03.2014, 11:49h
  • Akzeptanz von Homosexualität

    Mädchen: 56% (1990), 91% (2013) +35% (Mütter?)
    Jungen: 27% (1990), 62% (2013) +35% (Väter?)
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#6 sperlingAnonym
  • 27.03.2014, 12:13h
  • >"62 Prozent der Jungen können sich eine Freundschaft zu einem Schwulen vorstellen"

    eine seltsame aussage, wenn man sich klarmacht, dass bei 5-10% homoanteil doch vermutlich 80-90% aller jugendlichen eine freundschaft mit einem schwulen HABEN und es oft nur nicht wissen.
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#7 YannickAnonym
  • 27.03.2014, 12:26h
  • Tja, Jungs wird schon von frühester Kindheit an eingetrichtert, wie man als "echter Mann" zu sein hat und dass alles andere unmännlich ist.

    Da ist mehr neutrale Aufklärung an Schulen dringend nötig.
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#8 SurohAnonym
  • 27.03.2014, 13:21h
  • Antwort auf #1 von Jano
  • Die gleichgeschlechtlichen Erfahrungen bei Jungs nehmen nicht ab, sondern bleiben zuerst mal konstant. Heißt, dass man da weder nen Fort- noch einen Rückschritt hat. Das Einzige, was sich positiver ausgewirkt hat, ist, dass Jungs nun bewusster sich vorstellen können einen homosexuellen Jungen als Freund zu akzeptieren. Das mag zwar nur ein geringer Fortschritt sein, aber es ist einer. Das männliche System wird sich nicht von heute auf morgen ändern, entsprechend ist es zuerst einmal besser als nichts. Ich bin mir auch sicher, dass sich das in den nächsten Jahren noch mal positiver ausgestalten wird, wenn man geduldig weiter daran arbeitet Homosexualität als etwas Normales zu etablieren.
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#9 -hw-Anonym
  • 27.03.2014, 13:51h
  • "Tatsächlich hat im historischen Vergleichszeitraum die Erfahrung mit Analverkehr stark zugenommen, von 7% auf 25% bei den jungen Frauen, von 3% auf 16% bei den jungen Männern.
    Zugleich ist die Ablehnung dieser Praktik deutlich zurückgegangen, bei den Mädchen von 91% auf 59%, bei den Jungen von 86% auf 44%." (s. Studie)

    Ich (53) hatte in den letzten drei Wochen Unterhaltungen mit zwei jungen Frauen (23,25),
    die im Verlauf des Gespräches über Scham und Sozialisation erzählten, dass sie sich vor Jahren strap-ons besorgten, weil der Freund (hetero) selbst Lust auf anales Vergnügen hatte.
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#10 RobbyEhemaliges Profil
  • 27.03.2014, 13:58h
  • Antwort auf #8 von Suroh

  • Richtig. Aber ich glaube, dass das nur funktioniert, wenn in der Schule Homosexualität endlich mal als ganz normal - statt wie bisher als 'abartig und krank' - vermittelt wird. Außerdem müssen die Lehrer endlich auch mal für einen schwulen Schüler Partei ergreifen und aktiv vor homophoben Attacken der heterosexuellen Mitschüler schützen.
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