Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 08.04.2014           49      Teilen:   |

Nach monatelanger Debatte

Baden-Württemberg stellt Überarbeitung des Bildungsplans vor

Artikelbild
Kretschmann hofft auf eine "Versachlichung der Debatte" ohne allzu große Zugeständnisse (Bild: Grüne NRW)

Das bisherige Querschnittsthema "sexuelle Vielfalt" wird im neuen Arbeitsentwurf ein neuer eigener Unterpunkt, um "Missverständnisse" abzubauen. Lob vom Netzwerk LSBTTIQ, Kritik von der Union.

Der umstrittene Entwurf der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg für einen neuen Bildungsplan ist Geschichte. Am Dienstag kündigten Kultusminister Andreas Stoch (SPD) und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart ein neues Arbeitspapier an, das den Druck aus der seit Monaten anhaltenden Debatte nehmen und zugleich an der Aufklärung über Homo- und Transsexualität festhalten soll.

Bislang war "sexuelle Vielfalt" als Unterpunkt aller Schwerpunkte des Bildungsplans vorgesehen. Der Grund: Die vorherigen schwarz-gelbe Landesregierungen hatten diesen Punkt ignoriert. Arbeitsgruppen sollten deshalb für die Entwicklung der eigentlichen Bildungsinhalte und -ziele anhand der Leitlinien des Plans gezielt schauen, wo sich das Thema gut unterbringen ließe und wo es erforderlich wäre. Das hatte allerdings zu "Missverständnissen" (Kretschmann) bzw. auch zu klaren Falschinformationen durch Gegner des Bildungsplans geführt – etwa zu der Aussage, die Diskriminierung Homosexueller werde über alle anderen Diskriminierungen gestellt.

Nun sollen die entsprechenden Themen als Teilbereich eines neuen Schwerpunktes in den Bildungsplan aufgenommen werden. "Statt eines Querschnittsthemas sexuelle Vielfalt gibt es die neue allgemeine Leitperspektive 'Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt'", so Kretschmann. Kultusminister Stoch ergänzte: "Es werden darin neben der sexuellen Vielfalt die Themen Toleranz und diskriminierungsfreier Umgang mit Vielfalt in personaler, religiöser, kultureller, ethnischer und sozialer Hinsicht in einem größeren Kontext behandelt. Das Thema 'Akzeptanz sexueller Vielfalt' erhält in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert im neuen Bildungsplan."

Fortsetzung nach Anzeige


Festhalten am Ziel der Akzeptanz

Auf Facebook verbreitet sich gerade ein Text der FAZ, der Kretschmann als großen Rückzieher darstellt. Die CDU sieht hingegen nur kosmetische Korrekturen am Bildungsplan
Auf Facebook verbreitet sich gerade ein Text der FAZ, der Kretschmann als großen Rückzieher darstellt. Die CDU sieht hingegen nur kosmetische Korrekturen am Bildungsplan

Einen entsprechenden Kompromiss zur Befriedigung des Konfliktes zeichnete sich schon seit Wochen ab, zuletzt nach einem Treffen Kretschmanns mit Evangelikalen (queer.de berichtete). Auch die Bildungsgewerkschaft GEW hatte eine entsprechende Überarbeitung gefordert (queer.de berichtete). Während einige vor allem konservative Medien von einem Einknicken der Landesregierung sprechen und andererseits Gegner des Bildungsplans kaum mit der Neuformulierung zufrieden sein werden, sagte Kretschmann, dass man an den Zielsetzungen des Bildungsplans festhalten werde.

"Im Kern verfolgen wir das Anliegen, das Thema Toleranz und Akzeptanz im Bildungsplan zu verankern. Daran halten wir weiterhin ohne Wenn und Aber fest", so der Ministerpräsident. Die Aufklärung über Homo- und Transsexualität werde einen wichtigen Stellenwert einnehmen. "Ich möchte noch einmal explizit darauf hinweisen, dass es bei der sexuellen Vielfalt nicht um sexuelle Praktiken geht, sondern um die Vielfalt der sexuellen Orientierung und geschlechtliche Vielfalt. Es geht darum, junge Menschen zu unterstützen, sich zu mündigen Bürgern mit eigener Urteilsfähigkeit zu entwickeln", so Kretschmann.

Auch Stoch betonte, das ursprüngliche Ziel einer besseren Aufklärung solle nicht "verwaschen" werden, von einem "Einknicken" könne nicht die Rede sein. Während die FDP von einer "Kehrtwende" sprach, kritisierte die CDU denn auch eine "rein kosmetische Korrektur". Ohnehin haben Experten längst mit den Arbeiten an dem eigentlichen Bildungsplan begonnen, die Leitprinzipen (bzw. "Leitperspektiven", wie sie nun heißen) aus dem Entwurf sind dafür nur ein loser Rahmen.

Youtube | Kretschmann zum überarbeiteten Bildungsplan in einem Video der Landesregierung

Lob vom Netzwerk LSBTTIQ

Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg, das über 70 Organisationen vertritt, hat die Überarbeitung des Bildungsplans am Dienstag in einer Pressemitteilung begrüßt. "Damit kommen wir unserem Ziel näher, dass lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Jugendliche angstfrei an Schule teilhaben können", betonte Sprecherin Angela Jäger. "In einem persönlichen Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks LSBTTIQ sicherte der Ministerpräsident am gestrigen Abend die explizite und verbindliche Verankerung der Vielfalt von Geschlecht sowie der Vielfalt sexueller Orientierung im baden-württembergischen Bildungsplan zu."

