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Kurz nach Besuch in München

LGBT-Aktivist in Kiew angegriffen


Konstantin M. nach dem Überfall am frühen Donnerstag

Drei vermummte Menschen überfielen Konstantin M. vor seinem Haus. Am Freitag Protest in München, wo er gerade erst zu Gast war.

Am Donnerstag ist der LGBT-Aktivist Konstantin M. vor seinem Haus in Kiew von drei unbekannten Personen überfallen worden. Die Attacke gegen das Mitglied der "Gay Alliance Ukraine" ereignete sich um sechs Uhr morgens und war, wie die Gruppe vermutet, offenbar zielgerichtet.

Die drei vermummten Personen schlugen gegen Gesicht und Bauch des Mannes, er erlitt eine aufgeplatzte Lippe und mehrere weitere Verletzungen und Blutungen. Den Berichten zufolge beleidigten die Angreifer ihr Opfer sowohl homophob als auch wegen seiner Herkunft: Er kommt von der Krim.

Zudem zerstörten die Angreifer das Handy von Konstantin und nahmen ihm Geld ab. Die Polizei soll den Vorfall detailliert aufgenommen haben, allerdings ohne den vermuteten homophoben Hintergrund. Es wird vermutet, dass es sich bei den Tätern um Nationalisten handelt.

Protest in München

Konstantin M. war noch vor wenigen Tagen mit Mitaktivisten in München gewesen, um an einem Workshop zum Thema Ehrenamt teilzunehmen. Bereits seit längerem pflegen beide Szenen sowie beide CSDs einen regen Austausch unter dem gemeinsamen Dach "Munich Kiev Queer".

Aufgrund des Angriffs hat die Initiative, hinter der viele Münchner Organisationen und Gruppen stehen, zu einem Protest bereits an diesem Freitag ab 16 Uhr am Fischbrunnen am Münchner Marienplatz aufgerufen (Details bei Facebook); genau dort hatte man sich am letzten Samstag voneinander verabschiedet.

"Wir haben Kostja als einen sensiblen und engagierten jungen Mann kennengelernt, der mit hoher Konzentration und Eifer bei der Projektwoche in München dabei war und in naher Zukunft mit uns ein innovatives Projekt für die LGBT-Community in Kiew realisieren will", sagt Sibylle von Tiedemann, die den Workshop zusammen mit Uwe Hagenberg organisiert hatte. "Konstantin M. hat sich die gesamte Woche über in das ehrenamtliche Engagement der Münchner Szene eingebracht: Er hat einen Blog geschrieben, fotografiert und zum Schluss als Bartender hinter der Theke des Münchner Schwulenzentrums Sub die Gäste bedient."

Klare EU-Haltung gefordert

"Wir bitten die Landeshauptstadt, bei der Stadtverwaltung in Kiew zu intervenieren und eine bedingungslose Aufklärung dieses Verbrechens einzufordern", sagt Thomas Lechner. Der DJ vom Candy Club ist Mitglied bei Munich Kiev Queer. "Außerdem fordern wir, dass die Europäische Union (EU), die ja gerade über die Liberalisierung des Reiseverkehrs mit der Ukraine verhandelt, die Einhaltung der Menschenrechte zur Grundlage dafür macht." Es brauche unbedingt ein Anti-Diskriminierungsgesetz, das auch die Merkmale sexuelle Orientierung und Gender-Identität umfasse. Nach aktuellen Berichten könnte die EU bereit sein, darauf derzeit zu verzichten.

"Die Ereignisse der vergangenen Tage beweisen, dass die LGBT-Community in der Ukraine wie auch alle anderen sozialen Gruppen vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden müssen", so Stanislaw Mischtschenko von der Gay Alliance Ukraine und ebenfalls Mitglied von Munich Kiev Queer. "Das gilt gerade jetzt, da uns die Situation im Land unsicher macht. Wir brauchen diesen Schutz unbedingt und zwar jetzt sofort." (nb/pm)



#2 WeltbildAnonym
  • 28.03.2014, 15:37h
  • Ich vermute, in "ethischen Fragen" (und die Homosexualität ist bestimmt so eine) ist für so gläubige Gesellschaft wie die ukrainische nicht die Meinung der EU, was wirklich zählt, sondern das, was die lokalen geistlichen Autoritäten dazu sagen, wie ihre Haltung ist,- und da man schon aus der Orthodoxenkirche in dieser Situation wohl nichts hoffen kann, dann wäre die Worte der Toleranz aus den Reihen der katholischen Kirche (egal, ob der des lateinischen, ob des griechischen Ritus) in der Tat vom markanten Gewicht.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.03.2014, 16:33h
  • Leider wird die EU das ganze aussitzen und darum geht auch das Interesse an den Europawahlen auch immer mehr zurück!
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#4 RobbyEhemaliges Profil
  • 28.03.2014, 16:56h
  • Schade, dass der Protest so kurzfristig angesetzt wurde. Dadurch habe ich es erst jetzt - also zu spät - mitbekommen. - Wie wahrscheinlich viele andere auch... Ich hoffe, dass sie nächstes Mal ein bißchen mehr Zeitvorlauf für diejenigen einplanen, die nicht direkt aus München sind... Hätte gerne teilgenommen, da ich das Thema für sehr wichtig halte.
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#5 polikujhtgAnonym
  • 28.03.2014, 18:27h
  • Wer hat was anderes erwartet als das? Wo doch die EU und die USA die rechtsnationalistischen Gruppierungen im Land unterstützt?

    Im übrigen werden die Menschen in der Ukraine bald spüren was es heißt zur EU zu gehören - b ei den Sprapaketen die ihnen auferlegt wurden...
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#6 krimskramsAnonym
#7 tachlesAnonym
  • 28.03.2014, 18:52h
  • "Und weil es nach der Sprachreglung rechts von DIE LINKE keine Faschisten geben darf:

    "ultranationalistisc hen Kräfte"

    Lustiger als Marina Weisband und Marieluise Beck?

    Geht:

    UKRAINE
    Jüdischer Mogul will Präsident werden
    27. März 2014
    Vadim Rabinovich sass wegen Schwarzmarktgeschäften schon sieben Jahre in Haft.
    [....] Er wolle das Mythos abbauen, sagte er, wonach die Ukraine antisemitisch sei, wie es in der ganzen Welt kolportiert werde. «Ich bin möglicherweise der beste Kandidat. Wir brauchen Einheit, und ich bin ein Kandidat der Einheit. Ich habe keine spezifischen Machtgelüste, sondern will nur meinem Lande helfen», sagte Rabinovich nach der Abgabe seiner Kandidatur. Nach der Verbüssung einer siebenjährigen Haftstrafe wegen Schwarzmarktgeschäften machte Rabinovich nach 1991 sein Vermögen im Metallsektor."

    tachles.ch/news/juedischer-mogul-will-praesident-werden
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#9 gepflogenheitenAnonym
#10 uuuu8Anonym