Bei der Pressekonferenz sagte Kretschmann: "Ich bin überzeugt, dass die Weiterentwicklung des Arbeitspapiers zu einer Versachlichung der Debatte führt und wir damit vor allem denjenigen den Boden entziehen, die bewusst Missverständnisse geschürt haben. Im Rahmen meiner Gespräche mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen habe ich festgestellt, dass letztlich alle mit der Zielsetzung des Bildungsplans in der konkreten Frage einverstanden sind." (nb)

Extra-Umfrage: Deine Meinung zur Überarbeitung des Bildungsplans? (Ergebnis)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 49 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 239             5     
Service: | pdf | mailen
Tags: bildungsplan, baden-württemberg, winfried kretschmann, anderas stoch
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Baden-Württemberg stellt Überarbeitung des Bildungsplans vor"


 49 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
08.04.2014
22:07:25


(-5, 11 Votes)

Von Timbercom
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.05.2010


Wofür steht denn LSBTTIQ ????


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
08.04.2014
22:09:00


(+8, 18 Votes)

Von grünem Verrat


"dass letztlich alle mit der Zielsetzung des Bildungsplans in der konkreten Frage einverstanden sind."

Aha, für die Homo-Auslöscher ("Heiler"), die Herr Kretschmann mit seiner Einladung ins Staatsministerium offiziell geadelt und hofiert hat, soll das also auch gelten?

Spätestens hier entlarven sich die grünen Religioten doch wieder einmal selbst. Sexuelle Vielfalt kein Querschnittsthema mehr? Dann wird sich auch faktisch NICHTS ändern!

Wenn das alles kein Einknicken vor Faschisten und ihren historischen und aktuellen Steigbügelhaltern ist, was ist es dann?

Die Grünen mit ihrer massiven religiösen Unterwanderung, ihrer Mehrheitsbeschaffung für die CDU auf Länder- und womöglich bald Bundesebene, erweisen sich einmal mehr als KEINE geeigneten und verlässlichen Verbündeten für Schwule und Lesben!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
08.04.2014
22:12:10


(-7, 11 Votes)

Von Fragezeichen
Antwort zu Kommentar #1 von Timbercom


Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transen, ?, ?, Queer


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
08.04.2014
22:21:07


(+8, 18 Votes)

Von eingeknickt


wer in zeiten, in denen über 90% (!) der experten aus der jugendsozialarbeit tag für tag massive psychische gewalt und diskriminierung gegen homosexuell empfindende jugendliche gerade im schulischen umfeld mit eigenen augen ansehen müssen, auch nur einen millimeter vor homohassern und faschisten zurückweicht, wird den objektiven notwendigkeiten demokratischer, solidarischer und rechtsstaatlicher politik im jahr 2014 in keiner weise gerecht.

die grünen haben damit jede berechtigung verwirkt, noch ein einziges mal das thema "homosexuelle jugendliche", deren drastisch erhöhtes suizidrisiko usw. und überhaupt das thema "homo-rechte" für wahlkampfzwecke zu missbrauchen, nachdem sie gegenüber einer raffiniert agitierenden allianz von neonazis, kirchen und konservativen derart eingeknickt sind.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
08.04.2014
22:25:29


(-7, 17 Votes)

Von Kompromiss


Was wäre eine Gesellschaft ohne Kompromisse? Dann würde Gewalt regieren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
08.04.2014
22:26:54


(-5, 11 Votes)

Von Timbercom
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.05.2010
Antwort zu Kommentar #3 von Fragezeichen


Schön, dass da anscheinend jemand genauso ratlos ist wie ich


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
08.04.2014
22:31:07


(+8, 16 Votes)
 
#8
08.04.2014
22:32:15


(+10, 14 Votes)

Von Kriminellen
Antwort zu Kommentar #5 von Kompromiss


Heteronormativität ist Gewalt!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
08.04.2014
22:36:26
Via Handy


(+10, 14 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Kompromiss


Keine Kompromisse bei Anwendung physischer und psychischer Gewalt!

Diese Gewalt regiert bereits. Regiert schon sehr, sehr lange. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Habe sie selbst oft an Schulhöfen erlebt. Wie sehr viele andere von uns.

Ich fürchte man ist den Bildungsgegnern viel zu sehr entgegen gekommen. Das ist sehr traurig.

Kretschmann ist am Ende halt auch katholisch. Wenn einer religiös ist traue ich ihm nicht. Hab dann offenbar leider wieder mal recht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
08.04.2014
22:37:11


(-5, 13 Votes)

Von Mikesch
Antwort zu Kommentar #6 von Timbercom


Klick' doch mal die Pressemitteilung des Netzwerks im Artikel an.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Niederlande: Kommission empfiehlt bis zu vier Eltern pro Kind Israel: Gleichstellung ausländischer Homo-Partner geplant Tag der Menschenrechte: EKD wirbt für LGBTI-Gleichbehandlung Die Poesie der ersten schwulen Liebe
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt